In dieser Arbeit wird anhand von aktuellen Studien in Erfahrung gebracht, wie notwendig eine Förderung der Sprache in der Grundschule ist. Dabei liegt der Fokus auf dem semantisch- lexikalischen Bereich, um herauszufinden, wie diese Ebene im Unterricht gefördert werden kann. Dazu werden zudem Praxisbeispiele einbezogen. Anhand geeigneter Fachliteratur wird ein sprachheilpädagogischer Unterricht dargestellt, welcher das Ziel verfolgt, den Wortschatz aufzubauen und zu fördern.
In Deutschland sind etwa 54000 Kinder von einer nicht altersgemäßen Sprachentwicklung betroffen, was zur Folge hat, dass sie in der Schule und im sozialen Alltag nur schwer und teilweise gar keinen Anschluss finden können, oder im schlimmsten Fall an psychischen Störungen leiden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Kinder mit einer solchen Störung so zu fördern, damit sie ein unbeschwertes und normales Leben führen können. Die Sprachentwicklung eines Kindes vollzieht sich auf verschiedenen Ebenen, die miteinander eng verknüpft und abhängig voneinander sind. Die Fähigkeiten, miteinander zu kommunizieren, grammatisch richtig zu sprechen und Zusammenhänge zu verstehen, basiert hauptsächlich auf einem fundierten mentalen Lexikon. Aus diesem Grund beschäftige ich mich in dieser Arbeit ausschließlich mit der semantisch- lexikalischen Ebene.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktuelle Studien
3. Prävention
3.1 Das grundlegende Unterrichtsprinzip: Wortschatzarbeit
3.2 Die Lehrersprache
4. Intervention
4.1 Vorbereitung einer sprachtherapeutischen Unterrichts-stunde
4.2 Elaborationstraining
4.2.1 Lemmaebene
4.2.2 Lexemebene
4.3 Wortabruf
4.4 Rituale
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung der semantisch-lexikalischen Förderung in der Grundschule für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen. Das Hauptziel ist die Darstellung präventiver und interventionaler Methoden und Fördermaßnahmen, mit denen Lehrkräfte den Wortschatzaufbau im Unterricht unterstützen und somit die Bildungschancen der betroffenen Kinder verbessern können.
- Bedeutung der Wortschatzarbeit als Grundprinzip im Unterricht
- Einfluss der Lehrersprache auf die kindliche Sprachentwicklung
- Praktische Interventionsmöglichkeiten im Unterrichtsalltag
- Förderung durch Elaborationstraining und Wortabrufstrategien
- Integration von Ritualen in den Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.1 Das grundlegende Unterrichtsprinzip: Wortschatzarbeit
Um das Ziel, Kindern zu einem umfangreichen mentalen Lexikon zu verhelfen, erreichen zu können sollte die Arbeit mit dem Wortschatz zu einem grundlegenden Unterrichtsprinzip gemacht werden, sodass die Arbeit mit Begriffen für die Schülerinnen und Schüler zum Alltag wird. Dies kann nur dann erreicht werden, wenn der Umgang mit der semantisch- lexikalischen Ebene täglich in den Unterricht integriert wird.
Es gibt eine Vielzahl von Übungen, die in jedem Unterrichtsfach durchgeführt werden können. Vor allem das Arbeiten mit Wortfeldern kann helfen, das Ziel des umfangreichen Lexikons zu erreichen. Ein Wortfeld beschreibt semantisch ähnliche Wörter, die zu einer Gruppe zusammengeführt werden können. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Verknüpfung zwischen den verschiedenen Begriffen im Gehirn sehr leicht funktioniert, sobald man ein Wortfeld sehr häufig verwendet. So kann zum Beispiel eine Projektarbeit zum Thema der Jahreszeiten dazu beitragen, dass Begriffe wie zum Beispiel „Winter“, „Sommer“, „Monate“, „Schnee“ oder „Sonne“ häufig verwendet, miteinander in Beziehung gesetzt werden und so eine Verknüpfung im Gehirn stattfinden kann.
Vor allem die Themen des Sachunterrichtes bieten sich an, fächerverbindend zu unterrichten. So kann man beispielsweise zum Thema „Wald“ im Deutschunterricht eine spannende Geschichte schreiben, im Werkunterricht die verschiedenen Holzarten behandeln, oder im Kunstunterricht die Bewohner des Waldes zeichnen. Dies bietet den Vorteil, dass Kinder, die einen kleineren Wortschatz besitzen, die Begriffe des jeweiligen Themas oft wiederholen und somit ins Langzeitgedächtnis überführt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Sprachförderung für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen und definiert den Fokus auf die semantisch-lexikalische Ebene.
2. Aktuelle Studien: Dieses Kapitel stellt aktuelle Erhebungen und Forschungsprojekte vor, die die Notwendigkeit und den Bedarf an sprachlicher Förderung in der Grundschule belegen.
3. Prävention: Hier wird die Wortschatzarbeit als allgemeines Unterrichtsprinzip vorgestellt und die zentrale Rolle der Lehrersprache als Vorbildfunktion erläutert.
4. Intervention: Das Kapitel bietet einen Einblick in konkrete Fördermethoden, wie das Elaborationstraining, das Wortabruftraining und den Einsatz von Ritualen.
5. Resümee: Das Resümee bilanziert die Möglichkeiten der Lehrkräfte zur Sprachförderung und unterstreicht, dass bereits durch kleine, methodische Ansätze im Alltag große Erfolge erzielt werden können.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Grundschule, Semantisch-lexikalische Ebene, Wortschatzarbeit, Sprachheilpädagogik, Sprachentwicklungsstörung, Elaborationstraining, Mentales Lexikon, Wortabruf, Lehrersprache, Prävention, Intervention, Wortfelder, Wortarten, Sprachheiltherapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt das Thema Sprachförderung auf semantisch-lexikalischer Ebene bei Grundschulkindern mit Sprachentwicklungsstörungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf präventiven Unterrichtsprinzipien, Interventionsmöglichkeiten, der Bedeutung der Wortschatzarbeit und dem Einfluss der Lehrersprache.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Lehrkräften methodische Ansätze an die Hand zu geben, um den Wortschatzaufbau der Kinder effektiv im Unterricht zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien zur Sprachentwicklung im Grundschulalter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Präventionsstrategien, konkrete Interventionsübungen wie Elaborationstraining und Wortabruf sowie den Einsatz von Ritualen im Klassenalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Sprachförderung, Wortschatzarbeit, semantisch-lexikalischen Bereich, Sprachentwicklungsstörungen und verschiedene Interventionsmethoden.
Welche Bedeutung hat das EIS-Prinzip in dieser Untersuchung?
Das EIS-Prinzip (enaktiv, ikonisch, symbolisch) wird als strukturelle Grundlage für die spielerische und handlungsorientierte Wortschatzarbeit empfohlen.
Wie sollten Lehrkräfte bei der Wortschatzvermittlung vorgehen?
Die Autorin empfiehlt ein strukturiertes Vorgehen, bei dem Begriffe kontextgebunden eingeführt, aktiv wiederholt und über verschiedene Kanäle (fühlen, sehen, hören) verankert werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Sprachförderung auf semantisch-lexikalischer Ebene in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254366