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Soziale und ökologische Rebound-Effekte nachhaltiger Stadtplanung in Hamburg. Für wen ist die „grüne“ Stadt Hamburg?

Title: Soziale und ökologische Rebound-Effekte nachhaltiger Stadtplanung in Hamburg. Für wen ist die „grüne“ Stadt Hamburg?

Essay , 2021 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janik Horstmann (Author)

Earth Science / Geography - Geopolitics
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Summary Excerpt Details

Mit Bezug auf die „Urban Political Ecology“ und Studien zu „Green Gentrification“ und „Urban Sustainability“ wirft diese Arbeit einen kritischen Blick auf die Hansestadt Hamburg, die Umwelthauptstadt Europas 2011, die Grüne Stadt des Jahres 2021 und Deutschlands selbsternannter grünster Stadt, gemessen an der Einwohner:innen-Zahl. Die Analyse von Rebound-Effekten im Zusammenhang mit Umweltungleichheiten bei der städtischen Begrünung steht dabei im Mittelpunkt dieser Arbeit. Zunächst werde ich das „Green-Self-Branding“, im Kontext von Post-Politisierung und Neoliberalisierung von Nachhaltigkeit, im Rahmen der Stadt Hamburg, einordnen. Anschließend werde ich Stadtplanungsprojekte in Hamburg bezogen auf die sozialräumlichen Dynamiken und Auswirkungen möglicher oder bereits bestehender „grüner“ Gentrifizierung hin untersuchen. Ich hoffe so einen Ausgangspunkt, für eine umfassendere Analyse der „grünen“ Stadt Hamburg mit dem Fokus auf die Stadtteile im Süden und Osten des Bezirks Hamburg-Mitte erarbeiten zu können. Entlang der aktuellen wissenschaftlichen Debatten zu „Green Gentrification“ sollen Mechanismen, die so auch in Hamburg wirken, identifiziert werden. Im abschließenden Teil der vorliegenden Arbeit sollen die Grenzen meiner Betrachtung dargelegt, die verfolgten Ansätze in einen größeren Kontext eingeordnet und weitere mögliche Schwerpunkte für die Analyse von Rebound-Effekten im Zusammenhang mit sozialen und ökologischen Ungleichheiten besprochen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Urban Political Ecology“ (UPE)

3. Nachhaltige Stadtplanung und Begrünungsstrategien in Hamburg

3.1 Betreibt Hamburg „Green-Self-Branding“ als Standortmarketing?

3.2 Soziale und Ökologische Rebound-Effekte in Hammerbrook?

4. Konklusion: Führt Urban Groening in Hamburg zu mehr sozialen und ökologischen Ungleichheiten?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Ambivalenz nachhaltiger Stadtplanung in Hamburg unter dem Aspekt sozialer Gerechtigkeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob städtische Begrünungsstrategien und das damit verbundene „Green-Self-Branding“ als Instrumente der Aufwertung zu unbeabsichtigten sozialen und ökologischen Rebound-Effekten führen, die einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen aus den betroffenen Quartieren verdrängen könnten.

  • Kritische Analyse der These „Green is (always) Good“ im städtischen Kontext
  • Anwendung des theoretischen Rahmens der „Urban Political Ecology“ (UPE)
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen „Green-Self-Branding“ und Gentrifizierung
  • Analyse städtebaulicher Projekte in Hamburg-Mitte (u.a. Hammerbrook, Grasbrook)
  • Diskussion über soziale Ungleichheiten durch umgekehrte Suburbanisierungsprozesse

Auszug aus dem Buch

3.2 Soziale und Ökologische Rebound-Effekte in Hammerbrook?

„Grüne Gentrifizierung“ in Hamburg ist angesichts der genannten städtebaulichen Projekte eine angebrachte Befürchtung. Hier ist das Nordhavn-Projekt in Kopenhagen ein gutes Beispiel. Während der Planung und Umsetzung gab es wenig Diskussionen bezogen auf soziökonomische und Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen. Der Stadtteil Nordhavn ist zu einer emissionsarmen Enklave für die reichen Bürger:innen der Stadt geworden. Der durchschnittliche Mietpreis ist höher als andernorts in Kopenhagen. Dieses Beispiel zeigt, wie grüne Gentrifizierung in der Praxis aussieht, Anders Blok bezeichnet es darüber hinaus sogar als „low-carbon-gentrification“: an ehemals industriell genutzten Standorten in innerstädtischen Lagen sind „Urban Greening Interventions“ und „Green Gentrification“ im Kontext der Wachstumspolitik, zu beobachten.

Die Wechselwirkungen von sozialer (Un)Gerechtigkeit, Umweltverbesserungen und Wachstumsprozessen führen meist zu einem alleinigen Fokus auf ökonomische und ökologische Ziele, welcher mit einer Vernachlässigung von sozialen Gerechtigkeitsaspekten der geplanten Projekte einhergeht. Diese Erfahrungen hat auch Hamburg mit der Hafen-City gemacht. Mit dem Blick auf die anstehenden städtebaulichen Projekte im zentralen Hamburger Süd-Osten, soll auf mögliche Mechanismen und Risiken der grünen Gentrifizierung, in diesen Stadtteilen, hingewiesen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik einer vermeintlich immer „guten“ grünen Stadtentwicklung ein und skizziert die methodische Perspektive der „Urban Political Ecology“ sowie die Relevanz der Untersuchung für den Hamburger Kontext.

2. „Urban Political Ecology“ (UPE): Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund der UPE, der Stadt und Natur nicht als Gegensatz, sondern als sozio-natürliche Transformation („Sozionatur“) innerhalb ungleicher Machtverhältnisse begreift.

3. Nachhaltige Stadtplanung und Begrünungsstrategien in Hamburg: Hier werden aktuelle Projekte wie das „Grüne Netz Hamburg“ vorgestellt, wobei der Fokus auf den damit verbundenen städtebaulichen Transformationen in Zentrums- und Hafennähe liegt.

3.1 Betreibt Hamburg „Green-Self-Branding“ als Standortmarketing?: Das Unterkapitel erörtert, wie Hamburg durch Nachhaltigkeitsauszeichnungen seine Standortattraktivität steigert und inwieweit dies zu einer Preissteigerung des Wohnraums und damit zu Gentrifizierungsprozessen beiträgt.

3.2 Soziale und Ökologische Rebound-Effekte in Hammerbrook?: Dieses Kapitel überträgt die Erkenntnisse zur grünen Gentrifizierung auf konkrete Hamburger Stadtteile wie Hammerbrook und fragt kritisch nach den Verdrängungseffekten für einkommensschwache Bewohnerschichten.

4. Konklusion: Führt Urban Groening in Hamburg zu mehr sozialen und ökologischen Ungleichheiten?: Die Konklusion fasst zusammen, dass eine grüne Gentrifizierung in den untersuchten Gebieten droht und unterstreicht die Notwendigkeit, Gerechtigkeitsfragen bei ökonomisch getriebenen Begrünungsprojekten stärker zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Urban Political Ecology, Green Gentrification, Hamburg, Stadtplanung, Soziale Gerechtigkeit, Green-Self-Branding, Rebound-Effekte, Nachhaltige Stadt, urbane Transformation, Umweltungleichheit, Stadtentwicklung-Mitte, ökologische Modernisierung, Gentrifizierung, Wohnraum, Stoffwechselprozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den sozialen Auswirkungen einer marktgetriebenen, nachhaltigen Stadtplanung in Hamburg und hinterfragt die Annahme, dass „grüne“ Projekte ausnahmslos positiv für alle Stadtbewohner sind.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung der städtischen Umweltpolitik, die Analyse von Marketingstrategien durch ökologische Aufwertung (Green-Self-Branding) sowie die Risiken sozialer Verdrängung (Gentrifizierung).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ökologische Stadtplanung und ökonomische Interessen verschmelzen und welche unbeabsichtigten, sozialen Rebound-Effekte dadurch für einkommensschwache Haushalte in Hamburg-Mitte entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt den interdisziplinären theoretischen Ansatz der „Urban Political Ecology“ (UPE), um städtebauliche Projekte als sozio-ökonomische Stoffwechselprozesse kritisch zu analysieren.

Welche Themen bilden den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil beleuchtet die Rolle von Hamburg als „Grüne Stadt“, die Nutzung von Nachhaltigkeit als Standortmarketing-Tool sowie die spezifischen Auswirkungen der Bauprojekte in Gebieten wie Hammerbrook und Grasbrook.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Green Gentrification, sozio-natürliche Transformation, soziale Gerechtigkeit, Stadtplanung sowie kritische Stadtforschung.

Wie unterscheidet sich Hamburgs „Green-Self-Branding“ von anderen Städten?

Die Arbeit zeigt, dass Hamburg zwar eine langanhaltende „grüne“ Rhetorik pflegt und durch Auszeichnungen glänzt, diese jedoch eng mit einer marktgetriebenen Aufwertung verknüpft, was die Stadt insgesamt für einkommensschwächere Gruppen tendenziell teurer macht.

Welche Gefahr sieht der Autor für Stadtteile wie Hammerbrook?

Der Autor befürchtet steigende Mieten und die Verdrängung der ansässigen einkommensschwächeren Bevölkerung, da die Aufwertung durch neue Grünzüge und elitäre Bauprojekte diese Gegenden für einkommensstarke Haushalte attraktiv macht.

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Details

Title
Soziale und ökologische Rebound-Effekte nachhaltiger Stadtplanung in Hamburg. Für wen ist die „grüne“ Stadt Hamburg?
College
University of Hamburg  (Geographie (Wirtschaftsgeographie))
Course
Politische Ökonomie und Ökologie der Stadtentwicklung-Urban System Analysis
Grade
1,3
Author
Janik Horstmann (Author)
Publication Year
2021
Pages
15
Catalog Number
V1254367
ISBN (PDF)
9783346691156
ISBN (Book)
9783346691163
Language
German
Tags
Urban Political Ecology Hamburg ökologische Reboundeffekte soziale Reboundeffekte nachhaltige Stadtplanung Green-Self-Branding Urban Greening Hammerbrook
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janik Horstmann (Author), 2021, Soziale und ökologische Rebound-Effekte nachhaltiger Stadtplanung in Hamburg. Für wen ist die „grüne“ Stadt Hamburg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254367
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