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Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Lösungsansätze für Unternehmen der deutschen Mode- und Bekleidungsbranche

Titel: Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Lösungsansätze für Unternehmen der deutschen Mode- und Bekleidungsbranche

Bachelorarbeit , 2021 , 141 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sophia Reiter (Autor:in)

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit thematisiert mögliche Lösungsansätze für Unternehmen der Mode- und Bekleidungsbranche für den Umgang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, welches ab dem 01. Januar 2023 für ausgewählte in Deutschland ansässige Unternehmen greift. Das Gesetz bringt Anforderungen mit sich wie das jährliche Erstellen einer Risikoanalyse, das Einrichten eines Beschwerdemechanismus oder das Aufstellen eines Maßnahmenplans wie gegen erkannte Risiken oder Verstöße der im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz definierten Aspekte vorgegangen werden wird. Das Gesetz umfasst sowohl menschenrechtliche als auch umweltorientierte Kriterien und ist durch die global vernetzten Lieferketten der Mode- und Bekleidungsbranche für Unternehmen dieses Industriezweigs besonders relevant.

Im Rahmen dieser Arbeit werden sowohl die Anforderungen als auch der Inhalt des Gesetzes dargelegt und angemessene Maßnahmen definiert. Um Unternehmen die Durchführung einer Risikoanalyse zu vereinfachen, wird außerdem eine Länderrisikoanalyse erstellt. Diese umfasst 15 Länder, welche 2019 zu den stärksten Importpartnern deutsche Bekleidungsunternehmen zählten. Anhand dieser Länderrisikoanalyse ist zu sehen, wie hoch ein Risiko bezüglich eines Aspektes des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in dem jeweiligen Land ist.

Falls im Rahmen einer Risikoanalyse ein Risiko oder Verstoß entdeckt wird, kann durch die Anwendung der hier vorgestellten Maßnahmen dagegen vorgegangen werden. Die Ergebnisse werden anhand einer Matrix dargelegt, diese kann bei individueller Ausgangslage angewendet werden und bietet umfangreiche als auch spezifisch definierte Lösungsansätze. Mögliche Gütersiegel, Initiativen, Organisationen, Auditschemata und Management-Tools werden anhand ausgearbeiteter Kriterien miteinander verglichen und eine Auswahl präsentiert. Es werden insgesamt 25 Kategorien ausgearbeitet, welche alle sozialen und ökologischen Aspekte abdecken und Unternehmen ein breites Spektrum an Lösungsvorschlägen zur Auswahl stellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Die Lieferkette der Bekleidungsbranche

2.1 Allgemeiner Branchenüberblick

2.2 Aufbau der Lieferkette

2.3 Produktgruppen

2.4 Beschaffung

2.5 Einkaufspraktiken und dessen Auswirkungen

2.6 Menschenrechtsverletzungen entlang globaler Lieferketten

2.7 Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette

2.8 Maßnahmen und Möglichkeiten

3 Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

3.1 Ausgangslage

3.2 Inhalt und Geltungsbereich

3.3 Auswirkungen

4 Lösungsansätze für den Umgang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

4.1 Die Risikoanalyse

4.2 Matrix – Aspekte und Maßnahmen

4.2.1 Bewertungskriterien

4.2.2 Gütersiegel, Organisationen & Initiativen, Audits & Zertifikate und Management -Tools

4.2.3 Brancheninterne Zusammenarbeit, Arbeitsverträge garantieren, Gewerkschaften ermöglichen, faire Löhne und transparente Lohnabrechnungen

4.2.4 Entschädigung, Schulungen & Trainings, Begleitende Rehabilitation, Beschwerdemechanismen einführen

4.2.5 Check-Ups, Einkaufspraktiken hinterfragen, Transparenz schaffen

4.2.6 Finanzielle Unterstützung, Aufbau nachhaltiger Geschäftsbeziehungen, Prüfung mittelbarer Vertragspartner

4.2.7 Unterstützung von Minderheiten, Umweltschützende Maßnahmen, Gesundheit sicherstellen

4.2.8 Kinder schützen, Lebensraum sichern, Alternativen schaffen

5 Fazit

6 Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit zielt darauf ab, deutsche Mode- und Bekleidungsunternehmen bei der Einhaltung des neuen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) zu unterstützen, indem sie eine Matrix mit konkreten Lösungsansätzen für identifizierte Risiken erstellt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Möglichkeiten Unternehmen haben, die Anforderungen des Gesetzes erfolgreich umzusetzen, wobei insbesondere die sozialen und ökologischen Risiken in den Lieferketten sowie verfügbare Audit- und Managementsysteme analysiert werden.

  • Lieferkettenanalyse in der Mode- und Bekleidungsbranche
  • Anforderungen und Implikationen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes
  • Methodik zur Durchführung von Länderrisikoanalysen
  • Entwicklung einer Maßnahmenmatrix für soziale und ökologische Aspekte
  • Bewertung und Auswahl von Gütersiegeln, Initiativen und Audit-Tools

Auszug aus dem Buch

Die Lieferkette der Bekleidungsbranche

Die beiden Begriffe Textil- und Bekleidungsindustrie können unter der Bezeichnung Textilwirtschaft zusammengefasst werden und umfassen weitreichend die einzelnen Prozessschritte der Herstellung und dem Vertrieb textiler Güter über mehrere Wertschöpfungsstufen hinweg. An erster Stelle der Lieferkette steht die Produktion der Fasern. Man unterscheidet die Produktion natürlicher Fasern und synthetischer Fasern. Natürliche Fasern, wie Baumwolle oder Flachs, werden durch einen landwirtschaftlichen Betrieb angebaut und geerntet, während synthetische Fasern wie Polyester oder Nylon, meist von großen Chemie Unternehmen in Fabriken hergestellt werden. Nach der Gewinnung der Fasern werden diese gereinigt, gekämmt sowie zu Garn gesponnen und anschließend durch Weben oder Stricken zu textilen Stoffen weiterverarbeitet. Ein weiterer Verarbeitungsschritt ist die Textilveredelung. Der Textilveredelungsprozess umfasst das Färben und Bedrucken der Stoffe und kann in jeden einzelnen Prozessschritt der Faser-, Garn- und Textilverarbeitung integriert werden. Nachdem die Stoffe und Textilien von der Textilindustrie vollständig hergestellt und veredelt wurden, werden sie anschließend von der Bekleidungsindustrie zu Fertigerzeugnissen weiterverarbeitet. Wie in Abb. 1 abgebildet, besteht der Verarbeitungs- und Produktionsprozess aus dem Design der Kleidungsstücke, der Musteranfertigung und der Produktion der Kleidung durch Schneiden und Nähen der Stoffe und Textilien. Anschließend folgen das Etikettieren und Versenden der Ware. Durch den Einsatz verschiedener Distributionskanäle wird die Kleidung schließlich an den Endkunden vertrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Arbeit durch das Thema des globalen Konsumwachstums von Fast Fashion und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, was die Notwendigkeit gesetzlicher Regulierungen begründet.

2 Die Lieferkette der Bekleidungsbranche: Es werden die Struktur, die Beschaffungsprozesse und die sozialen sowie ökologischen Herausforderungen innerhalb der Branche detailliert analysiert.

3 Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, den Inhalt und den Anwendungsbereich des LkSG, einschließlich der Pflichten, die auf Unternehmen zukommen.

4 Lösungsansätze für den Umgang mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Es werden praxisorientierte Lösungsansätze sowie eine Matrix zur Risikobewertung und Maßnahmendefinition vorgestellt, die auf verschiedenen Kriterien basieren.

5 Fazit: Das Fazit überprüft die Anwendbarkeit der Matrix anhand des Praxisbeispiels der Peter Hahn GmbH.

6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert zukünftige Entwicklungen hinsichtlich noch strengerer EU-weiter Regulierungen.

Schlüsselwörter

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, LkSG, Textilindustrie, Bekleidungsbranche, Nachhaltigkeit, Risikoanalyse, Lieferkettenmanagement, Soziale Standards, Umweltstandards, Menschenrechte, CSR, Compliance, Beschaffung, Zulieferer, Audits.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die notwendige Anpassung von deutschen Textil- und Bekleidungsunternehmen an das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und präsentiert Lösungswege zur Risikominimierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Lieferkettenmanagement, die menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflicht, die Identifikation von Risiken in globalen Lieferketten sowie die praktische Anwendung von Audit- und Zertifizierungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie deutsche Modeunternehmen die Auswirkungen und Anforderungen des LkSG durch gezielte Möglichkeiten und Maßnahmen erfolgreich bewältigen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche als Basis, um auf dieser Grundlage eine Matrix zu entwickeln, die komplexe soziale und ökologische Aspekte mit geeigneten Maßnahmen verknüpft und durch Kriterien bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Aufbau der globalen Lieferkette, die Details des LkSG, eine Länder- sowie Risikobewertung und eine umfassende Matrix mit Umsetzungsvorschlägen erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind LkSG, Lieferkettenmanagement, soziale und ökologische Standards, Risikoanalyse, Lieferantenselbstauskunft und Zertifizierungen.

Was ist das „Sumangali-System“?

Dies bezieht sich auf ein in Indien verbreitetes Problem, bei dem junge Frauen unter falschen Versprechungen in Fabriken angeworben werden, wobei ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und ihre Arbeitsbedingungen unethisch sind.

Warum wird die „Peter Hahn GmbH“ als Fallbeispiel gewählt?

Das Unternehmen dient im Fazit als praxisnahes Beispiel für ein mittelständisches Unternehmen, um die Anwendbarkeit und Qualität der in der Arbeit erstellten Matrix zu prüfen.

Welche Herausforderungen bestehen bei „Sozialaudits“?

Sozialaudits sind oft nur angekündigte Momentaufnahmen, die durch das Management der Fabriken manipuliert werden können, weshalb sie als alleiniges Instrument kritisch betrachtet werden.

Ende der Leseprobe aus 141 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Lösungsansätze für Unternehmen der deutschen Mode- und Bekleidungsbranche
Hochschule
Hochschule Pforzheim
Note
1,3
Autor
Sophia Reiter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
141
Katalognummer
V1254368
ISBN (eBook)
9783346698438
ISBN (Buch)
9783346698445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Lieferkettengesetz Modebranche Bekleidungsbranche Menschenrechte Arbeitsbedingungen Produktion Herstellung Mode Bekleidung Kleidung Corporate Social Responsibility CSR Supply Chain Risikoanalyse Umweltschutz Beschaffung Globalisierung Menschenrechtsverletzung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sophia Reiter (Autor:in), 2021, Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Lösungsansätze für Unternehmen der deutschen Mode- und Bekleidungsbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254368
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