Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Pflegepersonal in stationären Einrichtungen im Gesundheitswesen mittel- und langfristig an ein Unternehmen zu binden. Nach einer Darstellung des demografischen Wandels und dem derzeitigen Stand des Pflegekräftemangels im Gesundheitswesen werden die Determinanten und Beweggründe der Fluktuation näher erläutert. Anschließend wird auf die Bedeutung und Arten der Personalbindung eingegangen.
Heutzutage ist Personalbindung für ein Unternehmen besonders wichtig und es bieten sich eine Reihe von Faktoren, um einen Mitarbeiter binden zu können. Mithilfe der vorgestellten Bindungsfaktoren werden im darauffolgenden Kapitel Handlungsempfehlungen für das Krankenhaus im Speziellen aufgezeigt. Anhand der vorhergehenden Betrachtung der Umstände und den daraus resultierenden Handlungsempfehlungen zur Bindung des Personals, soll abschließend eine Schlussfolgerung darüber erfolgen, welche Maßnahmen Mitarbeiter mittel- und langfristig an ein Krankenhaus binden können.
Im deutschen Gesundheitswesen herrscht seit vielen Jahren Pflegenotstand und eine hohe Fluktuation in stationären Gesundheitseinrichtungen. Jedoch nimmt mit dem demografischen Wandel und der Zunahme an älteren Menschen der Bedarf an professionellen Pflegekräften in Krankenhäusern zu. Aus der Alterung der Gesellschaft resultiert ein aufwendiger Versorgungsprozess, sowie ein größerer Pflegeaufwand, welche lediglich mit ausreichend Pflegekräften sichergestellt werden können. Alleine in den letzten Jahren lassen sich sinkende Zahlen an Fachkräften verzeichnen und Abteilungen können nur unzureichend besetzt werden. Gründe dafür könnten unter anderem die mangelnden Nachwuchskräfte, die Fluktuation und die Vorurteile sein, die mit dem Berufsbild einhergehen. Das lässt sich zurückführen auf die geringfügige Wertschätzung, schlechte Führungsqualitäten, eine hohe Arbeitsbelastung und die schlechte Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Diese Aspekte lassen sich nur schwer mit der momentanen Sicht eines erfüllten sowie ausgeglichen Lebens vereinbaren und bilden die Schattenseiten des Berufsbildes ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Pflegekräftemangel in stationären Einrichtungen im Gesundheitswesen
2.1 Der demographische Wandel
2.2 Aktueller Stand des Fachkräftemangels in Deutschland
2.3 Definition und Determinanten der Fluktuation
2.4 Ursachen der Fluktuation im Pflegeberuf
3 Mitarbeiterbindung im Gesundheitswesen
3.1 Bedeutung und theoretische Grundlage der Mitarbeiterbindung
3.2 Arten der Mitarbeiterbindung
3.3 Anreize zur Mitarbeiterbindung
3.3.1 Materielle Anreize
3.3.2 Immaterielle Anreize
4 Handlungsempfehlungen zur Mitarbeiterbindung in Krankenhäusern
5 Zusammenfassung
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kritische Herausforderung des Pflegekräftemangels in stationären Einrichtungen und entwickelt fundierte Strategien zur langfristigen Bindung von Pflegepersonal an Krankenhäuser.
- Analyse des demographischen Wandels und dessen Auswirkungen auf den Pflegebedarf.
- Untersuchung der Ursachen und Determinanten von Fluktuation im Pflegeberuf.
- Theoretische Fundierung der Mitarbeiterbindung (Commitment-Modelle).
- Klassifizierung und Wirkung materieller sowie immaterieller Anreizsysteme.
- Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen, insbesondere zur Verbesserung der Work-Life-Balance.
Auszug aus dem Buch
2.4 Ursachen der Fluktuation im Pflegeberuf
Zu dem Zeitpunkt an dem ein Mitarbeiter freiwillig die Entscheidung trifft das Krankenhaus zu verlassen, liegen im Normalfall Gründe vor. Auf Motive familiärer und persönlicher Art wird im weiteren Verlauf jedoch nicht eingegangen, da diese nicht vom Arbeitgeber beeinflussbar sind. Es gilt für die Krankenhausleitungen die Gründe und Ursachen der Fluktuation herauszufinden. Darauf basierend können Maßnahmen entwickelt werden, welche zu einer Reduzierung der Mitarbeiterabgänge führen und gleichzeitig den Arbeitsplatz attraktiver gestalten.
Zunächst sind zwei verschiedene Varianten eines Mitarbeiteraustritts zu differenzieren. Zum einen bedeutet ein Mitarbeiteraustritt, dass der Beschäftigte seinen erlernten Beruf komplett aufgibt und etwas anderes machen möchte. Zum anderen findet ein Wechsel des Arbeitgebers statt und der Mitarbeiter geht zur Konkurrenz über. Die zuletzt genannte Variante stellt das Unternehmen vor die Aufgabe herauszufinden, welche Beweggründe dafür vorliegen. Wesentliche Ursachen für Fluktuation, welche in Verbindung mit dem Arbeitgeber gebracht werden können, sind eine fehlende Wertschätzung, ein schlechtes Klima auf der Arbeit oder im Betrieb, wenige Möglichkeiten zur Weiterbildung oder eine schlechte Führungsqualität (Flato & Reinbold-Scheible, 2008). Auch Faktoren wie eine hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Schichtbesetzung, ein Mangel an Personal und eine schlechte Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben können dazu beitragen (Buxel, 2011). Genannte Faktoren führen zu einer Unzufriedenheit im Beruf und ziehen einen Austritt der Mitarbeiter aus der Pflege nach sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den Pflegenotstand, die steigende Belastung durch den demographischen Wandel und die zentrale Relevanz von Mitarbeiterbindungsstrategien.
2 Pflegekräftemangel in stationären Einrichtungen im Gesundheitswesen: Analysiert den demographischen Trend, den aktuellen Stand des Fachkräftemangels sowie die Ursachen und Definitionen der Fluktuation im Pflegebereich.
3 Mitarbeiterbindung im Gesundheitswesen: Erläutert theoretische Grundlagen des Commitments sowie verschiedene Arten und Möglichkeiten der Einflussnahme durch materielle und immaterielle Anreize.
4 Handlungsempfehlungen zur Mitarbeiterbindung in Krankenhäusern: Konkretisiert Lösungsansätze für die Krankenhauspraxis, mit einem Fokus auf die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
5 Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit individueller und wertschätzender Führungsmaßnahmen zur Personalerhaltung.
6 Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Datengrundlagen der Untersuchung auf.
Schlüsselwörter
Pflegekräftemangel, Mitarbeiterbindung, Fluktuation, Gesundheitswesen, Stationäre Einrichtungen, Demographischer Wandel, Personalmanagement, Commitment, Arbeitszufriedenheit, Work-Life-Balance, Anreizsysteme, Pflegenotstand, Personalbindung, Karrierechancen, Führungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem gravierenden Fachkräftemangel in stationären medizinischen Einrichtungen und der Notwendigkeit, qualifiziertes Pflegepersonal durch effektives Personalmanagement längerfristig an den Betrieb zu binden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Ursachen berufsbedingter Fluktuation, der theoretischen Herleitung von Mitarbeiterbindungskonzepten sowie der praktischen Anwendung von Anreizsystemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Kernfragestellung?
Das Hauptziel ist es, konkrete, praxisorientierte Maßnahmen zu identifizieren, mit denen Krankenhäuser die Fluktuation ihrer Pflegekräfte mittel- bis langfristig senken können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Stand der Pflegewissenschaft und des Personalmanagements darzustellen und diese Erkenntnisse auf konkrete Handlungsempfehlungen im Krankenhauskontext zu übertragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse des Fachkräftemangels, die theoretische Definition von Mitarbeiterbindung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit materiellen und immateriellen Anreizen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die zentralen Termini sind Pflegenotstand, Mitarbeiterbindung, Work-Life-Balance, Anreizmanagement und Commitment, die den roten Faden der argumentativen Struktur bilden.
Warum ist das "affektive Commitment" für Krankenhäuser besonders wichtig?
Das affektive Commitment beschreibt die emotionale Verbundenheit zum Arbeitgeber. Diese ist entscheidend, da sie über eine rein rationale Entscheidung hinausgeht und somit die loyalste Form der Bindung darstellt, die Fehlzeiten minimiert und die Identifikation fördert.
Welche Rolle spielt die Work-Life-Balance konkret für Pflegekräfte?
Die Work-Life-Balance wird als einer der wichtigsten Faktoren für die Berufszufriedenheit identifiziert. Insbesondere die Vereinbarkeit von Schichtdienst mit familiären Verpflichtungen oder Kinderbetreuung ist ein entscheidendes Kriterium für die Entscheidung, weiterhin in einer Einrichtung tätig zu bleiben.
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- Anonym (Author), 2021, Pflegekräftebindung an das Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254400