Welchen Einfluss hat die Eltern-Kind-Beziehung auf die Emotionsregulation bei Säuglingen und Kindern? Gegenstand dieser Arbeit ist die Regulation von Emotionen, wobei vor allem der Einfluss elterlicher Zuwendung auf die Entwicklung der Emotionsregulation sowie deren Folgen auf die psychische Gesundheit im Fokus stehen.
Die Umstände, die zu einer Emotionsdysregulation führen können, sind vielfältig und häufig auf den ersten Blick gar nicht als solche zu erkennen. Dabei sind in den ersten Lebensjahren hauptsächlich die Art und Weise, wie unsere Eltern oder Bezugspersonen, auf unsere Bedürfnisse reagieren, entscheidend für eine gesunde Entwicklung unseres Emotionswissens und der daraus folgenden selbständigen Regulation.
Die Emotionsregulation sowie die dazugehörigen Bereiche, welche ich in dieser Arbeit behandelt habe, ordnen sich der Emotionspsychologie unter, die wiederum einen Teil der Allgemeinen Psychologie 2 darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Emotionsregulation bei Säuglingen
2.1 Interpsychische Emotionsregulation
2.2 Frühe intrapsychische Emotionsregulation
3. Emotionsregulationsstrategien nach Gross
4. Regulationsstörungen im Kontext der Eltern-Kind-Beziehung
5. Folgen einer Emotionsdysregulation
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Eltern-Kind-Beziehung auf die Entwicklung der Emotionsregulation bei Säuglingen und Kindern und geht der Frage nach, wie sich dies auf die psychische Gesundheit auswirkt.
- Grundlagen der Emotionsregulation bei Säuglingen
- Prozessmodell der Emotionsregulation nach Gross
- Implikationen der Eltern-Kind-Interaktion auf Regulationsstörungen
- Langfristige Folgen von Emotionsdysregulationen
- Die Rolle der elterlichen Feinfühligkeit
Auszug aus dem Buch
3. Emotionsregulationsstrategien nach Gross
Nach Gross (2014) Prozessmodel der Emotionsregulation läuft der Prozess der Emotionsregulation in fünf Stufen ab, welche sich in zwei Strategien aufteilen, die wiederum an zeitlich verschiedenen Stellen im Emotionsregulationsprozess entstehen (s. Abb. 1.1). Die Grundlage dazu bildet die Erkenntnis, dass verschiedene Formen von Emotionsregulation auch unterschiedliche Konsequenzen mit sich bringen, welche sich unmittelbar oder langfristig bemerkbar machen (Gross, 2014, S. 10).
Die antezedensfokussierte Emotionsregulationsstrategie bezieht sich auf die frühen Strategien und setzt zu Beginn der Emotionsentstehung ein bzw. wenn «emotionsbezogene Reaktionstendenzen noch nicht ausgelöst worden sind», um Emotionsreaktionen zu beeinflussen. Sie berücksichtigt nach Gross vier sogenannte Subtypen:
- Situationsauswahl
- Situationsmodifikation
- Aufmerksamkeitskontrolle
- kognitive Neubewertung
Bei der Situationsauswahl werden Situationen, welche unerwünschte Emotionen auslösen, gezielt vermieden. Hingegen Situationen, welche erwünschte Emotionen zur Folge haben, werden eher aufgesucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Emotionsregulation und Darstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Eltern-Kind-Beziehung.
2. Grundlagen der Emotionsregulation bei Säuglingen: Erläuterung der Entwicklung von Primäremotionen und der Unterscheidung zwischen interpsychischer und intrapsychischer Regulation.
2.1 Interpsychische Emotionsregulation: Fokus auf die Ko-Regulation durch Bezugspersonen als Hilfeappell des Säuglings.
2.2 Frühe intrapsychische Emotionsregulation: Analyse der Fortschritte innerhalb der ersten 24 Lebensmonate hin zur selbstständigen Regulation.
3. Emotionsregulationsstrategien nach Gross: Vorstellung des Prozessmodells von Gross und dessen fünf Subtypen zur Beeinflussung von Emotionen.
4. Regulationsstörungen im Kontext der Eltern-Kind-Beziehung: Untersuchung der Ursachen und Ausdrucksformen von Regulationsstörungen durch die Interaktion mit Bezugspersonen.
5. Folgen einer Emotionsdysregulation: Diskussion der langfristigen Auswirkungen von mangelnder Emotionsregulation auf die psychische Gesundheit.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Wichtigkeit der Eltern-Kind-Beziehung für eine gesunde psychische Entwicklung.
Schlüsselwörter
Emotionsregulation, Eltern-Kind-Beziehung, Säuglinge, Emotionsdysregulation, Psychische Gesundheit, Emotionspsychologie, Ko-Regulation, Intrapsychische Regulation, Regulationsstörungen, Bindung, Gefühlsausdruck, Entwicklung, Prozessmodell nach Gross, Kindesalter, Bezugspersonen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung der Emotionsregulation bei Säuglingen und Kindern und untersucht dabei besonders den Einfluss elterlicher Zuwendung auf diese Entwicklungsprozesse.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Emotionspsychologie, das Prozessmodell von James Gross, die Interaktion im Eltern-Kind-Kontext sowie die Folgen von Regulationsstörungen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel liegt in der wissenschaftlichen Analyse der Frage, welchen Einfluss die elterliche Beziehung auf die Fähigkeit eines Kleinkindes hat, eigene Emotionen effektiv zu regulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller psychologischer Fachliteratur basiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Regulation, die Strategien nach Gross sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Regulationsstörungen und deren Konsequenzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Emotionsregulation, Kindesentwicklung, Eltern-Kind-Beziehung, Dysregulation und psychische Gesundheit.
Wieso ist die Differenzierung zwischen interpsychischer und intrapsychischer Regulation so wichtig?
Diese Unterscheidung verdeutlicht den Entwicklungsschritt von der notwendigen externen Hilfe durch Bezugspersonen hin zur eigenständigen Steuerung von Gefühlen im späteren Kindesalter.
Welche Rolle spielt das Prozessmodell von Gross für das Verständnis von Kindern?
Es bietet einen strukturierten Rahmen, um zu verstehen, an welchen Stellen (z.B. durch Aufmerksamkeitskontrolle oder Neubewertung) aktiv Einfluss auf die Entstehung und Modulation von Gefühlen genommen werden kann.
Wie kann eine Eltern-Kind-Beziehung zum Teufelskreis führen?
Wenn elterliche Belastungen oder psychische Erkrankungen dazu führen, dass kindliche Signale nicht feinfühlig wahrgenommen werden, kann dies zu einer Regulationsstörung beim Kind führen, was wiederum den Stress der Eltern erhöht und die Interaktion weiter beeinträchtigt.
- Arbeit zitieren
- Olivier Speckert (Autor:in), 2021, Emotionsregulationsstörungen in der frühen Kindheit unter Berücksichtigung der Eltern-Kind-Beziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254406