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Ethische Betrachtung der Finanzkrise 2008

Title: Ethische Betrachtung der Finanzkrise 2008

Seminar Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Franke (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
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Im Jahr 2008 lösten die Versäumnisse einer Reihe von Banken und Versicherungen eine Finanzkrise aus, die sich auf das weltweite Finanz- und Kreditsystem auswirkte und einen noch nie dagewesenen staatlichen Eingriff erforderte. Die US Banken Fannie Mae und Freddie Mac wurden verstaatlicht. Die Investment Bank Lehman Brothers wurde zahlungsunfähig und musste Insolvenz anmelden. Weitere Unternehmen und Banken mussten Insolvenz anmelden oder hohe Abschreibungen tätigen. Auf Grund der offensichtlichen Versäumnisse der Banken, aber auch dem Versagen staatlicher Kontrollinstitutionen entstand eine Vertrauenskrise innerhalb und außerhalb des Bankensystems, die zu einem Fast-Stillstand der weltweiten Finanzmärkte führte. Der Financial Trust Index, der künftig alle drei Monate das Vertrauen der US-Öffentlichkeit in die Finanzsysteme messen soll, zeigte dass nur 22 Prozent der Befragten im Februar 2009 Vertrauen in das US-Finanzsystem und nur noch zwölf Prozent Vertrauen in die Börse haben. Doch wie wurde dieses Vertrauen so stark beschädigt?
Im Folgenden werden die in diesem Kontext wissenschaftlichen, rechtlichen und ethischen Sichten auf die Finanzkrise betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Erläuterung der Finanzkrise des Jahres 2008

1.1 Was ist eine Kreditkrise

1.2 Auslöser der Kreditkrise im Jahr 2007

1.3 Deregulation im US Bankgewerbe

1.4 Beteiligte Unternehmen der Privatwirtschaft

1.4.1 Rating Agenturen

1.4.2 Auswirkungen auf Banken in den USA

1.4.3 Auswirkungen auf deutsche Banken

2 Kontrolle und rechtliche Rahmenbedingungen der internationalen Finanz- und Kapitalmärkte

2.1 Geldmarktsteuerung durch die Notenbanken

2.2 Aufsichts- und Regulierungsbehörden für den Finanzmarkt

2.3 Anlegerschutz am Kapitalmarkt

3 Betrachtung der Finanzkrise aus ethischer Sicht

3.1 Ethische Prinzipien und Wertekonflikte

3.2 Die Finanzkrise aus utilitaristischer Sicht

3.3 Die Finanzkrise aus diskursethischer Sicht

3.4 Die Finanzkrise aus Sicht der Individualethik

4 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Finanzkrise des Jahres 2008 unter einer interdisziplinären Perspektive, indem sie die ökonomischen Entstehungsursachen und rechtlichen Rahmenbedingungen einer ethischen Bewertung unterzieht, um die Verantwortlichkeiten der Akteure und das Vertrauensproblem im Finanzsystem zu analysieren.

  • Analyse der Ursachen und Mechanismen der Kreditkrise
  • Untersuchung der regulatorischen Rahmenbedingungen und deren Schwachstellen
  • Ethische Einordnung der Krise anhand utilitaristischer, diskursethischer und individualethischer Theorien
  • Evaluation des Vertrauensverlusts in Finanzsysteme und staatlicher Gegenmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Finanzkrise aus utilitaristischer Sicht

Im Utilitarismus (lat. utilis=nützlich) gilt als Kriterium der Sittlichkeit, die Optimierung des Glückes oder aller Betroffenen aufgrund einzelner Handlungen, Handlungsregeln oder Präferenzen. Da mögliche Folgen und reale Wirkungen eine zentrale Stelle in der Beurteilung von Handlungen einnehmen, ist der Utilitarismus eine konsequentialistische Ethik. Konsequentialismus bezeichnet eine Richtung der Ethik, die moralische Konzepte allein aufgrund der von ihnen aufgezeitigten Konsequenzen beurteilt. Sie steht damit im Gegensatz zur deontologischen Ethik und zur Tugendethik. Der utilitaristische Ansatz wurde vor allem durch Jeremy Bentham (1748–1832) und John Stuart Mill (1806–1873) systematisch entwickelt und auf konkrete Fragen angewandt. Aus utilitaristischer Sicht können sowohl die Ursachen als auch die Folgen der Finanzkrise betrachtet werden.

Sicherlich war mit steigenden Immobilienpreisen und der Öffnung des Hypothekenmarktes für Nicht-Banken und einer damit verbundenen Verstärkung des Wettbewerbs, eine Art „Wohlstand für alle“ Mentalität in den USA entstanden. Dani Rodrik (2008) beschreibt es wie folgt: „Es hätte wie ein Traum funktionieren können – und bis vor etwa anderthalb Jahren dachten viele Finanziers, Ökonomen und Politiker, dass es dies auch täte“. Mit Hilfe der Entwicklung von Finanzinnovationen, in Form von CDOs, war es nun möglich das Risiko auf andere Institute und Anleger zu verteilen sowie hohe Gewinne zu erwirtschaften. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein großer Nutzen für alle Beteiligten erreicht. Millionen bisher ausgegrenzte Familien wurden zu Hausbesitzern und bauten eine Altervorsorge auf. Die enorm hohe Kredit- und Zinslast, verglichen zum Einkommen der Darlehensnehmer, wurde durch steigende Immobilienpreise des erworbenen Eigentums gedeckt bzw. refinanziert. Banken verdienten sehr gut an diesem Hypothekengeschäft und so wurden immer mehr Kredite ausgegeben. Rating Agenturen profitierten wiederum von diesem Trend, da immer mehr Finanzinnovationen bewertet werden mussten. Bilanzsummen und Gewinne der Banken wuchsen, im Vergleich zur restlichen Binnenwirtschaft in den USA, rapide an. Gehälter und Aktien der Finanzindustrie stiegen überproportional. Auch der Staat profitierte durch steigende Steuereinnahmen, beispielsweise aus dem Grundsteueraufkommen. Jedoch mit Platzen der Immobilienblase, der Insolvenz diverser Banken, in den USA wurde ein gigantischer Mechanismus zu Fall gebracht, der auf einer Spekulation in eine positive Entwicklung der Immobilienpreise basierte und so zu einer Überschuldung der Institutionen als auch der Individuen führte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Erläuterung der Finanzkrise des Jahres 2008: Dieses Kapitel definiert die Kreditkrise, beleuchtet die Rolle des Subprime-Marktes sowie der Rating-Agenturen und analysiert die Auswirkungen auf Banken in den USA und Deutschland.

2 Kontrolle und rechtliche Rahmenbedingungen der internationalen Finanz- und Kapitalmärkte: Hier werden die geldpolitischen Steuerungsinstrumente der Notenbanken, die Aufgaben der Aufsichtsbehörden wie der BaFin und die Bedeutung des Anlegerschutzes vor dem Hintergrund der Krise erörtert.

3 Betrachtung der Finanzkrise aus ethischer Sicht: Dieser Hauptteil bewertet das Verhalten von Akteuren und Institutionen anhand ethischer Theorien, insbesondere des Utilitarismus, der Diskursethik und der Individualethik.

4 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert das systemische Versagen der Finanzkrise, diskutiert das Moral-Hazard-Problem und plädiert für nachhaltigere Vergütungsstrukturen zur Wiederherstellung des Vertrauens.

Schlüsselwörter

Finanzkrise 2008, Kreditkrise, Subprime-Markt, Rating-Agenturen, BaFin, Anlegerschutz, Utilitarismus, Diskursethik, Individualethik, Moral-Hazard, Finanzinnovationen, Lehman Brothers, Hypo Real Estate, Bankenregulierung, Wirtschaftsverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die globale Finanzkrise von 2008 aus einer interdisziplinären Perspektive, die ökonomische Ereignisse mit ethischen Fragestellungen verknüpft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Entstehung der Kreditkrise, der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der moralischen Verantwortung von Akteuren in der Finanzwelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Verhalten der involvierten Akteure und das institutionelle Versagen im Kontext der Krise theoretisch zu reflektieren und Lösungsansätze zur Stärkung des Vertrauens zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine deskriptive Analyse der Marktereignisse durchgeführt, die anschließend durch ethische Diskursmodelle und ordnungsethische Bewertungsrahmen analysiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Ursachenforschung, die Darstellung rechtlicher Kontrollinstrumente und die systematische ethische Betrachtung durch verschiedene philosophische Strömungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Finanzinnovationen, Moral-Hazard, Aufsichtssäulen, Vertrauenskrise und individuelle versus soziale Verantwortung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Rating-Agenturen?

Die Arbeit kritisiert, dass Rating-Agenturen ihre Vergütung auf Basis der Quantität und nicht der Qualität ihrer Bewertungen erhielten, was die Glaubwürdigkeit als Intermediäre in der Krise untergrub.

Was schlägt der Autor zur Lösung des Moral-Hazard-Problems vor?

Der Autor verweist auf Ansätze wie Bonus-Malus-Systeme und die Forderung nach einer stärkeren Ausrichtung der Managergehälter an der langfristigen Nachhaltigkeit der Geschäfte.

Welche Bedeutung hat die Hypo Real Estate in diesem Dokument?

Die Hypo Real Estate dient als zentrales deutsches Fallbeispiel, anhand dessen die Notfinanzierung, die Verstaatlichungsdiskussion und das Versagen von Kontrollmechanismen illustriert werden.

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Details

Title
Ethische Betrachtung der Finanzkrise 2008
College
Stuttgart Media University
Course
Wirtschaft- und Informationsethik
Grade
1,0
Author
Alexander Franke (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V125459
ISBN (eBook)
9783640311088
ISBN (Book)
9783640310050
Language
German
Tags
Finanzkrise Wirtschaftsethik USA Hyporeal Estate Manager Kreditkrise Subrpime 2009
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Franke (Author), 2009, Ethische Betrachtung der Finanzkrise 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125459
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