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Tageliedmotive in Wolframs Tageliedern und Bernhard Schlinks Buch "Der Vorleser"

Title: Tageliedmotive in Wolframs Tageliedern und Bernhard Schlinks Buch "Der Vorleser"

Seminar Paper , 2022 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Iris Vondraschek (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In dieser Seminararbeit wird anhand in Bernhard Schlinks "Der Vorleser" nach Motiven von Tageliedern gesucht. Als Vergleich wird mit Wolfram von Eschenbach einer der produktivsten und bekanntesten Dichter von Tageliedern hinzugezogen. Zuerst werden die typischen Tropen der Tagelieder hervorgehoben, im weiteren Schritt werden diese in Schlinks Buch gesucht und analysiert.
Im Schlussteil werden die Ergebnisse reflektiert.

Das Tagelied ist, neben dem Minnesang, eine der einflussreichsten Formen der Liebeslyrik im Mittelalter. Als solche, haben Tagelieder auch heutige Dichter, wie Rainer Maria Rilke und Songwriter, wie Vivi Bach, Dietmar Schönherr und Gudrun Gut beeinflusst. Dabei geht es immer wieder um den Schmerz eines Liebespaares, bei der Trennung am Morgen nach der Liebesnacht, aber auch verschiedene andere Indikatoren können ein Tagelied als solches ausweisen. Im ersten Kapitel, werden diese Elemente aufgelistet und Beispiele dafür gegeben. Obwohl die vergleichende Forschung dabei in vielen verschiedenen Ländern ähnliche Schriftstücke fand , beschäftigt sich diese Arbeit im Speziellen mit Wolframs Tageliedern. Seine Werke werden als Leitfaden herangezogen, anhand deren die typischen Elemente dieser Lyrik-Gattung aufgezeigt werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Methode

2. Analyse der Tagelieder

2.1. Muster des Tagelieds vs. das Ritual in Der Vorleser

2.2. Die Elemente in Wolframs Tageliedern

2.2.1 Der Blick

2.2.2 Die Gefahr

2.2.3 Sonnenaufgang

2.2.4 Vögel

2.2.5 Der Wächter

3. Die Elemente in Der Vorleser

3.1. Analyse

3.1.1 Der Blick

3.1.2 Die Gefahr

3.1.3 Sonnenauf- und -untergang

3.1.4 Vögel

3.1.5 Der Wächter

4. Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit motivische Elemente des mittelalterlichen Tagelieds, insbesondere aus den Werken Wolframs von Eschenbach, in Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser" identifiziert werden können und welche Funktion diese Motive im Kontext des modernen Prosawerks einnehmen.

  • Vergleich der motivischen Strukturen zwischen mittelalterlicher Lyrik und moderner Prosa
  • Analyse der Blickmetaphorik als verbindendes Element der Erinnerung
  • Untersuchung der Gefahren- und Wächterthematik in verschiedenen literarischen Kontexten
  • Reflexion über die Bedeutung von Ritualen in der Liebesbeziehung der Protagonisten

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Blick

Der Hinweis auf Augen, Blicke und deren Doppeldeutigkeit treten bei Wolfram öfters auf. So zum Beispiel bei Den morgenblic und bei Ez is nu tac. So steckt der Begriff zum Beispiel gleich im Titel des Liedes Den morgenblic und lässt Rückschlüsse auf Lichtmetaphorik zu, die in Tageliedern aufgrund der Sonnenaufgangs-Thematik öfter vorkommt.

Natürlich werden Augen auch dazu benutzt, um die Trauer der Liebenden – im Den morgenblic vor allem den der Frau – darzustellen. So heißt es etwa: „des muosen liehtiu ougen/aver nazzen.“ [„ihre strahlenden Augen füllten sich mit Tränen“].

Das Auge hatte im Mittelalter aber nicht nur die, für uns heute typische, Funktion des Sehens. Gerade in Wolframs Ez is nu tac wird das besonders klar. „ich weiz vil wol, daz ist ouch im, / den ich in mînen ougen gerne burge, / möhte ich in alsô behalten“. [„Ich weiß wohl, so geht es auch ihm, / ich möchte ihn in meinen Augen (ver)bergen, / auf diese Weise möchte ich ihn behalten/erhalten.“]

In diesem Abschnitt wird vom „bergen“ im Auge gesprochen, was wir auch heute in vielen Liebesgedichten noch finden. Das Festhalten der Erinnerung an einen geliebten Menschen indem das Abbild dessen gespeichert, sicher verwahrt und vor fremden Übergriffen geschützt sein soll.

Der Blick kann auch wie eine Berührung wirken, was keine ungewöhnliche Metapher in Liebeslyrik und -prosa ist. Im mittelalterlichen Verständnis, wurde durch die Augen auch Liebe gesandt und in den Körper aufgenommen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Überblick über die Bedeutung des Tagelieds als literarische Gattung und Einleitung in die Forschungsfrage des Vergleichs mit Schlinks Roman.

1. Methode: Darlegung des methodischen Vorgehens, basierend auf einer Voranalyse der Tagelieder Wolframs von Eschenbach als Kriterienkatalog für die Untersuchung von "Der Vorleser".

2. Analyse der Tagelieder: Systematische Bestimmung der konstituierenden Motive der Tageliedgattung wie Blick, Gefahr, Sonnenaufgang, Vögel und Wächterfigur.

3. Die Elemente in Der Vorleser: Anwendung der erarbeiteten Tagelied-Kriterien auf die Liebesbeziehung zwischen den Protagonisten Michael und Hanna in Schlinks Roman.

4. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Analyseergebnisse und Einordnung der Bedeutung der Liebesbeziehung für die thematische Auseinandersetzung mit Schuld und Vergangenheit.

Schlüsselwörter

Tagelied, Wolfram von Eschenbach, Bernhard Schlink, Der Vorleser, Blickmetaphorik, Liebeslyrik, Prosa, Mittelalter, Rezeptionsgeschichte, Schuld, Analphabetismus, Motivgeschichte, Erinnerung, Wächterfigur, Minnesang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Verbindungen zwischen den Motiven mittelalterlicher Tagelieder und der Darstellung der Liebesbeziehung in Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser".

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Gattungsmerkmale des Tagelieds, wie sie bei Wolfram von Eschenbach auftreten, sowie deren mögliche Entsprechungen in Schlinks Roman.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt, inwieweit spezifische Tageliedmotive in "Der Vorleser" auffindbar sind und welche literarische Funktion sie innerhalb dieses modernen Romans erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, bei der zunächst die Lexik sprachlicher Bilder der Tagelieder definiert und anschließend auf den Roman übertragen wird.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Motive Blick, Gefahr, Sonnenaufgang, Vögel und Wächter – zunächst in der mittelalterlichen Lyrik, dann im Vergleich dazu in Schlinks Werk.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tagelied, Blickmetaphorik, Motivgeschichte, Literaturvergleich und die spezifische Analyse von Schlinks "Der Vorleser" definieren.

Wie unterscheidet sich die Blick-Thematik zwischen Wolframs Lyrik und Schlinks Werk?

Während der Blick bei Wolfram oft die Funktion von Vertrautheit, Erotik und Sehnsucht erfüllt, dient er bei Schlink vor allem der Konservierung von Bildern Hannas im Gedächtnis Michaels.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin in Bezug auf die Wächterfigur?

Es wird festgestellt, dass keine klassische Wächterfigur existiert, sondern Hanna teils selbst diese Funktion übernimmt, während Michael eine interne Wächter-Stimme entwickelt, die seine Handlungen reflektiert.

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Details

Title
Tageliedmotive in Wolframs Tageliedern und Bernhard Schlinks Buch "Der Vorleser"
College
University of Vienna  (Germanistik)
Course
Proseminar Tagelieder: vom Privaten und Politischen
Grade
1
Author
Iris Vondraschek (Author)
Publication Year
2022
Pages
19
Catalog Number
V1254619
ISBN (PDF)
9783346692719
ISBN (Book)
9783346692726
Language
German
Tags
bernhard schlink tagelieder wolfram vergleich analyse tageliedmotive in ndl tageliedmotive in neuer deutscher literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Iris Vondraschek (Author), 2022, Tageliedmotive in Wolframs Tageliedern und Bernhard Schlinks Buch "Der Vorleser", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254619
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