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Trauer der Hinterbliebenen nach Suizid und die Anforderungen an die Soziale Arbeit

Titel: Trauer der Hinterbliebenen nach Suizid und die Anforderungen an die Soziale Arbeit

Essay , 2020 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Irem Karabulut (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In welcher Situation befinden sich Hinterbliebene unmittelbar nach einem Suizid ihrer Angehörigen und wie kann die Profession der Sozialen Arbeit intervenieren und Hilfestellung leisten? Zunächst soll eine Definition von Suizid und damit in Verbindung stehende Begriffe ausgearbeitet werden. Zudem wird untersucht, wie Angehörige, die einen Suizid erlebt haben, definiert werden und welche Personen in das soziale Netzwerk der verstorbenen Person gehören. In Kapitel 4 und 5 wird der Trauerprozess, der sich unmittelbar nach einem Suizid in Bewegung setzt, beleuchtet. Die verschiedenen Aspekte, die während des Trauerprozesses erscheinen, unter anderem die Konfrontation mit dem Suizid und die daraufhin folgenden Schuldzuweisungen, werden untersucht und mit Auswirkungen bei Hinterbliebenen verbunden. Demnach ist auch die Erschwernis der Trauer ein Aspekt des Trauerprozesses, welcher die Schwere der Verarbeitung im Zusammenhang mit dem sozialen Umfeld betrachtet. Daraufhin folgt das 6 Kapitel, welcher die Herausforderung an die Soziale Arbeit aufgreift.

Sozialarbeitende, die mit Hinterbliebenen in Verbindung kommen, müssen sich der besonderen Schwere des Todesumstandes bewusst sein und dementsprechend im Interaktionsgeschehen reflektiert handeln. Zudem wird der Sozialen Arbeit im Zusammenhang mit dem Suizid eine besonders wichtige Rolle als Gatekeeper zugesprochen, welche definiert und näher betrachtet wird. Die Haltung der Sozialarbeitenden spielt demnach eine wichtige Rolle bei der Beratung und Begleitung von Hinterbliebenen, in Anbetracht dessen werden die Schlüsselkompetenzen durchleuchtet. In Kapitel 7 folgt eine Schlussfolgerung und ein Ausblick in Hinsicht der Ausarbeitung der zu erforschenden Thematik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Suizid?

2.1 Begriffsklärung Selbstmord und Freitod

2.2 Was ist Suizidalität?

2.3 Was ist ein Suizidversuch?

2.4 Welche Suizidmethoden gibt es?

3 Definition Hinterbliebene

4 Die Konfrontation mit dem Suizid

4.1 Trauer als Teil des Heilungsprozesses

4.2 Schuldzuweisung und Trauer

4.3 Erschwernisse der Trauer

5 Herausforderung für die Soziale Arbeit

5.1 Gatekeeper Funktion der Sozialen Arbeit

5.2 Grundhaltung bei der Beratung und Betreuung

6 Schlussfolgerung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der psychischen Belastungssituation von Hinterbliebenen nach einem Suizid und untersucht, welche Anforderungen sich daraus für die professionelle Soziale Arbeit ergeben, um Betroffene angemessen zu begleiten.

  • Begriffsdefinitionen im Kontext von Suizid und Suizidalität
  • Analyse der spezifischen Traueraspekte bei Suizid-Hinterbliebenen
  • Herausforderungen durch gesellschaftliche Stigmatisierung und Tabuisierung
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit als Gatekeeper in Krisensituationen
  • Anwendung personenzentrierter Grundhaltungen in der Trauerbegleitung

Auszug aus dem Buch

4.2 Schuldzuweisung und Trauer

„Neben die Schuldzuweisung an den, der sich selbst getötet hat, tritt das Schuldgefühl, selbst versagt zu haben. Nun wendet sich das trauernde Herz angesichts der besonderen Situation der Selbsttötung aggressiv auf sich selbst zurück“ (Zwierlein 2014: 24). Schuldzuweisungen sind nur einer der wenigen Aspekte, die Hinterbliebene unmittelbar nach dem Suizid erleben. Oft fällt es Ihnen schwer zu begreifen, dass verschiedene Faktoren zu einem Suizid beitragen. Viele Hinterbliebene empfinden Scham und Verantwortung über den Suizid, primär aus der eigenen vermuteten Schuld und dem persönlichen Versagen, den Suizid nicht verhindert haben zu können (Schmidt 2018: 11). Hinterbliebene werden stets mit der Tatsache konfrontiert, dass der Verstorbene eine endgültige Entscheidung über sein Leben getroffen hat, und fühlen sich aus der Schuld heraus aktiv an dem Suizid beteiligt.

Dies löst tiefste Selbstzweifel aus, das Selbstbild und das Selbstwertgefühl des Hinterbliebenen werden in Frage gestellt, ein Gefühl des nicht werten Seins in Anbetracht des Suizids übernimmt den inneren Raum (Schmidt 2018: 14). Der Suizid kann von Hinterbliebenen als eine Zurückweisung und Abwertung der eigenen Person empfunden werden, welches den Trauerprozess erschweren kann. Im Rückblick entstehen Zweifel daran, dass die gemeinsam verbrachte Zeit mit dem Verstorbenen ehrlich und aufrichtig war „Der oft bis zum Tod unerschütterlicher Glaube an den anderen fällt rückwirkend zusammen wie ein Kartenhaus“ (Schmidt 2018: 15). Die Herausforderung der Hinterbliebenen besteht nun darin, gute Erinnerungen an den Verstorbenen behalten zu können, denn „Der Gesamtheit eines Menschen gerecht zu werden heißt auch, ihn nicht auf seine letzte Entscheidung zu reduzieren.“ (Schmidt 2018: 16). Trotz inneren Konflikten und der Zerrissenheit über den Suizid wird die Würde des Verstorbenen dennoch gewahrt „Niemand möchte, dass über ein Familienmitglied oder einen Menschen, den man liebt, Schlechtes gesprochen wird.“ (Schmidt 2018: 15)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Hinterbliebenentrauer nach einem Suizid ein und erläutert die Zielsetzung dieser Hausarbeit.

2 Was ist Suizid?: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Begriffe rund um das Thema Suizid, Suizidalität und Suizidversuche.

3 Definition Hinterbliebene: Hier wird der Begriff der Hinterbliebenen definiert und im Kontext emotionaler Bindungen zum Verstorbenen betrachtet.

4 Die Konfrontation mit dem Suizid: Dieses Kapitel beleuchtet die individuellen Trauerprozesse, Schuldgefühle und die sozialen Erschwernisse nach einem Suizid.

5 Herausforderung für die Soziale Arbeit: Hier werden die professionellen Anforderungen an Sozialarbeitende sowie deren Funktion als Gatekeeper und die notwendige Grundhaltung analysiert.

6 Schlussfolgerung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die erarbeiteten Punkte und verdeutlicht die Wichtigkeit einer reflektierten Begleitung für Hinterbliebene.

Schlüsselwörter

Suizid, Hinterbliebene, Trauerprozess, Soziale Arbeit, Suizidalität, Schuldgefühle, Stigmatisierung, Tabuisierung, Gatekeeper, Personenzentrierter Ansatz, psychosoziale Krise, Trauerbegleitung, Selbsttötung, Krisenintervention, Beziehungsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spezielle Situation von Hinterbliebenen nach einem Suizid und die daraus resultierenden Anforderungen an die professionelle Unterstützung durch die Soziale Arbeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Suizidalität, die psychischen Auswirkungen auf Hinterbliebene sowie die Rolle und Haltung der Sozialarbeitenden in der Beratung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die besonderen Herausforderungen für Hinterbliebene aufzuzeigen und Strategien für eine empathische sowie professionelle Unterstützung durch die Soziale Arbeit zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlichen Modellen wie dem personenzentrierten Ansatz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Definition von Suizid und Hinterbliebenen, beleuchtet die Konfrontation mit dem Suizid (Trauer, Schuld, Tabuisierung) und identifiziert die Anforderungen an die Soziale Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Suizid, Hinterbliebene, Trauerprozess, Gatekeeper-Funktion und Sozialarbeit.

Wie beeinflusst das gesellschaftliche Tabu den Trauerprozess?

Die gesellschaftliche Tabuisierung führt dazu, dass Hinterbliebene oft isoliert werden, was das Schweigen über den Todesumstand fördert und eine angemessene Trauerarbeit erschwert.

Welche Bedeutung hat die Gatekeeper-Funktion?

Sozialarbeitende fungieren als Gatekeeper, indem sie suizidale Gefährdungen frühzeitig erkennen und Menschen in Krisen durch eine wertschätzende Grundhaltung auffangen und begleiten.

Warum ist die Haltung der Sozialarbeitenden so wichtig?

Da Hinterbliebene eine traumatische Erfahrung machen, ist eine empathische, authentische und wertschätzende Grundhaltung nach Carl Rogers entscheidend, damit sich Klienten verstanden und sicher fühlen.

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Details

Titel
Trauer der Hinterbliebenen nach Suizid und die Anforderungen an die Soziale Arbeit
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,7
Autor
Irem Karabulut (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V1254626
ISBN (PDF)
9783346693778
ISBN (Buch)
9783346693785
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauer Suizid Soziale Arbeit Heilungsprozess
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Irem Karabulut (Autor:in), 2020, Trauer der Hinterbliebenen nach Suizid und die Anforderungen an die Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254626
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Leseprobe aus  14  Seiten
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