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Die Volkskammerwahl am 18. März 1990 - Katzensprung oder Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit?

Title: Die Volkskammerwahl am 18. März 1990 - Katzensprung oder Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit?

Seminar Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steffen Radtke (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Der Runde Tisch vereinbarte mit dem innenpolitisch stark unter Druck geratenen Modrow eine Wahl am 6. Mai. Aufgrund der instabilen Situation entschieden sich Modrow und der Runde Tisch am 28. Januar dazu, die Wahl auf den 18. März vorzuziehen. Es dauerte 40 Jahre, bis die Bürger der DDR die Gelegenheit hatten, an der ersten freien Wahl in ihrem sozialistischen Staat teilzunehmen, einer Wahl, aus der erstmals eine demokratisch legitimierte Regierung hervorgehen sollte.
Um diese Wahl dreht sich das Thema der Arbeit, wobei untersucht werden soll, welche Bedeutung sie für den weiteren Weg zur Einheit hatte. War sie nur ein „Katzensprung“, wie es umgangssprachlich für einen kleinen, unbedeutenden Schritt heißt? Oder war sie ein höchst bedeutsames Ereignis, sozusagen ein „Meilenstein“?
Zunächst werden die wichtigsten der angetretenen Parteien hinsichtlich ihrer propagierten Zielsetzungen untersucht, um aufzeigen zu können, zwischen welchen verschiedenen politischen Programmen gewählt werden konnte. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich mit dem Wahlergebnis, um auf diese Weise eine Darstellung zu geben, welchen Weg die Mehrheit des Volkes mit seiner Wahl unterstützen wollte. Das Wahlergebnis wird dann im Hinblick auf die Bedeutung der Volkskammerwahl für die deutsche Einheit empirisch operationalisiert, in diesem Zusammenhang wird neben der Interpretation des Resultates auch die Auswirkung des Ergebnisses auf die innerdeutsche Vereinigungspolitik thematisiert. Da die deutsche Einheit jedoch nicht nur eine Angelegenheit der beiden deutschen (Teil)staaten war, sondern auch ein Fall für die Vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, sollen vor Beantwortung der Fragestellung die internationalen Aspekte analysiert werden, um abschließend die Evaluation vornehmen zu können, ob die Volkskammerwahl „Katzensprung oder Meilenstein“ auf dem Weg zur deutschen Einheit war.

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Irreversibilität der Konsequenz historischer Ereignisse

2. Die angetretenen Parteien

2.1 Wahlbündnisse

2.2 Die Ziele der Parteien

2.2.1 Die Ziele der Allianz für Deutschland und des BFD

2.2.2 Die Ziele der SPD

2.2.3 Die Ziele der PDS

2.2.4 Die Ziele von Bündnis 90

3. Das Wahlergebnis und seine Interpretation

3.1 Das Wahlergebnis

3.2 Die Interpretation des Wahlergebnisses

3.2.1 Ein klares Signal

3.2.2 Einstellung und Verhalten

4. Die Auswirkung der Wahl auf die innerdeutsche Politik

5. Internationale Mathematik: 2 + 4 = 1

5.1 Ein „window of opportunity“

5.2 Die Rolle des Wahlausgangs in den internationalen Aspekten

6. Katzensprung oder Meilenstein?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der ersten freien Volkskammerwahl in der DDR am 18. März 1990 für den Prozess der deutschen Einheit und analysiert, ob dieses Ereignis als bloßer „Katzensprung“ oder als entscheidender „Meilenstein“ zu bewerten ist.

  • Analyse der politischen Zielsetzungen der angetretenen Parteien und Wahlbündnisse.
  • Empirische Untersuchung des Wahlergebnisses und seiner psychologischen Hintergründe.
  • Betrachtung der Auswirkungen der Wahl auf die innerdeutsche Vereinigungspolitik.
  • Evaluation der Rolle des Wahlausgangs im Kontext der internationalen Rahmenbedingungen und der Siegermächte.
  • Beantwortung der zentralen Forschungsfrage durch eine dichotome Analyse nationaler und internationaler Aspekte.

Auszug aus dem Buch

1. Die Irreversibilität der Konsequenz historischer Ereignisse

Bei Hochwasser besteht die Gefahr, dass die Deiche dem hydrostatischen Druck nicht standhalten können und es daher zum verheerenden Deichbruch kommt. Besonders gefährlich wird es schon, wenn nur wenig Wasser über die Deichkante fließt, denn auf diese Weise wird der Deich von innen destabilisiert und bricht schnell.

Transferiert man dieses Prinzip auf die DDR im Jahre 1989, kann man sich die ca. 75.000 Teilnehmer an der Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober und vor allem die mehr als 500.000 Demonstranten in Berlin vom 4. November gewissermaßen als die Flut vorstellen, die den Deich der DDR bedrohten. Als dann am 9. November die Mauer fiel, war der Punkt erreicht, an dem die Wassermassen den Deich überschritten. Was damals nicht zwangsläufig prognostizierbar erschien, stellt sich aus der zeitlich distanzierten Perspektive nach 19 Jahren relativ evident dar: So wie es beim Hochwasser nur die binäre Opposition „Deich hält“ oder „Deich bricht“ gibt, so stellten sich auch für die Existenz der DDR nur jene zwei Möglichkeiten zur Wahl – ein von einigen Oppositionsgruppen gedachter „Dritter Weg“ bot somit apriorisch keine Zukunftslösung. Doch wohin sollte die Zukunft führen? Willy Brandt brachte einen Tag nach dem Mauerfall die Konstellation auf den Punkt: „Und sicher ist, da[ss] nichts im anderen Teil Deutschlands wieder so werden wird, wie es war. Die Winde der Veränderung, die seit einiger Zeit über Europa ziehen, haben an Deutschland nicht vorbeiziehen können.“ So zeigt sich die Irreversibilität der Konsequenz historischer Ereignisse am Beispiel des Mauerfalls – ist ein Prozess erst einmal in Gang gesetzt, ist er in seiner Dynamik kaum noch aufzuhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Irreversibilität der Konsequenz historischer Ereignisse: Einführung in die historische Dynamik des Jahres 1989 und die Unausweichlichkeit des Zusammenbruchs der DDR.

2. Die angetretenen Parteien: Darstellung der Akteure, ihrer Wahlbündnisse und der divergierenden politischen Ziele der beteiligten Parteien.

3. Das Wahlergebnis und seine Interpretation: Analyse des Wahlausgangs sowie der Wählereinstellungen hinsichtlich der Motivation für eine schnelle deutsche Einheit.

4. Die Auswirkung der Wahl auf die innerdeutsche Politik: Untersuchung, wie das Wahlergebnis den Einigungsprozess und die Bildung der Regierung unter Lothar de Maizière beeinflusste.

5. Internationale Mathematik: 2 + 4 = 1: Analyse der internationalen Rahmenbedingungen und der Rolle der Siegermächte im deutschen Einigungsprozess.

6. Katzensprung oder Meilenstein?: Zusammenführende Evaluation, die die Wahl als innerdeutschen Meilenstein auf dem Weg zur Einheit einstuft.

Schlüsselwörter

Volkskammerwahl, DDR, deutsche Einheit, 18. März 1990, Allianz für Deutschland, Wahlergebnis, Wiedervereinigung, innerdeutsche Politik, Siegermächte, Zwei-plus-vier-Gespräche, politisches System, Sozialismus, Demokratie, Wahlverhalten, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung der Volkskammerwahl vom 18. März 1990 im Kontext des deutschen Einigungsprozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernpunkten zählen die politischen Programme der Parteien, die Wahlanalyse, die Rolle der Wähleridentität sowie die internationale Dimension der deutschen Einigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Wahl als unbedeutender Schritt („Katzensprung“) oder als historisch bedeutendes Ereignis („Meilenstein“) für die deutsche Einheit zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die empirische Wahldaten mit sozialpsychologischen Erkenntnissen zur Wählereinstellung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Parteiziele, eine Interpretation des Wahlergebnisses, die Auswirkungen auf die deutsche Innenpolitik sowie eine Betrachtung der internationalen Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Volkskammerwahl, Wiedervereinigung, DDR, Allianz für Deutschland und Demokratisierung.

Welche Bedeutung hatte das Wahlergebnis für die Regierungsbildung?

Das Ergebnis ermöglichte durch die Allianz für Deutschland und den Bündnispartner SPD die notwendige Zweidrittel-Mehrheit zur Verfassungsänderung, die für die Einigungsverträge erforderlich war.

Wie beeinflusste das Wahlergebnis die Haltung der Siegermächte?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der internationale Einfluss der Wahl eher marginal war, da die Siegermächte ihre Positionen zur deutschen Einheit bereits zuvor definiert hatten.

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Details

Title
Die Volkskammerwahl am 18. März 1990 - Katzensprung oder Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit?
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Transformationsprozesse in Ostdeutschland
Grade
1,0
Author
Steffen Radtke (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V125463
ISBN (eBook)
9783640311118
ISBN (Book)
9783640310081
Language
German
Tags
Volkskammerwahl März Katzensprung Meilenstein Deutschen Einheit Transformationsprozesse Ostdeutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Radtke (Author), 2008, Die Volkskammerwahl am 18. März 1990 - Katzensprung oder Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125463
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