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Die Beziehungen zwischen Körper und Status

Title: Die Beziehungen zwischen Körper und Status

Seminar Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Hans (Author)

Sociology - Miscellaneous
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„Jeder Mensch ist von Geburt an gleich. Zumindest biologisch gesehen sind wir alle gleich. Wir sind gleichermaßen Träger von Rechten und Pflichten.“ Leider ist diesem Zitat in keinster Weise zuzustimmen. Denn schon immer hat es in Gesellschaften Über- und Unterordnungen gegeben und es gibt sie noch. Früher standen die Herrscher und Adligen weit über den Leibeigenen oder Sklaven, heutzutage genießt eine Putzfrau weniger Ansehen als ein Manager. Doch woher kommt es zu solchen Unterschieden im „Wert“ eines Menschen?

„Soziale Ungleichheit beginnt in einem soziologisch präzisen Sinn erst dort, wo aus sozialer Ungleichartigkeit oder Heterogenität über einen Bewertungsprozess soziale Ungleichwertigkeit oder kurz: Ungleichheit entsteht. Erst dieser Bewertungsprozess macht aus objektiven Unter-schieden [...] soziale Unterscheidungen.“
Diese Bewertung eines Individuums wird heute weitgehend von den Faktoren Bildung, Beruf und Einkommen geprägt. Diese werden im Laufe des Lebens eines Individuums erworben und bestimmen in modernen Gesellschaften hauptsächlich die soziale Stellung. Aber es gibt auch von Geburt an zugeschriebene Statusmerkmale, wie z.B. das Geschlecht oder die ethnische Zugehörigkeit. Ebenso können über die Sozialisation vermittelte körperbezogene Aspekte einen Teil zur Erklärung der Ungleichheit beitragen.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den gegenseitigen Beziehungen von Status und Körper. Zunächst wird die (soziale) Bedeutung des Körpers dargestellt. Danach soll geklärt werden, in welcher Art und Weise der Körper in eine Soziologie der sozialen Ungleichheit mit eingebunden werden kann. Dabei werden zwei Gliederungen von Cornelia Koppetsch – zur Theorie einer Soziologie des Körpers und zum Verhältnis von Körper und Status – zusammengefasst, um daraus ein in sich geschlossenes System darzustellen, was zumindest ansatzweise sämtlichen statusbezogenen Aspekten des Körpers Rechnung tragen soll. Die Themen in Kapitel drei werden demnach wie folgt aussehen: der Körper als Objekt, als Subjekt und seinen performativen Charakter. Danach wird er Körper als Zeichenträger als auch als intentional gewähltes Mittel der Selbstdarstellung sozialer Zugehörigkeiten betrachtet. Zum Schluss wird geklärt, warum der Körper aus einer Betrachtung der sozialen Ungleichheit nicht ausgeschlossen werden sollte. Allerdings ist die Literatur zu diesem Thema an vielen Stellen nicht explizit genug, so dass einige Stellen lediglich die Gedanken des Autors widerspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die soziale Bedeutung des Körpers

3. Eine statusgebundene Soziologie des Körpers

3.1 Die gesellschaftstheoretische Perspektive: Der Körper als Objekt

3.2 Die Soziologie der Gefühle: Der Körper als Subjekt

3.3 Der performative Charakter des Körperausdrucks

3.4 Der Körper als Zeichenträger

3.4.1 Vorbemerkungen

3.4.2 „Maßstab“ Körper

3.5 Der Körper als intentional gewähltes Mittel der Darstellung sozialer Zugehörigkeiten

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem menschlichen Körper und dem sozialen Status in der modernen Gesellschaft. Das zentrale Ziel ist es, den Körper als soziologische Kategorie innerhalb der Ungleichheitsforschung zu etablieren und aufzuzeigen, wie körperliche Merkmale, Ausdrucksformen und Praktiken soziale Stellung konstruieren, festigen oder symbolisieren.

  • Die gesellschaftstheoretische Einordnung des Körpers als Objekt und Subjekt.
  • Die Bedeutung von Emotionen, insbesondere Scham, als Mechanismus zur Reproduktion sozialer Ungleichheit.
  • Der performative Charakter des Körpers als Medium zur Darstellung von Zugehörigkeiten und Habitus.
  • Die Rolle des Körpers als Zeichenträger in verschiedenen sozialen Kontexten und Subkulturen.
  • Empirische Korrelationen zwischen Körpermerkmalen, Gesundheit und sozialer Schichtung.

Auszug aus dem Buch

Die soziale Bedeutung des Körpers

Dem Körper kann in der Gesellschaft ein zentraler Stellenwert beigemessen werden. Schließlich ist er der Ort, wo sich das Selbst eines Menschen konstituiert, ehe es sich dann nach außen hin ausbreitet. Das bedeutet auch, dass es uns nicht möglich wäre in irgendeiner Art zu handeln, wenn wir keine Körper hätten. Dieser ermöglicht uns eine ganze Reihe von Dingen: Gehirn und Nervensystem gewährleisten das Denken. Dank der Stimmbänder und des Mundes kann man sprechen und sich so mit anderen verständigen. Die Ohren dienen dazu, dass was in unserer Umwelt geschieht akustisch wahrzunehmen, um nur ein paar wenige Aspekte an dieser Stelle wiederzugeben.

Während ein Kleinkind heranwächst tritt es über Aktivitäten des Organismus mit der Umwelt in Beziehung. Dadurch, dass es an der Umwelt lernt und erfährt, was ihm weiterhilft und was ihm schadet, wird es zu einem sozialen Objekt. Denkbar ist z.B. ein Säugling, der nach und nach feststellt, dass ihm das Schreien die Aufmerksamkeit der Eltern sichert und diese ihm dann das Bedürfnis nach Nahrung befriedigen. Genauso wird ein Kleinkind, welches sich die Hände an einer Kerze oder an einer Herdplatte verbrennt, in Zukunft vorsichtiger sein. Zunächst bekommt man also ein Bewusstsein vom eigenen Körper. Erst mit der Zeit setzt man dann verschiedene Aspekte des Handelns mit sozialen Objekten in Beziehung und wird so in die Lage versetzt, sozial zu handeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass soziale Ungleichheit eng mit der Bewertung von Individuen verknüpft ist, und umreißt das Vorhaben, den Körper als bedeutenden Faktor in diesem Prozess soziologisch zu beleuchten.

2. Die soziale Bedeutung des Körpers: Dieses Kapitel erläutert die fundamentale Rolle des Körpers als konstituierender Ort des Selbst und als unverzichtbare Basis für soziales Handeln, Identitätsbildung und Welterfahrung.

3. Eine statusgebundene Soziologie des Körpers: Hier wird der Körper in drei Perspektiven (als Objekt, als Subjekt und in seinem performativen Charakter) analysiert, um seine Rolle bei der Konstruktion und Repräsentation von Status und sozialer Ungleichheit darzulegen.

3.1 Die gesellschaftstheoretische Perspektive: Der Körper als Objekt: Dieses Unterkapitel thematisiert, wie gesellschaftliche Normen und Sozialisationsprozesse, oft schichtspezifisch, die Formung und das Verhalten des Körpers maßgeblich prägen.

3.2 Die Soziologie der Gefühle: Der Körper als Subjekt: Der Fokus liegt auf der emotionalen Verankerung von Status, insbesondere durch das Schamgefühl, welches als Mechanismus zur Kontrolle und zur Erhärtung sozialer Hierarchien fungiert.

3.3 Der performative Charakter des Körperausdrucks: Es wird dargelegt, wie Individuen durch körperliche Praktiken, verkörpert im Habitus, soziale Strukturen und Hierarchien nicht nur darstellen, sondern aktiv (re-)produzieren.

3.4 Der Körper als Zeichenträger: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Merkmale wie Geschlecht, Alter, Behinderung oder Herkunft am Körper als soziale Zeichen abgelesen werden und wie diese eine direkte Grundlage für soziale Distinktion bilden.

3.4.1 Vorbemerkungen: Einführung in die Problematik der Körpermerkmale als Indikatoren für soziale Zugehörigkeit und den daraus resultierenden Statusfolgen für das Individuum.

3.4.2 „Maßstab“ Körper: Ein anthropometrischer Blick auf den Zusammenhang zwischen Körpergröße, Lebensstandard, Ernährung und sozialer Schichtung.

3.5 Der Körper als intentional gewähltes Mittel der Darstellung sozialer Zugehörigkeiten: Dieses Kapitel analysiert die bewusste Inszenierung des Körpers in verschiedenen jugendlichen Subkulturen zur Abgrenzung und Identitätsfindung.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der Körper als vernachlässigte Ressource in der Ungleichheitsforschung stärker berücksichtigt werden sollte, um effektivere gesellschaftliche Lösungsansätze zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Soziologie des Körpers, Habitus, Status, Identität, Sozialisation, Körperkult, Scham, Performativität, soziale Schließung, Körper als Objekt, Körper als Subjekt, Distinktion, Lebensstandard, soziale Zugehörigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung des menschlichen Körpers als entscheidendem Faktor für die Entstehung, Repräsentation und Verstetigung sozialer Ungleichheit und Statusunterschiede.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die gesellschaftstheoretische Einordnung des Körpers, die Rolle von Emotionen bei der Hierarchisierung, den performativen Charakter von Körperlichkeit und die Funktion des Körpers als Zeichenträger für sozialen Status.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, den Körper als eigenständige Kategorie in die soziologische Ungleichheitsforschung zu integrieren und aufzuzeigen, wie körperliche Aspekte neben klassischen Ressourcen wie Bildung und Einkommen zur sozialen Stellung beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse. Dabei werden bestehende soziologische Konzepte, insbesondere von Cornelia Koppetsch, Pierre Bourdieu und Sighard Neckel, zusammengeführt und an empirischen Beispielen verdeutlicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Körper in drei Perspektiven: als von der Gesellschaft geformtes Objekt, als Subjekt leiblicher Erfahrungen und Emotionen sowie als performatives Mittel zur Herstellung von Identität und sozialer Ordnung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem soziale Ungleichheit, Habitus, Performativität, Scham, soziale Schließung, Distinktion und Körper als Zeichenträger.

Welche Bedeutung hat das Schamgefühl für den sozialen Status?

Scham fungiert als emotionaler Mechanismus, der soziale Hierarchien bekräftigt. Sie entsteht, wenn ein Individuum den Erwartungen an einen konsistenten Status nicht gerecht wird, und trägt so zur Kontrolle und Verfestigung von Ungleichheitsstrukturen bei.

Wie korreliert Körpergröße mit dem sozialen Status?

Anhand anthropometrischer Daten zeigt die Arbeit, dass ein höherer sozialer Status oft mit einer größeren Körpergröße korreliert, was wiederum auf bessere Lebens- und Ernährungsbedingungen während der Sozialisationsphase zurückzuführen ist.

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Details

Title
Die Beziehungen zwischen Körper und Status
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologie des Körpers
Grade
1,3
Author
Daniel Hans (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V12546
ISBN (eBook)
9783638184007
Language
German
Tags
Beziehungen Körper Status Soziologie Körpers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Hans (Author), 2002, Die Beziehungen zwischen Körper und Status, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12546
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