Die Hausarbeit thematisiert die Kürzestgeschichten im Twitterformat, zum einen auf der Plattform Twitter selbst und zum anderen in dem Buch "Tiny Tales" von Florian Meimberg. Dabei steht der Paratext mit Cover, Titel, Vorwort und Kapitelüberschriften und Gliederung im Vordergrund.
Bevor allerdings die Wirkung und Funktion des Paratextes in Meimbergs Werk genauer betrachtet werden kann, ist es notwendig, herauszuarbeiten, welche Besonderheiten Kürzestgeschichten im Twitterformat generell mit sich bringen. Somit wird vorab ein grundlegendes Verständnis für Twitteratur geschaffen. Zusätzlich sollen einleitend die allgemeinen Verstehensbedingungen der Tiny Tales hinsichtlich thematischer Herausforderungen besprochen werden. Um anschließend einen umfassenden Gesamteindruck des Paratextes in Meimbergs. Auf die Länge kommt es an und seiner Wirkung darstellen zu können, werden sowohl das Layout des Deckblattes, der Titel und das Vorwort als erste Orientierungshilfen als auch die Kapitelüberschriften exemplarisch hinzugezogen und vordergründig mithilfe von Gérard Genettes Werk Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches analysiert. In einem abschließenden Fazit werden alle herausgearbeiteten Aspekte noch einmal aufgegriffen und mit Ausblick auf mögliche Diskussionsansätze gebündelt dargestellt. Außerdem wird die Frage beantwortet, ob und inwiefern der Paratext in der gedruckten Version von Florian Meimbergs Tiny Tales eine Rolle hinsichtlich des Verstehens der Kürzestgeschichten spielt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Besonderheiten der Kürzestgeschichten im Twitterformat
3. Verstehensbedingungen der Tiny Tales - Inhaltliche Herausforderungen und Hintergründe
4. Der Paratext als elementarer Bestandteil der gedruckten Tiny Tales
4.1. Theoretische Grundlagen
4.2. Cover und Titel
4.3. Vorwort
4.4. Kapitelüberschriften und Gliederung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Paratextes für die Rezeption von Kürzestgeschichten, insbesondere am Beispiel des Werkes "Auf die Länge kommt es an. TINY TALES" von Florian Meimberg, und vergleicht dabei die gedruckte Buchversion mit der ursprünglichen Online-Publikation auf Twitter.
- Charakteristika von Kürzestgeschichten und Twitteratur
- Die Rolle des Paratextes nach Gérard Genette
- Vergleichende Analyse von Paratext-Elementen (Titel, Vorwort, Kapitelgliederung)
- Einfluss der Veröffentlichungsmedien auf die Leseraktivierung
- Bedeutung der Unmittelbarkeit im digitalen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.2. Cover und Titel
Die Veröffentlichung von Meimbergs Kürzestgeschichten in seinem Buch Auf die Länge kommt es an. TINY TALES. Sehr kurze Geschichten brachte durch den Wechsel des Mediums von online auf offline vor allem einen veränderten und stark ergänzten Paratext mit sich. Die einzelnen Elemente desselbigen können dabei unterschiedliche Funktionen übernehmen. Sie können Hinweise auf den Inhalt des Buches geben, Interpretationshilfen sein oder rhetorische Fragen implizieren.
Bei der ersten Betrachtung eines Buches spielen die Gestaltung des Covers, der Titel, der Untertitel und der Name des:der Autors:in, neben haptischen Merkmalen, wie das Gewicht oder die Beschaffenheit des Einbands, eine maßgebliche Rolle. Nach Genette kann der Titel eines Buches dieses 1. identifizieren, 2. seinen Inhalt angeben und/oder 3. die Leser anlocken. Allerdings liegen diese Zuschreibungen, insbesondere Nummer zwei und drei, ganz und gar in der subjektiven Wahrnehmung des Lesers und können deshalb nur individuell beurteilt werden. Des Weiteren unterscheidet Genette zwischen einem „thematischen“ und einem „rhematischen Titel“. Der thematische Titel beschreibt „worüber man spricht“ und der rhematische Titel „was man darüber sagt“. So ist der rhematische Titel zum Beispiel häufig eine Angabe über die Gattung des Buches.
Betrachtet man nun das Cover von Meimbergs Auf die Länge kommt es an, mithilfe der erläuterten Auffassungen Genettes, ist zu sagen, dass dieses bereits Informationen über den Inhalt des Buches aufzeigt. Der thematische Titel steht in einer Sprechblase, welche sich auf den Autor Florian Meimberg richtet, ihn also als „Sprecher“ des Titels identifiziert. Durch diese viereckige Sprechblase kann eine erste Assoziation mit einem Online-Kommunikationsmedium erfolgen, denn obwohl Sprechblasen eigentlich aus der Welt der Comics stammen, sind sie in den gängigen Kommunikations-Apps und -Websites auch der optische Rahmen für eine Nachricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der "Twitteratur" ein und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion des Paratextes in der gedruckten Fassung von Florian Meimbergs "Tiny Tales" im Vergleich zur Online-Version.
2. Besonderheiten der Kürzestgeschichten im Twitterformat: In diesem Kapitel werden die allgemeinen Merkmale und Anforderungen von Kürzestgeschichten, wie Kürze, formale Reduktion und die Notwendigkeit aktiver Leserbeteiligung, erläutert.
3. Verstehensbedingungen der Tiny Tales - Inhaltliche Herausforderungen und Hintergründe: Dieses Kapitel analysiert, wie Meimbergs Geschichten trotz formaler Einschränkungen komplexe Themen behandeln und warum der Leser zur Sinnstiftung auf Vorwissen und eigene Erfahrung angewiesen ist.
4. Der Paratext als elementarer Bestandteil der gedruckten Tiny Tales: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung des Paratext-Begriffs nach Genette, gefolgt von einer detaillierten Analyse der einzelnen Bestandteile wie Cover, Titel, Vorwort und Kapitelgliederung.
4.1. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert die literaturwissenschaftliche Definition von "Paratext" und dessen Einordnung in Peritexte sowie Epitexte.
4.2. Cover und Titel: Hier wird untersucht, wie Gestaltungselemente und Titelwahl im Buch Meimbergs das erste Aufeinandertreffen des Lesers mit dem Werk beeinflussen.
4.3. Vorwort: Dieses Kapitel analysiert, inwieweit das Vorwort des Autors als Verständnishilfe für die Konzeption und Intention der Kürzestgeschichten fungiert.
4.4. Kapitelüberschriften und Gliederung: Hier wird die ordnende Funktion der Kapitelstruktur und grafischer Elemente im Vergleich zur unstrukturierten Online-Präsenz auf Twitter beleuchtet.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Paratexte zwar interpretative Hilfen bieten können, die Unmittelbarkeit der Online-Rezeption jedoch ein konstitutives Merkmal der Twitteratur bleibt.
Schlüsselwörter
Twitteratur, Kürzestgeschichten, Paratext, Florian Meimberg, Tiny Tales, Gérard Genette, Peritext, Medienwandel, Leseraktivierung, Rezeption, Online-Publikation, Literaturwissenschaft, Intertextualität, Narratologie, digitale Kurzformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von paratextuellen Elementen (wie Buchcover, Vorwort und Gliederung) auf das Verständnis von Kürzestgeschichten, basierend auf dem Vergleich zwischen Florian Meimbergs gedrucktem Buch "Tiny Tales" und dessen ursprünglicher Veröffentlichung auf Twitter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Twitteratur, die Theorie des Paratextes nach Gérard Genette, die kognitiven Bedingungen für das Verstehen von Kürzestgeschichten sowie die Wirkung verschiedener Publikationsmedien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob und inwiefern der Paratext in der gedruckten Version der "Tiny Tales" den Leser beim Verständnis der inhaltlichen Lücken unterstützt, im Vergleich zur unmittelbaren, aber kontextlosen Rezeption auf der digitalen Plattform.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Methode stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, primär basierend auf Gérard Genettes Theorie der Paratexte, kombiniert mit einem komparativen Ansatz zwischen der Online- und der Offline-Publikationsform.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Paratextes, die Analyse spezieller paratextueller Elemente wie Cover, Titel, Vorwort und Kapitelstruktur sowie deren spezifische Wirkung auf die Leserinteraktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Twitteratur, Paratextualität, Rezeptionsästhetik, digitale Literatur und Meimbergs Tiny Tales beschreiben.
Wie beeinflusst die Kapitelgliederung das Verständnis der "Tiny Tales"?
Die Gliederung in thematische Kapitel bietet dem Leser einen Deutungsschlüssel und Kontext, der bei der unstrukturierten Online-Veröffentlichung fehlt, wodurch die Interpretation der einzelnen Kürzestgeschichten in einen übergeordneten Rahmen gestellt wird.
Ist der Paratext bei Kürzestgeschichten immer eine Hilfe für den Leser?
Nicht zwingend. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Paratext zwar leitend wirken kann, aber das Verständnis der Kürzestgeschichten maßgeblich vom Vorwissen des Lesers abhängt. Ist dieses nicht vorhanden, kann auch der Paratext Verständnisbarrieren nicht vollständig überbrücken.
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- Anonym (Author), 2021, Literatur im Twitterformat. Florian Meimbergs "Tiny Tales", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254742