Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Broadcast and entertainment

Das Duale Rundfunksystem vor dem Hintergrund seiner verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen

Magister-Klausur

Title: Das Duale Rundfunksystem vor dem Hintergrund seiner verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen

Written Test , 2009 , 24 Pages

Autor:in: Ida Krenzlin (Author)

Communications - Broadcast and entertainment
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Kritiker-Papst Marcel Reich-Ranicki lehnt 2008 den ZDF-Fernsehpreis ab mit dem Hinweis auf einen inhaltlichen Qualitätsverfall bei ARD/ZDF/3 Sat/Arte, der hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch versucht den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zu schassen und Frankreichs Präsident Nicolas Sarcozy schafft nicht nur die Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab, in Zukunft möchte er selbst den Intendanten bestimmen. Diese drei Beispiele zeigen, in welche Richtung die Kritik an den einzelnen Säulen des Dualen Rundfunksystems geht: Quotenhascherei und Qualitätsverlust bei ARD/ZDF, politische Machtkämpfe in ARD/ZDF, Forderung der privaten Fernsehsender, ARD und ZDF zu ihren Gunsten werbefrei zu machen. Das sind einige der Debatten, die nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa geführt werden.

In der vorliegenden Klausur setze ich mich mit dem Dualen Rundfunksystem in Deutschland auseinander, speziell vor dem Hintergrund seiner verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen. Nach einem kurzen historischen Abriß zur Entstehung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, gehe ich im Hauptteil der Arbeit auf die medienpolitische Wende Anfang der Achtziger Jahre ein, aus der das Duale Rundfunksystem, so wie es heute besteht, hervorgegangen ist. Im letzen Teil der Arbeit möchte ich aktuelle Standpunkte und Entwicklungen nennen und die Frage stellen, wie die Zukunft des Dualen Rundfunkssystems aussehen könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Abriß

2.1. Wiederaufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach BBC-Modell

2.2. Die „Rundfunksfreiheit“ im Grundgesetz, Artikel 5

2.3. Konkurrenzlos: ARD/ZDF vor Einführung der Privaten

2.4. „Adenauer-Fernsehen“ – Ein erster Versuch

3. Einführung des Dualen Rundfunkssystems

3.1. Die Medienwende Anfang der 80er

3.1.1. 1978: Kabelpilotprojekte

3.2. Die politische Einführung der Privaten

3.2.1. 1982: Regierungswechsel

3.3. Die Ausgestaltung des Dualen Rundfunksystems

3.3.1. Das Zwei-Säulen-Modell

3.3.2. Die Grundversorgung im Dualen Rundfunksystem

3.3.4. Die Privaten

4. Die Landesmedienanstalten

4.1. Die öffentlich-rechtlichen Sender

4.1.1. Bestands- und Entwicklungsgarantie

5. Der klassische Rundfunkauftrag

5.1. Funktionsauftrag

5.2. Der Siegeszug der Privaten

5.3. Die Rolle der Werbung

5.4. Bertelsmann, Kirch & Springer: Medienkonzentration

5.5. Kritik am Dualen Rundfunksystem

5.5.1. Konvergenz der Medien

5.5.2. Legitimationsdilemma

5.6. Ausblick: Zur Zukunft des Dualen Rundfunksystems

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das duale Rundfunksystem in Deutschland unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen. Dabei wird analysiert, wie sich das System aus der medienpolitischen Wende der 1980er Jahre entwickelt hat, welche Konflikte zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern bestehen und wie zukünftige Entwicklungen die Struktur des Rundfunks beeinflussen könnten.

  • Historische Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Rundfunkfreiheit.
  • Die medienpolitische Wende und die Entstehung des dualen Rundfunksystems.
  • Regulierung durch Landesmedienanstalten und die Rolle des klassischen Rundfunkauftrags.
  • Medienkonzentration und ihre Auswirkungen auf den Informations- und Kommunikationssektor.
  • Herausforderungen wie Konvergenz und Legitimationsdilemmata für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Medienwende Anfang der 80er

„Die privaten Rundfunkpläne können die Substanz unserer demokratischen Lebens angreifen und deshalb müssen sie mit unserem Widerstand rechnen“ (Helmut Schmidt)

Helmut Schmidt (löst 1974 Willy Brandt als Bundeskanzler ab) ist Gegner einer rundfunkpolitischen Änderung und sieht in der Einführung des Privatrundfunks den Untergang des Abendlandes. 1979 sagte er vor dem Bundestag. Er warnt vor dem Weg in eine Fernseh-Demokratie wie bereits in den Staaten geschehen.

Die Positionen der Gegner und Befürworter stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Befürworter setzen auf den ökonomischen Wettbewerb, fordern die Rundfunkunternehmerfreiheit ein, die sie aus der Rundfunkfreiheit (Art. 5, GG) herleiten, und fordern die Zulassung privater Veranstalter, da mit dem Abbau des Frequenzmangels die „Sondersituation“ beendet sei. Die Argumente der Gegner zielen auf die demokratische und kulturelle Aufgabe des Rundfunks ab. Sie befürchten, daß eine reale Meinungsvielfalt mit einem am Massengeschmack orientierten kommerziellen Programm nicht gewährleistet sei. (Womit sie Recht behalten sollten).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Kritik am dualen Rundfunksystem und definiert die Zielsetzung der Arbeit, das System vor dem Hintergrund verfassungsrechtlicher Vorgaben zu analysieren.

2. Historischer Abriß: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland nach 1945 und die verfassungsrechtliche Bedeutung der Rundfunkfreiheit.

3. Einführung des Dualen Rundfunkssystems: Hier wird der medienpolitische Wandel in den 1980er Jahren sowie die rechtliche Ausgestaltung des Systems und der Grundversorgungsauftrag detailliert dargestellt.

4. Die Landesmedienanstalten: Das Kapitel behandelt die Rolle der Landesmedienanstalten als Aufsichtsbehörden für private Anbieter und deren problematische Spagat-Situation zwischen Kontrolle und Förderung.

5. Der klassische Rundfunkauftrag: Abschließend werden der Funktionsauftrag, die Rolle der Werbung, Konzentrationsphänomene im Medienmarkt sowie aktuelle Legitimations- und Konvergenzdebatten kritisch diskutiert.

Schlüsselwörter

Duales Rundfunksystem, Rundfunkfreiheit, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, Grundversorgung, Bundesverfassungsgericht, Landesmedienanstalten, Rundfunkauftrag, Medienkonzentration, Meinungsbildung, Werbefinanzierung, Konvergenz, Legitimationsdilemma, Medienpolitik, Informationsauftrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der verfassungsrechtlichen Struktur des dualen Rundfunksystems in Deutschland, das aus einem öffentlich-rechtlichen und einem privaten Bereich besteht.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Rundfunkordnung, die politische Einführung privater Sender, die Rolle der Landesmedienanstalten sowie aktuelle medienökonomische Konzentrationsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Aufbau des dualen Systems zu verstehen und zu hinterfragen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk trotz wachsendem Wettbewerbsdruck seinen verfassungsrechtlichen Funktionsauftrag erfüllen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und medienpolitischen Analyse unter Einbeziehung verfassungsrechtlicher Urteile des Bundesverfassungsgerichts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der medienpolitischen Wende der 1980er Jahre, der Etablierung des Zwei-Säulen-Modells und der Kritik an den Auswirkungen des privaten Rundfunks auf die Programmqualität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Rundfunkfreiheit, Grundversorgung, Funktionsauftrag, Medienkonzentration und das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanbietern.

Welche Rolle spielt das Bundesverfassungsgericht für das duale System?

Das Bundesverfassungsgericht ist der zentrale Akteur, der durch diverse Rundfunkurteile die Bedingungen für die Zulassung privater Sender und die verfassungsrechtliche Absicherung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks maßgeblich bestimmt hat.

Wie steht die Autorin/der Autor zu der Entwicklung der privaten Rundfunkanbieter?

Die Arbeit zeigt sich kritisch gegenüber der Entwicklung der Privaten, insbesondere hinsichtlich der Konzentrationsprozesse, der ökonomischen Ausrichtung auf den Massengeschmack und dem mangelnden Beitrag zur Meinungsvielfalt.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Das Duale Rundfunksystem vor dem Hintergrund seiner verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen
Subtitle
Magister-Klausur
College
Free University of Berlin  (Publizistik)
Course
Klausur Magisterabschluß
Author
Ida Krenzlin (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V125475
ISBN (eBook)
9783656957256
ISBN (Book)
9783656957263
Language
German
Tags
duale rundfunksystem hintergrund rahmenbedingungen magister-klausur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ida Krenzlin (Author), 2009, Das Duale Rundfunksystem vor dem Hintergrund seiner verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125475
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint