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Wie kann Musik die Gruppenbildung unterstützen? Modelle und Interpretationen des Gruppenprozesses

Titel: Wie kann Musik die Gruppenbildung unterstützen? Modelle und Interpretationen des Gruppenprozesses

Hausarbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl.-Berufspäd. Amelie Morr (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, welche Anforderungen Musik erfüllen muss, um eine Gruppe bei ihrer Entwicklung bis zur Gruppenbildung zu unterstützen. Das Erforschen des Gruppenprozesses ist ein Kerngebiet der Kleingruppenforschung. Hierzu gehört das Beschäftigten mit den verschiedenen Entwicklungsphasen von Gruppen (Gruppenentwicklung) bis zu ihrer Gruppenbildung, in der sie Funktionalität erreicht haben. Im ersten Kapitel will ich Bilder vom Begriff Gruppenbildung schaffen, also in welche Richtung die Reise der Gruppe gehen soll. Dies bedeutet, den Begriff Gruppe zu definieren und ab wann Gruppe Funktionalität erreicht hat.

In Kapitel zwei stelle ich den Weg vor wie sich Gruppen entwickeln, in dem ich zwei Verständnisse beschreibe. Dies sind Theodor Mills mit seiner handlungstheoretischen Ansicht und Dieter Sander mit seiner ontogenetischen Betrachtung. Hieraus erwachsen in Kapitel zwei die Anforderungen an Methoden der Musik, in denen die Leitung der Gruppe im Mittelpunkt steht, als Beispiel wähle ich einen dirigierten Chor und die Gruppe selber mit seinen Subsystemen, wie den Normen. Als Beispiel wähle ich eine Laien a cappella Band. Als Grundlage für dieses Kapitel dient die Definition von Methode durch Descartes.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Gruppe als soziales System

2. Modelle des Gruppenprozesses

2.1 Ontogenetische Interpretation des Gruppenprozesses (im Fokus die Leitung)

2.1.1 Die prä-ödipal Phase

2.1.2 Die ödipale Phase

2.1.3 Die reflexiv- interaktionelle Phase

2.2 Interpretation des Gruppenprozesses nach der Handlungstheorie (im Fokus die Subsysteme)

2.2.1 Interaktionssystem und Verhaltensrolle

2.2.2 Gruppenemotion und Grundrolle

2.2.3 Normatives System und normative Rolle

2.2.4 Technisches System (Gruppenziel) und instrumentelle Rolle

2.2.5 Leitsystem und Leitungsrollen

2.2.6 Gruppenwachstum

3. Anforderungen an Methoden in der Musik

3.1 Methoden mit Fokus Leitung

3.2 Methoden mit Fokus Subsysteme

4. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Musik als Mittel eingesetzt werden kann, um Gruppen in ihren verschiedenen Entwicklungsphasen bis hin zur funktionalen Gruppenbildung zu unterstützen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche Anforderungen an musikalische Methoden gestellt werden müssen, um den Gruppenprozess unter Berücksichtigung unterschiedlicher theoretischer Ansätze – der Leitung im Fokus sowie der Subsysteme der Gruppe – effektiv zu begleiten.

  • Analyse des Gruppenprozesses als soziales System.
  • Kontrastierung der ontogenetischen Modellbetrachtung (Sander) mit der handlungstheoretischen Ansicht (Mills).
  • Untersuchung der Rolle der Leitung in angeleiteten Gruppen, veranschaulicht am Beispiel eines Chores.
  • Untersuchung der Eigendynamik und Subsysteme in Gruppen ohne direkte Leitung, veranschaulicht am Beispiel einer a cappella Band.
  • Reflexion der Bedeutung von Musik als Methode im sozialen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die prä-ödipal Phase

In der prä-ödipalen Phase verhalten sich die Gruppenmitglieder so, „als ob sie allesamt völlig unfähig wären, von sich aus etwas zu tun.“ (Sander, 1978: 56). Ähnlich wie ein Säugling sind die Gruppenmitglieder mit der neuen Situation überfordert und sind unfähig zu agieren. Der Fehler wird meist in Unwichtigkeiten der Außenwelt gesucht, wie der Raumgestaltung oder auch in Abweichlern. Hieraus entstehen Aggressionen beim Einzelnen und der Wunsch auf Anerkennung vom Gruppenleiter. Die Aggressionen bringen innerhalb der Gruppe Verbindungen unter Gruppenmitgliedern, die gleiche Gefühle hegen (vgl. Sander, 1978: 56-57,169-170).

Um in die nächste Phase einsteigen zu können, muss die Gruppe durch den Gruppenleiter erfahren, dass durch ihre Aggressionen weder er, noch die Gruppe zerstört wird bzw. flüchtet. Er beschützt sie durch sein Nicht-Zurückweichen. So wird der Wunsch auf Anerkennung vom Gruppenleiter wahrgenommen und die Aggression degradiert. Dies zeigt aber auch die Abhängigkeit der Gruppenmitglieder (Versorger/Mutter) und die Macht des Gruppenleiters (Beschützer/Vater). Der Leiter darf keines von beiden ausnutzen (vgl. Sander, 1978: 170-171).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gruppe als soziales System: Dieses Kapitel definiert die Gruppe als soziales System, das durch gemeinsame Normen und Kommunikationsprozesse eine Identität entwickelt und sich so abgrenzbar macht.

2. Modelle des Gruppenprozesses: Hier werden zentrale theoretische Modelle vorgestellt, die den Entwicklungsprozess von Gruppen entweder ontogenetisch oder handlungstheoretisch interpretieren.

2.1 Ontogenetische Interpretation des Gruppenprozesses (im Fokus die Leitung): Dieses Unterkapitel beschreibt das Modell von Dieter Sander, in dem die Gruppe wie ein heranreifender Organismus drei spezifische Phasen durchläuft, wobei die Steuerung durch den Gruppenleiter zentral ist.

2.1.1 Die prä-ödipal Phase: Hier wird die Anfangsphase der Gruppe beschrieben, die durch Überforderung, Aggression und eine hohe Abhängigkeit vom Gruppenleiter gekennzeichnet ist.

2.1.2 Die ödipale Phase: Dieses Kapitel thematisiert die Phase, in der Rivalität und der Kampf um Anerkennung innerhalb der Gruppe dominieren, bis eine Solidarisierung gegen den Gruppenleiter stattfindet.

2.1.3 Die reflexiv- interaktionelle Phase: Hier wird der Übergang zu einer arbeitsfähigen Phase beschrieben, in der die Gruppenmitglieder gleichrangig interagieren und für ihre Bedürfnisse selbst verantwortlich sind.

2.2 Interpretation des Gruppenprozesses nach der Handlungstheorie (im Fokus die Subsysteme): Dieses Unterkapitel beleuchtet den Ansatz von Theodore Mills, der fünf funktionale Subsysteme innerhalb einer Gruppe definiert, die für deren Handlungsfähigkeit interpersonell ausgehandelt werden müssen.

2.2.1 Interaktionssystem und Verhaltensrolle: Hier wird erläutert, wie durch das Interaktionssystem das Verhalten der Gruppe organisiert wird und wie Individuen ihre spezifischen Rollen einnehmen.

2.2.2 Gruppenemotion und Grundrolle: Dieses Kapitel behandelt die affektive Ebene der Gruppe und erklärt, wie individuelle Gefühle in eine Gruppenemotion übergehen.

2.2.3 Normatives System und normative Rolle: Hier werden die Bedeutung von Normen, deren Verletzung durch Sanktionen und die daraus resultierende normative Steuerung analysiert.

2.2.4 Technisches System (Gruppenziel) und instrumentelle Rolle: Dieses Kapitel befasst sich mit der Zielorientierung der Gruppe und der instrumentellen Rolle, die jedes Mitglied zur Erreichung dieser Ziele einnimmt.

2.2.5 Leitsystem und Leitungsrollen: Hier wird das steuernde Leitsystem beschrieben, welches durch Rückkopplung Stabilität im Gruppenprozess sichert.

2.2.6 Gruppenwachstum: Dieses Kapitel definiert die Kriterien, nach denen eine Gruppe erfolgreich wächst, wie Anpassungsfähigkeit und Strukturerhaltung.

3. Anforderungen an Methoden in der Musik: Dieses Kapitel leitet aus den vorangegangenen Theorien Anforderungen an die musikalische Praxis ab, wobei die Methode als Erkenntnisweg verstanden wird.

3.1 Methoden mit Fokus Leitung: Hier wird spezifisch analysiert, wie ein Chorleiter in verschiedenen Phasen des Gruppenprozesses agieren muss, um das Ziel zu erreichen.

3.2 Methoden mit Fokus Subsysteme: Dieses Unterkapitel untersucht, wie Gruppen ohne feste Leitung, beispielsweise eine Laien a cappella Band, durch Selbstreflexion und Meta-Gruppen-Steuerung funktionieren.

4. Reflexion: Im abschließenden Kapitel wird die Forschungsfrage beantwortet, indem die Erkenntnisse zusammengeführt und die Bedeutung von Musik im (sozial-)pädagogischen Kontext gewürdigt wird.

Schlüsselwörter

Gruppenprozess, Kleingruppenforschung, Gruppenentwicklung, Gruppenbildung, Handlungstheorie, Ontogenese, Gruppenleitung, Normatives System, Subsysteme der Gruppe, Reflexivität, Musikpädagogik, Sozialarbeit, Interaktionssystem, Gruppenidentität, Gruppenwachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Kleingruppenforschung und überträgt diese auf musikalische Anwendungsgebiete. Ziel ist es zu verstehen, wie soziale Gruppenprozesse funktionieren und welche Bedeutung Musik bei deren Gestaltung und Entwicklung einnehmen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gruppenentwicklung, der Rolle von Führung vs. Selbstorganisation, der Funktionsweise sozialer Systeme (Normen, Ziele, Emotionen) und der wissenschaftlichen Einordnung von musikpraktischen Methoden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Anforderungen Musik erfüllen muss, um soziale Gruppen bei ihrem Weg zur Funktionalität zu begleiten und zu unterstützen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse. Dabei werden insbesondere handlungstheoretische Ansätze (Theodor Mills) und entwicklungspsychologische Perspektiven (Dieter Sander) herangezogen, um das Gruppenverhalten zu modellieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Entstehung sozialer Systeme in Gruppen sowie eine Analyse spezifischer Modelle des Gruppenwachstums, gefolgt von einer Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Musikpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Fachsprache?

Die Arbeit verwendet Begriffe wie Gruppenprozess, Subsysteme, Normatives System, Ontogenese, Reflexivität, Interaktionssystem und Gruppendynamik.

Warum wird zwischen "Methoden mit Fokus Leitung" und "Methoden mit Fokus Subsysteme" unterschieden?

Diese Unterscheidung ist notwendig, um der unterschiedlichen Ausgangslage von Gruppen gerecht zu werden: Gruppen mit einer expliziten Führungskraft unterliegen anderen Dynamiken als selbstorganisierte Gruppen ohne festen Leiter.

Welche Rolle spielt die Reflexivität für den Erfolg einer Gruppe?

Reflexivität ist entscheidend, da sie der Gruppe ermöglicht, ihre eigene Entwicklung und ihr Handeln zu beobachten, zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen, anstatt rein reaktiv zu agieren.

Welche Rolle spielt der Moderator/Gruppenleiter in der "prä-ödipalen Phase"?

In dieser Phase ist der Gruppenleiter als stabile Bezugsperson essenziell, die Aggressionen aushalten muss, ohne diese persönlich zu nehmen, um der Gruppe Sicherheit und Orientierung zu geben.

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Details

Titel
Wie kann Musik die Gruppenbildung unterstützen? Modelle und Interpretationen des Gruppenprozesses
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Veranstaltung
Erziehung
Note
1,0
Autor
Dipl.-Berufspäd. Amelie Morr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V1254781
ISBN (PDF)
9783346694553
ISBN (Buch)
9783346694560
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handlungstheorie Ontogenese Gruppe als System
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Berufspäd. Amelie Morr (Autor:in), 2013, Wie kann Musik die Gruppenbildung unterstützen? Modelle und Interpretationen des Gruppenprozesses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254781
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Leseprobe aus  18  Seiten
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