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Berichterstattung und Reaktionen der Bevölkerung 1935

"Der Stürmer“, der "Völkische Beobachter" und die Stimmungsberichte der Sopade

Titel: Berichterstattung und Reaktionen der Bevölkerung 1935

Hausarbeit , 2017 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit sollen die diversen und vielschichtigen Reaktionen der Bevölkerung im Jahre 1935, die von antisemitischer Ideologie über Indifferenz zur Opposition des Regimes reichen, aufgezeigt und mit den Artikeln der Zeitungen verglichen werden. Hierfür werden verschiedene Stimmungsberichte zu Hilfe genommen. Ausgewählte Daten des Jahres 1935 werden anhand von Zeitungen der NS-Presse und Stimmungsberichten beleuchtet. Aufgrund des Umfangs der Arbeit wurden hierfür die Zeitungen „Der Stürmer“ und die norddeutsche Ausgabe des „Völkischen Beobachters“ sowie die Stimmungsberichte der Sopade ausgewählt.

Die Stimmungsberichte des Regimes werden nicht verwendet, da diese nicht getreu die Stimmung der Bevölkerung abbilden, sondern vielmehr als ein Medium zur Beeinflussung des politischen Entscheidungsprozesses dienten. Weiterhin artikulierten die Bürger oft nicht ihre wahre Meinung, da sie Bespitzelungen fürchten mussten. Die ausgewählten Quellen sollen dann sowohl auf Authentizität geprüft werden, als auch sprachlich analysiert und untereinander verglichen werden. Bevor diese Analyse geschieht, werden allerdings erst kurz Medien während des Nationalsozialismus im Allgemeinen erörtert und die ausgewählten Quellen näher erläutert.

Für die folgende Ausarbeitung hat sich unter anderem das Buch „Davon haben wir nichts gewusst!“ von Peter Longerich als besonders nützlich erwiesen, da dieser in seinem Werk auch verschiedene Zeitungen und Stimmungsberichte im Jahre 1935 betrachtet. Neben Longerich haben sich allerdings nicht viele andere Wissenschaftler detailliert mit dem Jahr 1935 und besonders der Presse in dem Jahr auseinandergesetzt, weswegen es sicherlich interessant ist, dieses Thema näher zu beleuchten. Während z. B. das Jahr 1938 und die Pogrome des Jahres ausgiebig erforscht wurden, ist über die Kurfürstendammkrawalle, die auch Pogrome großer Popularität waren, verhältnismäßig wenig zu lesen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Methodik

2.1 Medien im NS

2.2 Der Stürmer

2.3 Der Völkische Beobachter

2.4 Die Deutschland-Berichte der Sopade

3. Ausschreitungen und Krawalle – Der Weg zu den Nürnberger Gesetzen

3.1 Berichterstattung der Presse

3.2 Reaktionen der Bevölkerung

3.3 Die „Kurfürstendammkrawalle“

3.3.1 Berichterstattung der Presse

3.3.2 Reaktionen der Bevölkerung

4. Die Nürnberger Gesetze

4.1 Berichterstattung der Presse

4.2 Reaktionen der Bevölkerung

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der nationalsozialistischen Pressepolemik und der tatsächlichen Stimmung in der deutschen Bevölkerung im Jahr 1935. Das Hauptziel besteht darin, die These einer totalen Massenmanipulation durch NS-Medien anhand zeitgenössischer Quellen zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit die Bevölkerung die antisemitische Propaganda des Regimes tatsächlich teilte, ablehnte oder ihr gegenüber gleichgültig blieb.

  • Einfluss nationalsozialistischer Presseorgane wie „Der Stürmer“ und „Völkischer Beobachter“ auf die öffentliche Meinung.
  • Analyse der Deutschland-Berichte der Sopade als alternative Stimmungsquelle.
  • Untersuchung der Reaktionen der Bevölkerung auf frühneuzeitliche Ausschreitungen und die "Kurfürstendammkrawalle".
  • Bewertung der Rolle der NS-Presse im Prozess bis zur Verkündung der Nürnberger Gesetze.
  • Methodische Einordnung der Wirksamkeit nationalsozialistischer Propaganda im Jahr 1935.

Auszug aus dem Buch

3.3 Die „Kurfürstendammkrawalle“

Am 15. und am 16. Juli versammelte sich vor einem am Kurfürstendamm gelegenen Kino, in dem der antisemitische Film „Petterson und Bendel“ gezeigt wurde, eine größere Menge regimehöriger Menschen, die sowohl Passanten jüdischer Abstammung, als auch jüdische Gäste in Lokalen tätlich attackierte. Initiiert wurden die Krawalle durch Goebbels, der in der Zeitung „Der Angriff“ zu jenen Ausschreitungen aufrief.

3.3.1 Berichterstattung der Presse

Der Stürmer veränderte sich inhaltlich und sprachlich nicht in den Monaten, die zwischen dem März und dem Juli 1935 liegen. Rasseschänder, Vergehen an Mädchen oder Frauen durch die Juden und die anderen in Kapitel 2.1 genannten Motive sind weiterhin vertreten, auch der denunziatorische Charakter wurde beibehalten. Bei dem Völkischen Beobachter hingegen ist eine Veränderung zu erkennen. Definitiv ist mehr antisemitisches Gedankengut in die Artikel eingeflossen. Ist der VB in der Hinsicht des radikalen Antisemitismus noch weit von dem Stürmer entfernt, so gibt es doch auf allen Titelseiten der vier untersuchten Ausgaben Artikel, die sich mit Juden auseinandersetzen oder Überschriften, die auf antisemitische Artikel der nächsten Seiten verweisen. Auf der Ausgabe vom 21. Juli prangt sogar die mit Abstand größte und dick unterstrichene Überschrift der Seite „Der Jude als Verbrecher“. Im Vergleich dazu: Bei keiner der 3 untersuchten Ausgaben des VB im März gibt es einen Artikel auf der Titelseite, der von Juden handelt. Auch unterscheiden sich die Ausgaben des Völkischen Beobachters im Juli von denen, die im März erschienen sind insoweit, als die Ausschreitungen thematisiert werden. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Kurfürstendammkrawalle für große Aufmerksamkeit gesorgt haben. In der Ausgabe vom 19. Juli wird unter der Überschrift „Sensationskomplex“ die „jüdisch beherrschte Presse“ kritisiert, die Krawalle werden durch Verharmlosung legitimiert. Man habe lediglich ein paar provozierende Juden, die vergaßen, wie sie sich zu benehmen haben, wenn man Gastfreundschaft genießt und die alle höflichen Ermahnungen zu Anstand und Bescheidenheit absolut nicht verstehen wollen, einmal etwas handgreiflich zur Ordnung [gemahnt, M.S.].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einleitung in die antisemitische Kampagne des Jahres 1935 und die Einführung der Nürnberger Gesetze im Kontext zeitgenössischer Presse und Bevölkerungswahrnehmung.

2. Methodik: Erörterung der quellenkritischen Vorgehensweise, insbesondere der Vergleich von NS-Parteipresse mit den vertraulichen Deutschland-Berichten der Sopade.

3. Ausschreitungen und Krawalle – Der Weg zu den Nürnberger Gesetzen: Untersuchung der Radikalisierung der antisemitischen Hetze in der Presse und die Reaktion der Bevölkerung auf antijüdische Ausschreitungen des Frühjahrs und Sommers 1935.

4. Die Nürnberger Gesetze: Analyse der offiziellen Darstellung der Rassegesetze in der NS-Presse im September 1935 und die gegensätzliche Wahrnehmung innerhalb der Bevölkerung.

5. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Feststellung, dass die NS-Propaganda keine flächendeckende Massenmanipulation erreichte, sondern die Stimmung der Bevölkerung diffus und distanziert blieb.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Antisemitismus, NS-Presse, Stimmungsberichte, Sopade, Nürnberger Gesetze, Kurfürstendammkrawalle, Propaganda, Volksmeinung, Widerstand, Ausgrenzung, Judenverfolgung, Medienwirkungsforschung, Radikalisierung, NS-Regime

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Jahr 1935 und hinterfragt die Wirkung der nationalsozialistischen Propaganda auf die deutsche Bevölkerung im Kontext der Judenpolitik und der Einführung der Nürnberger Gesetze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Rolle der NS-Parteipresse ("Der Stürmer", "Völkischer Beobachter"), die Auswertung von Sopade-Berichten und das Spannungsfeld zwischen staatlich verordnetem Antisemitismus und der tatsächlichen Haltung der Bürger.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage prüft, ob die propagandistische Agitation des NS-Regimes im Jahr 1935 zu einer tatsächlichen Massenmanipulation führte oder ob der Bevölkerung ein kritisches Distanzierungsvermögen gegenüber den antijüdischen Maßnahmen erhalten blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die NS-Zeitungsartikel mit den Deutschland-Berichten der Sopade vergleicht und diese Ergebnisse unter Einbeziehung der modernen Medienwirkungsforschung bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Analysen: Er beleuchtet die Presseberichterstattung und Volksstimmung während der Ausschreitungen im März 1935, die Kurfürstendammkrawalle im Juli sowie die propagandistische Aufarbeitung der Nürnberger Gesetze im September.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Nationalsozialismus, Antisemitismus, NS-Presse, Volksmeinung, Sopade-Berichte, Kurfürstendammkrawalle sowie die Nürnberger Gesetze.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung des "Stürmers" von der des "Völkischen Beobachters"?

Während der "Stürmer" durchgängig extrem polemisch und denunziatorisch gegen Juden hetzte, agierte der "Völkische Beobachter" sprachlich sachlicher, passte sich jedoch im Jahresverlauf der zunehmenden Radikalisierung des Regimes an.

Was sagen die Sopade-Berichte über die Wirksamkeit der NS-Propaganda aus?

Die Berichte deuten darauf hin, dass die Propaganda auch 1935 keine einheitliche "Volksgemeinschaft" erzeugte; viele Menschen begegneten den antisemitischen Kampagnen mit kritischer Distanz, Skepsis oder Ablehnung.

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Details

Titel
Berichterstattung und Reaktionen der Bevölkerung 1935
Untertitel
"Der Stürmer“, der "Völkische Beobachter" und die Stimmungsberichte der Sopade
Hochschule
Universität Münster
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V1254808
ISBN (PDF)
9783346692504
ISBN (Buch)
9783346692511
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berichterstattung reaktionen bevölkerung stürmer völkische beobachter stimmungsberichte sopade
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Berichterstattung und Reaktionen der Bevölkerung 1935, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254808
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Leseprobe aus  20  Seiten
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