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Die Eroberung Jerusalems 1099. Lateinische und arabische Berichte im Vergleich

Title: Die Eroberung Jerusalems 1099. Lateinische und arabische Berichte im Vergleich

Term Paper , 2018 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Ziel dieser Arbeit ist es, die lateinischen und die arabischen Berichte der Eroberung Jerusalems 1099 durch die Kreuzfahrer vorzustellen, zu untersuchen und zu vergleichen. Um dies möglichst übersichtlich zu gestalten, soll der historische Kontext der Eroberung Jerusalems nicht in der Einleitung, sondern in dem zweiten Kapitel dargelegt werden. Nachdem die Eroberung also kontextualisiert wurde, soll mit den lateinischen Berichten begonnen werden, um diese dann anschließend in Kapitel vier mit den arabischen Berichten zu kontrastieren, aber auch um Gemeinsamkeiten zu finden.

Hierbei sollen auch arabische Quellen verwendet werden, die bisher weniger Beachtung in der Forschung erfahren haben. Zuletzt soll ein Urteil gewagt werden: War das Massaker von solch großem Ausmaß, dass es eine bedeutende Zäsur der arabischen Welt darstellt? Schließlich waren die Jahre 1092-1094 äußerst katastrophal für die muslimische Welt von Ägypten bis Afghanistan, da neben anderen Katastrophen alle großen politischen Akteure starben. Ob der Fall Jerusalems im Lichte dieser Unglücke von so großer Bedeutung für die arabische Welt war, ist also fraglich und soll im Folgenden untersucht werden.

Autoren, die von großer Wichtigkeit für diese Arbeit waren, weil sie ausgiebige Forschungen zu dem Ersten Kreuzzug angestellt und Thesen bezüglich der Ausmaße des Massakers in Jerusalem 1099 aufgestellt haben, sind Konrad Hirschler, John France und Benjamin Kedar. Als besonders hilfreich erwies sich der Aufsatz Hirschlers, da sich in diesem, neben diversen guten Argumenten, auch Übersetzungen von Textpassagen, die bisher noch nicht aus dem arabischen übersetzt wurden, finden lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der historische Kontext der Eroberung Jerusalems

3. Die lateinische Perspektive

4. Die arabische Perspektive

5. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß und die Wahrnehmung des Massakers während der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 durch einen vergleichenden Blick auf lateinische und arabische zeitgenössische Berichte, um zu hinterfragen, ob dieses Ereignis tatsächlich eine Zäsur in der arabischen Welt darstellte.

  • Vergleich von lateinischen Augenzeugenberichten und arabischen Chroniken.
  • Analyse der literarischen Topoi und der Rolle der „Blutsprache“ in der Geschichtsschreibung.
  • Untersuchung der Bedeutung Jerusalems im zeitgenössischen islamischen Kontext.
  • Kritische Reflexion über die Forschungsthese zur Einzigartigkeit des Massakers.
  • Aufzeigen der Entwicklung eines späteren islamischen Narrativs der Kreuzzüge.

Auszug aus dem Buch

3. Die lateinische Perspektive

Aufgrund des Umfangs dieser Arbeit werden für das Untersuchen der lateinischen Perspektive die Berichte der Autoren Raimund von Aguilers und Petrus Tudebodus sowie das Werk Gesta Francorum eines anonymen Autors verwendet. Alle drei Berichte stammen von Augenzeugen. Dies muss allerdings nicht bedeuten, dass die Autoren zwangsläufig Augenzeugenberichte geschrieben haben und schreiben wollten: Die Gesta Francorum et aliorum Hierosolimitanorum orientieren sich nicht am Genre eines Augenzeugenberichts, stattdessen ist die Intention des anonymen Autors, eine autoritative, umfassende Geschichte des Kreuzzugs niederzuschreiben. Deswegen betont der Verfasser auch nicht so häufig wie Raimund von Aguilers, dass die erzählten Geschehnisse faktisch wahr sind. Ebenso wenig versucht die anonyme Person, Eingaben der eigenen Fantasie zu verstecken, im Gegensatz zu Raimund von Aguilers. Der Autor war Teil der Armee Bohemunds, Rosalind Hill vermutet in ihrer ausschlaggebenden Edition des Tatenberichts, dass der Autor Ritter war. Geschrieben wurden die Gesta Francorum, lateinisch für „die Taten der Franken“, wahrscheinlich unmittelbar nach der Eroberung Jerusalems. Nicht nur für heutige Forscher*innen sind die Gesta Francorum von zentraler Wichtigkeit: Auch Raimund von Aguilers zog vermutlich den Tatenbericht für die Fertigung seines eigenen Berichtes heran.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Überlieferung zum Massaker bei der Eroberung Jerusalems ein und stellt die methodische Herangehensweise des Quellenvorstellens sowie den Forschungsstand dar.

2. Der historische Kontext der Eroberung Jerusalems: Dieses Kapitel skizziert den militärischen Verlauf des Ersten Kreuzzugs ab der Einnahme Antiochias bis zur Belagerung und Einnahme Jerusalems durch die Kreuzfahrer.

3. Die lateinische Perspektive: Der Fokus liegt auf der Analyse der Berichte von Raimund von Aguilers, Petrus Tudebodus und der Gesta Francorum, wobei besonders literarische Traditionen und die Darstellung der Gewalt untersucht werden.

4. Die arabische Perspektive: Das Kapitel kontrastiert die syrische, ägyptische und irakische Historiographie, um aufzuzeigen, wie differenziert die arabische Welt auf die Eroberung blickte und warum das „Massaker“ als Narrativ unterschiedlich gewichtet wurde.

5. Conclusio: Abschließend wird resümiert, dass das Massaker weniger ein historisch singuläres Ereignis als vielmehr ein Teil der damaligen Kriegspraxis war und die spätere Bedeutung vor allem im Kontext eines religiösen Narrativs entstand.

Schlüsselwörter

Erster Kreuzzug, Eroberung Jerusalems 1099, Massaker, lateinische Quellen, arabische Historiographie, Gesta Francorum, Ibn al-Athīr, religiöse Symbolik, Kriegspraxis, Forschungsgeschichte, Blutsprache, islamisches Narrativ, Kreuzfahrer, Wahrnehmung, Zäsur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Überlieferung der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099, mit besonderem Fokus auf die Beschreibung eines Massakers und dessen tatsächliche Wahrnehmung in der lateinischen und arabischen Welt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Auswertung zeitgenössischer Chroniken, dem Vergleich divergierender westlicher und östlicher Quellen sowie der kritischen Hinterfragung des Ausmaßes der Gewalt.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob das Massaker von 1099 als singuläre Zäsur in der arabischen Welt zu betrachten ist oder ob diese Wahrnehmung eher einem späteren, ideologisch geprägten Narrativ entspringt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine historiographische Quellenanalyse, die durch den Vergleich und die methodische Einordnung primärer lateinischer und übersetzter arabischer Quellentexte erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Kontextes, die detaillierte Analyse lateinischer Augenzeugenberichte und die systematische Untersuchung verschiedener arabischer Geschichtsschreibungen (syrisch, ägyptisch, irakisch).

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Zentrale Begriffe sind Kreuzzug, Jerusalemer Eroberung, Quellenvergleich, Geschichtsschreibung, Kriegspraxis und Historiographie.

Welche Rolle spielen die "Gesta Francorum" in der Untersuchung?

Sie dienen als eine der wesentlichen lateinischen Grundlagen, deren Intention und literarische Ausgestaltung in Bezug auf das Massaker kritisch mit anderen Berichten kontrastiert werden.

Warum wird betont, dass die arabische Perspektive divers ist?

Die Autorin zeigt auf, dass es – entgegen einem oft simplifizierten Bild – kein einheitliches islamisches Narrativ gab; einige Autoren erwähnen das Ereignis kaum, während andere es später für jihad-propagandistische Zwecke instrumentalisierten.

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Details

Title
Die Eroberung Jerusalems 1099. Lateinische und arabische Berichte im Vergleich
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
17
Catalog Number
V1254822
ISBN (PDF)
9783346692085
ISBN (Book)
9783346692092
Language
German
Tags
eroberung jerusalems lateinische berichte vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Die Eroberung Jerusalems 1099. Lateinische und arabische Berichte im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254822
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