Wie sinnvoll sind die im Wassersektor des landwirtschaftlich geprägten Mekong-Deltas getroffenen Maßnahmen gegen die klimatischen Veränderungen?
Das Ziel dieser Arbeit ist eine Beurteilung der im landwirtschaftlichen Wassersektor im Mekong-Delta implementierten Maßnahmen rund um den Klimawandel zu tätigen. Der Weg zu diesem Ziel gestaltet sich zunächst historisch, bevor ich mich auf die aktuelle Wassernutzung beziehe und im Anschluss Veränderungen der Gesellschaft und Umwelt unter die Lupe nehme. Erst dann nehme ich den Kontext des Klimawandels hinzu und konzentriere mich auf umweltliche Gefahren, gesellschaftliche Ansichten und die auf unterschiedlichen Ebenen stattfindenden Maßnahmen gegen den Klimawandel in der Landwirtschaft. Im letzten Schritt gebe ich eine auf die zuvor angeführte Literatur basierende und belegte Beurteilung und somit eine Beantwortung meiner Leitfrage ab.
Die ‚traditionelle‘ Wassernutzung in der Landwirtschaft repräsentiert gleichzeitig die Beziehung zu und das Verständnis von Natur. In Anbetracht des Klimawandels finde ich es wichtig, eine Untersuchung des Sachverhalts nahe der Natur und dem Naturverständnis zu gestalten, um im letzten Schritt die Leitfrage besser und aus möglichst vielen Blickwinkeln beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema
2. ‚Traditionelle‘ Wassernutzung und Landwirtschaft
3. Umstrukturierung der Landwirtschaft im Mekong-Delta
4. Aktuelle landwirtschaftliche Wassernutzung
4.1. Reisanbau
4.2. Aquakultur
4.3. Hydropower
5. Soziale Veränderungen
5.1. Neudefinierung: Haushalt und Lebensunterhalt
5.2. Soziale Spaltung, Armut & Urbanisierung
5.3. Veränderung der Geschlechterrollen
5.4. Beziehung zur Natur & Naturverständnis
6. Umweltliche Veränderungen und Schäden durch die landwirtschaftliche Nutzung
6.1. Eingriff in die landwirtschaftlichen Gegebenheiten
6.2. Wasserqualität & -verfügbarkeit
6.3. Abnehmende Bodenfruchtbarkeit
6.4. Urbane Umweltschäden
6.5. Biodiversitätsverlust
7. Vom Klimawandel ausgelöste Gefahren für das Mekong-Delta
8. Gesellschaftliche Wahrnehmungen & Ansichten
8.1. ‚Environmental Awareness‘
8.2. Vulnerabilität & Resilienz
8.3. ‚Awareness of Risk‘ & Risikomanagement
9. Maßnahmen gegen den Klimawandel
9.1. Auf Regierungsebene
9.2. Auf institutioneller Ebene
9.3. Auf individueller Ebene
10. Fazit: Wie sind die im landwirtschaftlichen Wassersektor im Mekong-Delta implementierten Maßnahmen rund um den Klimawandel zu beurteilen?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Hauptziel, die im landwirtschaftlichen Wassersektor des Mekong-Deltas implementierten Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels kritisch zu bewerten und die Forschungsfrage zu beantworten, wie sinnvoll diese Maßnahmen in einem landwirtschaftlich geprägten Kontext sind.
- Historische Transformation der Landwirtschaft im Mekong-Delta
- Wechselwirkungen zwischen Wassernutzung, Klimawandel und Umweltveränderungen
- Analyse sozialer Auswirkungen von wirtschaftlichen Reformen und Klimawandel
- Bewertung von Anpassungsstrategien auf verschiedenen politischen und individuellen Ebenen
Auszug aus dem Buch
3. Umstrukturierung der Landwirtschaft im Mekong-Delta
„The delta’s current environment is very much a product of engineering decisions from the colonial times, the Cold War, and the more recent past, and naturally they significantly constrain the development plans of today” (Käkönen 2008: 211). Aus diesem Grund ist es ein wichtiger Argumentationsschritt, die Umstrukturierung, die die Landwirtschaft im Mekong-Delta erfahren hat, zu beleuchten.
Der Ausgangspunkt der Umstrukturierung im Mekong-Delta begann vor etwa 200 Jahren und hat bis heute ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen (Käkönen 2008: 205). Im Mittelpunkt der Umstrukturierung stand die Landwirtschaft, die anfangs noch auf der ‚traditionellen‘ extensiven Subsistenzwirtschaft in Anpassung an die Natur basierte. Ab der Ankunft der französischen Kolonisator*innen erfährt die Landwirtschaft Transformationen in Richtung westlicher Werte (Vgl. Miller 2014: 313), allerdings spricht sich Käkönen dafür aus, dass Wasser bereits vor der französischen Kolonialzeit als eine Ressource mit viel Potenzial gesehen wurde: „The project of ‚civilizing‘ nature […] had already started in precolonial times, but it intensified significantly under French colonial rule.“ (Käkönen 2008: 206). Durch die französische Herrschaft wurde Vietnam in die globale Marktstruktur eingebunden. Ungleicher Landbesitz wurde etabliert und durch die Einbindung in den globalen Markt nahm die bisher Subsistenz-Landwirtschaft ab. Die Produktionsweise wurde mehr und mehr intensiviert, es wurden großflächige Reisfelder angelegt und eine Kanalinfrastruktur für eine bessere Bewässerung ausgebaut. Um auf globaler Ebene erfolgreicher zu sein, erfuhr die Landwirtschaft im Mekong-Delta demzufolge eine Kommerzialisierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die Bedeutung des Mekong-Deltas für Vietnam und Formulierung der Forschungsfrage zur Beurteilung der Klimawandel-Maßnahmen.
2. ‚Traditionelle‘ Wassernutzung und Landwirtschaft: Untersuchung der historischen Mensch-Natur-Beziehung und der Bedeutung traditionellen Wissens im Vergleich zu modernen Konzepten.
3. Umstrukturierung der Landwirtschaft im Mekong-Delta: Analyse der historischen Entwicklung von der Subsistenzwirtschaft zur kommerziellen, technisch geprägten Landwirtschaft durch koloniale und politische Einflüsse.
4. Aktuelle landwirtschaftliche Wassernutzung: Detaillierte Darstellung der dominanten Landnutzungsformen wie Reisanbau, Aquakultur und die Rolle der Wasserkraft.
5. Soziale Veränderungen: Diskussion der Auswirkungen wirtschaftlicher Reformen auf Haushaltsstrukturen, soziale Ungleichheit, Geschlechterrollen und Naturverständnis.
6. Umweltliche Veränderungen und Schäden durch die landwirtschaftliche Nutzung: Aufzeigen der ökologischen Folgen intensiver Landnutzung, wie Bodenveränderungen, Wasserbelastung und Biodiversitätsverlust.
7. Vom Klimawandel ausgelöste Gefahren für das Mekong-Delta: Betrachtung der spezifischen Risiken durch den Klimawandel, wie Meeresspiegelanstieg und Extremwetterereignisse.
8. Gesellschaftliche Wahrnehmungen & Ansichten: Analyse des Risikobewusstseins sowie der Konzepte von Vulnerabilität und Resilienz innerhalb der Bevölkerung.
9. Maßnahmen gegen den Klimawandel: Evaluierung der Klimaanpassungsstrategien auf Regierungs-, Institutions- und individueller Ebene sowie deren Wirksamkeit und Herausforderungen.
10. Fazit: Wie sind die im landwirtschaftlichen Wassersektor im Mekong-Delta implementierten Maßnahmen rund um den Klimawandel zu beurteilen?: Zusammenfassende Beurteilung und kritische Reflektion der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen unter Berücksichtigung der Zukunftsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Mekong-Delta, Klimawandel, Landwirtschaft, Wassernutzung, Resilienz, Vulnerabilität, Vietnam, Landwirtschaftliche Transformation, Nachhaltigkeit, Anpassung, Hydropower, Aquakultur, Reisanbau, Sozialer Wandel, Umweltpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser ethnologischen Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Klimawandel, der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung und den daraus resultierenden sozialen sowie ökologischen Veränderungen im Mekong-Delta in Vietnam.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Zentrale Themen sind die historische Transformation der Landwirtschaft, der Einfluss von Wasserkraftprojekten, soziale Disparitäten, die Wahrnehmung von Umweltrisiken durch die Bevölkerung und staatliche Klimaanpassungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie die im landwirtschaftlichen Wassersektor implementierten Maßnahmen rund um den Klimawandel zu beurteilen sind und inwiefern diese zur nachhaltigen Resilienz der Region beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Analyse ethnographischer Studien, um aus verschiedenen Blickwinkeln – von der Regierungs- bis zur individuellen Ebene – Argumente für das Fazit abzuleiten.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung im Fokus?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Umstrukturierung der Landwirtschaft seit der Kolonialzeit, die Umweltschäden durch intensive Bewirtschaftung (z.B. Schadstoffe, Sedimentation) und die Wirksamkeit politischer Institutionen bei der Klimaanpassung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Transformation des Mekong-Deltas, lokale Wissensformen versus technokratische Steuerung, Vulnerabilität der kleinbäuerlichen Bevölkerung und das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Wachstum und ökologischer Nachhaltigkeit.
Wie wirkt sich laut der Autorin der Bau von Dämmen auf die lokale Bevölkerung aus?
Während Dämme kurzfristig Schutz vor Fluten bieten und Wasserregulierung ermöglichen, führen sie langfristig zu unerwünschten Folgen wie dem Ausbleiben fruchtbarer Sedimente, sinkenden Wasserspiegeln und einer erhöhten Abhängigkeit der ärmeren Bevölkerungsschichten.
Welche Rolle spielt die Einbindung der Bevölkerung bei der Klimaanpassung?
Die Arbeit betont, dass Anpassung an den Klimawandel „von unten“ kommen muss, da die direkt betroffene Bevölkerung – insbesondere Landwirt*innen – die Folgen am stärksten spürt und ihre Resilienz durch Eigeninitiative und organisierte Gemeinschaften maßgeblich gestärkt werden kann.
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- Mareike Schweizer (Autor), 2021, Klimawandelbedingte Maßnahmen im landwirtschaftlichen Wassersektor im Mekong-Delta, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254849