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Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe. Und dann?

Über die Möglichkeiten der schulischen oder beruflichen Reintegration von Klient*innen in Multiproblemlagen im Kontext des §19 SGB VIII

Titel: Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe. Und dann?

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anissa Finkelnburg (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Möglichkeiten der schulischen oder beruflichen Reintegration von Klient*innen in Multiproblemlagen gibt es, die mit ihren Kindern nach § 19 SGB VIII in einer vollstationären Wohnform untergebracht sind – und wie kann diese Reintegration gelingen?

„MuVaKi – und dann?“: Die MuVaKi steht abgekürzt für „Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe“ und bezeichnet verschiedene Wohnformen, die im Rahmen des § 19 des achten Sozialgesetzbuches Leistungen für Mütter, Väter und deren Kinder anbieten. In erster Linie sollen diese der Förderung der Erziehung in Familien dienen, in denen alleinerziehende Mütter und Väter für mindestens ein Kind unter sechs Jahren zu sorgen haben und zu einer eigenständigen Lebensführung mit dem Kind aktuell nicht in der Lage sind und die Mütter oder Väter dabei unterstützen, Kompetenzen in der selbstständigen Lebensführung und in der Erziehung und Pflege ihrer Kinder zu erlernen.

Die Autorin arbeitet selbst in einer vollstationären, therapeutischen Mutter/ Vater-Kind-Wohngruppe mit acht Plätzen für Schwangere und Mütter bzw. Väter mit teilweise vorhandener psychischer Beeinträchtigung und deren Kindern. Neben der 24-Stunden-Dienste und der damit verbundenen Betreuung und Beratung der Klient*innen in ihrem Alltag, ist es auch Aufgabe der Fachkräfte, mit den Müttern und Vätern eine schulische oder berufliche Perspektive zu erarbeiten (§ 19 Abs. 2 SGB VIII). Dies gestaltet sich im problembehafteten Alltag der hochbelasteten Klient*innen als schwierig.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Kinder- und Jugendhilfe – ein kurzer Überblick

2.1 Gemeinsame Wohnformen für Mütter/ Väter und Kinder (§19 SGB VIII)

3 Zwischen Hilfe und Kontrolle: das „doppelte Mandat“ der Kinder- und Jugendhilfe

3.1 Familien in Multiproblemlagen zwischen Hilfe und Kontrolle in den stationären Hilfen nach §19 SGB VIII

4 Aufnahme einer Schul- oder Berufsausbildung im Kontext des §19 SGB VIII

4.1 Angebote zur Aufnahme einer schulischen Ausbildung

4.2 Angebote zur Aufnahme oder Vorbereitung einer beruflichen Ausbildung

4.2.1 Berufsvorbereitungsmaßnahmen

4.2.2 Berufsausbildung

4.3 Möglichkeiten für Klient*innen nichtdeutscher Muttersprache

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, welche Möglichkeiten der schulischen oder beruflichen Reintegration für Klient*innen in Multiproblemlagen bestehen, die mit ihren Kindern nach §19 SGB VIII in einer vollstationären Wohnform untergebracht sind, und wie dieser Prozess unter dem Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle gestaltet werden kann.

  • Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe und des §19 SGB VIII
  • Das Spannungsverhältnis zwischen Hilfeleistung und Wächteramt
  • Herausforderungen für Familien in sogenannten Multiproblemlagen
  • Methodische Ansätze zur Stabilisierung und Perspektiventwicklung im Zwangskontext
  • Konkrete Bildungs- und Ausbildungsangebote in Berlin

Auszug aus dem Buch

3 Zwischen Hilfe und Kontrolle: das „doppelte Mandat“ der Kinder- und Jugendhilfe

„Von der Jugendhilfe als Dienstleistung zu sprechen, erweist sich (..) als Euphemismus: auch die Gewährung von Jugendhilfeleistungen kann in einem eindeutigen Zwangskontext stehen, wenn die Eltern bspw. die Hilfe erst dann annehmen, wenn sie entweder durch äußeren Druck (Schule, Kindergarten, Nachbarschaft) dazu gezwungen werden oder sie durch die Fachkräfte des Jugendamtes selbst einer ,freiwilligen’ Hilfe zustimmen.” (Dahme/ Wohlfahrt 2018, S. 230)

Thema dieses Kapitels ist das „doppelte Mandat“ der Kinder- und Jugendhilfe, in dem sie sich durch ihre primäre Funktion der Hilfeleistung und der sekundären Funktion des Wächteramtes in einem permanenten Spannungsverhältnis befindet. Dabei soll es auch um die Perspektive der Hilfeempfangenden gehen.

Wie unter Punkt 1 herausgearbeitet, ist die Grundlage der Kinder- und Jugendhilfe in erster Linie die Bereitstellung von Hilfen und Schaffung von Bedingungen für gelingende Elternschaft (vgl. Brenzen/ Bruder 2018, S. 139). Durch die gleichzeitige Pflicht zur Überwachung der Elternpflicht (§1 Abs. 2 SGB VIII) legitimiert der Staat das Einmischen in das Erziehungsrecht von Eltern oder Erziehungsberechtigten durch die Kinder- und Jugendhilfe. Je nach Unterstützungsbedarf könne die staatliche Hilfe von den Familien jedoch als eine helfende oder kontrollierende und „jede helfende Maßnahme auch als kontrollierende wahrgenommen werden” (Dahme/ Wohlfahrt 2018, S. 220). Da nicht jede „Hilfe“ auch von den Familien gewünscht sei, könne Soziale Arbeit immer auch als Eingriff und Einmischung in private Lebensverhältnisse gesehen werden (ebenda, S.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, beleuchtet die Rolle der Autorin im Kontext einer Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe und formuliert die Forschungsfrage zur schulischen oder beruflichen Reintegration.

2 Die Kinder- und Jugendhilfe – ein kurzer Überblick: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und das Ziel der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere im Hinblick auf das Wächteramt und die Hilfe zur Selbsthilfe.

2.1 Gemeinsame Wohnformen für Mütter/ Väter und Kinder (§19 SGB VIII): Hier werden die stationären Hilfsangebote für Eltern in schwierigen Lebenslagen sowie deren Zielsetzungen detailliert dargestellt.

3 Zwischen Hilfe und Kontrolle: das „doppelte Mandat“ der Kinder- und Jugendhilfe: Das Kapitel analysiert das Spannungsfeld, in dem sich die soziale Arbeit bewegt, wenn Hilfeleistung und staatliche Überwachung aufeinandertreffen.

3.1 Familien in Multiproblemlagen zwischen Hilfe und Kontrolle in den stationären Hilfen nach §19 SGB VIII: Fokus auf die besondere Situation hochbelasteter Familien und die Notwendigkeit, eine wertschätzende Haltung im Zwangskontext einzunehmen.

4 Aufnahme einer Schul- oder Berufsausbildung im Kontext des §19 SGB VIII: Es wird erörtert, warum die Alltagsstabilisierung vor der beruflichen Reintegration stehen muss und welche Voraussetzungen dafür nötig sind.

4.1 Angebote zur Aufnahme einer schulischen Ausbildung: Vorstellung von Wegen zum Nachholen von Schulabschlüssen wie der Berufsbildungsreife oder dem Mittleren Schulabschluss.

4.2 Angebote zur Aufnahme oder Vorbereitung einer beruflichen Ausbildung: Überblick über berufsvorbereitende Maßnahmen und verschiedene Wege in die Ausbildung.

4.2.1 Berufsvorbereitungsmaßnahmen: Vorstellung spezifischer Projekte wie der integrierten Berufsausbildungsvorbereitung zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt.

4.2.2 Berufsausbildung: Erläuterung der dualen Ausbildung und spezieller Berliner Programme zur Vermittlung.

4.3 Möglichkeiten für Klient*innen nichtdeutscher Muttersprache: Übersicht über spezifische Kurse und Angebote zur Sprachförderung sowie Abschlusserlangung für Migrant*innen.

5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und methodische Implikationen für die tägliche Arbeit in Wohngruppen.

Schlüsselwörter

MuVaKi, §19 SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe, doppeltes Mandat, Multiproblemlagen, Hilfe und Kontrolle, stationäre Hilfe, schulische Reintegration, Berufsausbildung, Elternverantwortung, Kindeswohl, Stabilisierung, systemischer Ansatz, Berlin, Bildungsperspektiven.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen, Klient*innen in vollstationären Mutter-Vater-Kind-Wohngruppen (§19 SGB VIII) schulisch oder beruflich zu reintegrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe, das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle sowie konkrete Wege und Bildungsangebote in Berlin für Klient*innen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Welche Möglichkeiten der schulischen oder beruflichen Reintegration gibt es für Klient*innen in Multiproblemlagen, die nach §19 SGB VIII untergebracht sind, und wie kann diese Reintegration gelingen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie ihre eigene berufliche Erfahrung in einer vollstationären Einrichtung, um die pädagogische Praxis mit theoretischen Ansätzen, etwa von Marie-Luise Conen, zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das „doppelte Mandat“ der Kinder- und Jugendhilfe, beschreibt die Lebenssituation von Familien in Multiproblemlagen und gibt einen Überblick über Berliner Bildungsangebote wie BBR, MSA und duale Ausbildungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen §19 SGB VIII, Multiproblemlagen, doppeltes Mandat, schulische/berufliche Reintegration und pädagogische Fachkraft.

Wie gehen Fachkräfte mit dem Spannungsfeld „Hilfe und Kontrolle“ um?

Die Arbeit empfiehlt eine wertschätzende und vorurteilsbewusste Haltung, die primär auf Vertrauen setzt, um trotz des Zwangskontexts eine gemeinsame Basis für Veränderungen zu schaffen.

Warum ist eine schulische oder berufliche Perspektive bei der Aufnahme oft schwierig?

Klient*innen sind häufig hochbelastet und müssen zunächst durch die Einrichtung in ihrer mentalen und lebenspraktischen Stabilität gefördert werden, bevor weitreichende Bildungsziele angegangen werden können.

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Details

Titel
Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe. Und dann?
Untertitel
Über die Möglichkeiten der schulischen oder beruflichen Reintegration von Klient*innen in Multiproblemlagen im Kontext des §19 SGB VIII
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Veranstaltung
VS Kinder- und Jugendhilfe
Note
2,0
Autor
Anissa Finkelnburg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1254943
ISBN (PDF)
9783346692405
ISBN (Buch)
9783346692412
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder- und Jugendhilfe SGB VIII §19 SGB VIII Mutter-Kind-Wohnen Mutter-Vater-Kind-Wohnen berufliche Perspektive stationäre Wohnformen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anissa Finkelnburg (Autor:in), 2021, Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe. Und dann?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254943
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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