In dieser Arbeit sollen einerseits die aktuelle Lehrer*innenbildung sowie der Aspekt des Selbstverständnisses von Sprachenvielfalt der Lehrenden eine tragende Rolle spielen, um die Herausforderungen der Sprachenvielfalt im Deutschunterricht (DU) näher zu betrachten. Andererseits soll der Blick auf die mit sprachlicher Heterogenität einhergehenden Chancen gerichtet werden, um diese mit den bestehenden Herausforderungen ins Verhältnis setzen zu können. Diesbezüglich sollte danach gefragt werden, ob "Heterogenität nur ein Baustein der Unterrichtsplanung oder zugleich ein Auftrag, sich gesellschaftlicher Ungleichbehandlung entgegenzustellen?"
Heterogenität, Mehrsprachigkeit, der Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt sowie die damit verbundene Differenzierung sind spätestens nach der ersten PISA-Studie und im Sinne unserer heutigen pluralen Gesellschaft in aller Munde. Doch trotz der verstärkten Diskussion zur Umsetzung der damit einhergehenden Differenzierung und individuellen Förderung haben entsprechende Konzepte längst keine flächendeckende Etablierung erfahren können. Aus aktueller Sichtweise nimmt das deutsche Bildungssystem somit wohl keine ausreichende Berücksichtigung der sozialen, kulturellen sowie sprachlichen Aspekte vor. Der Grund dafür liegt oftmals in Befürchtungen, aber auch in tief verankerten Haltungen, indem die Ausrichtung des Unterrichtsgeschehens am Individuum und die Wahrung der (sprachlichen) Heterogenität oftmals als problematisch behafteter Widerspruch betrachtet oder schlichtweg ignoriert wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 (Sprächliche) Heterogenität, Mehrsprachigkeit und deren Einfluss auf die schulische Bildungsinstanz
2.1 Heterogenität als Grundbegriff einer inklusiven Schul- und Unterrichtsforschung
2.1.1 Heterogenität – eine Begriffsbestimmung
2.1.2 Heterogenitätsdimensionen
2.1.3 Umgang mit Heterogenität als Schulentwicklungsaufgabe
2.2 Zum Umgang mit Heterogenität im Deutschunterricht
2.2.1 Individualisierung
2.2.2 Differenzierung
2.2.3 Inklusion
2.2.4 Interkulturelle Bildungsarbeit als Querschnittsaufgabe
2.3 Sprachliche Heterogenität und migrationsbedingte Mehrsprachigkeit
2.3.1 Migrationshintergrund – eine Begriffsbestimmung
2.3.2 Sprachlich-kulturelle Heterogenität
2.3.3 Mehrsprachigkeit und deren Einfluss auf die schulische Bildung
2.3.4 Dimensionen der Mehrsprachigkeit
2.3.5 Die Rolle der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
2.4 Schule und Sprachunterricht in der Migrationsgesellschaft
2.4.1 Zur Bedeutung von Sprache als identitätsstiftendes Element
2.4.2 Migrationsbedingter gesellschaftlicher und schulischer Wandel
2.4.3 Auswirkungen auf das berufliche Handlungsfeld der Lehrer*innen
3 Konzepte zur Unterrichtsgestaltung im Umgang mit sprachlicher Heterogenität im Deutschunterricht
3.1 Konzepte zur Sichtbarmachung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt
3.1.1 Sprachenportraits als Instrument für das eigene und fremde Spracherleben im Klassenzimmer
3.2 „Deutsch ist vielseitig“ – Aus- und Fortbildungsmodule zur Sprachvariation im urbanen Raum
3.2.1 Dialekttest – ein Quizspiel zu deutschen Dialekten
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sprachliche Heterogenität und Mehrsprachigkeit in den Deutschunterricht integriert werden können, um individuelle Lernprozesse zu fördern. Dabei wird analysiert, inwiefern die Vielfalt der Sprachen als Ressource für inklusives Lernen und zur Identitätsstärkung der Schüler*innen genutzt werden kann, anstatt sie als Defizit zu betrachten.
- Heterogenität als Grundbegriff der Schulforschung
- Individualisierung, Differenzierung und Inklusion
- Die Didaktik der Sprachenvielfalt
- Das Curriculum Mehrsprachigkeit
- Qualifizierung von Lehrkräften im Umgang mit sprachlicher Vielfalt
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Wir steuern in grundlegender Weise um – weg von der selektiven, auf Ausgliederung und Homogenität fixierten, hin zu einer individuell fördernden, an den Stärken der Schülerinnen und Schüler orientierten Schule: Eine Schule, die Unterschiedlichkeit und Heterogenität als Chance begreift, die unter Bildungsgerechtigkeit auch die Verantwortung versteht, jedem [Einzelnen; F.H.] gerecht zu werden.
Heterogenität, Mehrsprachigkeit, der Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt sowie die damit verbundene Differenzierung sind spätestens nach der ersten PISA-Studie und im Sinne unserer heutigen pluralen Gesellschaft in aller Munde. Doch trotz der verstärkten Diskussion zur Umsetzung der damit einhergehenden Differenzierung und individuellen Förderung haben entsprechende Konzepte längst keine flächendeckende Etablierung erfahren können.
Aus aktueller Sichtweise nimmt das deutsche Bildungssystem wohl keine ausreichende Berücksichtigung der sozialen, kulturellen sowie sprachlichen Aspekte vor. Der Grund dafür liegt oftmals in Befürchtungen, aber auch in tief verankerten Haltungen, indem die Ausrichtung des Unterrichtsgeschehens am Individuum und die Wahrung der (sprachlichen) Heterogenität oftmals als problematisch behafteter Widerspruch betrachtet oder schlichtweg ignoriert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, Schule als einen Ort der Bildungsgerechtigkeit zu begreifen, der Heterogenität als Chance erkennt und individuell fördert.
2 (Sprächliche) Heterogenität, Mehrsprachigkeit und deren Einfluss auf die schulische Bildungsinstanz: Dieses Kapitel definiert Heterogenität und erläutert deren Relevanz für den Deutschunterricht in einer migrationsgeprägten Gesellschaft.
3 Konzepte zur Unterrichtsgestaltung im Umgang mit sprachlicher Heterogenität im Deutschunterricht: Es werden konkrete Methoden wie Sprachenportraits und Quizspiele vorgestellt, um sprachliche Vielfalt im Unterricht sichtbar und nutzbar zu machen.
Schlüsselwörter
Heterogenität, Mehrsprachigkeit, Inklusion, Differenzierung, Deutschunterricht, Sprachenportraits, Migration, Sprachvariation, Plurilingualismus, Lehrkräftebildung, Sprachbewusstheit, Sprachliche Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Umgang mit sprachlicher Heterogenität und Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext, insbesondere im Fach Deutsch, unter Berücksichtigung inklusiver Bildungskonzepte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Heterogenität, Konzepte wie Individualisierung und Differenzierung sowie die didaktische Einbindung von Sprachenvielfalt und Herkunftssprachen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Vielfalt als Ressource im Unterricht genutzt werden kann, um individuelle Lernvoraussetzungen zu berücksichtigen und einen inklusiven Bildungsbegriff zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Publikation basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlichen Diskursen, der Analyse von Curricula und der Vorstellung didaktischer Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Heterogenitätsdimensionen und einen anwendungsorientierten Teil, der konkrete Module und Methoden für den Unterricht vorstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heterogenität, Mehrsprachigkeit, Differenzierung, Inklusion und eine ressourcenorientierte Didaktik geprägt.
Warum ist die Einbeziehung der Herkunftssprachen so wichtig?
Die Einbeziehung würdigt die Lebenswirklichkeit der Schüler*innen, stärkt ihre Identität und ist eine notwendige Bedingung für eine inklusive Schule, die niemanden ausgrenzt.
Was wird von Lehrkräften in diesem Kontext erwartet?
Es wird eine professionelle Haltung erwartet, die bereit ist, den monolingualen Habitus zu überwinden und durch spezifische Fortbildungen die Kompetenz für differenzierten Unterricht zu erwerben.
- Arbeit zitieren
- Helene Fraas (Autor:in), 2022, Umgang mit sprachlicher Heterogenität im Deutschunterricht. Analyse der Herausforderungen und Chancen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254957