Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Miscellaneous

Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz am Beispiel gentechnisch veränderter Nahrungsmittel

Title: Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz am Beispiel gentechnisch veränderter Nahrungsmittel

Diploma Thesis , 2000 , 109 Pages , Grade: 1

Autor:in: Martin Gründl (Author)

Psychology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit werden am Beispiel gentechnisch veränderter Lebensmittel Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz anhand einer Stichprobe von 503 Studierenden untersucht.
Dabei wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss das Wissen über gentechnisch veränderte Lebensmittel, die Einstellung zu ihnen, die Präferenz für Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau sowie bestimmte Mediennutzungsgewohnheiten auf Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz
haben und wie diese Variablen untereinander zusammenhängen.
Die Datenerhebung erfolgt an der Universität Regensburg vor und nach einer eigens entwickelten Informationskampagne zum Thema Genfood (mit Informationsblättern, Informationsstand, Schautafel, Homepage) mit Hilfe von Fragebögen. Durch das experimentelle Design soll herausgefunden werden, welchen Einfluss die in der Informationskampagne dargebotene, neutral gehaltene Information auf die gemessenen Variablen hat.
Rund zwei Drittel der Befragten halten das von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ausgehende Risiko für hoch, haben eine insgesamt negative Einstellung zu ihnen und würden entsprechende
Produkte nicht kaufen. Den größten Einfluss auf die Risikoakzeptanz hat die Einstellung zu Genfood – die Präferenz für Produkte aus ökologischen Anbau hat nur einen mäßigen, das Wissen über Genfood keinen Einfluss. Die Informationskampagne führt zu einer Erhöhung des
Wissens über Genfood, aber zu keiner Änderung von Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz.
Die ablehnende und kritische Haltung gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln ist bei Laien größer als bei Experten, bei Frauen größer als bei Männern und bei Vpn, die Informationsmaterial
von umweltorientierten Herausgebern gelesen haben, größer als bei Lesern von Informationsmaterial anderer Herausgeber.
Die Ergebnisse werden durch den Vergleich mit anderen Untersuchungen in Deutschland und Europa bestätigt. Insgesamt kann gesagt werden, dass für die Haltung zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln das Wissen über diese Produkte ohne Bedeutung ist. Entscheidend ist die
Einstellung zu ihnen (d.h. alltagsweltlich geprägte Werte, Meinungen und Gefühle), die durch die selektive Nutzung von teilweise sehr einseitigen, emotional gefärbten Medieninhalten zusätzlich
verstärkt wird.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung

2 Einleitung

2.1 Aktualität und Brisanz des Themas „Genfood“

2.2 Wichtige Publikationen

2.3 Gegenstand der vorliegenden Untersuchung

2.4 Begriffsbestimmung: Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel

2.5 Anwendungsbereiche der Gentechnik bei der Nahrungsmittelproduktion

2.5.1 Gentechnik in der Pflanzenzüchtung

2.5.2 Beispiele für gentechnische Veränderungen bei Pflanzen

2.5.3 Gentechnik bei der Herstellung von Zusatzstoffen, Bakterien, Hefen, Pilzen und Enzymen

2.6 Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen und Lebensmittel

2.6.1 Gesundheitliche Risiken gentechnisch veränderter Lebensmittel

2.6.2 Ökologische Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen

2.7 Risikodefinition und Risikowahrnehmung

2.7.1 Formale Verfahren der „objektiven“ Risikobestimmung

2.7.2 Alltagspsychologische Risikoheuristiken

2.7.3 Qualitative Risikomerkmale als Einflussgrößen der Risikowahrnehmung und der Risikoakzeptanz

2.7.4 Auswirkungen alltagspsychologischer Risikoheuristiken auf die Risikowahrnehmung bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln

2.8 Hypothesen

3 Methoden

3.1 Versuchspersonen

3.2 Konstruktion des Fragebogens

3.2.1 Auswahl der Items für Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz

3.2.2 Überprüfung der Skalenhomogenität

3.2.3 Berechnung der Gesamtwerte der Variablen Risikowahrnehmung, Einstellung, Risikoakzeptanz und Präferenz für Öko-Nahrung

3.2.4 Auswahl der Items für die Variable Wissen und Berechnung des Gesamtwerts

3.2.5 Messung der Mediennutzung

3.2.6 Sonstige Variablen

3.3 Design des Experiments

3.4 Versuchsmaterial für die Informationskampagne

3.4.1 Informationsblätter

3.4.2 Informationsstand und Schautafel

3.4.3 Informations-Homepage

3.5 Durchführung des Experiments

4 Ergebnisse

4.1 Deskriptive Auswertung der Variablen Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz

4.2 Ergebnisse des Wissenstests

4.3 Zusammenhänge zwischen den Hauptvariablen

4.4 Unterschiede zwischen Männern und Frauen

4.5 Unterschiede zwischen den Studienfächern

4.6 Effekte der Informationskampagne

4.7 Ergebnisse der Mediennutzung

4.7.1 Mediennutzung allgemein

4.7.2 Effekte von früher gelesenem Informationsmaterial verschiedener Herausgeber

4.8 Ergebnisse sonstiger Variablen

5 Diskussion

5.1 Deskriptive Ergebnisse im Vergleich mit anderen Studien

5.2 Korrelationen der Hauptvariablen

5.2.1 Korrelationen von Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz

5.2.2 Korrelationen von „Präferenz für Öko-Nahrung“ mit den anderen Hauptvariablen

5.2.3 Korrelation von Wissen mit den Hauptvariablen

5.2.4 Regressionsanalyse für Risikoakzeptanz

5.3 Der Unterschied zwischen „Laien“ und „Experten“

5.4 Effekte der Informationskampagne

5.5 Geschlechtsunterschiede

5.6 Mediennutzung

5.6.1 Mediennutzung allgemein

5.6.2 Effekte von früher gelesenem Informationsmaterial verschiedener Herausgeber

5.7 Fazit und Ausblick

5.7.1 Das Konfliktpotential gentechnisch veränderter Nahrungsmittel

5.7.2 Möglichkeiten der Konfliktbewältigung

6 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz von 503 Studierenden gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Ziel ist es, den Einfluss von Wissen, Einstellungen, Präferenzen für ökologische Produkte sowie Mediennutzungsgewohnheiten auf die Akzeptanz von sogenannten Genfood-Produkten zu analysieren und Zusammenhänge zwischen diesen psychologischen Variablen aufzudecken.

  • Analyse der Zusammenhänge zwischen Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz.
  • Untersuchung des Einflusses von Vorwissen und Informationskampagnen auf die Bewertung gentechnisch veränderter Lebensmittel.
  • Vergleich der Einstellungen von „Laien“ (Nicht-Biowissenschaftler) und „Experten“ (Studierende der Biologie/Biochemie/Chemie/Pharmazie).
  • Evaluierung des Einflusses von Mediennutzung und früher gelesenem Informationsmaterial auf die Haltung gegenüber Gentechnik.
  • Deskriptive Auswertung von geschlechtsspezifischen Unterschieden und der Rolle von Präferenzen für ökologische Nahrungsmittel.

Auszug aus dem Buch

2.7 Risikodefinition und Risikowahrnehmung

In der gesellschaftlichen Debatte um Risiken, lassen sich generell zwei grundsätzlich verschiedene Risikokonzepte unterscheiden: Auf der einen Seite naturwissenschaftliche sogenannte „objektive“ Risikokonzepte, wie sie Experten verwenden, und auf der anderen Seite alltagspsychologische, qualitative Risikoheuristiken, wie sie im allgemeinen Laien verwenden. Diese unterschiedlichen Strategien tragen entscheidend dazu bei, dass Risiken von Experten teilweise völlig anders eingeschätzt werden als von Laien (vgl. Jungermann & Slovic, 1993a; Kaplan & Garrick, 1993; Renn & Zwick, 1997).

Bei naturwissenschaftlichen Risikokonzepten wird ein Risiko als Produkt von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensschwere definiert. Technische Risikoexperten setzen damit Risiko mit durchschnittlicher Verlusterwartung pro Zeiteinheit gleich. Diese Operationalisierung, wie sie v.a. Versicherungen verwenden, ist zwar für mittlere Schadensfälle, die häufig auftreten und für die es zahlreiche Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gibt, praktikabel, bei Groß- und Risikotechnologien, wie z.B. Atomenergie oder Gentechnik, stoßen sie jedoch an Grenzen. Denn gerade für neuartige Technologien wie die Gentechnik gibt es keine Erfahrungswerte, die Wahrscheinlichkeiten von Katastrophen (z.B. Auskreuzen von Genen mit schädlicher Wirkung o.ä.) sind teilweise sehr gering, aber mögliche Schäden sehr groß (z.B. Gesundheitsschäden bei Millionen von Menschen durch den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel; ökologische Schäden).

Aus diesem Grund ist man bei Risiken wie Gentechnik auf induktive Risikomodelle angewiesen, bei denen sehr seltene oder bislang nie eingetretene Schadensfälle modellhaft aus den Fehlerwahrscheinlichkeiten der Einzelkomponenten geschätzt werden müssen. Diese induktiven Verfahren sind jedoch im Vergleich mit statistisch extrapolierten Fällen mit großer Häufigkeit (z.B. Verkehrsunfälle) mit sehr großen Unsicherheiten behaftet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zusammenfassung: Die Arbeit beleuchtet die Risikowahrnehmung und -akzeptanz von Studierenden gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln und kommt zu dem Ergebnis, dass Wissen allein die ablehnende Haltung kaum zu ändern vermag.

2 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Debatte um gentechnisch veränderte Lebensmittel ein, definiert zentrale Begriffe, beschreibt Anwendungsbereiche, identifiziert Risiken und stellt den Forschungsgegenstand sowie die Hypothesen vor.

3 Methoden: Hier wird das experimentelle Design der Vorher-Nachher-Studie an der Universität Regensburg inklusive der Fragebogenkonstruktion, der Informationskampagne und der statistischen Auswertungsmethoden detailliert beschrieben.

4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Auswertungen und inferenzstatistischen Analysen zu den Korrelationen zwischen den Hauptvariablen sowie den Unterschieden zwischen den verschiedenen Studierendengruppen und den Effekten der Informationskampagne.

5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den Kontext existierender Literatur eingeordnet und die Rolle von Einstellungsfiltern sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Konfliktbewältigung durch Information kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter

Gentechnik, Genfood, Risikowahrnehmung, Risikoakzeptanz, Einstellung, Wissensstand, Mediennutzung, Öko-Nahrung, studentische Stichprobe, Experten, Laien, Informationskampagne, Technikakzeptanz, Umweltbewusstsein, Risikoheuristiken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Risikowahrnehmung und die Akzeptanz gentechnisch veränderter Lebensmittel bei einer studentischen Stichprobe und analysiert, welche psychologischen und soziologischen Faktoren diese Haltung beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Mittelpunkt stehen die Zusammenhänge zwischen dem Wissen über Gentechnik, der Einstellung zu entsprechenden Produkten, der Risikoeinschätzung sowie der Präferenz für ökologische Lebensmittel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, warum gentechnisch veränderte Lebensmittel trotz wissenschaftlicher Argumente oft abgelehnt werden und welchen Einfluss gezielte neutrale Information auf das Wissen und die Akzeptanz der Befragten hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie nutzt ein experimentelles Vorher-Nachher-Design mit einer Informationskampagne zwischen den beiden Messzeitpunkten. Zur Datenerhebung wurden Fragebögen eingesetzt und mittels statistischer Verfahren (Korrelationen, t-Tests, Regressionsanalysen) ausgewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Einführung in die Risikokonzepte, die methodische Beschreibung des Fragebogens und der Informationskampagne, eine umfassende Darstellung der empirischen Ergebnisse sowie eine ausführliche Diskussion der Befunde im Vergleich mit anderen Studien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Risikowahrnehmung, Risikoakzeptanz, Gentechnik, Genfood, psychologische Einstellung, Wissensvermittlung und Mediennutzung.

Warum zeigen Biologie-Studierende eine andere Einstellung als andere Fachrichtungen?

Biologie- und Biochemie-Studierende verfügen aufgrund ihres Studiums über fundierte Kenntnisse und praktische Laborerfahrung im Umgang mit gentechnischen Methoden. Dies führt zu einer geringeren Bedrohlichkeit des Themas und einer tendenziell positiveren Einstellung im Vergleich zu fachfremden Laien.

Hat die Informationskampagne die Risikowahrnehmung der Teilnehmer verändert?

Nein, die Informationskampagne führte zwar zu einem signifikanten Wissenszuwachs, hatte jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Risikowahrnehmung oder die allgemeine Kaufbereitschaft (Risikoakzeptanz) der Probanden.

Excerpt out of 109 pages  - scroll top

Details

Title
Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz am Beispiel gentechnisch veränderter Nahrungsmittel
College
University of Regensburg  (Psychologie)
Grade
1
Author
Martin Gründl (Author)
Publication Year
2000
Pages
109
Catalog Number
V1254
ISBN (eBook)
9783638107884
Language
German
Tags
Risikowahrnehmung Risikoakzeptanz Genfood Gentechnik Lebensmittel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Gründl (Author), 2000, Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz am Beispiel gentechnisch veränderter Nahrungsmittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  109  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint