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Von Verbrechern und Versagern

Heldentypen in Agatha Christies "The Mousetrap" und Dashiell Hammetts "The Big Knockover"

Titel: Von Verbrechern und Versagern

Seminararbeit , 2005 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M.A. Alexandra Schäfer (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Held ist der zentrale Charakter in einem Roman oder Drama, der entweder als mythischer,
zeitloser Held der Sage und Volksliteratur oder als der gesellschaftlich zeitbedingte Held der
Hochliteratur in einem historischen Kontext gezeichnet sein kann. Während der „hochliterarische
Held“ sich mit der zeitgenössischen Wirklichkeit auseinandersetzt, lebt der populäre Held in einer
Welt, „deren gesellschaftliche, geistige und moralische Konturen bestimmt sind von den
Wunschvorstellungen, Idealen und verdrängten Ängsten des Publikums und nicht selten des
Autors. Sein Denken, Fühlen und Handeln und seine Einsichten sind Spiegel der Traum- und
Idealwelt, die es ihm als Abbild der Ich-Wünsche der Leser erlaubt, das zu tun, die Welt so zu
gestalten, wie es dem Publikum in der eigenen Wirklichkeit verwehrt ist“. Die idealistische
Komponente, die zugrunde liegt, offenbart sowohl die ethischen, ideologischen und
gesellschaftlichen Anschauungen als auch Normen des Autors.
Nun ist es aber zugleich so, dass jeder Schriftsteller seinen Detektiv als unverwechselbar und
unvergesslich schaffen will. Ulrike Leonhardt brachte ihre Erwartungen an den Ermittler
folgendermaßen auf den Punkt: „Für mich, den Leser, steigt und fällt ein Kriminalroman mit der
Persönlichkeit seines Helden“.
Auch Agatha Christie suchte die richtige Mischung aus „persönlich Bekanntem und detektivisch
noch nie ,Benutztem`“ um einen einzigartigen Helden zu schaffen. Allerdings wurde der “Queen
of Crime“ immer wieder vorgeworfen, dass ihre Figurenzeichnung nicht tief genug greife. Lässt
sich also anhand des populären Helden in Agatha Christies “The Mousetrap“ feststellen, dass die
Ausrichtung des Stücks auf die entscheidende Frage “Whodunit?“ eine tiefgehendere
Charakterisierung der Hauptfigur verhindert?
Dagegen fand Dashiell Hammetts Figurenzeichnung in seinen realitätsnahen “hard-boiled stories“
die Anerkennung sowohl von führenden Kritikern wie Howard Haycraft und Ellery Queen als auch
von berühmten Autoren wie Raymond Chandler und Erle Stanley Gardner. In England
bewunderten ihn angesehene Schriftsteller wie Somerset Maugham, Peter Quennell und Robert
Graves, in Frankreich André Malraux und André Gide und nicht zuletzt in den USA die
Nobelpreisträger Sinclair Lewis, William Faulkner und Ernest Hemingway. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein Held? – Eine Einleitung

2. Die Heldenfiguren in Agatha Christies “The Mousetrap“ und Dashiell Hammetts “The Big Knockover“

2.1. Agatha Christie: “The Mousetrap”

2.1.1. “The Mousetrap“ - Eine kurze Inhaltsangabe

2.1.2. Ein durchschnittlicher, recht hübscher Typ

2.1.3. Ein Schizophrener?

2.1.4. Leitmotiv: Ein Kinderlied und der Tod des Bruders

2.2. Dashiell Hammett: “The Big Knockover“

2.2.1. “The Big Knockover“ - Eine kurze Inhaltsangabe

2.2.2. Der Held: alt und dick

2.2.3. Ein müder Revolverheld?

2.3. Der Held: Ein Verbrecher und ein Versager ? – Ein Vergleich zwischen Agatha Christies “The Mousetrap” und Dashiell Hammetts “The Big Knockover“

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Heldenfiguren in Agatha Christies "The Mousetrap" und Dashiell Hammetts "The Big Knockover", um die Unterschiede zwischen dem klassischen Detektivroman und der "hard-boiled"-Literatur sowie die jeweilige Psychologisierung der Protagonisten zu analysieren.

  • Analyse der Heldenzeichnung bei Agatha Christie vs. Dashiell Hammett.
  • Untersuchung der psychologischen Tiefe der Ermittlerfiguren.
  • Vergleich der Erzählweise und Gewaltmotive im Kriminalroman.
  • Bedeutung von Identität und Rollenbildern bei Tätern und Ermittlern.

Auszug aus dem Buch

2.1.3. Ein Schizophrener?

Der ordnungsliebende, dienstbeflissene, sorgfältige Beamte Wachtmeister Trotter dient dem Mörder als Tarnung. Sachlich und streng zeigt er sich als eifriger, fleißiger, aber nicht übermäßig intelligenter Beamter, der aber durchaus in der Lage ist, logische Schlussfolgerungen zu ziehen und über eine gewisse Bildung verfügt. In die Rolle des perfekten Ermittlers passt, dass Trotter sich als Allrounder ausgibt. Unvermutet tauchen, wie es für Christies Figuren typisch ist, Fähigkeiten auf, die genau für diese Situation zugeschnitten erscheinen, während Trotter eigentlich beschäftigt ist, das nächste Opfer ausfindig zu machen.

Durch sein selbstbewusstes Auftreten und die Zielstrebigkeit seines Handelns versucht er dafür zu sorgen, dass er jetzt ernst genommen wird. Er spielt sich in den Vordergrund, weil er nicht damit klar kommt, erneut eine Vernachlässigung – wie in seiner Kindheit – zu erfahren. Dass er mit seinem Handeln Erfolg hat, stellt ihn äußerst zufrieden. Sein Rachefeldzug erscheint auf den ersten Blick ordentlich geplant zu sein. Doch kann sein selbstsicheres Auftreten als Fassade entlarvt werden. Denn sobald der Mörder sich in seinem Vorhaben bedroht fühlt, wird er reizbar und zornig oder gar fuchsteufelswild. Im Übrigen fällt er auch immer wieder aus der Rolle des Dorfpolizisten heraus, wenn er ironisch und zum Teil zynisch Ereignisse kommentiert und einen schwarzen Humor beweist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist ein Held? – Eine Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept des literarischen Helden ein, differenziert zwischen mythischen und zeitgenössischen Figuren und stellt die Forschungsfragen für den Vergleich zwischen Christie und Hammett.

2. Die Heldenfiguren in Agatha Christies “The Mousetrap“ und Dashiell Hammetts “The Big Knockover“: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Figurenkonstellationen, Inhaltsangaben und psychologischen Profile der Protagonisten in beiden Kriminalerzählungen.

2.1. Agatha Christie: “The Mousetrap”: Dieser Abschnitt untersucht den Charakter Wachtmeister Trotter, seine Rolle als Durchschnittspolizist und die psychologischen Aspekte seines Rachemotivs.

2.1.1. “The Mousetrap“ - Eine kurze Inhaltsangabe: Hier wird der Handlungsverlauf von "The Mousetrap" zusammengefasst, inklusive der isolierten Kulisse des Monkswell Manor und der Ankunft des Polizisten Trotter.

2.1.2. Ein durchschnittlicher, recht hübscher Typ: Dieser Unterpunkt analysiert die äußere Erscheinung und Wirkung des Mörders im Kontext klassischer Detektivromanklischees.

2.1.3. Ein Schizophrener?: Hier wird hinterfragt, ob der Mörder tatsächlich unter einer schizophrenen Störung leidet oder ob dies lediglich eine Fassade ist.

2.1.4. Leitmotiv: Ein Kinderlied und der Tod des Bruders: Dieser Teil befasst sich mit der symbolischen Bedeutung des Kinderliedes "Three Blind Mice" als Motiv für den Rachefeldzug.

2.2. Dashiell Hammett: “The Big Knockover“: Dieser Abschnitt widmet sich dem Continental Op als klassischem "hard-boiled"-Ermittler und dessen Charakteristika.

2.2.1. “The Big Knockover“ - Eine kurze Inhaltsangabe: Zusammenfassung der Geschehnisse rund um den Millionen-Coup und die Rolle des Continental Op bei der Aufklärung.

2.2.2. Der Held: alt und dick: Analyse der bewussten anti-heroischen Zeichnung des Continental Op, der physisch nicht dem klassischen Heldenideal entspricht.

2.2.3. Ein müder Revolverheld?: Untersuchung des "hard-boiled"-Stils und der professionellen Distanziertheit des Continental Op.

2.3. Der Held: Ein Verbrecher und ein Versager ? – Ein Vergleich zwischen Agatha Christies “The Mousetrap” und Dashiell Hammetts “The Big Knockover“: Ein vergleichendes Kapitel, das Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung von Ermittlern und Verbrechern herausarbeitet.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass beide Autoren mit Klischees arbeiten, wobei der Vergleich zwischen klassischem Detektivroman und "hard-boiled"-Literatur deutliche Gattungsunterschiede aufzeigt.

Schlüsselwörter

Kriminalroman, Agatha Christie, Dashiell Hammett, The Mousetrap, The Big Knockover, hard-boiled, Detektiv, Psychologisierung, Heldenfigur, Identität, Rache, Gewalt, Rätselkomponente, Rollenbild, Genrekonventionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die Heldenfiguren in Agatha Christies Werk "The Mousetrap" und Dashiell Hammetts Kurzgeschichte "The Big Knockover", um deren Konstruktion und psychologische Tiefe zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung von Heldenkonzepten, die Anwendung von Gattungsmerkmalen (klassisch vs. hard-boiled) sowie die Analyse der Erzählweise und Rollenverteilung zwischen Täter und Ermittler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Christie und Hammett das Bild des Detektivs formen und ob ihre Charaktere den Konventionen ihres jeweiligen Genres entsprechen oder diese bewusst brechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, die literaturtheoretische Konzepte zur Kriminalliteratur mit einer detaillierten Textanalyse verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen der beiden Werke sowie einen direkten Vergleich, bei dem Aspekte wie Realitätsnähe, psychologische Darstellung und das Verhältnis von Gewalt und Moral gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kriminalroman, hard-boiled, Held, Identität, Psychologisierung und Genrekonventionen.

Welche Rolle spielt das Kinderlied "Three Blind Mice" in der Untersuchung?

Es fungiert als zentrales Leitmotiv und Indikator für den Geisteszustand des Mörders, der den Tod seines Bruders rächen will und dabei eine "kindliche" Perspektive beibehält.

Warum wird der "Continental Op" als anti-heroisch bezeichnet?

Er wird als dicklicher, alternder Angestellter dargestellt, der physisch nicht dem klassischen Bild des strahlenden Helden entspricht und dessen Handeln von Pragmatismus statt von moralischem Glanz geprägt ist.

Wie unterscheidet sich Christies Auflösung von Hammetts Ansatz?

Während Christie die klassische Ordnung durch das Überführen des Täters wiederherstellt, zeigt Hammett einen gescheiterten Ermittler, dessen Versagen eine pessimistischere Weltsicht widerspiegelt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von Verbrechern und Versagern
Untertitel
Heldentypen in Agatha Christies "The Mousetrap" und Dashiell Hammetts "The Big Knockover"
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Poetik des Kriminalromans
Note
2,0
Autor
M.A. Alexandra Schäfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V125506
ISBN (eBook)
9783640312443
ISBN (Buch)
9783640316366
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbrechern Versagern Heldentypen Agatha Christies Mousetrap Dashiell Hammetts Knockover
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Alexandra Schäfer (Autor:in), 2005, Von Verbrechern und Versagern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125506
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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