Digitalisierung und ihr Einfluss auf die Klimakrise


Seminararbeit, 2022

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Hinweis zur gendergerechten Sprache

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Darstellung der Relevanz des Themas
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

2. Erläuterung der Klimakrise
2.1. Entwicklungen des voranschreitenden Klimawandels
2.2 Ursachen und Folgen des Klimawandels
2.3. Ziele und Maßnahmen gegen den Klimawandel

3. Digitalisierung
3.1 Abgrenzung von Begrifflichkeiten der Digitalisierung
3.2 Bereiche der Digitalisierung
3.3. Ausmaß der Entwicklungen der Digitalisierung

4. Auswirkungen der Digitalisierung im Kontext der Klimakrise
4.1. Chancen und Stärken
4.2. Risiken und Schwächen

5. Zusammenfassung und Fazit

V. Literaturverzeichnis

IV. Anlagenverzeichnis

I. Hinweis zur gendergerechten Sprache

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in dieser wissenschaftlichen Arbeit die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1.: CO2-Emissionen weltweit in den Jahren 1960 bis 2020 (in Millionen Tonnen) (Global Carbon Project 2021)

Abbildung 2: Weltweite CO2-Emissionen zwischen 1960 und 2020 (in Millionen Tonnen) Quelle: Global Carbon Project 2021

Abbildung 3: Globale Temperaturen des Monats März (1880-2022) Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an NOAA NCEI Climate 2021

Abbildung 4: Projektion der Häufigkeit von extremen Temperaturereignissen weltweit innerhalb eines halben Jahrhunderts aufgrund der globalen Erderwärmung ab 2021, nach Höhe des Temperaturanstiegs Quelle: IPCC 2021

Abbildung 5: HURDAT Climate Change Indicators Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an EPA 2020

Abbildung 6: Anzahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit nach Regionen Quelle: Tenzer 2021

Abbildung 7: Durchschnittliche Download-Geschwindigkeit von 4G und 5G (in Mbps) Quelle: Open Signal

Abbildung 8: Geschätzte Anzahl Mobilfunkanschlüsse 2022 und Prognose für 2027

Abbildung 9: Prognose zum Volumen der jährlich generierten digitalen Datenmenge weltweit in den Jahren 2018 und 2025

Abbildung 9: Prognostizierter Umsatz mit KI-Anwendungen weltweit (in Mrd. US-Dollar) Quelle: Tractica 2018

Abbildung 10: CO2 - Einsparpotenzial digitaler Technologien im Jahr 2030 pro Bereich in Prozent Quelle: Bitkom 2020

Abbildung 11: CO2 Emissionen durch Stromverbrauch seit 2010 mit Prognose bis 2050 Quelle: EIA International Energy Outlook 2021

III. Abkürzungsverzeichnis

c.a circa

CH4 Methan

CO2 Kohlenstoffdioxid

et al. et alii

ff. fortfolgend

IKT Informations/- und Kommunikationstechnologien

KI Künstliche Intelligenz

Mio. Millionen

N2O Lachgas

Std. Stunden

S. Seite

THG Treibhausgas

u.a unter anderem

vgl. vergleiche

z.B. zum Beispiel

1. Einleitung

1.1 Darstellung der Relevanz des Themas

Seit Mitte der 1980er Jahre gaben Meteorologen Prognosen für Klimakatastrophen ab, die alle Regionen, Nationen und Bevölkerungsschichten gleichermaßen betreffen werden. Um das von Menschen verursachten Voranschreiten des Treibhauseffekts, Einhalt zu gebieten, benötigt es eine Eindeutige International internationale Ordnung im 21. Jahrhundert (vgl. Smit et al. 1999, S. 203 ff.). Ein Großteil der Klimaforscher, sowie der Weltklimarat warnen vor den globalen Veränderungen im Klima mit voranschreitender Erderwärmung und deren Folgen. Diese Entwicklungen können selbst durch zielführende Maßnahmen heute nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es bleibt jedoch die Zuversicht, durch Gegenmaßnahmen das Voranschreiten einzudämmen und gar aufzuhalten. Dafür bedarf es jedoch eine Realisierung ambitionierter Reduktionsziele des CO2 (Kohlendioxid- Ausstoßes). Seit 1980 verzeichnet der Weltklimarat einen Temperaturanstieg von rund 0,5° C. Dieser Anstieg wird dem Einfluss der Menschheit anstatt natürlichen Naturveränderungen zugeschrieben. So wird durch die Verarbeitung von fossilen Brennstoffen und der Abholzung von Wäldern der CO2 Ausstoß jährlich stark erhöht. Dazu kommen Eingriffe in die Natur, wie dem unverhältnismäßigen Betrieb von landwirtschaftlichen Flächen und Viehhaltung, die zu Ausstoßen von CH4 (Methan) und N2O (Lachgas) führen. Diese Gase sind verantwortlich dafür, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erdoberflache ansteigt. Dieser Effekt wird auch Treibhauseffekt genannt (vgl. Birkmann et al. 2013, S. 22).

Die Eingriffe der Menschheit in das Ökosystem des Planeten führen zu weltweit beobachtbaren Veränderungen, wie dem Rückgang von Gebirgsgletschern, steigenden Trockenphasen, eine steigende Anzahl von Unwetterkatastrophen und dem Anstieg des Meeresspiegels. Bis zum Jahre 2100 rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg der Erderwärmung zwischen 1,5 bis 5,4 °C seit dem Beginn der industriellen Revolution. Ein Einschränken des fortlaufenden Temperaturanstiegs ist nur durch eine internationalen gemeinsamen Klimaschutzpolitik möglich. (vgl. Brauch 1996, S. 317).

1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit

Im Rahmen dieser Seminararbeit wird der Einfluss der Digitalisierung auf den Klimawandel vorgestellt. Dabei werden sowohl die Chancen und Stärken als auch Risiken und Schwächen der Digitalisierung in Bezug auf den Klimawandel diskutiert. Im nachfolgenden Hauptteil der Arbeit werden in den Kapiteln 2 und 3notwendige Begrifflichkeiten der Klimakrise und der Digitalisierung erläutert. In Kapitel 4 folgt eine Auseinandersetzung mit den Themengebieten. Das Kapitel 5 bildet eine Zusammenfassung, sowie Fazit der erworbenen Erkenntnisse.

2. Erläuterung der Klimakrise

2.1. Entwicklungen des voranschreitenden Klimawandels

Unter dem Begriff Klima versteht man neben anderen Definitionen eine Zusammenfassung aller Wettergeschehen, die ein Mittel des Zustandes der Atmosphäre an einem Ort, einem Gebiet, oder des vollständigen Planeten bilden. Das Wort Klima stammt aus dem griechischen Wort „klimatos“ und bedeutet übersetzt „Neigung“, was sich auf die Neigung der Erdachse bezieht. Um die Situation und Veränderungen des Klimas zu definieren, wird ein Betrachtungszeitraum von 30 Jahren festgelegt, welcher als Normalperiode betrachtet werden kann. In einer Normalperiode werden Informationen zur Beurteilung des Klimas gesammelt. Dazu gehören z.B. Mittelwerte, Extremwerte, Andauer Werte und Häufigkeiten. (vgl. Häckel 2016, 18ff.)

Der Klimawandel beschreibt eine Veränderung des gesamten Klimas auf dem Planeten. Weiterhin spricht man von einem anthropogene Klimawandel, auch Klimaänderung genannt, wenn dieser durch den Einfluss der Menschen beeinflusst wird. Die in der Einleitung vorgestellten Treibhausgase (THG) wie CO2, lassen das Sonnenlicht durch die Atmosphäre hindurch, verhindern aber, dass die Wärme die Atmosphäre verlässt - dies ist auch als Treibhauseffekt bekannt. THG sind wichtig, um die Erde warm zu halten, ohne sie hätte die Erde eine Durchschnittstemperatur von etwa -17°C. Durch einen übermäßigen Anstieg des Treibhauseffekts steigt die Temperatur über den positiven Effekt hinweg stetig an. Mit der immer fortlaufenden Klimaveränderung kann eine Vielzahl an Veränderungen auf dem Planeten beobachtet werden (vgl. Häckel 2016, S. 20).

2.2 Ursachen und Folgen des Klimawandels

Die Länder der Welt geben unterschiedliche Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre ab. Als weltweiter Indikator und Richtlinie für die Treibhausgase wird der CO2 -Ausstoß verwendet. Die Gesamthöhe der Emissionen in einem Land lässt sich durch die Bevölkerungszahl, das BIP, den Energiemix und andere Faktoren erklären. Im Jahr 2017 erreichten die weltweiten Kohlendioxidemissionen aus der Verbrennung von Brennstoffen nach Angaben der Internationalen Energieagentur 32,8 Milliarden Tonnen. (vgl. Oluyomi A. et al 2020, S. 2) China, der größte Verursacher, war für 28 % dieser Emissionen verantwortlich, gefolgt von den Vereinigten Staaten (14 %), der Europäischen Union (insgesamt 10 %), Indien (7 %), Russland (5 %), Japan (3 %), Korea (2 %), Kanada (2 %), Indonesien (2 %) und dem Iran (2 %). Alle anderen Länder verursachten etwa 25 % der Emissionen. Die 10 Länder mit den höchsten Kohlendioxidemissionen (in Millionen Tonnen (Mt)) sind:

1. China (9.300 Mio. t)
2. Die Vereinigten Staaten (4.800 Mio. t)
3. Indien (2.200 Mio. t)
4. Russland (1.500 Mio. t)
5. Japan (1.100 Mio. t)
6. Deutschland (718,8 Mio. t)
7. Korea (600 Mio. t)
8. Iran (567,1 Mio. t)
9. Kanada (547,8 Mio. t)
10.Saudi-Arabien (532,2 Mio. t) (vgl. Anlage 1)

In dem Zeitraum zwischen 1960 und 2020 ist ein rasanter Anstieg des CO2 Ausstoßes weltweit zu verzeichnen,Abbildung 2 verdeutlicht diese Entwicklung. Der Höhepunkt wurde dabei 2019 erreicht mit über 36 Milliarden Tonnen CO2. Seit 2011 ist eines deutlich geringeren Wachstums des CO2 Ausstoßes gemessen worden und im Jahr 2020 konnte erstmalig ein Rückgang der CO2 Emissionen verzeichnet wurden, welcher jedoch nur teilweise den Maßnahmen gegen den Klimawandel und vorrangig der weltweiten pandemischen Lage zuzuschreiben ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Weltweite CO2-Emissionen zwischen 1960 und 2020 (in Millionen Tonnen) Quelle: Global Carbon Project 2021

Die Abweichung der globalen Oberflächentemperatur im März 2022 war die fünfthöchste in der 143­jährigen Aufzeichnung und lag 0,95 °C über dem Durchschnitt des 20.Jahrhunderts. Dies war auch die höchste monatliche Temperaturabweichung seit November 2020. Die sieben wärmsten Märztagegab es seit 2015, während die 10 wärmsten Märztageseit 2002 auftraten. Der März 2022 war außerdem der 46. März in Folge und der 447. Monat in Folge mit Temperaturen, die zumindest nominell über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts (vgl. Global Carbon Project 2021).

In der Abbildung 3 wird die globale Oberflächentemperatur im Vergleich zum Durchschnitt des 20. Jahrhunderts für jeden März von 1880 bis 2022 dargestellt. Unterdurchschnittlich kühle Monate sind blau eingefärbt, überdurchschnittlich warme rot. Die Märztemperaturen haben sich pro Jahrhundert um 1,53 Grad Fahrenheit (0,85 Grad Celsius) erwärmt. Das letzte Mal, dass die Erde einen überdurchschnittlich kühlen März hatte, war 1976.

Zwar gibt es historisch gesehen immer wieder Schwankungen in den Temperaturen, ein derartiger Anstieg ist jedoch eindeutig und hat drastische Auswirkungen auf das Klima.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Projektion der Häufigkeit von extremen Temperaturereignissen weltweit innerhalb eines halben Jahrhunderts aufgrund der globalen Erderwärmung ab 2021, nach Höhe des Temperaturanstiegs Quelle: IPCC 2021

Durch den langfristigen Anstieg steigender Temperaturen werden extreme Wetterereignisse, wie z. B. Hitzewellen in den nächsten Jahren voraussichtlich häufiger und intensiver auftreten. Wie in Abbildung 4 dargestellt, folgen bei einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur um 1 Grad Celsius extreme Temperaturereignisse. Die Häufigkeit des Auftretens solcher Temperaturereignisse lag vor der industriell geprägten Zeit deutlich unter dem heutigen Niveau. Besondere Ereignisse traten dabei nur alle 50 Jahre auf. Durch die Klimaentwicklung wird das Auftreten im Schnitt rund fünfmal häufiger erwartet. Weitet sich die Erwärmung auf 4 Grad Celsius aus, können sich derartige extreme Temperaturereignisse 39-mal häufiger ereignen (vgl. IPCC 2021).

Wie in der Einleitung bereits erläutert wurde, führt ein Anstieg der Durchschnitttemperatur zu Veränderungen im Klima, die sich durch Naturkatastrophen bemerkbar machen. Ein repräsentatives Beispiel für die steigende Anzahl von Naturkatastrophen ist das Auftreten von tropischen Stürmen. In Abbildung 5 wird eine Entwicklung von zusätzlich 1,60 Stürme je Jahrzehnt im Zeitraum von 1878 - 2006 und ein Zuwachs von 4,39 Stürme je Jahrzehnt von 1900 - 2006 verzeichnet. Neben der Anzahl an tropischen Stürmen ist die Gewalt der Naturkatastrophen insbesondere Hurrikane einer Reihe von Einflüssen des Klimawandels ausgesetzt. Wärmere Meeresoberflächentemperaturen könnten die Windgeschwindigkeiten von Tropenstürmen verstärken, was zu größeren Schäden führen könnte, sobald diese das Land erreichen. Der Anstieg des Meeresspiegels wird wahrscheinlich dazu führen, dass künftige Küstenstürme, einschließlich Hurrikane, mehr Schaden anrichten. Die von Wirbelstürmen betroffenen Gebiete verschieben sich polwärts. Dies steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Ausdehnung der Tropen aufgrund der höheren globalen Durchschnittstemperaturen (Quelle EPA 2020).

2.3. Ziele und Maßnahmen gegen den Klimawandel

Die Bedeutung einer Klimapolitik war bis vor einigen Jahren für Nationen von geringer Relevanz. Wie in Abbildung 2 dargestellt wurde, gehören zu den weltweit größten Verursachern von CO2 Ausstoß, die USA, China und die EU-Staaten.

Die Staaten der Europäischen Union haben es sich zum Ziel gemacht, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Auch andere Industrienationen, wie die USA und China haben sich beim Klimagipfel im Jahr 2021 zumindest zu den Klimazielen des Pariser Abkommens bekannt (vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2022).

Dabei gehen Industrieländer wie Deutschland mit gutem Beispiel voran, um ihren CO2 Ausstoß zu reduzieren. Konkret zielen die Aktivitäten auf die Minderung von Treibhausgasemissionen, zu diesen gehören unter anderem:

- Klimaneutrale Energieerzeugung
- Waldschutz
- Klimafreundliche Mobilität

Neben der Reduzierung von CO2-Emissionen, wächst auch die Bedeutung der Anpassung an die sich veränderten Lebensbedingungen durch den Klimawandel schon eingetretenen Veränderungen des Klimas wie z.B:

- verbessertes Wasserressourcenmanagement
- klimaresiliente Landwirtschaft
- Klimarisikoanalysen und Versicherungen gegen Klimaschäden

Die Industrieländer haben außerdem zugesagt, die Entwicklungs- und Schwellenländer, die oft besonders vom Klimawandel betroffen sind, bei der Umsetzung der Pariser Ziele für Klimaschutz und Anpassung zu unterstützen. Diese Anstrengungen werden nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch neue Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Fortschritt in unseren Partnerländern eröffnen. Für die Umsetzung des Pariser Abkommens ist es von entscheidender Bedeutung, dass auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern Klimamaßnahmen ergriffen werden, da sie inzwischen rund zwei Drittel der weltweiten Emissionen verursachen (vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2022).

3. Digitalisierung

3.1 Abgrenzung von Begrifflichkeiten der Digitalisierung

Für den Begriff Digitalisierung gibt es verschiedene Definitionen. Für die weitere Betrachtung werden verschiedene Bedeutungen abgegrenzt. Die Menschheit strebt seit jeher nach Technologien zur Speicherung von Informationen, zur Übertragung über größere Entfernungen und schnelleren Verarbeitung der Informationen.

Digitalisierung von analogen Inhalten

Eine Definition der Digitalisierung ist der Prozess der Umwandlung von analoger in digitale Form sowie Durchführung von Information und Kommunikation. Alles, was gespeichert werden kann, kann auch übertragen werden und umgekehrt. Und weil alles in digitaler Form gespeichert und übertragen wird, kann es auch algorithmisch verarbeitet werden (vgl. Gartner 2022). In der Praxis ist es am einfachsten Digitalisierung zu verstehen, wenn man verschiedene Formen von Inhalten betrachtet, die von einem analogen in ein digitales Format umgewandelt wurden. Die Einführung von hochauflösenden Scannern führte zu einer Umwandlung von analogen Daten in digitale, indem Papierarchive in digitale Archive umgewandelt wurden. (Savic, 2019). Dies ermöglichte eine kostengünstige Art der Speicherung und Verbreitung von Dokumenten, welche früher nur in Papierform vorlagen. Entscheidend ist hier, dass die Informationen digitalisiert werden, nicht aber die Prozesse.

Digitalisierung im unternehmerischen Kontext

Eine weitere Definition der Digitalisierung ist die Beschreibung im unternehmerischen Kontext. Darunter versteht man den Einsatz digitaler Technologien zur Veränderung eines Geschäftsmodells und zur Erschließung neuer Umsatz- und Wertschöpfungsmöglichkeiten. Es ist der Prozess des Übergangs zu einem digitalen Unternehmen (vgl. Gartner 2021). Ein Beispiel dafür ist die Veränderung des Geschäftsmodells des Streaming Anbieters Netflix. Durch die Digitalisierung werden die Inhalte auf einer Streaming Plattform angeboten und nicht weiter als DVD für ihre Kunden angeboten.

Digitalisierung im Kontext der Arbeit und sozialen Bereichs

Unter der Digitalisierung im Kontext der Arbeit ist ein Wandel der Arbeitsplätze zu verstehen. Kompetenzen, die mit einer Tätigkeit einhergehen verändern sich und werden durch neue Anforderungen ersetzt. Dies wird stark von der Automatisierung beeinflusst. Wenn ein Prozess im Unternehmen digitalisiert wird, folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Automatisierung des Arbeitsplatzes. Diese Definition konzentriert sich neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch auf den sozialen Bereich. Interaktionen verlagern sich beispielsweise von Interaktionen wie dem Schreiben eines Briefes in analoger Form zu einer digitalen Form der Kommunikation über E-Mail oder Online­Chats. (vgl. Brennen & Kreiss, 2016, S. 24ff.).

Digitale Transformation

Der finale Schritt der Digitalisierung ist die digitale Transformation. Hewlett Packard definiert sie als: "[...] der Prozess der Integration digitaler Technologie in alle Aspekte des Geschäfts, was Grundlegende Veränderungen in Technologie, Kultur, Betrieb und Wertschöpfung." (Hewlett Packard, 2020). Dabei ist der Unterschied zwischen den zuvor dargelegten Definitionen der Digitalisierung zur digitalen Transformation beträchtlich. Die digitale Transformation kann ein Unternehmen nicht einfach als ein Projekt umsetzen. Die digitale Transformation ist eine grundlegende Veränderung des Unternehmens. Es ist eine komplette Neuerfindung des Unternehmens und der Strategie mit dem Ziel, dem Kunden Mehrwert zu bieten. (vgl. Kröhling 2017, S.23 ff.)

3.2 Bereiche der Digitalisierung

Die Digitalisierung ist in der breiten Bevölkerung und dem Alltag angekommen, sie beschränkt sich nicht nur auf die Effizienzsteigerung von Produktionsverfahren und Geschäftstätigkeiten, sondern auch auf den privaten Gebrauch. Während Videokonferenzen die Geschäftsbeziehungen von Unternehmen verbessern, sind diese längst im Wohnzimmer angekommen, indem Kinder bereits per Facetime mit ihren Freunden kommunizieren.

Wenn sich diese Geschehnisse der Digitalisierung im gleichen Tempo der letzten Jahre weiterentwickeln, wird die Bedeutung digitaler Technologie noch weiter zunehmen. Die zunehmende Vernetzung der Systeme erhöht auch die internationale Zusammenarbeit und gleichsam den internationalen Wettbewerb. Durch Märkte mit hohem Wettbewerbsanteil setzen sich wiederum Innovationen durch, die neue Marktgleichgewichte schaffen. Die Digitalisierung beeinflusst alle Lebensbereiche und Industrien. Bei der Verbreitung und Adaption unterschiedlicher Technologien sind die nachfolgenden Trends von besonderer Bedeutung:

- Zunahme digitaler Endgerate
- Zunehmende Datengeschwindigkeit
- Zunehmende Datengenerierung
- Zunehmender Einsatz von künstlicher Intelligenz

(vgl. Gensch et al., 2021, S.12-14).

3.3. Ausmaß der Entwicklungen der Digitalisierung

Die Einflüsse durch die Digitalisierung und ihr Ausmaß ist gewaltig. Als Bewohner der westlichen Welt ist man an neue Entwicklungen und deren Adaption gewöhnt, da man jeden Tag von der digitalen Welt umgeben ist. Viel deutlicher sind die Veränderungen in Entwicklungsländern, dort sind die Adaptionen der Digitalisierung deutlicher zu spüren. Abbildung 6 verdeutlicht die Anzahl von Mobilfunkanschlüssen weltweit aufgeteilt nach Regionen. Im Jahr 2005 konnten in Europa 580 Millionen Anschlüsse verzeichnet werden. In den Regionen Nord- und Lateinamerika waren es 459 und in Afrika und Asien Pazifik 87 bzw. 833 Millionen. Durch die rasante Weiterentwicklung der Digitalisierung konnte ein starker Anstieg der Zahlen verzeichnet werden. Während die Zahlen in Europa mit 811 Millionen Anschlüssen im Jahr 2021 ein eher moderates Wachstum zuzuschreiben ist, ist dies auf die bereits verbreiteten Anschlüsse in den Vorjahren und eine Sättigung zurückzuführen. Außerdem ist in einigen hochentwickelten Ländern des Westens ein Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen. Anders sieht es in den Regionen Asien Pazifik und Afrika aus. In Afrika ist ein Anstieg auf 908 Millionen und in Asien Pazifik auf 4877 Mobilfunkanschlüsse zu erkennen. Die Entwicklungen hängen auch mit der sehr jungen Bevölkerung, sowie des starken Bevölkerungswachstums zusammen (vgl. Tenzer 2021).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Anzahl der Mobilfunkanschlüsse weltweit nach Regionen Quelle: Tenzer 2021

Nach einem Report von Ericsson Mobility wird die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse die 5G verwenden, im Jahr 2022 eine Milliarde überschreiten. In Europa gibt es 81 Mio.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Digitalisierung und ihr Einfluss auf die Klimakrise
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn  (Wirtschaftsinformatik)
Veranstaltung
Seminar Gesellschaftliche Herausforderungen der Digitalisierung
Note
1,0
Autor
Jahr
2022
Seiten
26
Katalognummer
V1255402
ISBN (Buch)
9783346740489
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Seminar, Gesellschaftliche, Herausforderungen, Digitalisierung, Gesellschaftliche Herausforderungen Digitalisierung, IU, IUBH, DLMIHDG01, Seminararbeit, Wirtschaftsinformatik, BWL, Digitalisierung und Gesellschaft, Digitalisierung und Individuum, Digitalisierung und Arbeitswelt, Kann die Digitalisierung einen Beitrag leisten, die Klimakrise abzuschwächen, Klima, Klimakrise, Co2, Klimawandel, Maßnahmen, Begrifflichkeiten, Bereiche der Digitalisierung, Ausmaß der Digitalisierung, Auswirkungen der Digitalisierung im Kontext der Klimakrise, Chancen, Stärken, Schwächen, Risiken, Treibhauseffekt, Emissionen, Erdwerwärmung, Mobilfunk, klimaneutral, Mobilität, Waldschutz, Ressourcenmanagement, unternehmerischer Kontext, Digitale Transformation, Datengeschwindigkeit, Datengenerierung, künstliche Intelligenz, Big Data, KI, Fertigung, Energie, Verkehr, Gebäude, Industrie, Technologien, Land und Forstwirtschaft, Menschliche Siedlungen, Einsparpotenzial, Stromverbrauch
Arbeit zitieren
Christopher Knoll (Autor:in), 2022, Digitalisierung und ihr Einfluss auf die Klimakrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1255402

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