Ziel der Studie ist es, das Hygienebedürfnis der Menschen im ÖPNV zu untersuchen und dazu einen Test zu entwerfen. Es wurden keine Hypothesen entworfen, da für das Konstrukt keine vergleichbaren Studien existieren. Aus diesem Grund wurde die Studie explorativ durchgeführt. Als Grundlage für das Konstrukt des Hygienebedürfnisses wurde die Krankheit Mysophobie genutzt. Mit milderen Symptomen dieser Krankheit wurden Items für das Konstrukt entworfen und in drei Bereiche eingeteilt: Obsession, Compulsion und physiologische Reaktion. Die Unterteilung stammt von der Krankheit Obsessive Compulsive Disorder (OCD), welche übergeordnet Mysophobie zuzuordnen ist. Anhand dieser Items wurde ein Fragebogen erstellt und einen Monat lang Daten erhoben, indem dieser Fragebogen online verbreitet wurde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer und historischer Hintergrund
2.1 Definition von Mysophobie
2.2 Zwangsstörung (OCD)
2.3 Probleme in der Forschung
2.4 Relevanz im Kontext
3 Methode
4 Ergebnisse
4.1 Stichprobe
4.2 Itemanalyse
4.2.1 Subskala Obsession
4.2.2 Subskala Compulsion
4.2.3 Subskala Physiologische Reaktionen
4.2.4 Skala Hygienebedürfnis
4.7 Ergebnisse der Korrelationen
4.8 Ergebnisse der T-Tests
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Hygienebedürfnis von Menschen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie veränderten Wahrnehmung. Ziel ist es, ein exploratives Testinstrument zu entwickeln, um dieses Konstrukt messbar zu machen.
- Psychologische Grundlagen von Mysophobie und Zwangsstörungen
- Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung des Hygienebedürfnisses
- Anwendung des Tests im Kontext des ÖPNV-Nutzungsverhaltens
- Analyse von Zusammenhängen zwischen Hygienebedürfnis und soziodemografischen Faktoren
- Ableitung wirtschaftlicher und hygienepolitischer Implikationen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition von Mysophobie
Um diese Art von Phobie zu erklären, muss erstmal beschrieben werden, wie diese entsteht oder wie diese hervorgerufen wird. Mysophobie ist die irrationale Angst vor Unreinheiten und folgt häufig einem Zwang nach Sauberkeit (Hammond, 1879). Handlungen wie zwanghaftes Händewaschen oder das Vermeiden von Orten mit hohem Kontaminationsrisiko können hier Anzeichen sein. Vor allem während der globalen COVID-19 Pandemie zu dessen Beginn die BVG „...bis zu 80 % weniger Fahrgäste … hatte“ (BVG, 2020), wurde dieses Verhalten allerdings stark normalisiert.
Das Wort „zwanghaft“ ist, um Phobien zu beschreiben, daher hochgradig relevant. Mysophobie zu definieren ist komplizierter, da keine direkte medizinische Definition existiert. Laut des Oxford Dictionary (2021) ist Mysophobie: „[The] extreme or irrational fear of dirt or contamination“, zu deutsch eine extreme oder irrationale Angst vor Schmutz oder Kontamination. Um das Krankheitsbild medizinisch zu definieren, muss aus dem DSM-IV - APA (2000) und dem DIMDI (2019) abgeleitet werden. Hier wird Mysophobie (engl. Mysophobia) als eine „spezifische Phobie“ (DIMDI, 2019 (F40.2)) eingestuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsrelevanz des Hygienebedürfnisses im ÖPNV infolge der COVID-19 Pandemie.
2 Theoretischer und historischer Hintergrund: Theoretische Herleitung der Begriffe Mysophobie, Zwangsstörung und deren Einordnung in die aktuelle Forschungslage.
3 Methode: Beschreibung der Testkonstruktion, Datenerhebung mittels Online-Tool und der Stichprobenauswahl.
4 Ergebnisse: Auswertung der erhobenen Daten, Itemanalysen der Subskalen sowie Darstellung der Korrelationen und T-Tests.
5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse, Reflexion der Methodik sowie Ausblick auf praktische Implikationen und zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Hygienebedürfnis, ÖPNV, Mysophobie, Zwangsstörung, OCD, Kontamination, Obsession, Compulsion, Fragebogenkonstruktion, Validierung, Testtheorie, Pandemie, Sozialpsychologie, Testverfahren, empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und Operationalisierung des Hygienebedürfnisses von Fahrgästen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die psychologischen Konstrukte Mysophobie und Zwangsstörungen sowie deren Einfluss auf das Verhalten und Sicherheitsgefühl von Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, einen Test zu entwickeln, mit dem das bei Menschen im ÖPNV vorhandene Hygienebedürfnis explorativ messbar gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen quantitativen Forschungsansatz, basierend auf einer literaturgestützten Fragebogenkonstruktion und einer anschließenden statistischen Auswertung (inkl. Item- und Korrelationsanalyse).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise bei der Testentwicklung sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der quantitativen Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hygienebedürfnis, Mysophobie, OCD (Zwangsstörung), ÖPNV, Testkonstruktion und Kontaminationsangst.
Wie korreliert ein hohes Hygienebedürfnis mit dem Nutzungsverhalten des ÖPNV?
Die Studie deutet darauf hin, dass die Bereitschaft zur Nutzung des ÖPNV und die Akzeptanz höherer Preise für bessere Hygienestandards positiv mit dem individuell gemessenen Hygienebedürfnis korrelieren.
Welche Rolle spielt die COVID-19 Pandemie für die Untersuchung?
Die Pandemie fungiert als Kontext, der das Thema Hygiene popularisiert hat und somit ein neues Bewusstsein und veränderte Verhaltensmuster bei den Fahrgästen erzeugte.
- Arbeit zitieren
- Kail Patruck (Autor:in), 2022, Hygienebedürfnis im ÖPNV. Entwicklung und Durchführung eines Tests zu dessen Erforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1255462