Die folgende Seminararbeit behandelt die Fragestellung, ob eine Erweiterung des Grammatikbegriffs um Pragmatik sowohl von linguistischen und fremdsprachendidaktischen, als auch und damit verbunden theoretischen und praktischen Überlegungen und Zusammenhängen ausgehend legitimiert werden kann und sinnvoll erscheint. Um eine möglichst umfassende und klare Darstellung des Themas zu gewährleisten, werden zuerst die Begriffe Pragmatik und Grammatik definiert und beschrieben. Da eine vollständige Auseinandersetzung mit diesen Termini den Rahmen dieser Seminararbeit überschreiten würde, wird im Folgenden versucht, einen, wenn auch möglichst aufschlussreichen, zusammenfassenden Überblick zu geben, dessen Fokus auf den vor allem für diesen Text relevanten Begriffen und Teilgebieten liegt. Danach werden Argumente, die für oder gegen die Integration von Pragmatik in eine erweiterte Konzeption von Grammatik sprechen, vorgestellt und diskutiert. Hierbei sollen sowohl sprachwissenschaftliche – auch unter Bezugnahme auf verschiedene Grammatiktypen (insbesondere der funktionalen Grammatik) –, als auch fremdsprachendidaktische Perspektiven berücksichtigt werden. Daran anknüpfend werden Überlegungen zu(r) pragmatisch-kommunikativen Kompetenz(en) und deren Relevanz für den Fremdsprachenunterricht dargestellt. Ausgehend davon soll der Zusammenhang von Pragmatik und Grammatik auch auf praktischer Ebene durch Bezugnahme auf Grammatikregeln und deren mögliche Vermittlung anhand von Beispielen veranschaulicht werden. Abschließend soll mit den im Text präsentierten Ansätzen und Argumenten als Grundlage versucht werden, die dieser Seminararbeit zu Grunde liegende Fragestellung zusammenfassend zu erörtern und zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsdefinitionen und -beschreibungen
- Pragmatik
- Unterscheidung zwischen Semantik und Pragmatik
- Teilbereiche und Kategorien der Pragmatik
- Kontext
- Deixis
- Präsupposition
- Sprechakt
- Implikatur
- Konversationsstruktur
- Kooperatives Prinzip
- Der Grammatikbegriff
- Argumente für oder gegen die Integration der Pragmatik in eine erweiterte Grammatikkonzeption
- Überlegungen und Zusammenhänge aus linguistischer Sicht
- Funktionale Grammatik
- Argumente aus (fremdsprachen)didaktischer Sicht
- Pragmatische Kompetenz
- Pragmatische Kompetenz im Unterricht
- Beispiel 1: Aufforderungssätze
- Pragmatische Kompetenz im Unterricht
- Der Zusammenhang von Pragmatik und Grammatik
- Satztypen
- Pragmatik und Syntax
- Passiv
- Beispiel 2: Passiv
- Passiv
- Beispiel 3: Physical distance
- Ein alternatives (modulares) Modell
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Frage, ob und inwiefern eine Erweiterung des Grammatikbegriffs um pragmatische Aspekte sowohl aus linguistischer als auch fremdsprachendidaktischer Sicht gerechtfertigt ist. Die Arbeit definiert zunächst die Begriffe Pragmatik und Grammatik und beleuchtet deren Zusammenhang.
- Definition und Abgrenzung von Pragmatik und Semantik
- Analyse verschiedener Teilbereiche der Pragmatik (Kontext, Deixis etc.)
- Diskussion der Argumente für und gegen die Integration der Pragmatik in die Grammatik
- Bedeutung pragmatischer Kompetenz im Fremdsprachenunterricht
- Veranschaulichung des Zusammenhangs von Pragmatik und Grammatik anhand von Beispielen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Fragestellung der Arbeit ein und skizziert den Aufbau. Kapitel 2 definiert die Begriffe Pragmatik und Grammatik und differenziert zwischen Semantik und Pragmatik. Es werden zentrale Teilbereiche der Pragmatik wie Kontext und Deixis erläutert. Kapitel 3 diskutiert Argumente für und gegen die Integration der Pragmatik in den Grammatikbegriff aus linguistischer und fremdsprachendidaktischer Perspektive, wobei die funktionale Grammatik Berücksichtigung findet. Kapitel 4 behandelt die pragmatische Kompetenz und deren Bedeutung im Unterricht. Kapitel 5 veranschaulicht den Zusammenhang von Pragmatik und Grammatik anhand von Beispielen zu Satztypen, Passiv und physischer Distanz. Kapitel 6 stellt ein alternatives, modulares Modell vor.
Schlüsselwörter
Pragmatik, Semantik, Grammatik, funktionale Grammatik, Kontext, Deixis, pragmatische Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Sprachhandlung, Sprechakt, Implikatur, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Semantik und Pragmatik?
Semantik befasst sich mit der wörtlichen Bedeutung von Zeichen und Sätzen, während Pragmatik die Bedeutung von Äußerungen im spezifischen Kontext und die Absicht des Sprechers untersucht.
Warum sollte Pragmatik in die Grammatik integriert werden?
Die Arbeit argumentiert, dass eine rein formale Grammatik nicht ausreicht, um erfolgreiche Kommunikation zu beschreiben, da Satzstrukturen (wie das Passiv) oft pragmatische Funktionen erfüllen.
Was versteht man unter „pragmatischer Kompetenz“?
Es ist die Fähigkeit, Sprache situationsangemessen einzusetzen, um bestimmte Handlungsziele zu erreichen (z.B. eine höfliche Aufforderung statt eines Befehls).
Wie beeinflusst Pragmatik die Syntax?
Ein Beispiel ist die Wahl zwischen Aktiv und Passiv, die oft davon abhängt, welche Information im Satz fokussiert werden soll oder ob der Handelnde absichtlich ungenannt bleiben soll.
Welche Rolle spielt Deixis in der Pragmatik?
Deixis bezieht sich auf Wörter wie „hier“, „jetzt“ oder „ich“, deren Bedeutung sich erst aus der unmittelbaren Sprechsituation (Ort, Zeit, Person) ergibt.
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- Mag. Andreas Raab (Author), 2006, Zur Integration der Pragmatik in eine erweiterte Grammatikkonzeption, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125593