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Eilhart von Oberg: "Tristrant und Isalde" - Ein Datierungsversuch

Titel: Eilhart von Oberg: "Tristrant und Isalde" - Ein Datierungsversuch

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 16 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Norman Riedel (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem höfischen Roman „Tristrant und Isalde“, verfasst von Eilhart von Oberg.
Eilharts Werk nimmt unter den Tristandichtungen des Mittelalters eine Schlüsselposition ein. Zum einen hat seine Übertragung die Tristan-Sage als literarischen Stoff in Deutschland eingeführt, zum anderen ist sie die einzige, die die vollständige Fassung des Stoffes bietet. Die Datierung des Werks stellt die Forschung seit jeher vor große Probleme. Aus den verschiedenen Thesen haben sich zwei Datierungsmöglichkeiten ergeben. Eine Früh- um 1170 sowie eine Spätdatierung um 1190.

Im ersten Teil der Arbeit wird ein Überblick über die Ursprünge des Tristanstoffes gegeben und auf die handschriftliche Überlieferung Eilharts „Tristrant“ eingegangen.
Danach werden verschiedene Meinungen und Thesen zu beiden Datierungsmöglichkeiten diskutiert und versucht, eine von beiden zu favorisieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ursprünge des Tristanstoffes

3. Handschriftliche Überlieferung des „Tristrant“

4. Datierungsversuch

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der zeitlichen Einordnung von Eilhart von Obergs höfischem Roman „Tristrant und Isalde“ auseinander. Ziel ist es, die in der Forschung kontrovers diskutierten Datierungsmöglichkeiten – eine Frühdatierung um 1170 und eine Spätdatierung um 1190 – anhand historischer, sprachlicher und literaturgeschichtlicher Indizien zu prüfen und eine fundierte Einschätzung abzugeben.

  • Untersuchung der Ursprünge des Tristanstoffes und seiner Überlieferungsgeschichte.
  • Analyse der handschriftlichen Tradition des „Tristrant“.
  • Historische Verortung des Dichters Eilhart von Oberg im Kontext des Welfenhofs.
  • Diskussion literarischer Bezüge zu Werken wie Hartmanns „Erec“ und Veldekes „Eneit“.
  • Kritische Bewertung der Datierungsthesen zur Bestimmung des Entstehungszeitraums.

Auszug aus dem Buch

Datierungsversuch

Der Streit der Forschung über die Datierung Eilharts „Tristrant und Isalde“ ist so alt wie ihre Kenntnis der Texte.

Die herkömmliche Sicht auf die Gattungsentwicklung des höfischen Romans ist an den großen Werken der Blütezeit, also an den Romanen Hartmanns, Wolframs und Gottfrieds ausgerichtet. Die anderen Werke werden an ihnen gemessen und in ein zeitliches Entwicklungsschema geordnet, „wobei sich die gattungsgeschichtliche Einordnung der Werke vorrangig auf Form- und Stilkriterien stützt“. Eilhart von Obergs Tristan Roman wird deshalb zeitlich oft von Gottfrieds „Tristan“ abgerückt, noch vor Veldekes „Eneas“ und Hartmanns „Erec“ in die Zeit um 1170 datiert und als frühhöfisch bezeichnet, „weil der Stoff zwar ‚hochmodern‘, Eilharts Reimtechnik und Erzählstil jedoch noch ‚primitiv‘ und ‚rückständig‘ erscheinen“.

Gegen diese zeitliche Einordnung sprechen jedoch der Dichtername und seine urkundliche Bezeugung. Der Dichtername taucht in den Bearbeitungen auf. Er lautet „von Hobergin her Eylhart“ bzw. „Eylhart“ in der Dresdner Handschrift, „von Oberengen Enthartte“ bzw. „Ebhart“ in der Berliner Handschrift und „von Baubenberg Segehart“ bzw. „Seghart“ in der Heidelberger Handschrift. In den jüngeren Prosatexten heißt er „Filhart von Oberet“ oder „Dilhart von Oberet“. Aus den verschiedenen Formen hat sich der Name „Eilhart von Oberg“ bzw. „Oberge“ ergeben, weil schon sehr früh ein Eilhart von (H)Oberg(e) aus einem welfischen Ministerialengeschlecht urkundlich nachgewiesen worden ist, mit dem der Dichter identifiziert werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Eilhart von Oberg ein, benennt die Problemstellung der Datierung des Romans und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Die Ursprünge des Tristanstoffes: Dieses Kapitel beleuchtet den „Ur-Tristan“ (die „Estoire“) als gemeinsame Quelle der mittelalterlichen Tristan-Dichtungen und erläutert die keltischen Einflüsse auf die Erzählschemata.

3. Handschriftliche Überlieferung des „Tristrant“: Hier wird die materielle Überlieferung des Eilhartschen Romans durch Fragmente und spätere Papierhandschriften detailliert dargestellt.

4. Datierungsversuch: Dieser Hauptteil analysiert die Debatte zwischen Früh- und Spätdatierung unter Einbeziehung historischer Urkunden, höfischer Zusammenhänge und literarischer Vergleichsanalysen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und favorisiert aufgrund der vorliegenden Indizien eine Spätdatierung des Werks um das Jahr 1190.

Schlüsselwörter

Eilhart von Oberg, Tristrant und Isalde, Mittelalter, Höfischer Roman, Tristanstoff, Estoire, Datierung, Welfenhof, Heinrich der Löwe, Überlieferungsgeschichte, Literaturgeschichte, 12. Jahrhundert, Artusroman, Handschriften, Spätdatierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem höfischen Roman „Tristrant und Isalde“ von Eilhart von Oberg und widmet sich der wissenschaftlich umstrittenen Frage seiner zeitlichen Entstehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Stoffgeschichte des Tristan-Epos, die handschriftliche Überlieferung, die Rolle des Welfenhofs als mögliches kulturelles Zentrum sowie literarische Quervergleiche mit zeitgenössischen Autoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der bisherigen Forschung zur Frühdatierung (um 1170) und den historischen Indizien für eine Spätdatierung (um 1190) aufzulösen und eine begründete Einordnung vorzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor stützt sich auf eine philologische und historische Analyse, die sowohl literaturwissenschaftliche Vergleiche als auch die Auswertung von historischen Urkunden und Archivmaterial einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Belege zum Namen Eilhart von Oberg, diskutiert die Bedeutung des Welfenhofs als Mäzenatentum und setzt den „Tristrant“ in Bezug zu den Werken von Hartmann von Aue und Heinrich von Veldeke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Eilhart von Oberg, Tristanstoff, Datierung, Welfenhof, höfische Literatur und Stofftradition.

Welche Rolle spielt die „Estoire“ für die Datierung?

Die „Estoire“ gilt als verlorene altfranzösische Urfassung; ihre Rekonstruktion und das Verhältnis der verschiedenen Tristan-Dichtungen zu dieser Vorlage sind entscheidend für die Einordnung von Eilharts Werk.

Warum wird der Welfenhof als Entstehungsort diskutiert?

Da Eilhart von Oberg als Name in welfischen Urkunden bezeugt ist und der Welfenhof eine bedeutende kulturelle Schaltstelle war, wird dieser als plausibler Entstehungsort und Auftraggeber für den Tristan-Roman in Betracht gezogen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Datierung?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass eine Datierung um 1190 nach Hartmanns „Erec“ aufgrund der vorliegenden Beweiskette die wahrscheinlichere Einordnung darstellt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eilhart von Oberg: "Tristrant und Isalde" - Ein Datierungsversuch
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
HS: Höfische Kultur um 1200
Note
1,5
Autor
Norman Riedel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V125600
ISBN (eBook)
9783640312771
ISBN (Buch)
9783640316656
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eilhard von Oberg Tristrant und Isolde Datierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Norman Riedel (Autor:in), 2008, Eilhart von Oberg: "Tristrant und Isalde" - Ein Datierungsversuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125600
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Leseprobe aus  16  Seiten
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