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Transaktionskosten und Kooperationsgewinne des Beitritts Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum

Titel: Transaktionskosten und Kooperationsgewinne des Beitritts Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum

Seminararbeit , 2020 , 18 Seiten , Note: 2.3

Autor:in: Florian Ramos (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit beschäftigt sich – in Anbetracht des hohen Integrationsgrades im europäischen Kontext – mit den Kooperationsgewinnen und Transaktionskosten, welche Liechtenstein zur Teilnahme am EWR bewegt haben. Eine Mehrheit von 55,8% aller Landesbürger*innen stimmten am 13. Dezember 1992 für die EWR-Teilnahme, obwohl die Schweiz als wichtigster Partner derselben Vorlage eine Woche zuvor mit 49,7% eine Absage erteilte.

Der Beitritt Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) im Jahr 1995 repräsentiert den wohl weitreichendsten Schritt im europäischen Integrationsprozess des Kleinstaats. Dieser bildet – ähnlich wie der aus dem Jahr 1923 stammende Zollanschlussvertrag mit der Schweiz – eine Abgabe wesentlicher Hoheitsrechte in den Bereichen Wirtschafts-, Finanz- und Handelspolitik. Im Gegensatz zum Zollvertrag zeichnet sich der EWR durch seine supra-nationalen Institutionen aus, welche mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) den europäischen Binnenmarkt teilweise vervollständigt. Interessant scheint diesbezüglich der autonome Entscheidungsspielraum Liechtensteins, welcher bereits vor dem EWR-Beitritt 1995 durch eine Vielzahl bilateraler Verträge mit der Schweiz wesentlich eingeschränkt wurde.

In diesem Zusammenhang soll weiter klargestellt werden, dass die Abgabe von nationalen Hoheitsrechten an internationale Organisationen (bzw. Schweizer Behörden im Falle des Zollvertrags FL-CH) aufgrund struktur- und kostensparender Bestrebungen erfolgt ist. Das Nationalstaatensystem nach westphälischem Modell entspricht nicht mehr der heutigen Realität, wo doch Wirtschafts- oder Sicherheitspolitiken im Besonderen einer Koordination bedürfen. Die Formierung in gemeinsamen Institutionen kann die Aufgabe dieser Koordination damit sinnvoller wahrnehmen, um etwa Homogenität unter den (durch eine Union verbundenen) Staaten anzustreben, welche wiederum von effizienteren Entscheidungsprozessen profitieren können. Weiters können bestimmte Entwicklungen, etwa in den Bereichen Umwelt, Digitalisierung oder Finanzen, besser miteinander abgestimmt werden, obwohl die Veränderung bzw. Verhinderung von Entwicklungsprozessen dadurch nicht vollständig durchgesetzt werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Interdependenz-Ansatz

III. Perspektive eines EWR-Anschlusses

IV. Souveränität und Transaktionen im Interdependenz-Zeitalter

A. Transaktionskosten

B. Kooperationsgewinne

C. Souveränität

V. Beurteilung

VI. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Motive und Auswirkungen des Beitritts Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) unter Anwendung des Interdependenz-Ansatzes, um zu bewerten, inwieweit dadurch Kooperationsgewinne realisiert und Transaktionskosten beeinflusst wurden.

  • Analyse der historischen und politischen Strukturbedingungen Liechtensteins
  • Anwendung der Interdependenz-Theorie nach Joseph S. Nye
  • Untersuchung von Souveränitätsfragen im Kontext der europäischen Integration
  • Bewertung von Transaktionskosten und ökonomischen Kooperationsgewinnen
  • Diskussion über das Spannungsverhältnis zwischen Kleinstaatlichkeit und Binnenmarktzugang

Auszug aus dem Buch

I. EINFÜHRUNG

Der Beitritt Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) im Jahr 1995 repräsentiert den wohl weitreichendsten Schritt im europäischen Integrationsprozess des Kleinstaats. Dieser bildet – ähnlich wie der aus dem Jahr 1923 stammende Zollanschlussvertrag mit der Schweiz – eine Abgabe wesentlicher Hoheitsrechte in den Bereichen Wirtschafts-, Finanz- und Handelspolitik. Im Gegensatz zum Zollvertrag zeichnet sich der EWR durch seine supranationalen Institutionen aus, welche mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) den europäischen Binnenmarkt teilweise vervollständigt. Interessant scheint diesbezüglich der autonome Entscheidungsspielraum Liechtensteins, welcher bereits vor dem EWR-Beitritt 1995 durch eine Vielzahl bilateraler Verträge mit der Schweiz wesentlich eingeschränkt wurde.

In diesem Zusammenhang soll weiter klargestellt werden, dass die Abgabe von nationalen Hoheitsrechten an internationale Organisationen (bzw. Schweizer Behörden im Falle des Zollvertrags FL-CH) aufgrund struktur- und kostensparender Bestrebungen erfolgt ist (Waschkuhn 1990:17). Das Nationalstaatensystem nach westphälischem Modell entspricht nicht mehr der heutigen Realität, wo doch Wirtschafts- oder Sicherheitspolitiken im Besonderen einer Koordination bedürfen. Die Formierung in gemeinsamen Institutionen kann die Aufgabe dieser Koordination damit sinnvoller wahrnehmen, um etwa Homogenität unter den (durch eine Union verbundenen) Staaten anzustreben, welche wiederum von effizienteren Entscheidungsprozessen profitieren können (Innerarity 2015:1061f). Weiters können bestimmte Entwicklungen, etwa in den Bereichen Umwelt, Digitalisierung oder Finanzen, besser miteinander abgestimmt werden, obwohl die Veränderung bzw. Verhinderung von Entwicklungsprozessen dadurch nicht vollständig durchgesetzt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Das Kapitel erläutert den historischen Kontext des EWR-Beitritts Liechtensteins, die Abgabe von Hoheitsrechten und die Zielsetzung der Analyse mittels des Interdependenz-Ansatzes.

II. Interdependenz-Ansatz: Es werden die theoretischen Grundlagen der Interdependenz sowie die Konzepte von Sensitivität und Vulnerabilität zur Analyse staatlicher Handlungen im internationalen Kontext dargelegt.

III. Perspektive eines EWR-Anschlusses: Dieses Kapitel thematisiert die Ausgangslage Liechtensteins vor dem Beitritt, insbesondere die Abhängigkeit von der Schweiz und die Suche nach neuen Policy-Optionen.

IV. Souveränität und Transaktionen im Interdependenz-Zeitalter: Hier wird der Zusammenhang zwischen Globalisierung, Transaktionskosten und der Bündelung von Hoheitsrechten in den EWR-Strukturen beleuchtet.

V. Beurteilung: Das Kapitel bewertet die Abwägung zwischen Souveränitätsverlust und dem Gewinn an politischer Mitgestaltung durch den EWR sowie die Senkung der Vulnerabilität.

VI. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird das positive Resümee der Bevölkerung zur EWR-Mitgliedschaft und die Notwendigkeit einer laufenden Kosten-Nutzen-Analyse hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Liechtenstein, EWR, Interdependenz, Souveränität, Transaktionskosten, Kooperationsgewinne, Integration, Kleinstaat, Europäische Union, Zollanschlussvertrag, Schweizer Beziehung, Netzwerkeffekte, Außenpolitik, Binnenmarkt, Vulnerabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Beweggründe und Resultate des EWR-Beitritts Liechtensteins unter dem theoretischen Blickwinkel der Interdependenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgabe nationaler Hoheitsrechte, die ökonomische und politische Abhängigkeit (Interdependenz) sowie die Bewertung von Gewinnen durch den Zugang zum europäischen Binnenmarkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob der EWR-Beitritt trotz Souveränitätsabgaben zu Kooperationsgewinnen geführt hat und wie die Transaktionskosten beeinflusst wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den Interdependenz-Ansatz nach Joseph S. Nye als theoretischen Rahmen und wendet eine qualitative Analyse der Strukturbedingungen und offiziellen Regierungsberichte an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung, den spezifischen Bedingungen Liechtensteins im europäischen Integrationsprozess sowie der detaillierten Auswertung von Transaktionskosten und Kooperationsgewinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Interdependenz, Kleinstaat, EWR, Souveränität und Kooperationsgewinne beschreiben.

Warum spielt die Beziehung zur Schweiz eine so wesentliche Rolle?

Die Schweiz war durch den Zollvertrag von 1923 der Hauptpartner Liechtensteins; der EWR-Beitritt war daher eine Zäsur, die das Verhältnis zur Schweiz und die eigenständige außenpolitische Handlungsfähigkeit neu definierte.

Wie bewerten die Liechtensteiner den EWR laut dieser Arbeit?

Die Arbeit führt an, dass ein Großteil der Bevölkerung (ca. 76%) die EWR-Mitgliedschaft positiv bewertet, da sie den Nutzen und die notwendige Einbindung in internationale Strukturen erkennt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Transaktionskosten und Kooperationsgewinne des Beitritts Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2.3
Autor
Florian Ramos (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1256300
ISBN (PDF)
9783346694102
ISBN (Buch)
9783346694119
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liechtenstein EWR EU Wirtschaftsraum Internationale Beziehungen Freizügigkeit EFTA
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Ramos (Autor:in), 2020, Transaktionskosten und Kooperationsgewinne des Beitritts Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256300
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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