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Der Wandel der liechtensteinischen Aussenpolitik als EWR-Mitgliedsstaat

Titel: Der Wandel der liechtensteinischen Aussenpolitik als EWR-Mitgliedsstaat

Masterarbeit , 2021 , 119 Seiten , Note: 5.0

Autor:in: Florian Ramos (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Masterarbeit bezweckt, den Beitritt des Fürstentums Liechtenstein zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) hinsichtlich seiner veränderten Aussenpolitik gegenüber Europa und der Europäischen Union zu analysieren. Dabei nimmt die Arbeit Bezug auf die gesellschaftlich-kulturellen Implikationen des Landes, welche die naturbedingte Abhängigkeit des Kleinstaats von seinen Nachbarstaaten in den Vordergrund stellt. Das Narrativ der Souveränität repräsentiert dabei einen zentralen Aspekt für die Analyse des EWR-Beitritts, welcher aufgrund der liechtensteinischen Ausgangslage nach einer differenzierten Interpretation verlangt.

Die Analyse der politischen Folgen des EWR-Beitritts soll darüber hinaus aufzeigen, inwiefern Souveränität jenseits der liechtensteinischen Landesgrenzen vor und nach dem EWR-Beitritt geltend gemacht wurde. Der Vergleich zur Schweiz erfährt dabei insbesondere Bedeutung, als das Fürstentum seit fast 100 Jahren stark in den schweizerischen Zoll-, Rechts- und Wirtschaftsraum integriert ist. Der unterschiedliche Ausgang der Volksabstimmungen über den EWR-Beitritt stellt deshalb den bisher stärksten Wendepunkt für die liechtensteinische Aussenpolitik und deren Beziehungen zur Schweiz dar. Daraus erfolgte der Beitritt Liechtensteins zum EWR im Jahr 1995 im Gegensatz zur Schweiz, welche das EWR-Abkommen in einer Volksabstimmung abgelehnt hat. Besonders die aussenpolitischen Implikationen von Souveränität verlangen im Nachgang des unterschiedlichen Abstimmungsausgangs nach einer Neubewertung.

Die Arbeit behandelt die folgenden Forschungsfragen:
1. Wie kann die liechtensteinische Aussenpolitik vor dem Beitritt zum EWR beurteilt werden?
2. Welche innenpolitischen und kulturellen Implikationen haben zum erfolgreichen Abstimmungsausgang des EWR-Beitritts beigetragen?
3. Welche Rolle spielte die Integration Liechtensteins im schweizerischen Rechts- und Wirtschaftsraum für die Frage des EWR-Beitritts?
4. Inwiefern hat sich die liechtensteinische Aussenpolitik gegenüber Europa im Vergleich zur Schweiz nach dem Beitritt zum EWR gewandelt?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsgegenstand

1.2 Methodik

1.3 Ausgangslage

2. Begriffliche Aspekte

2.1 Souveränität

3. Innenpolitische und kulturelle Implikationen

3.1 Historische Entwicklung

3.2 Politisches Sytem

3.2.1 Monarchie

3.2.2 Parteien & Kommunikationskultur

3.2.3 Landtag

3.2.4 Regierung

3.3 Aussenpolitische Entwicklung

3.3.1 Historische Grundpfeiler

3.3.2 Nachbarschaftliche Beziehungen zu Österreich

3.3.3 Nachbarschaftliche Beziehungen zur Schweiz

3.3.4 Multilaterales Engagement

4. Der Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum

4.1 Hintergrund

4.2 Beratungen

4.2.1 Verhandlungsebene

4.2.2 Innerstaatliche Ebene

4.2.3 Konflikt um Abstimmungstermin

4.3 Abstimmungsvorgang

4.3.1 Diskurs im Vorfeld der Schweizer Abstimmung

4.3.2 EWR‐Abstimmung in der Schweiz vom 6. Dezember 1992

4.3.3 EWR‐Abstimmung in Liechtenstein vom 13. Dezember 1992

4.3.4 Sozio‐demographische Merkmale

4.3.5 Nachverhandlungen nach dem Schweizer Nein

4.3.6 Abstimmung zum revidierten EWR‐ und Zollabkommen vom 9. April 1995

5. Politische Implikationen

5.1 Innenpolitische Debatte

5.2 Aussenpolitik

5.2.1 Europapolitik

5.2.2 Beziehungen zur Schweiz

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit analysiert den Beitritt des Fürstentums Liechtenstein zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und dessen Auswirkungen auf die liechtensteinische Aussenpolitik. Dabei wird untersucht, inwiefern Souveränität, die traditionell enge Anbindung an die Schweiz und innenpolitische sowie kulturelle Besonderheiten den EWR-Beitrittsprozess prägten und den Handlungsspielraum des Kleinstaats beeinflussten.

  • Analyse des EWR-Beitrittsprozesses des Fürstentums Liechtenstein
  • Untersuchung des liechtensteinischen Souveränitätsverständnisses
  • Vergleichende Betrachtung der Beziehungen zur Schweiz im Kontext europäischer Integration
  • Evaluation innenpolitischer und kultureller Faktoren für den Abstimmungserfolg

Auszug aus dem Buch

1.1 Forschungsgegenstand

Der Beitritt Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum, nachfolgend «EWR» genannt, eröffnete einen längeren Prozess nachbarschaftlicher Kooperation. Als weitreichender Schritt in der Landesgeschichte fasziniert der EWR-Beitritt des Fürstentums eine Vielzahl von Personen aus der Forschung, der Politik oder der Wirtschaft. Die damit verbundene Frage der Souveränität bzw. des Handlungsspielraums der liechtensteinischen Aussenpolitik entstammt dabei bereits früheren Zeiten, als der Kleinstaat sowohl Mitglied des Deutschen Bundes nach den napoleonischen Kriegen war, als auch mit Österreich-Ungarn bis ins Jahr 1918 eine vertiefte Nachbarschaftspolitik pflegte. Die anschließende Integration Liechtensteins in den schweizerischen Rechts- und Wirtschaftsraum ab dem Ende des Ersten Weltkriegs galt fortan nicht nur als alternativlos, sondern auch als unbestrittenes Erfolgsmodell.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Thema sowie die zentralen Forschungsfragen rund um den Beitritt zum EWR und dessen Auswirkungen auf die Aussenpolitik vor.

2. Begriffliche Aspekte: Definiert den Souveränitätsbegriff im historischen Kontext und erörtert seine Bedeutung für Kleinstaaten und deren Handlungsspielraum.

3. Innenpolitische und kulturelle Implikationen: Beleuchtet die historische Entwicklung des Fürstentums, das politische System und die traditionell engen Beziehungen zu den Nachbarstaaten.

4. Der Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum: Beschreibt den Prozess der Verhandlungen, die nationalen Debatten und die Abstimmungen zum EWR und Zollabkommen.

5. Politische Implikationen: Analysiert, welche Auswirkungen der EWR-Beitritt auf die Innenpolitik und die aussenpolitische Strategie sowie das Verhältnis zur Schweiz hatte.

Schlüsselwörter

Liechtenstein, EWR-Beitritt, Europäische Integration, Aussenpolitik, Souveränität, Schweiz, Zollabkommen, Kleinstaat, Europäischer Wirtschaftsraum, politische Geschichte, bilaterale Beziehungen, Landtag, Monarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit dem Beitritt Liechtensteins zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und den daraus resultierenden Veränderungen in der Aussenpolitik des Landes gegenüber Europa und der Schweiz.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Themenfelder Souveränität, die historisch gewachsenen Beziehungen zu den Nachbarstaaten, das innenpolitische System sowie die Einbindung in europäische Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der EWR-Beitritt auf den nationalen Handlungsspielraum Liechtensteins ausgewirkt hat und wie sich das Fürstentum als souveräner Kleinstaat in multilateralen Gremien positioniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine umfassende Analyse von Regierungsberichten, historischen Quellen, Medienberichten sowie Fachliteratur, ergänzt durch Experteninterviews, um eine valide Bestandsaufnahme der liechtensteinischen Politik vor und nach dem EWR-Beitritt zu erstellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der innenpolitischen und kulturellen Rahmenbedingungen, den Prozess der EWR-Beitrittsverhandlungen sowie die anschließende Bewertung der politischen Implikationen.

Welche Rolle spielt die Monarchie bei der liechtensteinischen Politikgestaltung?

Die Monarchie nimmt eine dominante Rolle ein. Der Landesfürst übt massgeblichen Einfluss auf aussenpolitische Prioritäten aus, wie unter anderem die Initiierung des UNO-Beitritts oder das Engagement in den EWR-Verhandlungen zeigen.

Warum ist der Vergleich zur Schweiz für diese Arbeit so wichtig?

Da Liechtenstein seit fast 100 Jahren stark in den schweizerischen Wirtschafts- und Rechtsraum integriert ist, dient die Schweiz als wesentlicher Vergleichsmaßstab, um die aussenpolitischen Autonomieverluste und Zugewinne durch den EWR-Beitritt zu verdeutlichen.

Welche spezifische Rolle spielt der Zollvertrag in der liechtensteinischen Aussenpolitik?

Der Zollvertrag ist ein zentraler Grundpfeiler, der zwar einen hohen Grad an wirtschaftlicher Sicherheit garantiert, aber gleichzeitig eine tiefgreifende Delegation hoheitlicher Rechte an Schweizer Behörden mit sich bringt.

Ende der Leseprobe aus 119 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Wandel der liechtensteinischen Aussenpolitik als EWR-Mitgliedsstaat
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)  (Fachbereich Europastudien)
Note
5.0
Autor
Florian Ramos (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
119
Katalognummer
V1256336
ISBN (PDF)
9783346694355
ISBN (Buch)
9783346694362
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EWR EU Europäische Union Liechtenstein Beitritt Europäische Integration Freizügigkeit Schweiz Fürstentum Aussenpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Ramos (Autor:in), 2021, Der Wandel der liechtensteinischen Aussenpolitik als EWR-Mitgliedsstaat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256336
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Leseprobe aus  119  Seiten
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