Das Ziel der Bachelorarbeit ist es, die Kommerzialisierung und Interessen der Fans im Fußball einzuordnen und die Forschungsfragen "Wie wird aus Sicht des Fans der Sport und ihr eigenes Dasein beeinflusst?" und "Wie gehen die Fans gegen die Kommerzialisierung vor?" zu untersuchen. Dabei wird die aktuelle Lage der Fans, sowie deren Ziele und ihr Erfolg dabei in einer breiten Auseinandersetzung mit verschiedenen beeinflussenden Faktoren betrachtet.
Die These der Arbeit ist, dass durch die zunehmende Kommerzialisierung sich der Fan immer weiter vom Sport entfremdet und es langfristig gesehen der Beliebtheit und damit auch dem Profit des Sports schadet. Dieses Problem möchte der Autor aufzeigen und in einem theoretischen Teil mit einem Rückblick auf die Entwicklung des Sports Fußball und der Entstehung einer Fan- sowie Ultra-Kultur erläutern und im zweiten Teil der Arbeit mithilfe einer selbst durchgeführten Umfrage den theoretischen Teil der Arbeit unterstreichen und die aufgestellte These genauer untersuchen. Zudem soll den Fans durch eine Umfrage eine Plattform geboten werden, um ihre Meinung zu äußern und eine Grundlage für eine wirksame Diskussion gegen die Kommerzialisierung und die damit einhergehende sinkende Attraktivität des Fußballs zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER TEIL
2.1. Entwicklung des Fußballsports – von einer Randsportart zum Volkssport
2.2. Der Fußball kommt nach Deutschland
2.3. Entstehung einer Fankultur
2.4. Entstehung einer Ultrakultur
2.4.1. Ursprung Ultra in Italien
2.4.2. Der Hype des Ultras kommt nach Deutschland
2.5. Kommerzialisierung und Einflüsse auf die Fanszene
2.5.1. Wirtschaftsunternehmen Fußballverein
2.5.2. Veränderung der Vereinsfinanzierung
2.5.3. Fans kämpfen gegen den Kommerz – Investor Red Bull
2.5.4. Die Medien und das Fernsehen
2.5.5. Neues gesellschaftliches Stadionpublikum
2.5.6. Merchandise als Sinnbild für die Kommerzialisierung
2.5.7. Neue Stadien als Event-Arenen
2.5.8. Neues Image für den Fußball
2.5.9. Das Fernsehen gewinnt weiter an Bedeutung
2.6. Die Folgen für den Fan
2.7. Protest der Ultras gegen die Kommerzialisierung
2.7.1. Vorreiter Italien und Ultras als Interessenvertreter
2.7.2. Ultras gegen den Verlust der Vereinsidentifikation
2.7.2.1. Kampf der Nürnberger Ultras um den Stadionnamen
2.7.2.2. Bremen und Karlsruhe im Kampf für Vereinsfarben und -logo
2.7.3. Eigene Kleidung der Ultras
2.7.4. Promotion-Aktionen der Vereine
2.7.5. Diskussion um die 50+1 Regel
2.7.6. Protest gegen die Anstoßzeiten
3. EMPIRISCHER TEIL
3.1. Zielsetzung, Fragestellungen und Annahmen der Studie
3.2. Methodik
3.3. Darstellung der Ergebnisse
3.4. Interpretation der Ergebnisse
3.5. Methodendiskussion
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht den zunehmenden Einfluss der Kommerzialisierung auf den Fußballsport und analysiert, inwiefern sich Fans durch diesen Prozess vom Sport entfremdet fühlen sowie welche Protestformen sie gegen diese Entwicklung anwenden.
- Entwicklung des Fußballs vom Volksport zum medialen Event.
- Die Rolle der Ultrakultur als kritische Gegenbewegung.
- Auswirkungen wirtschaftlicher Interessen auf Vereinsstrukturen und Fankultur.
- Analyse des Protestverhaltens von Fans gegen Kommerzialisierungsmaßnahmen.
- Empirische Untersuchung zur Einstellung von Fans gegenüber aktuellen Entwicklungen.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Vom Beginn der 90er Jahre bis heute hat eine steigende Kommerzialisierung (auch Vermarktlichung oder Ökonomisierung genannt) einen großen Einfluss auf den Fußball und die gesamte Gesellschaft rund um den Sport. Kommerzialisierung bedeutet ein erhöhtes Augenmerk auf die wirtschaftlichen Aspekte des Fußballs zu legen und den riesigen Markt des Fußballs effektiv und ökonomisch zu nutzen. Es wirkt als würde nicht mehr der Sport selbst im Mittelpunkt stehen, sondern nur noch die Frage ,Wie mache ich den größten Profit mit dem Sport?‘. Es gibt eine immer weitere Aufsplitterung der Spieltage, verschiedene Pay-TV-Sender für alle Bundesligaspiele, immens hohe Transfersummen für Spieler oder Investoren als oberste Machtinstanz eines Vereins. Dabei scheint es, als würde immer weiter Abstand von denjenigen genommen, werden, die den Sport zu dem machen, was er ist, den Fans. Montagsspiele, geänderte Anstoßzeiten oder steigende Ticketpreise werden von einem Großteil der Fans kritisiert. Dennoch steigen die Zuschauerzahlen von Jahr zu Jahr oder bleiben mindestens konstant hoch, jedoch gibt es einen beobachtbaren gesellschaftlichen Wandel des Publikums vom lautstarken, anfeuernden Fan hin zum ruhigen, komfortsuchenden Fan. Während die meisten Fans ihren Unmut darüber nur in der Kneipe oder anderen gesellschaftlichen Situationen äußern, versuchen vor allem die Ultras durch organisierte Aktionen dagegen anzukämpfen und die Kommerzialisierung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den fortschreitenden Kommerzialisierungsprozess im Profifußball und formuliert die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die Fankultur.
2. THEORETISCHER TEIL: Dieser Teil beschreibt die historische Entwicklung des Fußballs vom Randsport zum Volkssport sowie die Entstehung der Fan- und Ultrakultur unter dem Aspekt der zunehmenden Kommerzialisierung.
3. EMPIRISCHER TEIL: Hier werden mittels einer Online-Umfrage die Interessen von Fußballfans erhoben und deren Haltung zu Themen wie Kommerzialisierung und Vereinsidentifikation analysiert.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Kommerzialisierung den Fußball maßgeblich in ein Event verwandelt hat, was bei Fans auf kritische Distanz stößt.
Schlüsselwörter
Fußball, Kommerzialisierung, Fankultur, Ultras, Fanszene, Stadion, Vermarktung, Zuschauerzahlen, Bundesliga, Vereinsidentifikation, Event, Protest, 50+1 Regel, Ökonomisierung, Faninteressen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen der traditionellen Fankultur und der zunehmenden ökonomischen Vermarktung des Profifußballs.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung des Fußballs in Deutschland, die Entstehung der Ultrakultur sowie die Auswirkungen der Kommerzialisierung auf Stadien, Medienrechte und die Beziehung zwischen Verein und Fan.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, die Interessen der Fans im Kontext der Kommerzialisierung zu erforschen und zu klären, wie sie den Verlust von Vereinswerten beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine quantitative Befragung (CAWI) via App durch, um ein breites Meinungsbild der Fans zu verschiedenen Aspekten der Kommerzialisierung zu erfassen.
Was wird im theoretischen Hauptteil analysiert?
Der theoretische Teil beleuchtet die Historie des Fußballs, die Professionalisierung der Vereine zu Wirtschaftsunternehmen und die verschiedenen organisierte Protestformen von Fankurven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Kommerzialisierung, Ultrakultur, Fanszene, Stadionerlebnis, Vereinsfinanzierung und Fan-Interessen.
Wie stehen die Ultras zur Kommerzialisierung?
Die Ultras agieren als kritische Gegenbewegung, die durch organisierte Aktionen, Proteste und eine eigene Identitätsbildung versucht, den Einfluss von Investoren und die Kommerzialisierung aufzuhalten.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die Praxis?
Die Studie verdeutlicht, dass die Kommerzialisierung zwar medial rentabel ist, jedoch langfristig die Bindung der Fans durch den Verlust von Authentizität und Mitbestimmung gefährdet.
- Arbeit zitieren
- Tim Schoster (Autor:in), 2019, Fankultur gegen Kommerzialisierung. Aktuelle Lage und Ziele von Fußballfans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256380