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Das Alltagsleben und das Bürgertum zur Zeit der Französischen Revolution

Title: Das Alltagsleben und das Bürgertum zur Zeit der Französischen Revolution

Seminar Paper , 2001 , 11 Pages , Grade: 1

Autor:in: Martina Köppl (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Nichts hat unser freiheitlich-demokratisches Grundverständnis so geprägt, wie die Französische Revolution. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß dem Bürgertum hier erstmals seine eigene Bedeutung und seine Macht bewußt wird, worauf sich der Bür-ger aus eigener Kraft selbst erhebt, um öffentlich gegen vorherrschende Mißstände zu rebellieren. Nun möchte ich einen Überblick darüber geben, welche Umstände, die damals unter den Bürgern herrschten, zu der legendären Reformation führten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines und Überblick über das Bürgertum

3. Die Bedeutung des Brotes und des Brotpreises

4. Zeitungen und Theater

5. Menschen- und Bürgerrechte

6. Arbeit und ihre Bedingungen

7. Kirche im Zeichen der Revolution

8. Die Eheleute im Jahr II der Revolution

9. Die Heilige Pike der Brüderlichkeit

10. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Alltagsleben des Bürgertums während der Französischen Revolution und analysiert, wie sozioökonomische Faktoren sowie politische Umbrüche die Lebensbedingungen und das Selbstverständnis der Bürger nachhaltig veränderten.

  • Struktur und Zusammensetzung des dritten Standes
  • Die existenzielle Bedeutung der Nahrungsmittelversorgung
  • Die Etablierung neuer politischer Medien und Institutionen
  • Wandel in Ehe, Arbeit und gesellschaftlichem Selbstverständnis

Auszug aus dem Buch

3.Die Bedeutung des Brotes und des Brotpreises

Das Brot war damals der alles beherrschende Mittelpunkt am gedeckten Tisch. Es war die Ernährungsgrundlage aller Franzosen. Das Brot wurde vom Hausherrn geschnitten und mit dem Kreuzeszeichen versehen. Dies sollte die Haltbarkeit des Brotes steigern. Jeder Einwohner Frankreichs aß bis zu 500 Gramm Brot täglich. Brot war das „Brot des Lebens“ und wurde in manchen Gegenden den Toten als letzte Gabe und Zeichen der Wiederauferstehung in den Sarg gelegt.

Es gab viele verschiedene Brotsorten. Es gab das weiße, zarte Brot („pain des Gonesse“) für die Aristokraten und das mißratene Brot das aus Teigresten für die Armen gemacht wurde („pain balle“, „Pain d’alise“). Die Zeit der Mißernten 1788 und der darauffolgende strenge Winter 1788/89 hatte nicht nur zur Folge, daß der Brotpreis erhöht wurde und 1789 den Höchststand des Jahrhunderts erreichte, es herrschte bei den Bauern auch Futtermangel für das Vieh aus dem sich notwendige Notschlachtungen ergaben und der Boden ohne Düngung brach gelassen werden mußte.

Der Hunger, der sich in der Bevölkerung ausbreitete, stellte ohne Zweifel die Menschenwürde in Frage. Da der Französische Arbeiter etwa 50% des Einkommens für Brot ausgab, war der Brotpreis für sie lebenswichtig. Der Brotpreis galt als Gradmesser der Menschenwürde. Durch die Verteuerungen waren von 20000 Städtern rund 6000 nicht mehr in der Lage, das lebensnotwendige Brot zu bezahlen. Es kam zu Meutereien, Aufständen, Raubzügen und Revolten (z. B. rotteten sich 1000 Bürger vor dem Rathaus zusammen und forderten die Einwohner auf, mit ihnen durch Waffengewalt Brot zu beschaffen). 1789 erhoben sich die Bauern zur Zeit der „Grande Peur“ – der „großen Furcht“, getrieben von Hunger zündeten sie Archive an, in denen die Herrschaftsrechte aufbewahrt wurden und töteten im Wald Wild, das für den Adel bestimmt war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Französischen Revolution für unser heutiges freiheitlich-demokratisches Grundverständnis und das Erwachen des bürgerlichen Selbstbewusstseins.

2. Allgemeines und Überblick über das Bürgertum: Dieses Kapitel definiert den dritten Stand, seine gesellschaftliche Struktur und seine prekäre ökonomische Lage trotz seiner zahlenmäßigen Dominanz.

3. Die Bedeutung des Brotes und des Brotpreises: Der Fokus liegt auf der existenziellen Rolle von Brot als Ernährungsgrundlage und den sozialen Unruhen, die durch Missernten und Preissteigerungen ausgelöst wurden.

4. Zeitungen und Theater: Es wird die Entstehung der Presse als neues politisches Machtinstrument sowie die Rolle des Theaters als Ort gesellschaftlicher Debatten beschrieben.

5. Menschen- und Bürgerrechte: Das Kapitel erläutert den Ursprung und die Bedeutung der Menschenrechtserklärung von 1789 für die neu gewonnene Freiheit und Gleichheit.

6. Arbeit und ihre Bedingungen: Die Arbeitsverhältnisse in den Manufakturen und die militärische Disziplinierung der Arbeiter während der Revolutionszeit werden hier analysiert.

7. Kirche im Zeichen der Revolution: Hier wird das Verhältnis des niederen Klerus zur Revolution und die Einführung des neuen Revolutionskalenders thematisiert.

8. Die Eheleute im Jahr II der Revolution: Das Kapitel betrachtet die Ehe als zivilen Akt und Symbol demokratischen Pflichtbewusstseins unter dem Schutz des Vaterlandes.

9. Die Heilige Pike der Brüderlichkeit: Es wird der Wandel der Mode als Ausdruck der politischen Gesinnung und die Symbolik der „Sans-culottes“ und der Pike erläutert.

10. Schlußbemerkung: Ein abschließendes Fazit, das die Zuspitzung sozialer Unzufriedenheit in eine Revolution anhand eines Zitats von Georg Büchner zusammenfasst.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Bürgertum, dritter Stand, Menschenrechte, Brotpreis, Politische Partizipation, Revolutionskalender, Soziale Unruhen, Emanzipation, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Sans-culottes, Demokratie, Gesellschaftswandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die sozioökonomischen und politischen Veränderungen im Leben des Bürgertums während der Französischen Revolution.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Thematisiert werden unter anderem die Klassenstruktur, die Ernährungslage, neue politische Medien, Arbeitsbedingungen, die Rolle der Kirche und die veränderte Bedeutung der Ehe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Umstände zu geben, die dazu führten, dass sich das Bürgertum seiner Macht bewusst wurde und gegen bestehende Missstände aufbegehrte.

Welche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Zitate, politischer Schriften und literarischer Bezüge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Facetten des bürgerlichen Alltags, von der Brotversorgung über die politische Presse bis hin zur neuen Kleiderordnung und den Menschenrechten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Französische Revolution, Bürgertum, Menschenrechte, Freiheit und das Spannungsfeld zwischen Hunger und politischem Aufbruch.

Wie wirkte sich der Brotpreis auf die Stabilität aus?

Der Brotpreis fungierte als Gradmesser der Menschenwürde; hohe Preise führten direkt zu Meutereien und organisierten Aufständen gegen die Obrigkeit.

Warum spielt der Revolutionskalender eine Rolle?

Er diente dazu, den Alltag neu zu strukturieren, Feiertage zu reduzieren und das neue, auf Vernunft und Natur basierende Weltbild der Revolution zu festigen.

Wie änderte sich das Verständnis der Ehe?

Die Ehe wurde zu einem zivilen Akt, der nicht mehr primär religiös, sondern als Ausdruck von Freiheit und demokratischem Pflichtbewusstsein verstanden wurde.

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Details

Title
Das Alltagsleben und das Bürgertum zur Zeit der Französischen Revolution
College
Munich University of Applied Sciences
Grade
1
Author
Martina Köppl (Author)
Publication Year
2001
Pages
11
Catalog Number
V12564
ISBN (eBook)
9783638184182
ISBN (Book)
9783640471973
Language
German
Tags
französische Revolution Pike Bastille Sturm Bürgertum Klerus Adel Frohn Steuern König
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Köppl (Author), 2001, Das Alltagsleben und das Bürgertum zur Zeit der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12564
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