Diese Hausarbeit geht auf das Thema der Einsatzmöglichkeiten graduierter Pfleger näher ein und beschreibt hierzu die Position eines „Pflegeprozessmanagers“. Es werden hierzu im Kapitel 5 unter anderem die Tätigkeit selbst und damit verbundene Aufgaben, das Über- und Unterordnungsverhältnis, die gestellten Anforderungen und Kompetenzen sowie im Kapitel 7 praxisnahe Erfahrungen innerhalb der stationären Altenhilfe aufgezeigt. Kapitel 6 analysiert die Stellenbeschreibungen und vergleicht diese mit der vorhandenen Literatur. Die Forschungsfrage lautet daher: „Wie lässt sich ein Pflegeprozessmanager in die bisherige Pflegeorganisation integrieren?“
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemdarstellung, Fragestellung und Zielsetzung
2.1 Problemdarstellung
2.2 Fragestellung und Zielsetzung
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Datenerhebung im Rahmen der Literaturrecherche
3.2 Feldzugang / Abgrenzung des Forschungsfeldes für die Empirie
4 Auswertung der ermittelten Daten
4.1 Datenauswertung im Rahmen der Literaturrecherche
4.2 Datenauswertung im Rahmen der Empirie
5 „Pflegeprozessmanager“ als Stelle
5.1 Herleitung und Bezeichnung der Stelle
5.2 Über- und Unterordnungsverhältnis
5.3 Anforderungen an die Stelle
5.4 Aufgaben und Pflichten
5.5 Dienstplangestaltung
5.6 Zielsetzung an die Stelle
5.7 Gehaltsstruktur
5.8 Besondere Pflichten
6 Analyse der Stellenausschreibungen und deren Literaturvergleich
7 Erfahrungen von Pflegeprozessmanagern aus der Praxis
7.1 Welche Vorteile sehen Sie in Ihrer Tätigkeit?
7.2 Vor welchen Hürden und Herausforderungen stehen Sie?
7.3 Wie können Sie diese Hürden und Herausforderungen meistern?
8 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Integrationsmöglichkeiten von Pflegeprozessmanagern in die bestehende Organisationsstruktur stationärer Pflegeeinrichtungen und analysiert, wie diese Position zur Steuerung komplexer Pflegeprozesse und zur Unterstützung der Pflegefachkräfte beitragen kann.
- Analyse des Stellenprofils des Pflegeprozessmanagers im pflegerischen Kontext.
- Untersuchung der strukturellen Integration und Hierarchie-Einordnung in Alten- und Pflegeeinrichtungen.
- Evaluation von Praxisbeispielen durch Experteninterviews.
- Vergleich von Stellenausschreibungen und theoretischen Anforderungen aus der Fachliteratur.
- Reflektion von Herausforderungen wie Personalmangel, Rollenkonflikten und Arbeitsbelastung.
Auszug aus dem Buch
5.4 Aufgaben und Pflichten
Der Pflegeprozessmanager übernimmt mit seinen Aufgaben eine Schlüsselposition in der Pflegeeinrichtung. Mit seiner umfassenden Sichtweise ist er über alle Pflegeprozesse informiert und steht insbesondere, was die Kommunikation angeht, vor allen anderen an der Versorgung beteiligten Stakeholdern (Becker, 2014, S. 3).
Seine Aufgaben bzw. die Beschreibung seiner Funktion im Alten- und Pflegeheim unterscheidet sich dabei wesentlich von den unter Kapitel 5.6 erläuterten üblichen Pflegestellen. Der Aufgabenschwerpunkt eines Pflegeprozessmanagers liegt in der Steuerung des pflegediagnostischen Prozesses sowie in der Steuerung und Begleitung hochkomplexer Pflegesituationen. Ebenso auch in der supervidierenden Begleitung bei der Durchführung der Pflege und auch deren Evaluation. Im Vergleich hierzu ist die Pflegefachkraft für die Durchführung hochkomplexer Pflegemaßnahmen und behandlungspflegerischer Maßnahmen zuständig. Pflegehilfskräfte dagegen üben die grundpflegerischen Maßnahmen aus. Eine Pflegeorganisation mit Pflegeprozessmanager führt folglich zu einer grundlegenden Veränderung der Aufbauorganisation (Pews, 2016, S. 25).
Reflektierend aus der Fachliteratur lassen sich die Aufgaben eines Pflegeprozessmanagers wie folgt resümieren:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den steigenden Personalbedarf in der stationären Altenhilfe und identifiziert den Pflegeprozessmanager als mögliche Strategie zur Bewältigung komplexer Qualitäts- und Versorgungsanforderungen.
2 Problemdarstellung, Fragestellung und Zielsetzung: Es wird die geringe Präsenz akademisch qualifizierter Pflegekräfte in der stationären Altenhilfe aufgezeigt und eine Forschungsfrage zur praktischen Integration eines Pflegeprozessmanagers formuliert.
3 Methodisches Vorgehen: Das methodische Vorgehen umfasst eine systematische Literaturanalyse sowie qualitative Interviews mit Pflegeprozessmanagern aus Frankfurter Pflegeheimen.
4 Auswertung der ermittelten Daten: Die Ergebnisse der Literaturrecherche und der empirischen Befragung werden zusammengefasst, wobei der Fokus auf dem Anforderungsprofil und der organisationalen Einbettung liegt.
5 „Pflegeprozessmanager“ als Stelle: Dieses Kapitel erläutert die Historie, die Anforderungen, das Aufgabenprofil sowie Fragen der Dienstplangestaltung und Vergütung des Pflegeprozessmanagers.
6 Analyse der Stellenausschreibungen und deren Literaturvergleich: Die reale Ausgestaltung der Stelle in Stellenausschreibungen wird mit den theoretischen Ausführungen aus der Literatur gegenübergestellt und diskutiert.
7 Erfahrungen von Pflegeprozessmanagern aus der Praxis: Die befragten Experten berichten über die Vorteile ihrer Tätigkeit sowie über die mit der Integration verbundenen Hürden und ihre Bewältigungsstrategien.
8 Diskussion: Abschließend wird das Modell des Pflegeprozessmanagers kritisch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, aktueller Gesetzesvorgaben (§ 113c SGB XI) und zukünftiger Forschungsbedarfe bewertet.
Schlüsselwörter
Pflegeprozessmanager, Stationäre Altenhilfe, Pflegequalität, Personalbedarf, Qualifikationsmix, Pflegeorganisation, Pflegedokumentation, Steuerung komplexer Pflegeprozesse, Fachkräftemangel, Primary Nursing, Berufsprofil, Prozessoptimierung, Akademisierung der Pflege, Gesundheitsversorgung, Empirische Befragung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Pflegeprozessmanager in die bestehende Struktur stationärer Pflegeeinrichtungen integriert werden können, um bei steigenden Qualitätsanforderungen die Pflegequalität zu sichern und Fachkräfte zu entlasten.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Aufgabenbeschreibung dieser neuen Stelle, ihrer hierarchischen Einordnung, der Analyse aktueller Stellenausschreibungen und den Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: „Wie lässt sich ein Pflegeprozessmanager in die bisherige Pflegeorganisation integrieren?“
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Es wurde eine Kombination aus literaturbasierter Analyse und einer empirischen, qualitativen Untersuchung mittels leitfadengestützter Interviews durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung des Berufsbildes, den spezifischen Anforderungen an die Stelle, der praktischen Einbettung in den Dienstplan sowie Erfahrungen aus der Praxis hinsichtlich Hürden und Erfolgsfaktoren.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit grundlegend?
Zentrale Begriffe sind Pflegeprozessmanager, Altenhilfe, Personalmangel, Pflegequalität und Organisationsentwicklung.
Wie unterscheidet sich die Rolle von der einer herkömmlichen Pflegefachkraft?
Der Pflegeprozessmanager fokussiert sich stärker auf die Steuerung pflegediagnostischer Prozesse, die Dokumentationsqualität und die Anleitung, während Pflegefachkräfte primär für die Durchführung der pflegerischen Maßnahmen am Bewohner zuständig sind.
Welchen Einfluss hat der Personalmangel auf die Rolle des Pflegeprozessmanagers?
Der Personalmangel führt häufig dazu, dass Pflegeprozessmanager ihre eigentliche steuernde Funktion nicht voll ausüben können, da sie in Zeiten von Engpässen als reguläre Pflegefachkraft in der direkten Versorgung einspringen müssen.
- Arbeit zitieren
- Anja Luther (Autor:in), 2022, Die Integration von Pflegeprozessmanagern in die bisherige Organisation stationärer Pflegeeinrichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256556