Die Geschichte um die Entstehung der Orthographienorm in Galicien und die Probleme, die sich dabei ergaben, werden in dieser Arbeit behandelt. Am Anfang steht ein historischer Abriss, danach wird kurz gezeigt, wie eine Sprache theoretisch normiert wird um sich anschließend dem speziellen Fall des Galicischen widmen zu können. Der Streit um die Norm wird ausführlich erläutert. Im letzten Teil wird der Versuch unternommen zu analysieren, wie zwei ausgewählte Probleme, die sich bei der Normierung ergaben, von der RAG und dem ILG konkret in den Normas gelöst werden.
Inhaltsverzeichnis
- 0 Einleitung
- 1 Die Entwicklung der offiziellen Norm des Galicischen
- 1.1 Historischer Überblick: Die Entwicklung vom Mittelalter bis zur Gegenwart
- 1.2 Der Normierungsprozess einer Sprache
- 1.3 Die Korpusplanung
- 1.3.1 Normierungskriterien romanischer Minderheitensprachen
- 1.4 Die Statusplanung
- 1.5 Probleme bei der Normierung des Galicischen
- 2 Der Normenstreit in Galicien
- 2.1 Die wichtigsten Argumente der Reintegrationisten
- 2.2 Bewertung der Argumente
- 2.3 Die wichtigsten Argumente der Isolationisten
- 2.4 Bewertung der Argumente
- 2.5 Fazit
- 3 Normierungsschwierigkeiten beim Normierungsprozess des Galicischen: Ausgewählte Beispiele und der Versuch einer linguistischen Analyse der Normas von 1996 und der neusten Edition von 2003 anhand der Beispiele
- 3.1 Kastilianismen
- 3.2 Auswahl der Standardnorm im Hinblick auf die verschiedenen Varietäten des Galicischen
- 3.3 Fazit
- 4 Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung und die Herausforderungen der Normierung der galicischen Sprache. Der Fokus liegt auf dem historischen Kontext, dem Normierungsprozess selbst und dem anhaltenden Streit um die orthographische Norm. Die Analyse ausgewählter Probleme bei der Normierung soll ein tiefergehendes Verständnis des komplexen Vorgangs ermöglichen.
- Historische Entwicklung der galicischen Schriftsprache
- Der Prozess der Sprachnormierung: Korpus- und Statusplanung
- Der Normenstreit in Galicien zwischen RAG/ILG und AGAL
- Analyse spezifischer Normierungsprobleme (z.B. Kastilianismen)
- Bewertung verschiedener Argumente im Normenstreit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und beschreibt den Status des Galicischen als Minderheitensprache. Kapitel 1 beleuchtet die historische Entwicklung der galicischen Schriftsprache vom Mittelalter bis zur Gegenwart, einschließlich der „séclos escuros“ und des Rexurdimento. Kapitel 1.2 beschreibt den allgemeinen Prozess der Sprachnormierung. Kapitel 2 analysiert den Normenstreit in Galicien, indem es die Argumente der Reintegrationisten und Isolationisten darstellt und bewertet.
Kapitel 3 konzentriert sich auf ausgewählte Normierungsschwierigkeiten, insbesondere Kastilianismen und die Auswahl der Standardnorm im Hinblick auf die verschiedenen galicischen Varietäten. Es untersucht die konkreten Lösungen der RAG und des ILG in den Normas von 1996 und 2003 anhand von Beispielen. Die Arbeit schließt mit einer Schlussbemerkung, die aber in diesem Preview nicht berücksichtigt wird.
Schlüsselwörter
Galicisch, Sprachnormierung, Korpusplanung, Statusplanung, Normenstreit, RAG, ILG, AGAL, Kastilianismen, Sprachgeschichte, Minderheitensprache, Varietäten, Orthographie.
Häufig gestellte Fragen zur Normierung des Galicischen
Was ist der Kern des galicischen Normenstreits?
Der Streit besteht zwischen den „Isolationisten“ (die Galicisch als eigenständige Sprache nah am Spanischen normieren wollen) und den „Reintegrationisten“ (die eine Annäherung an das Portugiesische anstreben).
Was versteht man unter „Kastilianismen“ im Galicischen?
Kastilianismen sind Lehnwörter oder grammatikalische Einflüsse aus dem Spanischen (Kastilischen), die im Zuge der Sprachnormierung oft kritisch betrachtet und teilweise durch galicische Eigenformen ersetzt werden.
Welche Rolle spielen RAG und ILG?
Die Real Academia Galega (RAG) und das Instituto da Lingua Galega (ILG) sind die offiziellen Institutionen, welche die verbindliche Rechtschreibung und Grammatik (die „Normas“) festlegen.
Was bedeutet „Statusplanung“ bei einer Minderheitensprache?
Statusplanung befasst sich mit der rechtlichen Stellung und dem gesellschaftlichen Ansehen der Sprache, zum Beispiel ihrer Verwendung in Schulen, Behörden und Medien.
Wie unterschieden sich die Normas von 1996 und 2003?
Die Edition von 2003 stellte einen Kompromiss dar, der einige Forderungen der Reintegrationisten berücksichtigte, um den langjährigen Sprachstreit zu befrieden.
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- Nicole Zanger (Author), 2009, Eine linguistische Analyse: Die Entwicklung der offiziellen Norm des Galicischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125658