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Joggen zur Stressbewältigung. Eine unterschätzte Methode bei jungen Menschen im Kontext der Sozialen Arbeit

Titel: Joggen zur Stressbewältigung. Eine unterschätzte Methode bei jungen Menschen im Kontext der Sozialen Arbeit

Bachelorarbeit , 2015 , 55 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andreas Herbolsheimer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Joggen als effektive Methode zur Stressbewältigung in der Sozialen Arbeit bisher unterschätzt wurde.

Was die moderne Stressforschung als Hilfsmittel anbieten kann, ist nicht etwa eine neue Erfindung unserer Zeit, sondern körperliche Aktivität in Form der natürlichen Fortbewegungsform des Menschen, nämlich des Laufens beziehungsweise des langsamen Dauerlaufs. Dessen vielfältige positive Auswirkungen auf Körper und Psyche rückten in den letzten Jahren verstärkt ins Interesse von Forschern und sind im Gegensatz zu Psychopharmaka praktisch frei von Nebenwirkungen, erzielten in Studien teils jedoch die gleichen Behandlungserfolge. Auch ist der langsame Dauerlauf nicht auf eine Altersgruppe beschränkt und kann schon von Kindern durchgeführt werden. Dabei kann einerseits die mangelnde Bewegung der Gesellschaft und andererseits die erhöhte Stressbelastung gezielt angegangen werden.

Das Phänomen Stress scheint heute allgegenwärtig zu sein, bald täglich stößt man in Zeitungen, Reportagen, Umfragen und medizinischen Berichten auf diesen Begriff, der noch im vorigen Jahrhundert völlig unbekannt war und erst in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Hans Selye eingeführt wurde. Jede Woche werden 112 Millionen Menschen aufgrund stressbedingter Symptome behandelt und Forscher gehen davon aus, dass 75 bis 90 Prozent aller Besuche bei Allgemeinärzten mit Stress zusammenhängen, da fast jedes körperliche System von Stress beeinflusst wird.

Dabei dürfte wohl allein das Lesen einer Statistik über Stress ausreichen, tatsächlich Stress zu empfinden. So wird geschätzt, dass in den USA stressbedingte Ausfälle der Industrie jährlich 200 bis 300 Milliarden US-Dollar kosten. Auch wenn sich dies auf berufstätige Erwachsene bezieht, bleiben auch junge Menschen längst nicht mehr von den Auswirkungen von Stress verschont.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Stress?

2.1 Stressoren und Stressreaktionen

2.2 Stressentstehung im Gehirn

2.2.1 Erkenntnisse aus der Psychoneuroendokrinologie

2.2.2 Die zwei Achsen der Stressreaktion

2.3 Stressbedingte Veränderungen im Gehirn

2.4 Körperliche Auswirkungen von Stress

2.5 Ausgewählte Stressmodelle

2.5.1 Allgemeines Adaptationssyndrom nach Hans Selye

2.5.2 Die klassisch kognitiv-transaktionale Stresstheorie von Richard S. Lazarus

3. Stressbewältigung durch Joggen

3.1 Joggen als langsamer Dauerlauf

3.2 Vorsorgeuntersuchung und Setting des langsamen Dauerlaufs

3.3 Gesundheitliche Auswirkungen des Joggens

3.3.1 Ausgewählte körperliche Auswirkungen

3.3.2 Auswirkungen auf die Psyche

3.4 Theorien zur Erklärung der psychischen Auswirkungen des Laufens

3.4.1 Endocannabinoidhypothese

3.4.2 Transiente Hypofrontalitätshypothese (THH)

4. Anwendung des langsamen Dauerlaufs im Kontext der Sozialen Arbeit

4.1 Laufen und Joggen in der Schulsozialarbeit

4.2 Laufen mit Asylbewerbern und unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen

4.3 Laufen bei Kindern mit einer ADHS

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob Joggen als Methode zur Stressbewältigung im Bereich der Sozialen Arbeit bisher unterschätzt wird. Ziel ist es, die neurobiologischen und psychologischen Grundlagen sowie die Anwendbarkeit des langsamen Dauerlaufs für spezifische Zielgruppen wie Schüler, Flüchtlinge und Kinder mit ADHS aufzuzeigen.

  • Stressentstehung und körperliche Auswirkungen von Stress
  • Die transaktionale Stresstheorie nach Lazarus und das Adaptationssyndrom nach Selye
  • Positive Effekte des langsamen Dauerlaufs auf Körper und Psyche
  • Theoretische Erklärungsmodelle für die psychische Wirkung des Laufens
  • Praktische Implementierung von präventiven Laufkonzepten in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Joggen als langsamer Dauerlauf

Wenn in dieser Arbeit die Rede von Laufen oder Joggen ist, dann ist damit der sanfte, langsame Dauerlauf gemeint, der ohne Sauerstoffschuld im aeroben Bereich stattfindet und bei dem der Läufer noch in der Lage ist, sich zu unterhalten. Im Sinne einer Lauftherapie wird das Laufen so zum Schöpfen neuer Kräfte und der Stressbewältigung eingesetzt, wodurch der Läufer befähigt wird, selbst an seiner Ausgeglichenheit zu arbeiten. Dies kann alleine geschehen oder am Anfang durch einen ausgebildeten Lauftherapeuten in einer Laufgruppe, wobei sich die professionelle Anleitung eher an einer therapeutischen oder pädagogischen Zielsetzung orientiert.

Die Idee der Lauftherapie stammt von Alexander Weber, für den der Mensch aus entwicklungsbiologischer Sicht ein „Bewegungstier“ ist, für das das Laufen als die am leichtesten zu erlernende Ausdauerübung einen Wesenszug darstellt.

Teilweise wird Joggen in der Literatur auch als Psychotherapie dargestellt, da es durch seine positiven Auswirkungen auf die Psyche in manchen Belangen einer Psychotherapie ähnele. Bartmann meint dazu: „Laufen wirkt, für sich allein genommen, über den Körper auf Körper und Psyche und kann daher keine Psychotherapie, sondern nur eine Körpertherapie sein.“ Im Sinne der Intention der Sozialen Arbeit, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wird das Laufen und Joggen hier als Eigeninitiative zur Stressbewältigung gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Stressbelastung, insbesondere bei jungen Menschen, und die Relevanz von Bewegung als Methode zur Stressbewältigung.

2. Was ist Stress?: Erläuterung der neurobiologischen Grundlagen des Stresses, der Stressreaktionen im Körper und zentraler theoretischer Modelle.

3. Stressbewältigung durch Joggen: Analyse des langsamen Dauerlaufs als Form der sportlichen Aktivität, dessen Auswirkungen auf Gesundheit und Psyche sowie die theoretischen Hintergründe.

4. Anwendung des langsamen Dauerlaufs im Kontext der Sozialen Arbeit: Konkrete Vorschläge zur Umsetzung von Laufprojekten in der Schulsozialarbeit, der Flüchtlingshilfe und bei der Behandlung von ADHS.

5. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse mit dem Schluss, dass der langsame Dauerlauf eine wirksame, aber oft unterschätzte Methode in der Praxis der Sozialen Arbeit darstellt.

Schlüsselwörter

Stressbewältigung, Joggen, langsamer Dauerlauf, Soziale Arbeit, Stresstheorie, Lauftherapie, Stressprävention, körperliche Auswirkungen, psychische Gesundheit, transaktionales Stressmodell, Schulsozialarbeit, Flüchtlingshilfe, ADHS, Coping, Körpererfahrung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial des langsamen Dauerlaufs als effektive und oft unterschätzte Methode zur Stressbewältigung innerhalb verschiedener Handlungsfelder der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Stressforschung, der Sportmedizin und der Psychologie, um den Nutzen von Laufen für verschiedene Zielgruppen theoretisch und praktisch zu begründen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Nutzen des langsamen Dauerlaufs für das Stressmanagement hervorzuheben und konkrete Ansätze für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit zu liefern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literatur- und Theorieanalyse sowie auf praktischen Erfahrungen des Autors aus der Soziale-Arbeit-Praxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen von Stress (Lazarus, Selye) erläutert, danach die gesundheitlichen und psychischen Effekte des Joggens sowie Theorien zu dessen Wirkung (z.B. Endocannabinoidhypothese) dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Stressbewältigung, Lauftherapie, Prävention, Soziale Arbeit, Gesundheit und psychosoziale Belastung.

Wie kann Joggen konkret in der Schulsozialarbeit eingesetzt werden?

Laufprojekte bieten eine Möglichkeit, Schülern eine gesundheitsförderliche Lebensweise zu vermitteln und durch das Vermeiden von Notendruck ein positives, motivierendes Setting zu schaffen, das besonders bildungsschwache Familien erreicht.

Welchen Mehrwert bietet Laufen für Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften?

Laufgruppen können kostenlos zur Tagesstruktur, sozialen Integration und zur Kompensation von psychischen Belastungen durch Kriegs- oder Fluchterfahrungen beitragen.

Warum wird der langsame Dauerlauf als Alternative bei ADHS diskutiert?

Als kostengünstige, nebenwirkungsfreie und aktive Maßnahme kann der Lauf-Dauerlauf helfen, die Symptomatik von ADHS bei Kindern zu reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Joggen zur Stressbewältigung. Eine unterschätzte Methode bei jungen Menschen im Kontext der Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Note
1,3
Autor
Andreas Herbolsheimer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
55
Katalognummer
V1256605
ISBN (PDF)
9783346698391
ISBN (Buch)
9783346698407
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit Sport Joggen junge Menschen Stress Stressbewältigung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Herbolsheimer (Autor:in), 2015, Joggen zur Stressbewältigung. Eine unterschätzte Methode bei jungen Menschen im Kontext der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256605
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Leseprobe aus  55  Seiten
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