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Legitimationsstrategien im politischen Diskurs der USA

Am Beispiel des Militärgefängnisses Guantanamo Bay

Title: Legitimationsstrategien im politischen Diskurs der USA

Thesis (M.A.) , 2007 , 127 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Angela Stangl (Author)

English Language and Literature Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Welche Strategien sind es, so wird in dieser Arbeit gefragt, die dazu dienen, sprachliche Legitimation hervorzubringen, wo diese aussersprachlich fehlt?
Um diese Frage zu ergründen wird die Theorie der Kritischen Diskursanalyse der vorliegenden Arbeit als theoretische Basis dienen. Die Wahl der Theorie wird durch den untersuchten Gegenstand begründet. Nicht die Wirkung der legitimierend
wirkenden sprachlichen Äußerung per se soll betrachtet werden, sondern die sprachliche Legitimation eines spezifischen problematischen sozialen Phänomens.
Die Entscheidung, das Häftlingslager auf Guantánamo als nicht legitim und somit als ausserhalb des Raumes dessen, was politische Sprache verteidigen sollte,
zu bewerten, ist keine rein subjektive Einschätzung, sondern lässt sich argumentativ belegen. Dieser Beleg wird im Zuge dieser Arbeit erbracht, indem das zweite Kapitel den gesellschaftspolitischen und rechtlichen Kontext des Lagers kritisch erläutert.
Daran schließt die Beschreibung der untersuchten Texte an. Für die Analyse wurde ein Korpus mit sechzehn Texten erstellt. Diese decken einen Zeitraum von über vier Jahren ab und enthalten Äußerungen von Präsident George W. Bush, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Innenminister Dick Cheney sowie des
ehemaligen Außenministers der USA, Colin Powell. Die Verortung der untersuchten Texte in ihrem kommunikativen Kontext wird in
Kapitel vier vorgenommen. Hierin werden die Charakteristika des politischen Diskurses erläutert. Darüber hinaus wird die Legitimation als sozialwissenschaftliches Phänomen und als strategische Funktion im Diskurs dargestellt. Dieses Kapitel weist auf die nachfolgende Analyse voraus, indem hierin die
eingenommene Sichtweise auf den politischen Diskurs und die in ihm realisierten legitimierend wirkenden Strategien erläutert werden.
Kapitel fünf und sechs enthalten die Analyse der Legitimationsstrategien in den untersuchten Texten. Diese Untersuchung ist weder als vollständig zu betrachten, noch als endgültig. Sie orientiert sich vorwiegend an dem von Theo van Leeuwen (2007) erstellten theoretischen Rahmenwerk für die Analyse von diskursiv hergestellter Legitimation. [...]
Zu den hierin untersuchten Strategien zählen Autorisierung, Normalisierung, Rationalisierung sowie die negative Fremdpräsentation und die positive Selbstpräsentation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 ENTWICKLUNG, FORSCHUNG UND THESEN DER CDA

1.1 THEORETISCHE EINFLÜSSE UND HISTORISCHE ENTWICKLUNG

1.2 HAUPTVERTRETER UND FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN DER CDA

1.2.1 TEUN VAN DIJK: SOZIOKOGNITIVE CDA

1.2.2 NORMAN FAIRCLOUGH: DISKURS UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL

1.2.3 RUTH WODAK: DIE DISKURS-HISTORISCHE METHODE

1.2.4 THEO VAN LEEUWEN: SOCIAL SEMIOTICS

1.3 BEGRIFFE UND THESEN DER KRITISCHEN DISKURSANALYSE

2. GUANTÁNAMO BAY: POLITISCHER UND RECHTLICHER KONTEXT

2.1 DER 11. SEPTEMBER - EINE KRIEGSERKLÄRUNG

2.2 ANTI-ISLAMISMUS IM ‚KRIEG GEGEN DEN TERROR’

2.3 DIE INTERNIERUNG TERRORVERDÄCHTIGER

2.4 GUANTÁNAMO - EIN RECHTSSYSTEM AUßERHALB DES RECHTS

2.5 FOLTERVORWÜRFE UND MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN

3. ZUM KORPUS

3.1 BESCHREIBUNG DES KORPUS

3.2 TABELLARISCHE ÜBERSICHT

4. POLITISCHER DISKURS UND LEGITIMATION

4.1 DER POLITISCHE DISKURS: BEGRIFFSBESTIMMUNG UND EINGRENZUNG

4.2 GENRESPEZIFIKA DES POLITISCHEN DISKURSES

4.3 DAS KONZEPT DER LEGITIMATION NACH BERGER UND LUCKMANN

4.4 LEGITIMATIONSSTRATEGIEN IM POLITISCHEN DISKURS

5. AUTORISIERUNG

5.1 PERSONAL UND IMPERSONAL AUTHORITY

5.2 DIE DISKURSIVE REPRÄSENTATION DER AUTORITÄT

5.3 DIE MILITÄRTRIBUNALE: PRÄSIDIALE AUTORITÄT UND JUDIKATIVE

5.4 LEGITIMATION DURCH NORM UND TRADITION

6. RATIONALISIERUNG UND REPRÄSENTATION IN DER LEGITIMATION

6.1 RATIONALISIERUNG

6.1.1 ZIELORIENTIERUNG ALS FORM DER RATIONALISIERUNG

6.2 POSITIVE SELBSTPRÄSENTATION UND NEGATIVE FREMDPRÄSENTATION

6.2.1 NEGATIVE FREMDPRÄSENTATION: “THESE ARE KILLERS”

6.2.2 POSITIVE SELBSTPRÄSENTATION: “WE ARE A NATION OF LAWS”

6.3 DIE KRITIKER: REPRÄSENTATION VON UNGLAUBWÜRDIGKEIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, mit welchen sprachlichen Strategien die US-Regierung unter Präsident George W. Bush das Militärgefängnis in Guantánamo Bay legitimiert, obwohl es aus rechtlicher Sicht als außerhalb nationaler und internationaler Normen stehend betrachtet wird. Dabei wird analysiert, wie politische Akteure durch diskursive Mittel Akzeptanz für ein System schaffen, das fundamentale Menschenrechte aussetzt.

  • Kritische Diskursanalyse (CDA) als theoretischer und methodischer Rahmen.
  • Legitimationsstrategien im politischen Diskurs (nach Theo van Leeuwen).
  • Verhältnis zwischen politischer Macht, Recht und dem Sicherheitsdiskurs.
  • Konstruktion von Feindbildern (negative Fremdpräsentation) und Selbstbildern (positive Selbstpräsentation).
  • Strategische Nutzung von Sprache in offiziellen Statements und Pressekonferenzen.

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Negative Fremdpräsentation: “These are killers”

Die negative Fremdpräsentation wird zu Teilen mittels negativer Lexikalisierungen realisiert. Dies erfolgt hauptsächlich mittels der Kategorisierung der Feindgruppe in Form von einfachen Aussagesätzen. Diese so genannten Attributive Intensive Relationals (Cf. Halliday 1985: 114f.) drücken die Gleichheit von zwei Begriffen aus und signalisieren die Zugehörigkeit eines Begriffs zu einem anderen, ihn beschreibenden, Begriff. Die Kategorisierungen haben die folgende grammatikalische Struktur und Bedeutung:

Form: Carrier / Process / Attribute

Bedeutung: X / is a member of / group a.

(Cf. Ibid.)

Das den Carrier definierende Attribute wird als Nominalgruppe realisiert, die entweder ein Nomen oder ein Adjektiv als Kern hat und indefinit ist. Der Process wird in den Texten stets durch das Kopula ‘to be’ ausgedrückt. Da es sich in den Texten ausschließlich um die Repräsentation der Differenz zwischen Gruppen handelt, sind alle Kategorisierungen generisch, das heißt sie benennen eine bestimmte Gruppe von Individuen. Die Kategorisierungen sind außerdem generalisierend, da sie für alle Mitglieder der Gruppe gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 ENTWICKLUNG, FORSCHUNG UND THESEN DER CDA: Einführung in die theoretischen Grundlagen der Kritischen Diskursanalyse und Vorstellung der wichtigsten Vertreter und deren methodischer Ansätze.

2. GUANTÁNAMO BAY: POLITISCHER UND RECHTLICHER KONTEXT: Analyse des historischen Hintergrunds und der rechtlichen Problematik rund um die Inhaftierung von Personen in Guantánamo im Kontext des "Krieges gegen den Terror".

3. ZUM KORPUS: Beschreibung der methodischen Auswahl und Zusammensetzung der sechzehn untersuchten Texte von US-Regierungsmitgliedern.

4. POLITISCHER DISKURS UND LEGITIMATION: Theoretische Verortung des politischen Diskurses und Definition des Konzepts der Legitimation nach Berger und Luckmann.

5. AUTORISIERUNG: Analyse, wie durch "Personal" und "Impersonal Authority" eine vermeintliche rechtliche Rechtfertigung für politisches Handeln konstruiert wird.

6. RATIONALISIERUNG UND REPRÄSENTATION IN DER LEGITIMATION: Untersuchung von Strategien wie Zielorientierung sowie positiver Selbst- und negativer Fremdpräsentation zur Sicherung politischer Akzeptanz.

Schlüsselwörter

Kritische Diskursanalyse, Legitimation, Guantánamo Bay, Bush-Administration, Politischer Diskurs, Autorisierung, Rationalisierung, Fremdpräsentation, Selbstpräsentation, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Diskurs, Machtverhältnisse, Ideologie, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht die sprachliche Rechtfertigung des US-Militärgefängnisses in Guantánamo Bay durch hochrangige Regierungsmitglieder der USA.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse diskursiver Machtstrukturen, der Anwendung rechtlicher Ausnahmeregelungen und der Konstruktion von Feindbildern im Kontext des "Krieges gegen den Terror".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Legitimationsstrategien aufzudecken, die dazu dienen, eine faktisch außerhalb geltender Normen stehende Inhaftierungspraxis als notwendig und moralisch vertretbar darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Kritische Diskursanalyse (CDA), insbesondere basierend auf den Modellen von Theo van Leeuwen, Teun van Dijk, Norman Fairclough und Ruth Wodak.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie durch spezifische sprachliche Formen (Autorisierung, Rationalisierung, Selbst- und Fremdpräsentation) politische Entscheidungen und Machtverhältnisse in ausgewählten Texten diskursiv legitimiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Legitimation, Kritische Diskursanalyse, Guantánamo, Macht, politische Rhetorik und Menschenrechte beschreiben.

Welche Rolle spielen die "Bushisms" in der Analyse?

Obwohl die komische Auseinandersetzung mit der Rhetorik der Bush-Administration (die sogenannten "Bushisms") existiert, nimmt die Autorin die Sprache der US-Politiker ernst, um ihre strategische Funktion zur Etablierung veränderter Normen zu untersuchen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Personal" und "Impersonal Authority"?

"Personal Authority" bezieht sich auf die Macht des Sprechers durch seine soziale Rolle, während "Impersonal Authority" die Legitimation durch externe Bezugnahmen auf Gesetze und Regeln darstellt.

Warum wird Guantánamo als "Politik der Ausnahme" bezeichnet?

In Anlehnung an Agamben und Butler wird Guantánamo als ein Ort beschrieben, der außerhalb regulärer rechtlicher und moralischer Normen steht und in dem der Staat nach eigenem Gutdünken handelt, wodurch das Gefängnis zu einer außergesetzlichen Sphäre wird.

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Details

Title
Legitimationsstrategien im politischen Diskurs der USA
Subtitle
Am Beispiel des Militärgefängnisses Guantanamo Bay
College
University of Freiburg  (English Department)
Grade
1,3
Author
Angela Stangl (Author)
Publication Year
2007
Pages
127
Catalog Number
V125676
ISBN (eBook)
9783640311637
ISBN (Book)
9783640310432
Language
German
Tags
Legitimationsstrategien Diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Angela Stangl (Author), 2007, Legitimationsstrategien im politischen Diskurs der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125676
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