Diesem Essay liegt der "Theaitetos" von Platon zugrunde. Es sollen die Bilder von der Wachstafel und von dem Taubenschlag erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Erläuterung der Bilder von der Wachstafel und von dem Taubenschlag
- Die Wachstafel
- Der Taubenschlag
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay analysiert die Bilder der Wachstafel und des Taubenschlags im platonischen Dialog Theaitetos. Er beleuchtet die Rolle dieser Bilder in der Untersuchung des Wissens und des Irrtums, indem er die Argumentationslinien von Sokrates nachvollzieht.
- Kritik der Wahrnehmungs- und Meinungsdefinitionen des Wissens
- Das Problem des Irrtums und seine verschiedenen Interpretationen
- Das Bild der Wachstafel als Metapher für das Gedächtnis und seine Grenzen
- Der Taubenschlag als Modell für das Wissenspotenzial und die Möglichkeit von Fehlinformationen
- Die Unlösbarkeit des Paradoxons von Wissen und Nichtwissen
Zusammenfassung der Kapitel
- Der Essay beginnt mit der Beschreibung der ersten beiden erfolglosen Versuche, das Wissen zu definieren: als Wahrnehmung und als richtige Meinung. Die Schwierigkeiten, die sich aus diesen Definitionen ergeben, führen Sokrates dazu, die Frage des Irrtums und seiner Entstehung zu untersuchen.
- Es werden verschiedene Möglichkeiten erörtert, wie Irrtümer entstehen können. Zu den diskutierten Ansätzen gehören: die Verwechslung von Seiendem und Nichtseiendem sowie die irrtümliche Verknüpfung von Wahrnehmungen und Gedächtniseindrücken.
- Das Bild der Wachstafel dient Sokrates als Metapher für das Gedächtnis. Er erläutert, wie die Beschaffenheit des Wachses die Qualität von Erinnerungen beeinflusst und wie Irrtümer durch falsche Zuordnungen von Gedächtniseindrücken zu Wahrnehmungen entstehen können.
- Als nächstes präsentiert Sokrates das Bild des Taubenschlags, um die Unterscheidung zwischen dem Besitzen und dem Haben von Wissen zu veranschaulichen. Der Taubenschlag soll das persönliche Wissenspotenzial repräsentieren, das jedoch nicht automatisch auf Abruf verfügbar ist.
Schlüsselwörter
Theaitetos, Wissen, Irrtum, Wahrnehmung, Meinung, Gedächtnis, Wachstafel, Taubenschlag, Paradoxon, Sokrates, Platon, Philosophie, Epistemologie, Wissensbegriff, Wissensvorrat, Fehlinformation, Fehlinterpretation.
Häufig gestellte Fragen
Was symbolisiert die Wachstafel im platonischen Dialog?
Die Wachstafel ist eine Metapher für das Gedächtnis. Wissen wird wie ein Siegel in das Wachs eingeprägt; die Qualität des Wachses bestimmt, wie gut Erinnerungen haften bleiben.
Wie erklärt das Bild der Wachstafel die Entstehung von Irrtümern?
Ein Irrtum entsteht, wenn eine aktuelle Wahrnehmung fälschlicherweise einem falschen Abdruck (Erinnerung) auf der Wachstafel zugeordnet wird.
Was stellt der Taubenschlag in Platons „Theaitetos“ dar?
Der Taubenschlag symbolisiert den Wissensvorrat. Er unterscheidet zwischen dem „Besitzen“ von Wissen (Tauben im Schlag) und dem „Haben“ bzw. aktiven Zugreifen auf Wissen (eine Taube fangen).
Warum scheitert die Definition von Wissen als „richtige Meinung“?
Sokrates zeigt auf, dass man eine richtige Meinung haben kann, ohne wirklich zu wissen, warum sie richtig ist, was das Problem des Irrtums ungelöst lässt.
Was ist das Paradoxon von Wissen und Nichtwissen?
Es beschreibt die Schwierigkeit zu erklären, wie man etwas verwechseln oder sich irren kann, wenn man entweder weiß, was eine Sache ist, oder sie eben gar nicht weiß.
Welche Rolle spielt Sokrates in diesem Essay?
Sokrates führt den Dialog und nutzt diese Bilder, um die Definitionen von Theaitetos kritisch zu prüfen und die Grenzen menschlicher Erkenntnis aufzuzeigen.
- Arbeit zitieren
- Eckhard Janiesch (Autor:in), 2015, Der "Theaitetos" von Platon. Die Bilder der Wachstafel und der Taubenschlag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256815