Inwiefern sich das schwedische Schulsystem hinsichtlich der Leistungsbeurteilung der SchülerInnen modernisiert hat und welche Formen einer alternativen Leistungsbeurteilung Anwendung finden, darüber soll diese Arbeit Aufschluss geben. Am Ende wird ein kurzer Vergleich zur Situation in Österreich gezogen. Ein Gesamtresümee rundet die Arbeit ab.
Das schwedische Schulsystem wird gerne als Schule der Zukunft bezeichnet. Besonders moderne Methoden wie „Gleitzeit“ im Unterricht, Unterrichtsinhalte abhängig von Interessen und Begabung, interdisziplinäres Projektlernen oder der Rücksichtnahme auf persönliche Lernvorlieben zeigen, dass auch Schulsysteme mit der Zeit gehen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Schulsystem
2.1 Pflichtschule/obligatorische Schule
2.2 Weiterführende Schule/freiwillige Schulformen
3 Lehrplan – Skolverket
3.1 Lehrplan allgemein
3.2 Lehrplan - Leistungsbeurteilung
3.3 Lehrplan - Fazit
4 Vergleich mit Österreich
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das moderne schwedische Schulsystem im Hinblick auf seine Methoden der Leistungsbeurteilung und analysiert, inwieweit diese Ansätze eine Alternative zu traditionellen Bewertungsformen darstellen, ergänzt durch einen Vergleich mit dem österreichischen Schulwesen.
- Struktureller Aufbau des schwedischen Schulwesens
- Lehrpläne und demokratische Bildungsaufträge
- Formen der Leistungsbeurteilung im schwedischen Bildungskontext
- Vergleich der Leistungsbeurteilung zwischen Schweden und Österreich
Auszug aus dem Buch
Lehrplan - Leistungsbeurteilung
Leistungsbeurteilung im schwedischen Schulsystem besteht einerseits aus sogenannten Wissensanforderungen ausgehend von den zentralen Lehrplaninhalten, welche als Mindeststandards für die Klassenstufen drei, sechs und neun formuliert wurden und damit genau definierte Beurteilungskriterien für die Notenskalen A, C und E darstellen. Als Unterstützung für die Lehrkräfte wurden standardmäßige Beurteilungsbegriffe eingeführt: z.B. grundlegende – relativ gute - gute Kenntnisse. Die untenstehende Abbildung verdeutlicht die Beurteilungskriterien am Beispiel des Faches Schwedisch für die 9. Klasse im Kompetenzbereich Lesen und Schreiben.
Im schwedischen Lehrplan wird als besonders wichtige Richtlinie hervorgehoben, dass „Lehrkräfte das Wissen von Schüler_innen kontinuierlich analysieren sollen, aufbauend auf dem, was im Unterricht behandelt wurde, um eine ganzheitliche Beurteilung des Wissens durchführen zu können und diese mit den Wissensanforderungen abgleichen zu können.“ (Skolverket, 2011, in ebd.). Somit kann im schwedischen Schulsystem von einer kontinuierlichen formativen Beurteilung gesprochen werden, welche den weiteren Lernfortschritt unterstützen soll. Dies wird auch durch den Hinweis der zeitlichen, räumlichen und kontextuell abgegrenzten summativen Beurteilung unterstrichen. Weitere wichtige Richtlinien beinhalten beispielsweise „Die Lehrkraft soll [...] bei der Notengebung alle zugänglichen Informationen über den Wissenstand der Schüler_ innen im Verhältnis zu den nationalen Beurteilungskriterien nutzen und eine umfassende Beurteilung dieses Wissens vornehmen.“ (Skolverket, 2015, in ebd.). Dies zeigt, dass die SchülerInnen möglichst unterschiedliche Möglichkeiten bekommen sollen, ihr Wissen zu demonstrieren. Da keine konkreten Angaben hinsichtlich der Anzahl der Leistungsbeurteilungen gegeben werden, kann von einem besonders differenzierten und individualisierten System gesprochen werden, dass den Lehrkräften den notwendigen Freiraum ermöglicht, die SchülerInnen nach eigenem Ermessen zu beurteilen (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des schwedischen Schulsystems als "Schule der Zukunft" ein und formuliert die Absicht, Methoden der alternativen Leistungsbeurteilung zu untersuchen.
2 Das Schulsystem: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen des schwedischen Bildungswesens und beschreibt die verschiedenen Stufen von der Pflichtschule bis zu freiwilligen Schulformen.
3 Lehrplan – Skolverket: Hier werden die Inhalte des schwedischen Lehrplans, die spezifischen Anforderungen an die Leistungsbeurteilung sowie ein Fazit zur praktischen Anwendung im Schulalltag dargestellt.
4 Vergleich mit Österreich: Dieses Kapitel stellt das schwedische und österreichische System gegenüber, insbesondere im Hinblick auf demokratische Grundsätze und den Einsatz alternativer Beurteilungsformen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Leistungsbeurteilung beider Länder zusammen und deutet auf zukünftigen Reformbedarf hin.
Schlüsselwörter
Schweden, Österreich, Schulsystem, Leistungsbeurteilung, Lehrplan, Skolverket, formative Beurteilung, summative Beurteilung, alternative Leistungsbeurteilung, Wissensanforderungen, Schulpflicht, Kompetenzorientierung, individuelle Förderung, Schulgesetz, Bildungsstandards
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem schwedischen Schulsystem und der Frage, wie dort Leistungen von Schülerinnen und Schülern modern und alternativ beurteilt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind der Aufbau des schwedischen Schulwesens, die Bedeutung der nationalen Lehrpläne und die verschiedenen Ansätze zur formativen und summativen Leistungsbeurteilung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das schwedische System hinsichtlich der Leistungsbeurteilung modernisiert hat und welche spezifischen Formen dabei zum Einsatz kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des schwedischen Schulgesetzes, der Lehrpläne des Skolverket sowie vergleichenden Ansätzen zur österreichischen Schulsituation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Systembeschreibung, die Analyse des Lehrplans sowie einen systematischen Vergleich der Leistungsbeurteilung zwischen Schweden und Österreich.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie alternative Leistungsbeurteilung, schwedisches Schulwesen, Bildungsstandards und formative Beurteilung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Beurteilung zwischen Grundschule und Gymnasium in Schweden?
Während in der Grundschule bis zur 6. Klasse vor allem Feedbackgespräche und schriftliche Gutachten dominieren, werden ab dem Gymnasium oder ab der 6. Klasse offizielle Zensuren vergeben.
Welches Mitspracherecht haben Schüler in Schweden bei Prüfungen?
Ein besonderes Merkmal ist, dass Schülerinnen und Schüler in Schweden teilweise in die Art der Prüfung miteinbezogen werden und ein Mitspracherecht bei der Art der Leistungserbringung erhalten können.
- Quote paper
- BEd Axel Kolbeinsson (Author), 2022, Alternative Leistungsbeurteilung in der Schule am Beispiel Schweden. Schulsystem und Lehrplan im Vergleich zu Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1256821