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Im Rausch der Gefahr

Risikoverhalten und Mutproben im Jugendalter

Titel: Im Rausch der Gefahr

Hausarbeit , 2008 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ulrike Koschwitz (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mutproben- Wer kennt sie nicht? Damals auf dem Spielplatz, später auf dem Schulhof und dann mit 14 oder 15 Jahren an den Bahngleisen. „Mit 14 oder 15 an den Bahngleisen“?- Nein, diese Mutproben werden wir nicht alle kennen. Im Laufe der Zeit hat sich genauso wie die Gesellschaft auch die Bedeutung von Mut und dessen Beweis verändert. Heutzutage reicht es nicht mehr aus eine dicke Spinne anzufassen, bei dem Deutschlehrer an der Tür zu klingeln und wegzulaufen.
Immer mehr Menschen, vor allem junge männliche, suchen den Kick. Nervenkitzel! Das Verbotene und dieses unbeschreibliche Gefühl! Man vergisst alles um sich herum. Der Adrenalinspiegel steigt. Man fühlt sich wie im Rausch.
In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, warum Jugendliche risikofreudig sind und Mutproben, wie beispielsweise S-Bahn-Surfen, zur Freizeitgestaltung werden.
Zunächst wird sich den Begriffen „Rausch“, „Risikoverhalten“ und „Mutproben“ definitorisch genährt um ein Grundverständnis zu erhalten. Anschließend soll dann herausgefunden werden warum sich besonders Jugendliche risikofreudig verhalten. Warum Mutproben begangen werden, wird abschließend erörtert. Zur Unterstützung der Ausführungen wurden Daten aus der repräsentativen „NRW-Kids 2001“Studie und dem DFG- Projekt „Mutproben im Jugendalter“ herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 Was ist ein Rausch?

2.2 Was ist Risikoverhalten?

2.3 Was sind Mutproben?

3 Was sind Gründe für Risikoverhalten?

4 Wer ist für riskantes Verhalten anfällig?

5 Ursachen von Mutproben und riskanten Freizeitbeschäftigungen?

6 Fazit- Warum Risiko und Mutproben berauschen!?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe von Risikoverhalten und Mutproben bei Jugendlichen. Ziel ist es, zu analysieren, warum Jugendliche gezielt Risiken suchen und inwieweit diese Handlungen als identitätsstiftende Übergangsriten fungieren, um sich vom Elternhaus abzugrenzen und den Wunsch nach „Nervenkitzel“ zu befriedigen.

  • Soziologische Einordnung von Rausch, Risikoverhalten und Mutproben
  • Die Funktion von Mutproben als soziale Integration und Abgrenzung
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wahl riskanter Verhaltensweisen
  • Der Einfluss von Sozialisationsinstanzen auf die Risikoanfälligkeit
  • Biochemische und psychologische Motive hinter dem „Kick“

Auszug aus dem Buch

2.3 Was sind Mutproben?

„Hauptmerkmal einer Mutprobe ist die subjektiv erlebte Überwindung von unangenehmen Gefühlen wie Angst, Ekel oder Scham.“ (Raithel 2000, S.327). Es ist von großer Bedeutung, dass dem Ausführenden im Vorfeld das einzugehende Risiko bewusst ist. Denn so können die so wichtigen Gefühle, bei einer Mutprobe, von Angst und Unsicherheit, aufkommen.

In der repräsentativen „NRW- Kids 2001“ Schülerstudie wurden circa 7.000 Schüler/innen unteranderem zum Thema „Mutproben“ befragt. Dieser spezielle Teil unter Raithels Leitung wurde von 1.050 Heranwachsenden im Alter bis siebzehn Jahren beantwortet.

Die mit 49% „beliebtesten“ Mutproben wiesen einen hohes Verletzungs- und Schmerzrisiko auf. Zu diesen zählen beispielsweise Sprünge von Häusern, Klettern an unzugänglichen Plätzen, S-/U-Bahn- Surfen oder auch Gewalt gegen Personen. Gesetzeswidrige, normabweichende Mutproben wurden von 21,4% der befragten Neun- bis Siebzehnjährigen durchgeführt. Soziale Risiken, die Ablehnung und ausgelacht werden zur Folge haben, wurden nur von 10% erwähnt.

Die Jugendlichen „von heute“ geben sich allerdings oftmals mit dieser Art Mutproben nicht mehr zufrieden. „Höher, schneller, weiter“ ist auch hier das Motto. Eckelüberwindende Mutproben wie beispielsweise das Essen von Regenwürmern, eine Spinne in die Hand nehmen oder soziale Mutproben, zu denen Klingelstreiche oder einen Jungen/ ein Mädchen ansprechen gehören, reichen den Teenagern nicht mehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und definiert den Fokus auf die Suche nach dem Kick und den Adrenalinanstieg im Jugendalter als soziales Phänomen.

2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten „Rausch“, „Risikoverhalten“ und „Mutproben“ wissenschaftlich hergeleitet und differenziert.

3 Was sind Gründe für Risikoverhalten?: Hier werden die sozial-funktionalen Hintergründe erläutert, insbesondere der Wunsch nach Integration in der Peergroup und die Selbstdarstellung gegen elterliche Normen.

4 Wer ist für riskantes Verhalten anfällig?: Dieses Kapitel beleuchtet geschlechtsspezifische Unterschiede und den Einfluss der Sozialisation auf die Anfälligkeit für riskante Verhaltensweisen.

5 Ursachen von Mutproben und riskanten Freizeitbeschäftigungen?: Es wird analysiert, wie Mutproben als Übergangsriten fungieren und welchen Stellenwert sie bei der Identitätsfindung und im Kontext der Gruppenzugehörigkeit einnehmen.

6 Fazit- Warum Risiko und Mutproben berauschen!?: Das Fazit resümiert, dass jugendliches Risikoverhalten ein schwieriger, aber prägender Versuch ist, Autonomie zu gewinnen und den Alltag durch den „Kick“ zu berauschen.

Schlüsselwörter

Jugendalter, Risikoverhalten, Mutproben, Rausch, Peergroup, Sozialisation, Identitätsbildung, Übergangsriten, Nervenkitzel, Adoleszenz, S-Bahn-Surfen, Risikogesellschaft, Selbstdarstellung, Adrenalin, soziale Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen von Risikoverhalten und Mutproben unter Jugendlichen als Form der Freizeitgestaltung und sozialen Selbstdarstellung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Rauschzuständen, die soziologischen Motive für riskante Handlungen und die Rolle von Peergroups.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Jugendliche bewusst Gefahren suchen und welche psychologischen sowie sozialen Funktionen diese Mutproben im Reifungsprozess erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Literatur und der Auswertung empirischer Daten, insbesondere der „NRW-Kids 2001“-Studie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Definitionen geklärt, die Gründe für das Risikoverhalten analysiert, geschlechtsspezifische Anfälligkeiten geprüft und Mutproben als moderne Übergangsriten identifiziert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugendalter, Risikoverhalten, Mutproben, Peergroup, Sozialisation und Identitätsbildung.

Warum suchen Jungen laut der Arbeit eher das Risiko im Straßenverkehr?

Es wird angeführt, dass eine fehlende männliche Bezugsperson in der Sozialisation und das Ideal des „starken“ Mannes Jungen dazu bewegen, sich durch delinquente Mutproben im öffentlichen Raum zu behaupten.

Welche Rolle spielt die „NRW-Kids 2001“-Studie?

Sie dient als empirische Grundlage, um die Häufigkeit und Motive von Mutproben unter Jugendlichen statistisch einzuordnen und zu belegen.

Wie definiert die Autorin den Zusammenhang zwischen „Rausch“ und „Risiko“?

Die Autorin sieht eine direkte Korrelation: Die biochemischen Reaktionen im Körper bei riskanten Handlungen lösen einen Zustand aus, der dem Rausch gleichkommt.

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Details

Titel
Im Rausch der Gefahr
Untertitel
Risikoverhalten und Mutproben im Jugendalter
Hochschule
Universität Rostock  (Soziologie und Demographie)
Veranstaltung
Rausch - Perspektiven auf ein soziales Phänomen
Note
1,7
Autor
Ulrike Koschwitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V125735
ISBN (eBook)
9783640313112
ISBN (Buch)
9783640316953
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rausch Gefahr Risikoverhalten Mutproben Jugendalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ulrike Koschwitz (Autor:in), 2008, Im Rausch der Gefahr , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125735
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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