Bricht die Konjunktur ein, werden die Rufe nach staatlichen Maßnahmen lauter. Doch inwieweit kann der Staat wirklich helfen? Wir beantworten diese Frage nach einer kurzen makroökonomischen Einführung mit Hilfe eines (kurzfristigen) Konjunkturmodells von Alban W. Phillips aus dem Jahr 1954. Zunächst modellieren wir dafür einen wirtschaftlichen Abschwung, den wir dann durch drei verschiedene Ansätze staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen wieder auszugleichen versuchen. Konkret befassen wir uns mit proportionaler, integraler und derivater Konjunkturpolitik. Die Lösungen der hierbei entstehenden gewöhnlichen Differentialgleichungen werden ausführlich hergeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Was ist überhaupt Konjunktur?
1.2 Ziele der Konjunkturpolitik
2 Herleitung des makroökonomischen Grundmodells
2.1 Das Bruttoinlandsprodukt
2.2 Die Güternachfrage
2.3 Ein erstes Gleichgewicht
3 Das Phillipsmodell
3.1 Referenzmodell ohne staatliche Ausgaben
3.2 Stabilisierungsstrategien durch staatliche Ausgaben
3.2.1 Proportionale Konjunkturpolitik
3.2.2 Integrale Konjunkturpolitik
3.2.3 Derivate Konjunkturpolitik
3.3 Vergleich der drei konjunkturpolitischen Maßnahmen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Phillipsmodells und analysiert die Wirksamkeit verschiedener staatlicher Stabilisierungsstrategien zur Kompensation von Konjunkturschwankungen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie unterschiedliche Formen staatlicher Nachfragesteuerung das Einkommensniveau und die Stabilität einer Volkswirtschaft beeinflussen.
- Herleitung eines makroökonomischen Grundmodells
- Analyse des Einflusses staatlicher Ausgaben auf die Güternachfrage
- Untersuchung proportionaler, integraler und derivater Konjunkturpolitik
- Bewertung der Stabilisierungsstrategien anhand mathematischer Stabilitätskriterien
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Proportionale Konjunkturpolitik
Bei proportionaler Konjunkturpolitik gehen wir davon aus, dass die geplante staatliche Nachfrage G mit dem Strich darüber proportional zur Abweichung des aktuellen Einkommens von unserem idealen ursprünglichen Gleichgewicht Y* index 1 ist (vgl. Abschnitt 3.1). Weicht das Einkommen stark von unserem Idealwert Y* index 1 ab, so ist die geplante staatliche Güternachfrage besonders groß. Dies lässt sich intuitiv gut nachvollziehen: Bei starken Einkommensverlusten, ist der Staat besonders gefordert. Da wir mit einem Rückgang des Einkommens rechnen, ergänzen wir ein Minuszeichen in der Gleichung, damit die geplante staatliche Güternachfrage insgesamt dann positiv ist. Es soll noch einmal explizit darauf hingewiesen werden, dass der Strich über G bei der geplanten staatlichen Nachfrage (anders als bei der Investitionsnachfrage) nicht andeuten soll, dass G konstant ist. Ähnlich wie in (13) soll die tatsächliche Güternachfrage nun mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung wirksam werden. Das bedeutet
G Punkt = -beta(G - G mit Strich), beta > 0
bzw. G Punkt + betaG = betaG mit Strich.
Unser Modell mit geänderter Investitionsnachfrage besteht nun aus den beiden Gleichungen
Z = (1 - s)Y + I mit Strich - Delta I + G
Y Punkt = -alpha(Y - Z).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert den Konjunkturbegriff als Schwankung der wirtschaftlichen Aktivität und umreißt die Ziele der Konjunkturpolitik.
2 Herleitung des makroökonomischen Grundmodells: Führt die zentralen Variablen wie BIP, Konsum, Investitionen und Staatsausgaben ein, um ein Basismodell der Güternachfrage zu erstellen.
3 Das Phillipsmodell: Überträgt das Grundmodell in ein dynamisches System mittels Differentialgleichungen und analysiert verschiedene staatliche Eingriffsmechanismen zur Stabilisierung.
Schlüsselwörter
Konjunktur, Bruttoinlandsprodukt, Güternachfrage, Phillipsmodell, Differentialgleichungen, Stabilisierungspolitik, Staatsausgaben, Investitionsnachfrage, Konjunkturzyklus, Einkommensniveau, Proportionale Politik, Integrale Politik, Derivate Politik, Wirtschaftsmodellierung, Gleichgewichtsanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert makroökonomische Konjunkturschwankungen und bewertet mathematisch verschiedene staatliche Strategien, um diese Schwankungen durch gezielte Nachfragesteuerung zu dämpfen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Güternachfrage, das Einkommensmodell sowie die mathematische Modellierung staatlicher Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Evaluierung, wie gut verschiedene konjunkturpolitische Ansätze (proportional, integral, derivat) das Einkommensniveau stabilisieren und an einen Idealwert angleichen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine modelltheoretische Herangehensweise genutzt, bei der Konjunkturverläufe durch Differentialgleichungen erster und höherer Ordnung abgebildet und mathematisch auf ihre Stabilität untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Herleitung eines makroökonomischen Grundmodells und die anschließende detaillierte mathematische Analyse des Phillipsmodells unter verschiedenen Bedingungen für die staatliche Nachfragesteuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Konjunktur, Phillipsmodell, Stabilisierungspolitik, Differentialgleichungen und Güternachfrage definieren.
Wie unterscheidet sich die integrale von der proportionalen Konjunkturpolitik?
Während die proportionale Politik auf die aktuelle Abweichung vom Zielwert reagiert, bezieht die integrale Konjunkturpolitik die kumulierte Abweichung über den Zeitverlauf in ihre Steuerungsentscheidung ein.
Welches Fazit zieht der Vergleich der drei Maßnahmen?
Keine Maßnahme erfüllt gleichzeitig alle Kriterien (Stabilität, Schwankungsfreiheit, Erreichen des Zielniveaus) perfekt; die Eignung hängt stark von der Wahl des Korrekturfaktors ab, wobei integrale Maßnahmen das Risiko einer Destabilisierung bergen können.
- Quote paper
- Patricio Farrell (Author), 2008, Das Phillips-Modell: Konjunkturpolitische Ansätze zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125760