Das Land Argentinien gehörte in den fünfziger Jahren noch zu den wohlhabendsten Nationen der Welt. Seit der Absetzung des damaligen Präsidenten Juan Peron im Jahr 1955 folgte jedoch eine sehr instabile Phase. Es kam zu ständigen Regierungswechseln,
die sich auch in einer sehr instabilen Wirtschaftspolitik niederschlugen.
Die Folge waren zahlreiche Wirtschaftskrisen, durch die das Land immer mehrden Anschluss zu anderen Industrieländern verlor. So lag die durchschnittliche Wachstumsrate des BIP von 1960 bis 2000, welche im gleichen Zeitraum bei den restlichen Industrieländern im Schnitt 2,7% betrug, bei lediglich einem Prozent. Im Jahr 1991 koppelte die argentinische Regierung den argentinischen Peso mit einem festen Wechselkurs an den US-Dollar (USD). Dies hatte vor allem zum Ziel, die in den vergangenen Jahren extrem starke Inflation im Land in den Griff zu bekommen.
Im Nachhinein zeigte sich jedoch, dass sich durch diesen Eingriff die instabile Situation im Land nur noch weiter verstärkte. Zwar hatte das Stabilisierungsprogramm kurzfristig zur Folge, dass die Inflation tatsächlich abnahm, jedoch verteuerten sich durch den starken Kurs des USD die argentinischen Produkte auf dem Weltmarkt. Dies führte langfristig zu einer geringeren Wettbewerbsfähigkeit der argentinischen Volkswirtschaft und somit zu stark negativen Handelsbilanzen. Im Jahre 1999 wertete die brasilianische Regierung als Folge der Südostasienkrise die brasilianische Währung ab. Hierdurch verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit für die argentinische Wirtschaft noch weiter, da Brasilien mit Abstand Argentiniens wichtigsten
Handelspartner darstellt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die wichtigsten Handelspartner Argentiniens
2.1 Importe nach Weltregionen
2.2 Exporte nach Weltregionen
2.3 Wichtigste Handelspartner Argentiniens
3. Die wichtigsten Warengruppen für den argentinischen Außenhandel
3.1 Entwicklungen der argentinischen Importe und Exporte in den Jahren 1995 bis 2002 / Folgen der Argentinienkrise
4. Die bedeutendsten Produktgruppen für den argentinischen Außenhandel
4.1 Importe nach Produktgruppen
4.2 Exporte nach Produktgruppen
5. Die wichtigsten Export-Einzelprodukte Argentiniens
6. Zusammenfassung und aktuelle Entwicklungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Struktur und Dynamik der argentinischen Außenhandelsbeziehungen im Zeitraum von 1995 bis 2002, wobei der Fokus auf den Auswirkungen der Argentinienkrise und der Währungsabwertung auf das Handelsvolumen und die Partnerkonzentration liegt.
- Analyse der wichtigsten Handelspartner und Weltregionen für Import und Export.
- Untersuchung der Waren- und Produktgruppen im Außenhandel.
- Anwendung und Überprüfung des Heckscher-Ohlin-Modells auf die argentinische Handelsentwicklung.
- Evaluierung der Folgen der Abwertung des Peso auf die Kaufkraft und Investitionsströme.
- Betrachtung der Rolle einzelner Exportgüter wie Tiernahrung und Brennstoffe.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Das Land Argentinien gehörte in den fünfziger Jahren noch zu den wohlhabendsten Nationen der Welt. Seit der Absetzung des damaligen Präsidenten Juan Peron im Jahr 1955 folgte jedoch eine sehr instabile Phase. Es kam zu ständigen Regierungswechseln, die sich auch in einer sehr instabilen Wirtschaftspolitik niederschlugen. Die Folge waren zahlreiche Wirtschaftskrisen, durch die das Land immer mehr den Anschluss zu anderen Industrieländern verlor. So lag die durchschnittliche Wachstumsrate des BIP von 1960 bis 2000, welche im gleichen Zeitraum bei den restlichen Industrieländern im Schnitt 2,7% betrug, bei lediglich einem Prozent.¹ Im Jahr 1991 koppelte die argentinische Regierung den argentinischen Peso mit einem festen Wechselkurs an den US-Dollar (USD). Dies hatte vor allem zum Ziel, die in den vergangenen Jahren extrem starke Inflation im Land in den Griff zu bekommen.
Im Nachhinein zeigte sich jedoch, dass sich durch diesen Eingriff die instabile Situation im Land nur noch weiter verstärkte. Zwar hatte das Stabilisierungsprogramm kurzfristig zur Folge, dass die Inflation tatsächlich abnahm, jedoch verteuerten sich durch den starken Kurs des USD die argentinischen Produkte auf dem Weltmarkt. Dies führte langfristig zu einer geringeren Wettbewerbsfähigkeit der argentinischen Volkswirtschaft und somit zu stark negativen Handelsbilanzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den historischen wirtschaftlichen Niedergang Argentiniens seit 1955 und die negativen Auswirkungen der Koppelung des Peso an den US-Dollar.
2. Die wichtigsten Handelspartner Argentiniens: Analysiert die regionale Konzentration des Außenhandels auf Südamerika sowie die Auswirkungen der Abwertung auf den Handel mit den USA und der EU.
3. Die wichtigsten Warengruppen für den argentinischen Außenhandel: Untersucht die Verschiebung der Warengruppen unter dem Aspekt des Heckscher-Ohlin-Modells während der Krise.
4. Die bedeutendsten Produktgruppen für den argentinischen Außenhandel: Detaillierte Betrachtung der wichtigsten Import- und Exportprodukte und deren Rückgang bzw. Anstieg in Krisenzeiten.
5. Die wichtigsten Export-Einzelprodukte Argentiniens: Hebt die Bedeutung von Tiernahrung (Soja) und Brennstoffen (Benzin/Kerosin) für die Exportbilanz hervor.
6. Zusammenfassung und aktuelle Entwicklungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Erholung der Wirtschaft nach der Peso-Abwertung.
Schlüsselwörter
Argentinien, Außenhandel, Handelsbilanz, Peso-Abwertung, Argentinienkrise, Heckscher-Ohlin-Modell, Export, Import, Wirtschaftskrise, Handelspartner, Warengruppen, BIP, Kaufkraft, Investitionen, Volkswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der argentinischen Außenhandelsbeziehungen in einem Zeitraum, der durch die Argentinienkrise und die Abwertung der Landeswährung geprägt war.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der wichtigsten Handelspartner, der Warenströme und der Anpassung der Export- sowie Importstruktur an veränderte ökonomische Rahmenbedingungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und theoretische Einordnung der Veränderungen im Außenhandel Argentiniens zwischen 1995 und 2002 unter Verwendung der Außenwirtschaftstheorie.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine statistische Analyse von Handelsdaten sowie auf die theoretische Anwendung und Überprüfung des Heckscher-Ohlin-Modells.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die regionale Analyse der Handelspartner, die Betrachtung spezifischer Waren- und Produktgruppen sowie die Untersuchung der Export-Einzelprodukte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Argentinienkrise, Handelsbilanz, Außenhandel und Heckscher-Ohlin-Modell bestimmt.
Wie hat sich die Bindung an den US-Dollar auf den Handel ausgewirkt?
Die Koppelung des Peso an den USD führte zwar kurzfristig zu einer Inflationsdämpfung, bewirkte jedoch langfristig eine Verteuerung argentinischer Produkte und somit eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt.
Welche Rolle spielen Agrarprodukte für Argentinien?
Agrarprodukte, insbesondere Tiernahrung auf Sojabasis, stellen einen zentralen und in der Krise weiter an Bedeutung gewonnenen Exportfaktor dar.
Warum ist die Konzentration auf südamerikanische Handelspartner gestiegen?
Die Konzentration auf den südamerikanischen Markt resultierte aus einer sinkenden Kaufkraft für teure Importgüter aus Industrieländern sowie einer stärkeren regionalen Handelsausrichtung nach der Währungskrise.
- Arbeit zitieren
- Florian Kalbassi (Autor:in), 2007, Die Außenhandelsbeziehungen Argentiniens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125761