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Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland

Title: Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland

Examination Thesis , 2007 , 76 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jennefer Schröder (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Am 04.11.2007 berichtet der Spiegel, nach Ansicht der SPD müsse zwischen dem Arbeitgeberverband Postdienste und der Gewerkschaft ver.di ausgehandelt werden, ob der für die Parteien geltende Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt werden soll. Das würde bedeuten, dass die gesamte Branche zu den im Vertrag festgeschriebenen Mindestarbeitsbedingungen arbeiten müsste. In diesem Falle ist ein Mindestlohn zwischen 8 und 9,80 Euro vorgesehen. Der Mindestlohn ist derzeit wieder in hohem Maße in der wirtschaftspolitischen Debatte vertreten. Die Relevanz der Thematik liegt auf der Hand:[...]
Während auf Seiten der SPD oder der Gewerkschaften die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn immer lauter wird, wehren sich große Teile der CDU/CSU Arbeitgeberverbände vehement dagegen, da sie, um nur zwei Argumente zu nennen, neben Arbeitsplätzen auch den Verlust der im Grundgesetz verankerten Tarifautonomie befürchten. Relevant ist die Frage nach einem gesetzlichen Mindestlohn auch vor dem Hintergrund der Globalisierung, welche seit Jahren die außenwirtschaftliche Diskussion bestimmt. Dieses Phänomen wird nach Berechnungen der OECD auch zukünftig vor allem einen Druck auf die Löhne der gering qualifizierten Beschäftigten ausüben und ein gesetzlicher Mindestlohn könnte einer steigenden Einkommensarmut entgegenwirken.
Nachdem die verschiedenen Positionen und die damit verbundenen Interessenkonflikte die Problematik eines gesetzlichen Mindestlohns verdeutlicht haben, soll diese auf theoretischer Basis dargestellt werden. Dazu werden die neoklassische und die keynesianische Beschäftigungstheorie in ihren Grundzügen dargestellt [...] Der dritte Abschnitt befasst sich mit der Situation in Deutschland. Es werden die Entwicklung und die Auswirkungen des Niedriglohnsektors dargestellt. Ferner wird ein von Mindestlohn-Gegnern häufig verwandtes Argument skizziert. Ist ein gesetzlicher Mindestlohn mit dem Grundprinzip der Tarifautonomie zu vereinbaren? Da man sich im Rahmen der Debatte um den gesetzlichen Mindestlohn auf bestimmte rechtliche Grundlagen beruft, [...]
Im vierten Teil der Arbeit wird die Situation in Großbritannien darge-stellt, um einen internationalen Vergleich zu haben. Dort gibt es bereits seit 1999 einen gesetzlichen Mindestlohn, den National Minimum Wage,[...]
Ziel dieser Arbeit ist es nicht, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland eingeführt werden sollte oder nicht; vielmehr sollen [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Problemstellung

1.1 Begriffserklärung

1.2 Die Debatte um den Mindestlohn – Positionen und Konflikte

1.2.1 Position der SPD

1.2.2 Position der CDU/CSU

1.2.3 Position der Gewerkschaften

1.2.4 Position der BDA

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Makroökonomische Ansätze

2.1.1 Das neoklassische Modell

2.1.1.a Abgrenzung zur Klassik

2.1.1.b Das Say’sche Theorem

2.1.2 Der neoklassische Arbeitsmarkt

2.1.2.a Der Preismechanismus am Beispiel des Arbeitsmarktes

2.1.2.b Der Lohnmechanismus und die Tendenz zur Vollbeschäftigung

2.1.2.c Der Zinsmechanismus im Rahmen der Quantitätstheorie des Geldes

2.1.3 Erklärung von Arbeitslosigkeit

2.1.4 Die Beschäftigungstheorie nach Keynes

2.1.5 Zentrale Hypothesen der keynesianischen Theorie

2.1.5.a Konsumfunktion

2.1.5.b Investitionshypothese

2.1.5.c Liquiditätspräferenztheorie

2.1.6 Der keynesianische Arbeitsmarkt

2.1.6.a Erklärung von Arbeitslosigkeit

2.1.6.b Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung

2.2 Wesentliche Unterschiede beider Ansätze bei der Annahme eines gesetzlichen Mindestlohns

2.2.1 Kritik an den Theorien vor dem Hintergrund der ökonomischen Wirklichkeit

2.2.1.a Kritik an der neoklassischen Theorie

2.2.1.b Kritik am keynesianischen Ansatz

2.3 Empirische Erkenntnisse

2.3.1 Beschäftigungsverlust bei einem gesetzlichen Mindestlohn

2.3.2 Schwarzarbeit und gesetzlicher Mindestlohn

2.4 Zwischenfazit

3 Die Situation in der Bundesrepublik

3.1 Entstehung und Ausweitung des Niedriglohnsektors

3.1.1 Effekte der sozialen Unterstützung im Niedriglohnbereich

3.1.2 Beschäftigungsniveau bei Niedriglöhnen

3.1.3 Geringqualifizierte als Sonderfall

3.2 Tarifautonomie und Mindestlohn

3.2.1 Koalitions- und Tarifvertragsfreiheit

3.2.2 Einschränkung der Gestaltungsfreiheit des Entgelts

3.2.3 Verantwortlichkeit des Staates auf rechtlicher Grundlage

3.3 Weitere rechtliche Grundlagen des Mindestlohns

3.3.1 Das Verbot sittenwidriger Löhne

3.3.1.a Verbot sittenwidriger Löhne nach § 138 BGB

3.3.1.b Kontrolle von Lohnabreden nach § 315 BGB

3.3.2 Beurteilung in der Rechtssprechung

3.3.3 Der Mindestlohn als Inhalt internationaler Arbeitsrechtsnormen

3.3.3.a Entgeltstandards im Rahmen von UNO-Konventionen

3.3.3.b Entgeltstandards der ESC

3.4 Zwischenresümee

3.5 Der Mindestlohn im Baugewerbe

3.5.1 Die Allgemeinverbildlicherklärung eines Tarifvertrages

3.5.2 Das Entsendegesetzes und die AVE in der Baubranche

3.5.3 Der Mindestlohn als Bestandteil des Entsendegesetzes

3.6 Auswirkungen des tariflichen Mindestlohnes in der Baubranche

3.6.1 Entwicklung hinsichtlich der Beschäftigung

3.6.2 Entwicklung hinsichtlich der Umsätze

3.6.3 Verstöße gegen das Arbeitnehmerentsendegesetz

3.7 Zwischenfazit

4 Ein internationaler Vergleich - der nationalen Mindestlohn in Großbritannien

4.1 Die Situation vor der Einführung des Nationalen Mindestlohns

4.1.1 Förderung von Tarifverhandlungen nicht mehr Ziel der Politik

4.1.2 Unterstützung für einen gesetzlichen Mindestlohn durch die Gewerkschaften

4.2 Der Labour- Wahlsieg und der NMW

4.2.1 LPC - Die Low Pay Commission

4.2.1.a Zusammensetzung der LPC

4.2.1.b Aufgabenbereich und Arbeitsmethoden der LPC

4.2.2 Geltungsbereich des NMW

4.2.3 Die Umsetzung des NMW in Großbritannien

4.3 Auswirkungen des NMW in Großbritannien

4.3.1 Auswirkungen des NMW auf die Löhne

4.3.2 Auswirkungen auf öffentliche Finanzen und Kaufkraft

4.3.3 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

4.4 Grenzen der Vergleichsmöglichkeit für Deutschland

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Problematik eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland unter Berücksichtigung theoretischer makroökonomischer Ansätze, empirischer Befunde sowie unter Einbeziehung des internationalen Beispiels Großbritannien differenziert darzustellen, ohne dabei eine einseitige Entscheidung für oder gegen dessen Einführung zu fordern.

  • Makroökonomische Theoriebildung (Neoklassik vs. Keynesianismus)
  • Situation des deutschen Niedriglohnsektors
  • Rechtliche Grundlagen und Tarifautonomie
  • Branchenspezifische Analyse: Mindestlohn im Baugewerbe
  • Internationaler Vergleich: National Minimum Wage (NMW) in Großbritannien

Auszug aus dem Buch

2.1.2.a Der Preismechanismus am Beispiel des Arbeitsmarktes

Der Preismechanismus übt in der neoklassischen Sichtweise seine Funktion sowohl auf dem Gütermarkt, als auch auf dem Arbeits- und Kapitalmarkt aus. Die Funktionsweise soll anhand des Arbeitsmarkts veranschaulicht werden: Steigt der Reallohn, welcher sich als Quotient aus Nominallohn und Güterpreis errechnen lässt, nimmt das Arbeitskräfteangebot auf dem Arbeitsmarkt zu. Dieses Phänomen beruht auf der Annahme, dass bei einem höheren Lohn die Arbeitskräfte auf mehr Freizeit verzichten und mehr Arbeit anbieten. Auf der anderen Seite fragen die Unternehmen jedoch nach mehr Arbeit wenn der Reallohn sinkt, da es für sie dann rentabler ist, Arbeitskräfte einzustellen. Auf diese Weise ergibt sich der Gleichgewichtslohn lr0 mit der Beschäftigungsmenge B0. Alle, die zum Reallohn lr0 bereit sind zu arbeiten, erhalten einen Arbeitsplatz. Diejenigen, welche sich rechts des Gleichgewichts B0 befinden, sind deshalb arbeitslos, weil sie ihre Arbeit nur zu einem höheren Lohn als dem Gleichgewichtsreallohn lr0 anbieten. Daher spricht man in der Neoklassik auch nur von freiwilliger Arbeitslosigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den Begriff des Mindestlohns ein und beleuchtet die aktuellen politischen Debatten sowie die unterschiedlichen Positionen der Parteien und Interessenverbände in Deutschland.

2 Theoretische Grundlagen: Hier werden neoklassische und keynesianische Beschäftigungstheorien gegenübergestellt, um den theoretischen Rahmen für die Analyse der Mindestlohn-Problematik zu schaffen und empirische Erkenntnisse einzuordnen.

3 Die Situation in der Bundesrepublik: Dieser Teil untersucht die Ausweitung des deutschen Niedriglohnsektors, beleuchtet rechtliche Rahmenbedingungen wie die Tarifautonomie und analysiert detailliert den Mindestlohn im Baugewerbe sowie dessen Auswirkungen auf die Branche.

4 Ein internationaler Vergleich - der nationalen Mindestlohn in Großbritannien: Die Arbeit vergleicht die Situation in Großbritannien, wo der National Minimum Wage (NMW) seit 1999 existiert, mit Deutschland, um Gemeinsamkeiten und Grenzen der Übertragbarkeit dieses Modells aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Deutschland, Tarifautonomie, Neoklassik, Keynesianismus, Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor, Baugewerbe, Großbritannien, National Minimum Wage, Beschäftigung, Lohndumping, Sozialpolitik, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik und den Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland, eingebettet in einen theoretischen und internationalen Kontext.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Im Zentrum stehen die ökonomische Theoriebildung, die rechtliche Verankerung der Tarifautonomie, die Situation im deutschen Niedriglohnsektor sowie ein Vergleich mit dem britischen Mindestlohnmodell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die verschiedenen Faktoren, Argumente und Zusammenhänge der Debatte um den Mindestlohn verständlich zu machen, um die Komplexität der Einführung abzuwägen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse sowie eine Auswertung empirischer Befunde und internationaler Vergleichsstudien zur ökonomischen Wirkung von Mindestlöhnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung der Situation in der Bundesrepublik (inklusive Baugewerbe) und den Vergleich mit dem britischen "National Minimum Wage".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mindestlohn, Tarifautonomie, Beschäftigungseffekte, Niedriglohnsektor, Neoklassik, Keynesianismus und Arbeitsmarktregulierung.

Warum ist das Baugewerbe ein besonderer Fokus der Untersuchung?

Das Baugewerbe dient als konkretes Fallbeispiel in Deutschland, in dem bereits seit Jahren Erfahrungen mit Mindestlöhnen im Rahmen des Entsendegesetzes gesammelt wurden.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Mindestlohn?

Die Arbeit schließt damit, dass es keine einfache Entscheidung gibt, da der Mindestlohn eine politische Abwägung zwischen ökonomischen Auswirkungen und ethisch-sozialen Anforderungen erfordert.

Excerpt out of 76 pages  - scroll top

Details

Title
Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1
Author
Jennefer Schröder (Author)
Publication Year
2007
Pages
76
Catalog Number
V125797
ISBN (eBook)
9783640313402
ISBN (Book)
9783640317189
Language
German
Tags
Problematik Einführung Mindestlöhnen Deutschland Thema Mindestlohn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennefer Schröder (Author), 2007, Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125797
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