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Die erzählte Wirklichkeit - Hilfsmittel zur Interpretation erzählender Texte

Anmerkungen zu den Redeformen der Figuren- und Erzählerrede, zum Erzählverhalten, zur Erzählform und zur Zeitgestaltung in erzählenden Texten

Title: Die erzählte Wirklichkeit - Hilfsmittel zur Interpretation erzählender Texte

Scientific Essay , 2013 , 64 Pages

Autor:in: Gerd Berner (Author)

Didactics for the subject German - Grammar, Style, Working Technique
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Summary Excerpt Details

Da die erzählte Wirklichkeit eines Erzähltextes im Wesentlichen aus einem erzählten Geschehen besteht, bei dem erzählte und erzählende Figuren an einem erzählten Ort zu einer erzählten Zeit als Handelnde beteiligt sind, habe ich in meinem Unterricht in der gymnasialen Oberstufe von den möglichen "Aspekten erzählender Prosa" (J. Vogt) die folgenden für eine Interpretation der fiktiven Welt wichtigen Bauelemente besonders beachtet: die Erzähler- und Figurenrede, die vier Möglichkeiten der stummen Rede, nämlich die erlebte Rede, den inneren Monolog, die psycho-narration und den Bewusstseinsstrom. Ich habe das auktoriale, personale und neutrale Erzählverhalten in der Ich- und der Er-Form erklärt und mit Textauszügen verdeutlicht. Bei der erzählten Zeit habe ich die Möglichkeiten der Zeitdarstellung bei linearem und nicht-linearem Zeitablauf dargestellt, also zeitdeckendes, zeitraffendes und zeitdehnendes Erzählen sowie Rückwendung und Vorausdeutung. Meine Abhandlung erklärt alle diese für die Analyse eines Erzähltextes wichtigen Fachbegriffe und belegt sie mit einsichtigen Auszügen aus epischen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Hilfsmittel für den täglichen Umgang mit zu analysierenden erzählerischen Texten habe ich drei Graphiken angefertigt und an das ausführliche Literaturverzeichnis angehängt,diese bieten dem Interpreten einen schnellen Überblick und informieren ihn in der Art eines visuellen Glossars über die für die Deutung eines epischen Textes unerlässliche Begrifflichkeit und deren Interdependenz. Meine Ausführungen stützen sich dabei auf die von Jochen Vogt und Jürgen H. Petersen vorgelegten narratologischen Standardwerke.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die erzählte Wirklichkeit: Anmerkungen zur Figuren- und Erzählerrede

1.1 Erzählerrede (Erzählerbericht)

1.2 Figurenrede: g e s p r o c h e n e Rede

1.3 Figurenrede: die vier Möglichkeiten der stummen Rede

1.3.1 Figurenrede: die s t u m m e erlebte Rede

1.3.2 Figurenrede: der s t u m m e innere Monolog

1.3.3 Figurenrede: die s t u m m e psycho-narration

1.3.4 Figurenrede: der s t u m m e Bewusstseinsstrom

2. Die erzählte Wirklichkeit: Anmerkungen zum auktorialen, personalen und neutralen Erzählverhalten in der Ich- und der Er-Erzählform

2.1 Ich-Erzählform

2.1.1 auktoriales Erzählverhalten

2.1.2 personales Erzählverhalten

2.1.3 neutrales Erzählverhalten

2.2 Er-Erzählform

2.2.1 auktoriales Erzählverhalten

2.2.2 personales Erzählverhalten

2.2.3 neutrales Erzählverhalten

3. Die erzählte Wirklichkeit: Anmerkungen zur erzählten Zeit

3.1 Zeiten in Storms Schimmelreiter

3.2 Erzählzeit vs. erzählte Zeit

3.3 linearer Ablauf der erzählten Zeit

3.3.1 zeitdeckendes Erzählen

3.3.2 zeitraffendes Erzählen

3.3.3 zeitdehnendes Erzählen

3.4 nicht-linearer Ablauf der erzählten Zeit

3.4.1 Rückwendung

3.4.2 Vorausdeutung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert grundlegende Bauelemente erzählender Prosa, um fiktive Welten im Rahmen der literaturwissenschaftlichen Interpretation präzise zu erfassen und zu kategorisieren.

  • Redeformen der Figuren- und Erzählerrede
  • Differenzierung auktorialer, personaler und neutraler Erzählverhalten
  • Gestaltung von erzählter Zeit und Erzählzeit
  • Methodik der Erzählanalyse (lineare und nicht-lineare Zeitabläufe)

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Figurenrede: die s t u m m e erlebte Rede

Die erlebte Rede ist grammatisch vom Erzählerbericht nicht zu unterscheiden. Sie steht zwischen Erzählerbericht/ Erzählerrede und innerem Monolog. Die Darstellung des Geschehens erfolgt aus der Innensicht einer erzählten Figur. Jochen Vogt hat einige Hinweise gegeben, woran man erlebte Rede erkennen kann. Er zählt dazu deiktische (i. e. hinweisende) Zeit- und Raumadverbien (z. B. morgen, hier, nun u. a.), affektive/ argumentative Interjektionen (z. B. gewiss, jedoch), emphatische Ausrufe (z. B. ach!), subjektive Modalverben (z. B. sie hatte den Baum zu putzen), explizite (i. e. ausführlich dargestellte, erklärte) Gedankenankündigung (z. B. dachte sie) u. a.13 Diese Gedankenankündigung k a n n stehen, muss aber nicht, wie aus dem Kafka-Beispiel ersichtlich. Die erlebte Rede als Wiedergabe der bestimmten Denkweise einer Person steht im Indikativ der dritten Person und meist im sog. epischen Präteritum, welches damit eine atemporale Funktion annimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die erzählte Wirklichkeit: Anmerkungen zur Figuren- und Erzählerrede: Dieses Kapitel definiert und unterscheidet die Formen der Erzählerrede sowie die verschiedenen Arten der Figurenrede, von der gesprochenen bis hin zur komplexen stummen Rede.

2. Die erzählte Wirklichkeit: Anmerkungen zum auktorialen, personalen und neutralen Erzählverhalten in der Ich- und der Er-Erzählform: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Erzählweisen in Ich- und Er-Form und analysiert, wie auktoriale, personale und neutrale Erzähler das erzählte Geschehen vermitteln.

3. Die erzählte Wirklichkeit: Anmerkungen zur erzählten Zeit: Hier werden die Zeitgestaltung in epischen Texten sowie das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit beleuchtet, einschließlich linearer und nicht-linearer zeitlicher Abläufe durch Rückwendungen und Vorausdeutungen.

Schlüsselwörter

Erzähltechnik, Figurenrede, Erzählerbericht, Auktoriales Erzählen, Personales Erzählen, Neutrales Erzählen, Erzählte Zeit, Erzählzeit, Innerer Monolog, Erlebte Rede, Psycho-Narration, Bewusstseinsstrom, Rückwendung, Vorausdeutung, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine systematische Einführung in die zentralen Bauelemente der Erzähltechnik, insbesondere in die Redeformen, das Erzählverhalten und die Zeitgestaltung erzählender Texte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Figurenrede und Erzählerbericht, die Unterscheidung verschiedener Erzählmodi (auktorial, personal, neutral) sowie die Strukturierung der erzählten Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Vermittlung und Anwendung von Analysekriterien, um fiktive Welten in der erzählenden Prosa methodisch fundiert untersuchen und interpretieren zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine strukturierte literaturwissenschaftliche Analyse verwendet, die auf etablierten Fachtermini (u.a. von Jochen Vogt, Dorrit Cohn und Eberhard Lämmert) basiert und durch zahlreiche Beispiele aus der Weltliteratur belegt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Redeformen (wie erlebter Rede oder Bewusstseinsstrom), die Analyse des Erzählverhaltens in Ich- und Er-Form und die Untersuchung der Zeitgestaltung durch Raffung, Dehnung sowie Rück- und Vorausdeutungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erzählverhalten, Figurenrede, Erzählte Zeit, Auktorialität und Bewusstseinsstrom charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen psycho-narration und erlebter Rede?

Der Autor ordnet beide der 3. Person im Indikativ des Präteritums zu, sieht aber den Unterschied darin, dass psycho-narration (Gedankenbericht) eine Wiedergabe von Wahrnehmungen oder Gefühlen ist, die sich der Kontrolle des wachen Bewusstseins entziehen können.

Warum ist die Unterscheidung zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit für die Analyse wichtig?

Diese Unterscheidung ist für die Zeitgestaltung entscheidend, da das Verhältnis der Lesezeit (Erzählzeit) zur Dauer des fiktiven Geschehens (erzählte Zeit) narrative Techniken wie Zeitraffung oder Zeitdehnung erst erkennbar macht.

Wie wird das neutrale Erzählverhalten im Vergleich zum personalen Erzählen definiert?

Das neutrale Erzählverhalten gilt als eine depersonalisierte Variante des personalen Erzählens, bei der der Erzähler wie eine unsichtbare Kamera agiert, ohne Zugriff auf das Innenleben der Figuren zu gewähren.

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Details

Title
Die erzählte Wirklichkeit - Hilfsmittel zur Interpretation erzählender Texte
Subtitle
Anmerkungen zu den Redeformen der Figuren- und Erzählerrede, zum Erzählverhalten, zur Erzählform und zur Zeitgestaltung in erzählenden Texten
Course
Oberstufenunterricht ( i.d. gymnasialen Oberstufe)
Author
Gerd Berner (Author)
Publication Year
2013
Pages
64
Catalog Number
V125801
ISBN (eBook)
9783640884827
ISBN (Book)
9783640884940
Language
German
Tags
wirklichkeit hilfsmittel interpretation texte figuren- erzählerrede erzählverhalten zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerd Berner (Author), 2013, Die erzählte Wirklichkeit - Hilfsmittel zur Interpretation erzählender Texte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125801
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