Die deutsche Chemieindustrie

Eine empirische Analyse der dynamischen Funktionsfähigkeit auf der Basis des Koordinationsmängel-Diagnosekonzepts


Diplomarbeit, 2008

177 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhangverzeichnis

A UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND AUFBAU DER ARBEIT

B DIE FUNKTIONSFÄHIGKEITSANALYSE AUF BASIS DES KONZEPTS ZUR KOORDINATIONSMÄNGELDIAGNOSE (KMD-KONZEPT)
1. EINFÜHRUNG IN DAS KONZEPT ZUR KOORDINATIONSMÄNGELDIAGNOSE
1.1 Idee, theoretische Grundlage und Vorgehensweise
1.2 Die fünf Regelkreise der KMD-Funktionsfähigkeitsanalyse
1.2.1 Der Markträumungsprozess
1.2.2 Der Renditenormalisierungsprozess
1.2.3 Der Übermachterosionsprozess
1.2.4 Der Produktfortschrittsprozess
1.2.5 Der Verfahrensfortschrittprozess
1.2.5 Vermaschung der Regelkreise
2. INDUSTRIEÖKONOMISCH ORIENTIERTE BESCHREIBUNG DER MARKTSTRUKTUR DER DEUTSCHEN CHEMISCHEN INDUSTRIE
2.1 Produktorientierte Marktbeschreibung
2.1.1 Das prototypische Produkt, seine Verwendung sowie enge und weite Substitutionsprodukte
2.1.2 Sachliche, räumliche und zeitliche Marktabgrenzung
2.1.3 Segmentierung des Marktes nach Verwendungszwecken und Vertragstypen
2.1.4 Segmentierung nach Vertriebsformen und Präsentationsarten
2.1.5 Entwicklungsphase des Marktes
2.2 Nachfrageorientierte Marktbeschreibung
2.2.1 Aktuelle Nachfrager: Zusammensetzung und Marktanteile
2.2.2 Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung großer Nachfrager; vertikale Verflechtungen
2.2.3 Hauptbestimmungsfaktoren der Nachfrage- und Konjunkturabhängigkeit
2.3 Anbieterorientierte Marktbeschreibung
2.3.1 Aktuelle Anbieter: Zusammensetzung, Marktanteile, Produktionstechnik und Kostenstruktur
2.3.2 Potenzielle Anbieter: Herkunftsbereiche und Eintrittshemmnisse
2.3.3 Potentielle Nachfrager: Angebotsumstellungsflexibilität der Anbieter
2.3.4 Vertikale Verflechtung der Anbieter
2.3.5 Bedeutung der Anbieter als Arbeitgeber, Nachfrager in- und ausländischer Vorprodukte sowie Vorlieferanten und Exporteure
2.4 Institutionenorientierte Marktbeschreibung
2.4.1 Die Ordnung des Marktes: Rechtsvorschriften, Usancen, Organisation zur Kompetenzverteilung sowie zur Strukturierung der Informationsflüsse und Anreize
2.4.2 Mit dem Markt verbundene Interessengruppen
2.4.3 Kapitalmarkteinflüsse
2.5 Marktstruktur und Funktionsweise: theoriebasierte zusammenfassende Beschreibung von Institutionen, Strukturen und Verhaltensweisen, die für die Funktionsfähigkeit der Marktprozesse von besonderer Bedeutung sind
3. FUNKTIONSWEISE DES MARKTES FÜR CHEMISCHE PRODUKTE - PRÜFUNG AUF KOORDINATIONSMÄNGEL, SCHWACHSTELLEN UND IRRITATIONSPHASEN
3.1 Analyse des Markträumungsprozesses
3.1.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises der Markträumung
3.1.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektion sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und Suffizienzbedingung; GRV-Ermittlung
3.1.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.1.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.1.5 Zusammenfassende Beurteilung des Markträumungsprozesses
3.2 Analyse des Renditenormalisierungsprozesses
3.2.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises der Renditenormalisierung
3.2.2 Beschreibung und Entwicklung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; GRV-Ermittlung
3.2.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.2.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.2.5 Zusammenfassende Beurteilung des Renditenormalisierungsprozesses
3.3 Analyse des Übermachterosionsprozesses
3.1.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises der Übermachterosion
3.3.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; GRV-Ermittlung
3.3.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.3.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.3.5 Zusammenfassende Beurteilung des Übermachterosionsprozesses
3.4 Analyse des Produktfortschrittprozesses
3.4.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises des Produktfortschritts
3.4.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; IAV-Ermittlung
3.4.3 Prüfung des Prozessmusters auf industrieökonomische Plausibilität
3.4.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.4.5 Zusammenfassende Beurteilung des Produktfortschrittsprozesses
3.5 Analyse des Verfahrensfortschrittprozesses
3.5.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises des Verfahrensfortschritts
3.5.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: Optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; IAV-Ermittlung
3.5.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.5.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.5.5 Zusammenfassende Beurteilung des Verfahrensfortschrittsprozesses
4. INTERVENTIONSPRÜFUNG
4.1 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse der Funktionsfähigkeitsanalyse
4.2 Ökonomische Legitimation einer Maßnahmengestaltung

C ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSBETRACHTUNG

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Vereinfachte Regelkreisdarstellung des Kernprozesses beim Markträumungsprozess

Abb. 2: Produktionsstruktur der chemischen Industrie 2006 gemessen an Produktionswerten

Abb. 3: Anteile an Vorprodukten / Investitions- und Konsumgütern 2005

Abb. 4: Einteilung der Chemieindustrie nach Vertragstypen

Abb. 5: Produktlebenszyklus von Liquid Cristal (LC) und Polyvinylchlorid (PVC)

Abb. 6: Struktur der Aus- bzw. Einfuhr chemischer Erzeugnisse 2005

Abb. 7: Anteile an der gesamten branchenexternen Verwendung von Chemiewaren

Abb. 8: Abweichung des Kapazitätsauslastungsgrads der chemischen Industrie bzw. des Auslastungsgrads des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotenzials von der betriebsüblichen Normalauslastung resp. von dessen Normalniveau

Abb. 9: Verbrauch chemischer Produkte pro Kopf in ausgewählten Regionen 2006

Abb. 10: Weltweite Neustrukturierung der chemischen Industrie

Abb. 11: Formen vertikaler Integration

Abb. 12: Grafische Darstellung des Markträumungsprozesses in der deutschen Chemieindustrie, 1978-2006

Abb. 13: Grafische Darstellung des Renditenormalisierungsprozesses in der deutschen chemischen Industrie

Abb. 14: Indikatorverlauf des Übermachterosionsprozesses in der Chemieindustrie insgesamt auf Basis des Herfindahl-Hirschmann-Index

Abb. 15: Indikatorverlauf des Übermachterosionsprozesses in ausgewählten Güterzweigen der Chemieindustrie auf Basis des Herfindahl-Hirschmann-Index

Abb. 16: Indikatorenvergleich für den Produktfortschrittsprozess in der deutschen Chemieindustrie

Abb. 17: Produktfortschrittsprozess in der deutschen Chemieindustrie im Vergleich zur japanischen Chemieindustrie, dargestellt anhand der F&E-Ausgaben an der Wertschöpfung

Abb. 18: Verfahrensfortschrittsprozess in der deutschen Chemieindustrie im Vergleich zur japanischen Chemieindustrie, dargestellt anhand der Lohnquotendifferenzen ..

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Abgrenzung der deutschen Chemie-Industrien nach WZ 2008

Tabelle 2: Absatzstruktur von chemischen Erzeugnissen in Deutschland 2005

Tabelle 3: HHIs auf 3-Steller-Ebene im Jahre 2006

Tabelle 4: Die 10 größten Unternehmen der deutschen chemischen Industrie (nach Umsatz 2007)

Tabelle 5: Vorherrschende Produktionsprozesse der Hersteller chemischer Produkte nach Branchen

Tabelle 6: Darstellung der Arbeits- und Kapitalintensitäten der Eisenschaffenden Industrie und des Verarbeitenden Gewerbes insgesamt für Deutschland, 1980 und 1997 40

Tabelle 7: Mindestoptimale technische Betriebsgröße (MOTB) ausgewählter chemischer Grundstoffe

Tabelle 8: Mit großen Banken personell verflochtene Konzerne der chemischen Industrie

Tabelle 9: Grad der Regelungsverluste (GRV) im Markträumungsprozess der deutschen Chemieindustrie

Tabelle 10: Funktionale Reaktionen im Prozessmuster des Renditenormalisierungsprozesses

Tabelle 11: GRV im Renditenormalisierungsprozess der deutschen Chemieindustrie

Tabelle 12: Korrekturfaktoren zur Berechnung der Übermachtindikatoren

Tabelle 13: Index der Aufholverluste des Verfahrensfortschrittsprozesses

Tabelle 14: Gesamtergebnisdarstellung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

Anhang 1: Abweichung der Auslastung des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials vom Normalniveau und der Auslastung der Chemischen Industrie von der betriebsüblichen Vollauslastung

Anhang 2: Gesprächsprotokoll Experteninterview vom 14.11.2008

Anhang M 1: Wertetabelle für die Analyse des Markträumungsprozesses

Anhang M 2: Wertetabelle für die GRV-Analyse des Markträumungsprozesses

Anhang R 1: Wertetabelle für die Analyse des Renditenormalisierungsprozess

Anhang R 2: Wertetabelle für die GRV-Analyse des Renditenormalisierungsprozess

Anhangü1: Wertetabelle für die Analyse des Übermachterosionsprozess

Anhang P 1: Wertetabelle für die Analyse des Produktfortschrittprozesses

Anhang V 1: Wertetabelle für die Analyse des Verfahrensfortschrittsprozesses

A Untersuchungsgegenstand und Aufbau der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit soll die dynamische Funktionsfähigkeit der deutschen Chemiein- dustrie untersucht werden. Zur Beurteilung dieser wird auf das Koordinationsmängel- Diagnosekonzept (KMD-Konzept) zurückgegriffen, welches es ermöglicht reale Märkte mit- tels empirischer Daten zu bewerten.1 Die Untersuchung des deutschen Chemiemarktes und Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit ist dabei aus mehreren Gründen von besonderem Inte- resse:

- Die deutsche Chemieindustrie ist eine der größten deutschen Industrien. Mit einem Umsatzanteil am Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes von 10,3% ist sie hinter der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Elektrotechnischen Industrie die viertgrößte deutsche Branche.2
- Zudem zählt die Chemieindustrie zu den innovativsten Industrie Deutschlands und ist Impulsgeber für viele andere Branchen. Die Funktionsfähigkeit des Chemiemarktes insbesondere hinsichtlich des technischen Fortschritts, färbt also unmittelbar auf die deutsche Wirtschaft ab.
- Durch die Wiedervereinigung hatte die chemische Industrie mit der Integration der Chemiestandorte der ehemaligen DDR eine große Aufgabe vor sich.
- Die Globalisierung und weitere äußere Faktoren, wie der starke Rohölpreisanstieg, machten breite Umstrukturierungsmaßnahmen notwendig. Die Auswirkungen dieser Strukturkrise gilt es zu untersuchen.

Das KMD-Konzept setzt sich schwerpunktmäßig aus zwei Teilen zusammen. Es besteht zum einen aus dem positiven Modell der dynamischen Funktionsweise des Marktes, zum anderen aus einem normativen Konzept zur Bewertung der Ergebnisse, welche auf dem Chemiemarkt erzielt werden. Es ist somit möglich:

- Märkte auf versteckte Kartelle zu überprüfen,
- wirtschaftspolitische Maßnahmen zu bewerten,
- die Wirkung von Deregulierung- und Privatisierung zu beurteilen,
- industrieökonomische Thesen zu testen und
- das betriebswirtschaftliche Controlling zu optimieren.3

Funktionsfähigkeit auf einem Markt liegt im Rahmen des KMD-Konzeptes dann vor, wenn fünf Teilprozesse funktionsfähig sind. Die Aufgaben der einzelnen Teilprozesse und die me- thodischen Grundlagen des Konzepts werden ausführlich in Kapitel 1 erläutert. Kapitel 2 hat die ausführliche Beschreibung der Marktstruktur der deutschen Chemieindustrie zum Inhalt. Diese Überlegungen werden angestellt, um Funktionseinschränkungen innerhalb der Prozesse interpretieren und erklären zu können. In Kapitel 3 werden dann die empirische Testmöglich- keit dargestellt und geeignete Indikatoren festgelegt. Die Prozessmusterverläufe werden dar- gestellt und beurteilt. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland kritisch beantwortet.

B Die Funktionsfähigkeit auf Basis des Konzepts zur Koordinationsmängeldiagnose

1. Einführung in das Konzept zur Koordinationsmängeldiagnose

1.1 Idee, theoretische Grundlage und Vorgehensweise

Das Koordinationsmängeldiagnose (KMD)-Konzept als wettbewerbspolitische Konzeption, wurde aufgrund der bestehenden Schwachstellen existierender, insbesondere komparativ- statischer Modelle, entwickelt. Der Ansatzpunkt war dabei, dass komparativ-statische Model- le sich nicht unmittelbar anwenden und empirisch testen lassen. Dafür verantwortlich sind zwei Probleme:

Die in der komparativ-statischen Analyse verwendeten Nachfrage- und Angebotskurven las- sen sich nur unter fragwürdigen Zusatzannahmen identifizieren. Beobachtete Preis-Mengen- Kombinationen könnten nicht auf, sondern zwischen Nachfrage- und Angebotskurve liegen (Ungleichgewichtspunkte) und bei neuen Beobachtungspunkten ist es unklar, welche Verän- derungen zu diesen geführt haben (Operationalisierungs- und Identifikationsproblem). Des Weiteren werden, um Dynamik abzubilden, bei komparativ-statischen Untersuchungen sehr schnelle Prozesse unterstellt die zu stabilen Gleichgewichten führen. Die fehlende empirische Überprüfung der Annahme der dynamischen Stabilitätsvoraussetzung führt zum Problem der Prozessdynamik.4

Beim KMD-Konzept wird nun davon ausgegangen, dass auf Märkten in der Regel Ungleichgewichte auftreten. Aufgrund von Selbstregulierungsprozessen nähert sich der Markt allerdings immer wieder einem Gleichgewichtszustand an.5 Von folgenden grundlegenden Hypothesen wird dabei ausgegangen:

- Gemäß der Legitimationshypothese erfüllen Marktprozesse in Volkswirtschaften die Aufgaben, welche in einer Zentralverwaltungswirtschaft ein gemeinwohlorientierter Diktator inne hätte, und
- die Stabilitätsvermutung, nach der diese Aufgaben im Normalfall erfüllt werden.6

Die zuvor erwähnten Aufgaben gliedert Grossekettler (2004, S. 7) in fünf Prozesse die dafür sorgen sollen, das folgende systematischen Tendenzen erfüllt sind:

- Die Markträumungsfunktion, welche dafür sorgt, dass es tendenziell zum Ausgleich von Angebots- und Nachfragemengen kommt und die Verschwendung von Produkti- onsfaktoren, z.B. durch Wartezeiten oder kostspielige Suchaktivitäten, verhindert wird,
- die Renditenormalisierungsfunktion bei der Über- und Unterrenditen und damit ein- hergehende Überkapazitäten und Kapazitätsengpässe tendenziell abgebaut werden. Dies sorgt für eine optimale Faktorallokation indem Sach- und Humankapital zum Ort der höchsten Ergiebigkeit gelenkt wird, dort die Renditen und Kapazitäten normali- siert werden und somit eine leistungsgerechte Einkommensverteilung erreicht wird,
- eine Tendenz zum Abbau von Übermachtpositionen von Nachfragern und Anbietern wird mittels der Übermachterosionsfunktion erreicht. Niemand soll über die Fähigkeit verfügen auf dem Markt, aber auch vor- oder nachgelagerten Märkten, Monopoloder politische Verteilungskampfrenten zu erlangen.
- Bei der Produktfortschrittsfunktion sollen eventuelle Rückstände gegenüber einem Referenzmarkt mit Produkt- und Qualitätsführern aufgeholt werden, so dass inländische Wettbewerber konkurrenzfähig bleiben und die Nachfrager mehrere Wahlmöglichkeiten haben,
- und abschließend der Verfahrensfortschrittprozess, bei dem Verfahrensfortschritts- rückstände gegenüber einem Markt mit weltweit anerkannten Kostenführern abgebaut werden sollen, um somit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Anbieter zu erhal- ten und den Nachfragern ein möglichst günstiges Preis-Leistungsverhältnis zu gewähr- leisten.

Wiederum wird, im Gegensatz zur komparativ-statistischen Analyse, innerhalb dieser Prozesse nicht mehr zwischen Stabilität und Instabilität unterschieden, sondern von einer unterschiedlich großen kybernetischen Stabilität ausgegangen, welche die Funktionsfähigkeit von Regelkreisen beschreibt.7

Die Funktionsweise eines Regelkreises kann dabei gut mit dem Beispiel einer Klimaanlage illustriert werden. Dabei soll eine Regelgröße (die Raumtemperatur) für eine Regelstrecke (den zu klimatisierenden Raum) im Zeitablauf möglichst nah an einem Normwert (z.B. 22 Grad Celsius) liegen. Ist dies nicht der Fall sorgt eine Stellgröße (hier ein Thermostat, wel- ches mit einem Kühl- und Heizaggregat gekoppelt ist) für die Korrektur der Abweichung.

Übertragen auf den Markträumungsprozess würde die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage der Regelgröße entsprechen, die um den Normwert Null schwanken sollte und die Stellgröße dem Preis.8

Um die erfassten Regel- und Stellgrößen für die unterschiedlichen Prozesse nun auch empirisch überprüfen zu können, ist es nötig hierfür geeignete Indikatoren zu finden. Dabei wird zwischen Ideal-, Standard- und Hilfsindikatoren unterschieden. Erstere gelten ex definitione als valide, da sie per Konvention genau das messen, was sie messen sollen.9 Für die Märkte des verarbeitenden Gewerbes sind (Quasi-)Idealindikatoren bereits ermittelt worden.10 QuasiIdealindikator deshalb, weil für einen Idealindikator ein Konsens z.B. unter Experten herbeigeführt werden müsste, von dem allerdings bei den vorliegenden Indikatoren auszugehen ist. Standardindikatoren umfassen neben den Idealindikatoren auch Messgrößen, die mit den Idealindikatoren hoch korreliert sind. Hilfsindikatoren sind weniger stark mit den Idealindikatoren korreliert und weisen nur einen geringen Validitätsgrad auf.11

Der erste Teil der Funktionsfähigkeitsuntersuchung mittels des KMD-Konzeptes beginnt mit einer ausführlichen Marktbeschreibung aus anbieter-, nachfrager-, produkt- und institutione- norientierter Sicht um so die Eigenarten des zu untersuchenden Marktes zu erfassen. Daran anschließend wird untersucht, ob die Idealindikatoren für den Markt zur Verfügung stehen oder alternativ Hilfsindikatoren verwendet werden müssen. Es folgt eine Gegenüberstellung von Stell- und Regelgröße, um die Funktionsfähigkeit der einzelnen Prozesse zu untersuchen.

Mittels eines Zeit-Diagramms werden die Datenreihen einer optischen Inspektion zugänglich gemacht. Hierbei wird untersucht, ob das Zusammenspiel zwischen Regel- und Stellgröße funktioniert und sich die Regelgröße immer wieder dem Normwert annähert (beim Markträumungsprozess z.B. der Wert 0). Nachfolgend sorgen statistische Tests dafür, dass die Ergebnisse der optischen Inspektion nicht durch Maßstabseffekte verfälscht worden sind.12 Dabei werden Abweichungs-, Trend- und Reaktionstests durchgeführt.13

Daran anschließend werden Plausibilitätsüberlegungen angestellt, ob es sich bei den inspizier- ten Störungen um Stabilitäts- oder Niveaudefekte handelt. Von einem Stabilitätsdefekt ist zu sprechen, wenn Gleichgewichtsstörungen, wie sie alltäglich im Wirtschaftsleben auftreten nicht wieder ausreguliert werden können. Wenn sowohl das Prozessmuster also auch die theoretischen Überlegungen eine Funktionsunfähigkeit nahe legen wird von einem Koordinationsmangel gesprochen.14

Davon zu unterscheiden sind Koordinationsmängel in Form von Niveaudefekten hervorgeru- fen durch Marktversagen (z.B. externe Effekte oder Machterscheinungen).15 Von Funktions- schwächen spricht man, wenn Klagen über eine Niveauverzerrung vorliegen, die zuständigen Behörden diese aber als unerheblich zurück weisen können oder genau anders herum die Be- hörden eine Verzerrung verkünden, ohne dass Wirtschaftssubjekte geschädigt oder begünstigt werden. Bei fehlender Dauerhaftigkeit der Verzerrung wird von einer Irritation gesprochen.16

Sind weder Stabilitätsdefekte noch Niveaudefekte zu verzeichnen, so kann von dynamischer Stabilität bzw. Verzerrungsfreiheit für den Prozess gesprochen werde. Falls ein Koordinati- onsmangel festgestellt wurde ist ein staatliches Eingreifen legitimiert und im Rahmen einer Interventionsprüfung sind Eignung, Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit möglicher In- strumente zu prüfen.17

1.2 Die fünf Regelkreise der KMD-Funktionsfähigkeitsanalyse

Am Beispiel des Markträumungsprozesses soll die Funktionsweise der zu untersuchenden Regelkreise dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Vereinfachte Regelkreisdarstellung des Kernprozesses beim Markträumungs- prozess

Quelle: Grossekettler (2004, S. 10).

Exogene Störungen auf den Regelkreis lassen die Regelgröße (die Differenzmenge zwischen Angebot und Nachfrage) [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] vom Sollwert 0 abweichen was endogene Reaktionen von "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] hervorruft so dass sich [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] wieder in Richtung des Sollwerts bewegt. Bei dieser Betrachtung werden die Instrumente mittels derer die Veränderung von "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] angestoßen wird ausgeklam- mert. Es handelt sich um den sog. Globalprozess.18 Im Gegensatz dazu sind beim Kernprozess die Instrumente klar definiert. Beim Beispiel des Markträumungsprozesses werden durch Abweichungen von dem Sollwert evozierte Preisvariationen "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ausgelöst, welche den Differenzen entgegen wirken (sieh Abb. 1) indem bei Übernachfrage Preiserhöhungen und bei Ü- berangebot Preissenkungen erfolgen.

1.2.1 Der Markträumungsprozess

Wie bei der vorangegangenen Erläuterung der Regelkreise schon beispielhaft beschrieben kann dem Markträumungsprozess Funktionsfähigkeit attestiert werden, wenn die Differenz aus Nachfrage- und Angebotsmenge ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) bzw. die daraus resultierende Differenzmenge ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) als Regelgröße kurzfristig den Wert Null annimmt. Zur Korrektur der exogenen Störungen soll hierbei die Stellgröße „Preis“ zuständig sein.19

1.2.2 Der Renditenormalisierungsprozess

Der R-Prozess soll sicherstellen, dass Angebot und Nachfrage langfristig zum Ausgleich gebracht werden. Theoretische Basis ist hierbei das Renditeausgleichstheorem. Dieses besagt, dass eine wohlfahrtsoptimale Verwendung aller Produktionsfaktoren dann erreicht ist, wenn sich deren Grenzrenditen entsprechen. Die Branchenrenditen sollten also der volkswirtschaftlichen Durchschnittsrendite entsprechen.20

Damit ist die Regelgröße Differenzrendite ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) definiert, als Differenz der Rendite des Untersuchungsmarktes ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) zum volkswirtschaftlichen Durchschnitt ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Globale Stellgröße des R-Prozesses ist dabei äquivalent zum M-Prozess "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], die Stellgröße des Kernprozesses hingegen die Kapazitätswachstumsrate "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten].

1.2.3 Der Übermachterosionsprozess

Der Übermachterosionsprozess soll dafür Sorge tragen, dass Machtungleichgewichte zwischen Anbietern und Nachfragern ausgeglichen werden. Ausgeprägte Machtpositionen einer Marktseite sind dabei prinzipiell volkswirtschaftlich unerwünscht, da diese versuchen Marktprozesse zu ihren Gunsten zu beeinflussen.21

Marktmacht geht typischerweise mit erhöhten Marktkonzentrationen einher. Diese können durch den Herfindahl-Hirschmann-Index veranschaulicht werden. Dieser sollte sowohl für Anbieter- als auch Nachfragerseite22 ermittelt werden und um Korrekturfaktoren, die auch potentielle Macht berücksichtigen, modifiziert werden. Anschließend kann die Regelgröße „Übermacht“ ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) aus der Differenz von Anbietermacht ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) und Nachfragermacht ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) ermittelt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch evozierte Strukturveränderungen ( "m D), also Eintritten auf der marktstarken Seite, soll der Übermacht einer Marktseite entgegengewirkt werden. Da allerdings nicht zwischen evozierten und exogen bedingten Variationen unterschieden werden kann, fehlt ein geeigneter Indikator für die Stellgröße und es wird lediglich der Globalprozess betrachtet.

1.2.4 Der Produktfortschrittsprozess

Bei den Fortschrittsprozessen geht es im Gegensatz zu den vorherigen Prozessen nicht um die Erreichung eines Idealzustandes, sondern um einen Performancevergleich zu einem ausländischen Vorbildmarkt.23 Hinsichtlich des Produktfortschrittes geht es darum, dass bei der Verbesserung alter und Entwicklung neuer Produkte Rückstände gegenüber dem Referenzmarkt abgebaut werden, die Differenz aus dem Marktanteil neuer Produkte ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) auf dem Untersuchungs- ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten])und Vergleichsmarkt ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) also geringer wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stellgröße des Globalprozesses ist dabei wiederum die „evozierte Fortschrittsbeschleunigung“ ( "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten])24. Die Stellgröße des Kernprozesses sollte das Ausmaß der Aufholanstrengungen auf dem Untersuchungsmarkt sein.25 Ein relevanter Indikatoren hierfür ist z. B. die „Veränderung beim Forschungs- und Entwicklungsaufwand (F&E-Aufwand) “ ( "[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]).

1.2.5 Der Verfahrensfortschrittprozess

Beim Verfahrensfortschritt geht es darum, dass dauerhafte Rückstände bei Einführung und Entwicklung neuer Verfahren zur Produktion gegenüber einem Referenzmarkt, der als Weltkostenführer bezeichnet werden kann, abgebaut werden.26

Somit ist die Regelgröße Verfahrensfortschrittsdifferenz ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) definiert als die Differenz aus dem Verwendungsanteil neuer Verfahren auf dem Untersuchungs- ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) und Vergleichsmarkt ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgrund fehlender empirischer Daten für diese Variablen wird als Hilfsindikator der Lohnkostennachteil als entscheidende Kostenkomponente verwendet. Die, idealerweise zu minimierende, Regelgröße ergibt sich somit zu:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stellgröße des Globalprozesses ist die evozierte Veränderung der Lohnkostenanteile ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]). Höheren Lohnkostenanteilen gegenüber dem Vergleichsmarkt kann durch Steigerung der Arbeitsproduktivität entgegengewirkt werden. Damit kann die evozierte Produktivitätsentwicklung ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) als Stellgröße des Kernprozesses bestimmt werden.27

1.2.5 Vermaschung der Regelkreise

Die Regelkreise stehen allerdings nicht separat nebeneinander sondern sind untereinander „vermascht“.28 Die Störung eines Marktmechanismus kann somit auch kurzfristig/langfristig Auswirkungen auf andere Marktprozesse mit sich bringen. Auch ist es möglich, dass Teilprozessen Funktionsfähigkeit attestiert werden kann, das Gesamtsystem aber aufgrund ungünstiger Kopplungen Mängel aufweist.

Im Zuge der Plausibilitätsüberlegungen wird deshalb die künstliche Trennung der einzelnen Prozesse wieder aufgehoben um Kopplungszusammenhänge beurteilen zu können.

2. Industrieökonomisch orientierte Beschreibung der Marktstruktur der deutschen chemischen Industrie

Im Folgenden soll vor der eigentlichen Funktionsfähigkeitsanalyse der Markt umfassend beschrieben werden. Die produkt-, nachfrager-, anbieter- und institutionenorientierte Marktbeschreibung dient dabei der Ex-ante-Offenlegung von eventuellen Beeinträchtigungen des Marktgeschehens und soll die Spezifika des chemischen Marktes herausstellen.

2.1 Produktorientierte Marktbeschreibung

Vorweg soll die historische Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland dargestellt werden, um dann die chemische Produktpalette, deren Substitute und Vertriebswege, vorzustellen. Auch wird der Markt abgegrenzt, seine aktuelle Entwicklung untersucht und die Perspektiven des Marktes für Chemieprodukte beleuchtet.

2.1.1 Das prototypische Produkt, seine Verwendung sowie enge und weite Substituti- onsprodukte

Ihren Ursprung hatte die Chemie bereits im 4. Jahrhundert vor Christus in China mit der dort praktizierten Alchemie, bei der mindere Metalle zu Gold umgewandelt werden sollten. Auch war man auf der Suche nach einem Serum, welches Unsterblichkeit mit sich bringen sollte. Die praktische Chemie war auch im antiken Griechenland weit verbreitet, wo Metallhandwer- ker mit Metallen und deren Legierungen vertraut waren, Juweliere Metalloberflächen mit Sal- zen und Farben bearbeiteten und mittels der Kochkunst Medikamente, Metalle und Parfüm aus Pflanzen, Erzen und Tieren extrahiert wurden. Die moderne Chemie entstand allerdings erst im 18. Jahrhundert.29

Im Gegensatz zu anderen Industrien entwickelte sich diese nicht durch handwerkliche Erfor- dernisse. Erst nach der Etablierung der Chemie als Wissenschaft an den Universitäten und der Erschließung neuer Anwendungsgebiete bekam die Chemie ihren Stellenwert.30 Mit einem Verfahren zur Sodaherstellung begründete Lavoisier die Chemie als Industrie.31 Durch das enorme Bevölkerungswachstum zu Zeiten der industriellen Revolution war Soda zur Textil- bleiche sehr gefragt und die Nachfrage so stark, dass eine industrielle Produktion einsetzte. So wurde auch Schwefelsäure zur Textilbleiche verwendet und gleichzeitig die Einsatzmöglich- keit dieses Stoffes zur Farbenherstellung entdeckt. Diese synthetischen Farben dienten wie- derum als Vor- und Zwischenprodukte für pharmazeutische Produkte. Es entstanden eigen- ständige Branchen, wie die schwerchemische Industrie und die pharmazeutische Industrie. Deutsche Unternehmen konnten schon vor 1900 durch Innovationserfolge eine starke Markt- position erlangen und sich auch in wichtigen ausländischen Märkten positionieren.32

Ein weiterer Meilenstein konnte durch Innovationen in der organischen Chemie anfangs des 20. Jahrhunderts erreicht werden, indem auf Basis von Kohlefolgeprodukten Kunststoffe und synthetische Fasern hergestellt werden konnten. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte der Wechsel der Rohstoffbasis weg von der Kohle hin zum Erdöl/-gas. Die Petrochemie war be- gründet, so dass es möglich war Holz und Metallwaren durch synthetische Massenprodukte zu substituieren.33

Das Umsatzvolumen der deutschen chemischen Industrie im Jahre 2006 beträgt 162 Mrd. Euro und entspricht damit gemessen am Umsatz dem viertgrößten Wirtschaftszweig des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland.34

Da es sich bei der chemischen Industrie um eine heterogene Branche mit einer Vielzahl von Produkten handelt, ist es zweckmäßig die Branche von anderen abzugrenzen. Dies wird im Folgenden anhand des amtlichen statistischen Klassifikationsschemas vollzogen. Die aktuelle Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008) der Bundesrepublik Deutschland rich- tet sich nach den Vorgaben der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europä- ischen Gemeinschaft (NACE Rev.2).35 Formal besteht die Klassifizierung aus fünf Gliede- rungsebenen mit Abschnitten (1-Buchstabencode), Abteilungen (zweistellige Codes), Grup- pen (dreistellige Codes), Klassen (vierstellige Codes) und Unterklassen (fünfstellige Codes), wobei Abschnitte am stärksten und Unterklassen am geringsten aggregiert sind.36

Für die chemische Industrie stellt sich diese Klassifikationssystematik, aufgeschlüsselt bis auf die Gruppenebene wie folgt dar:

Tabelle 1: Abgrenzung der deutschen Chemie-Industrien nach WZ 2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt (2008a, S. 49-54).

Im Vergleich zur vorherigen Klassifikationssystematik (WZ 2003) haben sich grundlegende Änderungen ergeben: Neben der Änderung der formalen Gliederungsebenen ist insbesondere hervorzuheben, dass der Bereich der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse einer eigenen Abteilung zugewiesen wurde und sich entgegen der Klassifikation der WZ 2003 nicht mehr in der Abteilung 20 befindet.37

Der Verband der chemischen Industrie hingegen verwendet eine von der amtlichen Statistik abweichende Klassifikation. Er unterteilt in folgende Sparten:38

1. Anorganische Grundchemikalien,
2. Petrochemikalien und Derivate,
3. Polymere,
4. Fein- und Spezialchemikalien,
5. Pharmazeutika,
6. Wasch- und Körperpflegemittel.

Anorganische Grundchemikalien umfassen Industriegase, Düngemittel, Stickstoffverbindun- gen und sonstige anorganische Stoffe. Den Polymeren werden Kunststoffe in Primärform, synthetischer Kautschuk in Primärform und Chemiefasern zugeordnet. Unter Fein- und Spe- zialchemikalien sind Farbstoffe, Pigmente, Schädlingsbekämpfungsmittel, Anstrichmittel und sonstige chemischen Erzeugnisse zusammengefasst.39 Grundlegend für die folgenden Unter- suchungen soll aufgrund der besseren Vergleichbarkeit und Datenverfügbarkeit die amtliche Statistik inklusive der Pharmabranche sein, also die Klassifikation nach WZ 2003.

Eine Klassifizierung lässt sich auch an Hand der Ausgaben für Forschung und Entwicklung einer Industrie durchführen. Unterteilt wird in forschungsintensive Industrien (F&E- Ausgaben > 3,5%), wobei höherwertige (3,5% < F&E-Ausgaben < 8,5%) und Spitzentechno- logien (F&E-Ausgaben > 8,5%) unterschieden werden und nicht forschungsintensive (F&E- Ausgaben < 3,5%). Der prozentuale Anteil ergibt sich aus den Ausgaben für F&E gemessen am Umsatz. Der Anteil der Gesamtausgaben der chemischen Industrie (inkl. Pharma) für For- schung und Entwicklung am Umsatz des Jahres 2007 betrug 5,5%, was für die hohe For- schungsintensität der Branche spricht.40

Wie die vorausgehenden Ausführungen gezeigt haben, gibt es in der chemischen Industrie nicht das prototypische Produkt. Vom Düngemittel bis zur Chemiefaser weist die Branche eine breite und heterogene Produktpalette auf. Schätzungen zufolge können nahezu 70.000 Produktlinien identifiziert werden.41 Einen Überblick über die Bedeutung der einzelnen Pro- duktgruppen, gemessen an deren Produktionswerten, soll folgende Übersicht geben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Produktionsstruktur der chemischen Industrie 2006 gemessen an Produktions- werten

Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Darstellung

Zur Einteilung der Stahlerzeugnisse gemäß ihrem Verwendungszweck werden die Verwendungsarten Vorprodukt, Konsumgut und Investitionsgut unterschieden. Demnach kann für die chemische Industrie (inkl. Pharma) festgehalten werden, dass nahezu keine Produkte als Investitionsgüter Verwendung finden. Chemische Erzeugnisse dienen zu 94% als Vorprodukte und werden nur zu einem geringen Anteil konsumiert.42

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Anteile an Vorprodukten / Investitions- und Konsumgütern 2005

Quelle: Statistisches Bundesamt (2008, S. 6-21), eigene Darstellung und Berechnung.

Lediglich im Pharmabereich liegt der Anteil der konsumierten Güter bei 66%.43 Zum Vergleich: Der Anteil an Investitionsgütern in der Maschinenbaubranche liegt bei 42%. Chemische Betriebe sind somit hauptsächlich Zulieferunternehmen für die Endprodukte anderer Industrien. Die Konjunkturabhängigkeit der chemischen Industrie ist damit maßgeblich von der Konjunkturreagibilität der nachfragenden Industrien bestimmt.44

Zu überprüfen ist weiterhin, inwieweit chemische Produkte durch Substitutionsprodukte ersetzt werden können. Hinsichtlich anderer industrieller Bereiche lassen sich keine direkten Substitutionsprodukte ausmachen. Innerhalb der chemischen Industrie selbst existieren aller- dings vielfältige Austauschbeziehungen. Häufig werden dabei klassisch-chemische Grund- stoffe durch den Einsatz von nachwachsenden Ressourcen ersetzt. So können beispielsweise Chemiefasern durch Naturfasern, bestehend aus pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen, in bestimmten Bereichen substituiert werden. Der Marktanteil der Naturfasern am Fasernmarkt nimmt allerdings im Vergleich zu Chemiefasern stark ab.45 Weitere Beispiele für den Einsatz nachhaltiger Ressourcen sind Biokunststoffe, Naturkosmetik oder Biowaschmittel.46

Zur Nutzung dieser Rohstoffe sind darüber hinaus die klassischen chemischen Verfahren nicht geeignet. Fester Bestandteil der Herstellung vieler chemischer Erzeugnisse sind die Me- thoden der Biotechnologie geworden. Grundlage für die industrielle Produktion bilden hierbei Organismen oder deren Bestandteile. Diese Methodik bietet eine Vielzahl von Einsatzgebie- ten und Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise könnten biotechnologische Verfahren im Bereich der Kunststoffherstellung die teure und rohstoffabhängige petrochemische Produkti- on auf Dauer ersetzten und darüber hinaus Kunststoffe hergestellt werden, die biologisch ab- baubar sind.47

Fehlende Substitutionsmöglichkeiten können die Funktionsfähigkeit der Fortschrittprozesse, aber auch des Übermachterosionsprozesses beeinflussen. Letztendlich bleibt festzuhalten, dass Substitute, nach Abgrenzung der amtlichen Statistik, hauptsächlich innerhalb der chemi- schen Industrie auftreten. So sind im Bereich der Biotechnologie auf nationalstaatlicher Ebene insbesondere die großen deutschen Chemiekonzerne Bayer, BASF und Henkel tätig.48

2.1.2 Sachliche, räumliche und zeitliche Marktabgrenzung

Die sachliche Marktabgrenzung kann grundsätzlich durch verschiedene Konzepte mit unter- schiedlichen Kriterien erfolgen. Die Abgrenzung erfolgt im Rahmen der KMD-Analyse grundsätzlich nach dem Substitutionsprinzip. Hervorgetan haben sich das Bedarfsmarktkon- zept von Arndt/Abbott und die Theorie der Substitutionslücke nach Robinson.49 Da es sich allerdings bei der chemischen Industrie um eine Branche mit einer kaum erfassbaren Anzahl von Substitutionsbeziehungen zu anderen Produkten handelt, soll die sachliche Marktabgren- zung anhand der zuvor beschriebenen amtlichen Statistik vorgenommen werden.

In räumlicher Hinsicht wird bei dieser Branchenanalyse das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland als der relevante Markt abgegrenzt. Aufgrund der vorhandenen Datenlage muss darauf hingewiesen werden, dass bis zur Wiedervereinigung lediglich Daten der chemischen Industrie Westdeutschlands erfasst wurden. Angesichts der Überführung der ostdeutschen Chemiebetriebe in Kombinate, welches faktisch zu staatlich gelenkten Monopolunternehmen führte, und der ausschließlichen Produktion für die ehemalige Sowjetunion erscheint eine vorherige Berücksichtigung dieser als nicht zweckmäßig.50

Bei der zeitlichen Abgrenzung ist zu berücksichtigen, dass ein Zeitraum von mindestens zehn Jahren erforderlich ist, um eine aussagefähige Prozessmusteranalyse zu garantieren.51 Der Datenbestand für die folgenden empirischen Untersuchungen umfasst dabei für alle Prozesse einen größeren Zeitraum, so dass diese Bedingung erfüllt ist.

Schmidt argumentiert, dass drei zeitliche Marktgrenzen betrachtet werden müssen. Unterschieden werden dabei Grenzen gesetzlicher, natürlicher (Saisonprodukte) und technischwirtschaftlicher Art (z.B. neue od. verschwindende Produkte).52 Die beiden letztgenannten sind für die weitere Prozessmusteranalyse relevant.53 Im Bereich der saisonalen Produkte ist insbesondere die Sparte der Pflanzenschutzmittel entsprechend der verschiedenen Anbaukulturen betroffen.54 Aufgrund des relativ geringen Anteils dieser Sparte am Produktionswert der gesamten chemischen Industrie und der relativ konstanten monatlichen Umsatzzahlen kann ein saisonaler Einfluss als relativ gering bezeichnet werden.

Eine zeitliche Abgrenzung anhand des Lebenszyklus eines Produkts ist nur bei stark eingegrenzten Märkten mit einem einzelnem Produkt sinnvoll, nicht aber für eine ganze Branche, da sich die Produktlebenszyklen ständig verlängern.55

2.1.3 Segmentierung des Marktes nach Verwendungszwecken und Vertragstypen

Einen Überblick über die unterschiedlichen chemischen Produktsparten und die Aufteilung der Outputs nach deren Verwendungszweck in Investitionsgüter, Konsumgüter und Vorprodukte wurde bereits unter 2.1.1 vorgenommen.

Für die Analyse der Prozessmuster im Rahmen der Funktionsfähigkeitsanalyse ist darüber hinaus die vorherrschende Vertragsart auf dem untersuchten Markt von Bedeutung. Nach Grossekettler richtet sich eine Vertragsart nach den Dimensionen Beherrschungsgrad - in- wieweit sind beide Vertragspartner gleichberechtigt - und dem Bindungsgrad, welcher die Dauer der Bindung der Vertragspartner darstellt.56 Folgende vier Vertragsarten lassen sich daraufhin unterscheiden:

- Spotmarktverträge mit gleichberechtigten Partnern und kurzfristiger Bindung,
- Kooperationsverträge mit gleichberechtigten Partnern und langfristiger Bindung,
- Führungsverträge mit Weisungsbefugnissen für nur einen Partner und kurzfristiger Bindung und
- Beherrschungsverträge mit Weisungsbefugnissen für nur einen Partner und langfristi- ger Bindung.

Langfristig bindende Kooperationen können dabei zu einer Verzögerung der Preisreaktion führen und somit den Markträumungsprozess beeinflussen. Ebenso können einseitige Weisungsbefugnisse Zulieferunternehmen dazu zwingen keine weiteren Unternehmen zu beliefern. Dies beeinflusst die Funktionsfähigkeit des Übermachterosionsprozesses.

Im ersten Schritt sollen die dominierenden Vertragstypen auf dem Beschaffungsmarkt, unterteilt in die Chemiesparten Grundchemikalien / Farben u. Lacke und pharmazeutische Erzeugnisse, illustriert werden.57 Folgende Vertragstypen sind hierbei jeweils vorherrschend:

Im Bereich der Grundchemikalien stammen die Rohstoffe aus der mineralölverarbeitenden Industrie und dem Bergbau. Diese Verträge werden in der Regel mit einer langfristigen Bin- dung und einer Dauer von drei bis vier, manchmal sogar zehn Jahren, geschlossen. Darüber hinaus wird zusätzlicher Rohstoffbedarf über Spotmärkte abgedeckt.58 Auch die benötigten Vor- und Zwischenprodukte der schwerchemischen Industrie werden aufgrund der Verbund- produktion in der Regel mit langfristigen Abnahmegarantien geordert.59 Sowohl bei Farben und Lacken, als auch bei Pharmazeutika dominieren kurzfristige Vertragsgestaltungen. Aller- dings wird in der Sparte der Farben und Lacke zunehmend Wert auf stabile und langfristige Zulieferbeziehungen gelegt, da diese Anbieter meist nicht über die notwendigen F&E- Kapazitäten verfügen und somit eng mit den Zulieferern zusammenarbeiten.60 Auch die pharmazeutische Industrie setzt zunehmend auf mehrjährige Absprachen mit den Zuliefe- rern.61 Es gibt keine Anzeichen dafür, dass in einer Sparte die Gleichberechtigung der Ver- tragspartner eingeschränkt ist. Die Vertragspartner befinden sich zumeist in gegenseitiger Abhängigkeit, so dass von einer Gleichberechtigung auszugehen ist.

Auf dem Absatzmarkt ergibt sich ein analoges Bild. Im Bereich der Grundchemikalien sind aufgrund der Verbundproduktionen häufig langfristige Bindungen anzutreffen. Sowohl in der pharmazeutischen, als auch der Farben- und Lackindustrie sind hingegen eher kurzfristige Verkaufskontakte verbreitet. Tendenziell ist festzuhalten, dass die Bedeutung von kurzfristi- gen Marktbeziehungen in allen Bereichen eher stagniert und langfristige Kontrakte an Bedeu- tung zunehmen.62 Darüber hinaus sind die meisten kurzfristig orientierten Kontrakte in der Regel keine klassischen Spotmarktbeziehungen, da auch hier in der Regel langjährige Kon- takte bestehen.63

Trotz des Wunsches nach langfristigen Bindungen sowohl in der Beziehung zu Zulieferern als auch zu Abnehmern kommt es in vielen Bereichen zu kurzfristigen Preisanpassungen. So wird beispielsweise mit Großhändlern jährlich über Preise, Mengenrabatte und Bestellfre- quenzen verhandelt, so dass der Gefahr einer Preisstarrheit durch langfristige Bindungen ent- gegen gewirkt wird.64 Nachfolgend die vorherrschenden Vertragstypen im Überblick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Einteilung der Chemieindustrie nach Vertragstypen

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Drecker (1998, S. 43).

2.1.4 Segmentierung nach Vertriebsformen und Präsentationsarten

Die Wahl der Vertriebsform und der Präsentationsart chemischer Produkte wird mittels der Distributionspolitik getroffen. Dabei ist die Distributionspolitik definiert als die „Gesamtheit aller Entscheidungen und Handlungen, welche die Verteilung von [...] Leistungen vom Her- steller zum Endkäufer [...]“ (Meffert 2008, S. 562) betreffen. Wesentliche Punkte dieser Ent- scheidung sind die Wahl des Absatzkanals und des logistischen Systems. Bei den Absatzka- nälen unterscheidet man zwischen dem direkten Vertrieb, bei dem zwischen Hersteller und Endverbraucher ein unmittelbarer Kontakt besteht, und dem indirekten Vertrieb, bei dem di- verse Absatzmittler (z.B. Großhändler) eingeschaltet werden.65 Kriterien für die Wahl sowohl von Absatzkanal als auch logistischem System sind verwendungsbezogene und technisch- physikalische Eigenschaften der Produkte. Eine verwendungsbezogene Eigenschaft ist z. B. die Erklärungsbedürftigkeit eines Produkts, technisch-physikalische Eigenschaften können Größe oder Lagerfähigkeit sein. Ersteres hat dabei Einfluss auf die Wahl des Absatzkanals, letzteres auf die Wahl des logistischen Systems.66

Aufgrund der heterogenen Produktpalette der chemischen Industrie sind auch unterschiedliche Distributionspolitiken innerhalb der jeweiligen Produktsparten anzutreffen. Den Absatzkanal betreffend ist eine Unterscheidung zwischen den Produkten, die als Vorprodukte in weitere Verarbeitungsprozesse eingehen, und den Konsumgütern sinnvoll.67

Zu den vorwiegend konsumierten Gütern zählen dabei u. a. die Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und Desinfektionsmittel, pharmazeutische Erzeugnisse, sowie Seifen-, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemittel und Duftstoffe.68 Pharmazeutische Erzeugnisse werden zu 75% über den Großhandel an Apotheken vertrieben. Ein Direktvertrieb an Apothe- ken ist nur in sehr geringem Umfang vorhanden.69 Auch im Bereich der Seifen-, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemittel wird zumeist der Lebensmitteleinzelhandel als Absatz- mittler zum Endverbraucher zwischengeschaltet. Große Abnehmer von Henkel, eine der füh- renden Firmen in diesem Bereich, sind hierbei u. a. Wal Mart und die Metro Group.70 Beim Vertrieb von Pflanzenschutzmittel ist davon auszugehen, dass hier Absatzmittler wie Groß- und Einzelhändler eingesetzt werden.71 Es lässt sich festhalten, dass die chemischen Konsum- güter über den indirekten Absatz den Kunden erreichen. Im Bereich der Konsumgüter ist das logistische System von entscheidender Bedeutung, um eine weit reichende Distribution mit minimalen Transaktionskosten zu gewährleisten. Häufig werden Bestellungen von Groß- und Einzelhändlern per Post, Bahn oder über Kurierdienste und Speditionen verschickt.72

Im Bereich der chemischen Erzeugnisse die vorwiegend zur Weiterverarbeitung produziert werden, dominiert der Absatzkanal des direkten Vertriebs. Einen Großteil dieser zur Weiter- verarbeitung gedachten Produkte bilden die chemischen Grundstoffe. In diesem Absatzbe- reich handelt es sich weitestgehend um Business to Business (B2B)-Marketing, bei dem der direkte Kontakt zwischen Zulieferer und Abnehmer eine besondere Rolle einnimmt. Dies re- sultiert daraus, dass der Transport von chemischen Grundchemikalien in Gas- oder Flüssig- form spezielle Transportfahrzeuge oder Kenntnisse benötigt. Teilweise betreiben die Zuliefe- rer eine eigene Transportflotte. Außerdem existieren Sicherheitsvorgaben für den Transport und die Lagerung.73 Diese Form der Distribution kann zu hohen Kosten führen. Am kostengünstigsten ist hierbei die Verbundproduktion, wenn die Vorprodukte direkt über eine Pipeline angeliefert werden.74

Beim Vertrieb von Anstrichmitteln, Druckfarben und Kitten ist zwischen standardisierten Produkten zu unterscheiden, die über Groß- und Einzelhändler über die üblichen Transport- wege vertrieben werden und den Produkten, welche nach speziellen Abnehmerbedürfnissen entwickelt werden.75 Ein Beispiel hierfür ist BASF, welche spezielle Lacke für Automobil- hersteller in engen Partnerschaften entwickeln und somit im direkten Vertrieb herstellen.76

Von besonderer Bedeutung für die Chemieindustrie, insbesondere seit den 90er Jahren, ist die Distribution mittels des Absatzkanals des elektronischen Handels (E-Commerce).77 Wesentli- che Vorteile für die Unternehmen sind neben Kostensenkungen auch die Möglichkeit eines personalisierten Kundenkontaktes und die Gewinnung von Informationen über die Präferen- zen der Kunden.

2.1.5 Entwicklungsphase des Marktes

Um die Entwicklungsphase zu bestimmen, in der sich der Markt für chemische Erzeugnisse befindet, soll das Marktphasenschema von Heu ß herangezogen werden. Dabei handelt es sich um den Versuch die wirtschaftliche Entwicklung eines Marktes in einem Markt-Lebenszyklus darzustellen. Dieser beinhaltet vier Phasen, die durch das Wachstum vom Produktionsvolu- men und Umsatz bestimmt werden. Jeder Phase können andere Unternehmertypen zugeordnet werden. In der Einführungsphase gelingt es einem Pionierunternehmer ein innovatives Pro- dukt auf den Markt zu bringen. Die Expansionsphase ist durch Eintritte imitierender Unter- nehmen aufgrund der hohen zu erzielenden Gewinne im Markt gekennzeichnet und wird von hohen Produktionsvolumina und Umsatzzuwächsen begleitet. In Phase drei verlangsamen sich die Zuwächse und nur wenige neue Unternehmen treten in den Markt ein. Anschließend kommt es entweder zur Sättigungsphase, bei der Produktionsvolumen/Umsatzwachstum stag- nieren oder zur Rückbildungsphase, bei der das Produktionsvolumen sogar abnimmt.78 Beispielhaft soll der Lebenszyklus ausgewählter polymerer Werkstoffe dargestellt werden. Dabei handelt es sich nach der amtlichen Abgrenzung um chemische Grundstoffe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Produktlebenszyklus von Liquid Cristal (LC) und Polyvinylchlorid (PVC)

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schlüter (2001, S. 629).

Dieser Bereich ist durch eine hohe Commoditisierung geprägt. Dies bedeutet, dass sich die Produkte mehrheitlich bereits in der Reifephase bzw. Stagnationsphase befinden und Ertrags- zuwächse nur noch durch effizientere Produktionstechniken möglich sind. Beispiel hierfür ist das PVC. PVC wird zum Großteil im Bausektor für Fußbodenbeläge oder Fensterprofile ver- wendet. Unternehmen versuchen die Anzahl dieser reifen Produkte im Portfolio möglichst gering zu halten.79 Allerdings ist zu beachten, dass es sich im Falle von PVC und vielen ande- ren Vor- und Zwischenprodukten um ein „immerwährendes Produkt der Chemieindustrie“ (Schlüter 2001, S. 629) handelt, welches sich dauerhaft in der Stagnationsphase befinden wird.

Im Gegensatz dazu dürfte sich das Polymer Liquid Crystals aufgrund der großen Nachfrage nach LC-Flachbildschirmen oder auch Liquid Cristals Displays (LCDs) in der Wachstums- phase befinden. Für die Commodities bleibt festzuhalten, dass sich dieser Markt in der Reife- bzw. Stagnationsphase befindet und Hersteller durch Verbesserung der Verfahrenstechnik und Optimierung von Einkauf und Distribution ihre Kosten senken. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich der Markt in einer späten Phase befindet sind die Konzentrationsprozesse auf dem Che- miemarkt, wobei zwischen 1990 und 1999 43% der Unternehmen in Fusionen und Beteili- gungen involviert waren.80

Auf dem Markt der Spezialchemikalien, also der Grundstoffchemie nachgelagerten Produktionsstufe steht Anwendungs- und Kundenorientierung im Vordergrund. Dieses Segment lockt Unternehmen durch hohe Wachstumsraten und Gewinnspannen an. Zusehends versuchen Unternehmen Nischenmärkte zu besetzen, auch durch Zukäufe und Verkäufe. Dieser Bereich ist deshalb eher der Wachstums- oder Reifephase zuzuordnen.81

Statistiken für die chemische Industrie insgesamt bestätigen den oben gewonnen Eindruck. So lag im Zeitraum zwischen 1980 und 1997 die Umsatzwachstumsrate der chemischen Produkte mit 2,6% unter der des verarbeitenden Gewerbes mit 3,2%, was darauf schließen läst, dass sich die chemische Industrie als Ganzes in der Sättigungsphase befindet. Insbesondere das Wachstum bei chemischen Grundstoffen liegt mit 1,6% weit unter dem des verarbeitenden Gewerbes. Im Bereich der übrigen chemischen Produkte kann ebenfalls der obige Eindruck bestätigt werden (Umsatzwachstum von 3,8%).82

2.2 Nachfrageorientierte Marktbeschreibung

Um die Funktionsfähigkeit der Marktprozesse beurteilen zu können, ist es unter anderem notwendig die aktuelle Nachfragerstruktur zu betrachten. Dabei werden der Stellenwert be- deutender Nachfragergruppen beurteilt und die nachfragebeeinflussenden Faktoren unter- sucht.

2.2.1 Aktuelle Nachfrager: Zusammensetzung und Marktanteile

Anlässlich der Beschreibung der Nachfragestruktur werden zunächst die inländischen Nach- frager dargestellt. Anschließend sollen die Außenhandelsverflechtungen vorgestellt werden.

Die inländischen Verflechtungen der chemischen Industrie mit ihren Abnehmern können an- hand der Input-Output-Tabellen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) berechnet werden.

Tabelle 2: Absatzstruktur von chemischen Erzeugnissen in Deutschland 2005

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt (2008), Tab. 1.1, eigene Berechnungen und Darstellung.

Zu beachten ist, dass es sich bei nahezu 2/3 der chemischen Produkte um Vor- und Zwi- schenprodukte handelt. Größter Abnehmer dieser Produkte ist die chemische Industrie selbst, mit ca. 35%, gefolgt mit weitem Abstand von der Kunststoffindustrie und weiteren kleinen Nachfragern. Der zweite große Block besteht aus der Endnachfrage, und hier insbesondere aus dem Export. Auch hier handelt es sich größtenteils um Produkte zur Weiterverarbeitung. Der Anteil der direkten Konsumgüter ist, wie bereits erwähnt, mit ca. 5% sehr gering.

Betrachtet man die Außenhandelsverflechtungen, sticht die hohe Exportorientierung der Bran- chen ins Auge. Unter den großen Industrieländern liegt die chemische Industrie mit einer Ex- portquote von 66% in 2005 dabei auf dem Spitzenplatz. Im Vergleich zu anderen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes liegt die chemische Industrie damit in der Spitzengruppe. Die Quote stieg dabei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich an. Des Weiteren ist die deutsche chemische Industrie mit einem Weltexportanteil von 12,7% zweitgrößter Exporteur von Chemiewaren.83

Die Importquote, definiert als Anteil der Importe an der Inlandsversorgung, liegt für das Jahr 2005 bei 60,5% und in den letzten drei Jahrzehnten systematisch unter der Exportquote. Es ergibt sich für die deutsche Chemieindustrie insgesamt ein positiver Außenhandelssaldo.84

Eine tiefere Untergliederung der Außenhandelsverflechtungen nach Sparten wird in den folgenden Abbildungen vorgenommen. Von besonderer Bedeutung für die Funktionsfähigkeit der Marktprozesse ist hierbei, dass es zu keinen Abhängigkeitsverhältnissen kommt. So kann die Funktionsfähigkeit des Markträumungsprozesses eines Importlandes beeinträchtigt werden, wenn Anbieter Inlandsmärkte vorrangig beliefern. Des Weiteren könnten dauerhafte Rückstände im Bereich der Fortschrittsprozesse auftreten.85 Für die chemische Industrie sind keine beeinträchtigenden Abhängigkeitsverhältnisse festzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Struktur der Aus- bzw. Einfuhr chemischer Erzeugnisse 2005

Quelle: Verband der chemischen Industrie (2007, S. 76 f.), eigene Darstellung.

Wichtigste Abnehmerländer der exportierten Erzeugnisse sind die Mitgliedsstaaten der EU in ihren aktuellen Grenzen mit 61,8%, hier vor allem Belgien, Frankreich und die Niederlande. Lieferungen an die USA und Japan machen 9,2 und 2,3% aus. Ein ähnliches Bild spiegelt sich auch im Importbereich wider, wobei die EU-internen Importe 69,4% ausmachen.86

2.2.2 Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung großer Nachfrager; vertikale Verflechtungen

Im Zuge der folgenden Überlegungen sollen zunächst einflussreiche Nachfrager auf nationaler Ebene und anschließend im internationalen Kontext betrachtet werden. Von besonderem Interesse insbesondere im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit des Übermachterosionsprozesses sind hierbei Nachfragergruppen mit Nachfragemacht.

Wie im vorherigen Gliederungspunkt deutlich wurde, ist der größte Nachfrager nach chemi- schen Produkten die Chemie selber. Zu untersuchen ist deshalb wie die Nachfragemacht der chemieinternen Nachfrager beschaffen ist. Anhand des Herfindahl-Hirschmann-Index (HHI)87 und dessen Abbildung der Konzentration auf dem betrachteten Markt soll die Nachfrage- macht einzelner Abnehmerbereiche dargestellt werden. Ermittelt werden die Werte von der Monopolkommission im Rahmen des alle zwei Jahre erscheinenden Hauptgutachtens.88 Die chemische Industrie als Ganzes liegt mit einem HHI von 0,0275 im Toleranzkorridor und kann hinsichtlich der Nachfragemacht insgesamt als unbedenklich eingestuft werden. Nach- folgend, die Konzentrationsmaße der chemischen Sparten untergliedert bis auf die 3-stellige Ebene.

[...]


1 Für einen Überblick und den aktuellen Stand der Forschung vgl. Grossekettler (2006), (2008).

2 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 42-44).

3 Vgl. Grossekettler (2004, S. 25-36).

4 Vgl. Grossekettler (2008, S. 4).

5 Vgl. Kubani (2006, S. 7).

6 Vgl. Grossekettler (2004, S. 6 f.).

7 Vgl. zur kybernetischen Stabilität Grossekettler (2006, S. 8 f.)

8 Vgl. Grossekettler (2006, S. 5).

9 Vgl. Grossekettler (2004, S. 18).

10 Vgl. hierzu die Arbeiten von Munsberg (1994), Nagel (1998), Schengber (1996) und Sebbel-Leschke (1996).

11 Vgl. Grossekettler (2004, S. 19).

12 Vgl. Kubani (2006, S. 11).

13 Vgl. zu den statistischen Testmöglichkeiten Blankenburg/Reher (2008).

14 Weitere Begrifflichkeiten sind die Schwachstelle, wenn entweder Prozessmuster oder theoretische Überlegungen für eine Funktionsstörung sprechen und die Irritation, wenn die Funktionsstörung nicht dauerhaft auftritt vgl. Grossekettler (2004, S 13).

15 Zur Theorie des Marktversagens vgl Fritsch/Wein/Ewers (2007).

16 Vgl. Grossekettler (2004, S 15 f.).

17 Vgl. Grossekettler (2003, S. 585 f.).

18 Vgl. hierzu und im Folgenden Grossekettler (2004, S. 10 f.).

19 Zum Markträumungsprozess ausführlich vgl. Munsberg (1994, S. 40-76).

20 Zum Renditeausgleichstheorem vgl. Nagel (1998, S. 37 f.).

21 Vgl. zum Übermachterosionsprozess Schengber (1996).

22 Da in der Regel ein breites Spektrum an Nachfragern existiert, wird das Konzentrationsmaß zumeist vereinfachend auf den Wert Null festgesetzt.

23 Zur Funktionsweise des Produktfortschritts vgl. Sebbel-Leschke (1996, S. 52).

24 Für beide Stellgrößenindikatoren gilt wiederum, dass die evozierten Änderungen durch die gesamten Veränderungen angenähert werden.

25 Vgl. Grossekettler (1991, S. 473).

26 Vgl. zu Verfahrensfortschrittsdifferenzen Sebbel-Leschke (1996, S. 64 f.).

27 Auch hier werden beide Stellgrößen, aufgrund der fehlenden Trennung von evozierten und exogenen Veränderungen, durch die Gesamtveränderungen angenähert.

28 Vgl. Kubani (2006, S. 25).

29 Vgl. Brock (1997, S .4-7).

30 Vgl. Schumann (1994, S. 530 f.).

31 Vgl. Hermann (2001, S. 2).

32 Vgl. Bathelt, (2001, S. 701).

33 Vgl. ebenda, S. 701 f.

34 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 42-47).

35 Vgl. Europäische Kommission (2008).

36 Vgl. Statistisches Bundesamt (2008a).

37 Vgl. Statistisches Bundesamt (2003, S. 216-228).

38 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 8).

39 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 10).

40 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2008c, S. 4). Zu beachten ist allerdings, dass die Pharmaindustrie (14,2%) rund fünfmal so forschungsintensiv wie die Chemie im engeren Sinne (2,9%) ist.

41 Vgl. Budde/Krämer (2001, S. 1).

42 Zu typischen Produkten zur Weiterverarbeitung / zum Konsum vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 17-19).

43 Vgl. Statistisches Bundesamt (2008, S. 5-20).

44 Vgl. hierzu ausführlich Gliederungspunkt 2.2.3.

45 Vgl. Karus (2000, S. 1).

46 Vgl. Peters (2007, S. 17-23).

47 Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2007, S. 10-22).

48 Vgl. ebenda, S. 5.

49 Vgl. zu einer überblicksartigen Darstellung dieser Konzepte Schmidt (2005, S. 49-53).

50 Vgl. Bathelt (1997, S. 123 f.)

51 Vgl. Kubani (2006, S. 44).

52 Vgl. Schmidt (2005, S. 54).

53 Vgl. Drecker (1998, S. 37).

54 Vgl. u. a. Bayer (2007, S. 62).

55 Zum Lebenszyklus einzelner chemischer Produkte vgl. Gliederungspunkt 2.1.5.

56 Vgl. Grossekettler/Hadamitzky/Lorenz (2005, S. 100). Im Folgenden werden die äquivalenten Dimensionen Zeitliche Bindung und Zentralisationsgrad (vgl. Drecker (1998, S. 40)) verwendet.

57 Diese Produktgruppen decken ca. 75% des Produktionswertes der chemischen Industrie ab vgl. Abb.1.

58 Vgl. BASF (2007).

59 Vgl. Bathelt (1997, S. 185-187).

60 Vgl. Bathelt (1997, S. 228).

61 Vgl. ebenda, S. 281.

62 Vgl. ebenda, S. 317.

63 Vgl. ebenda, S. 312.

64 Vgl. ebenda, S. 195, S. 238, S. 288 f.

65 Vgl. Meffert/Burmann/Kirchgeorg (2007, S. 573 f.).

66 Vgl. Ahlert (1996).

67 Vgl. Gliederungspunkt 2.1.1.

68 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 19).

69 Vgl. Bathelt (1997, S. 287).

70 Vgl. Henkel (2008, S. 26).

71 Die Bayer AG spricht in ihrem Geschäftsbericht von einem mehrstufigen Vertriebssystem.

72 Vgl. Jakobi (2002, S. 25).

73 Vgl. ebenda.

74 Vgl. Bathelt (1997, S. 192).

75 Vgl. ebenda, S. 236.

76 Vgl. BASF (2007, S .47).

77 Vgl. hierzu ausführlich Dornbusch (2001, S. 62-100).

78 Vgl. hier und im Folgenden Heuß (1965).

79 Vgl. Leker/Rühmer (2003, S. 269).

80 Vgl. Rehfeld (2004, S. 43).

81 Vgl. Rehfeld (2004, S. 44 f.).

82 Vgl. Görzig/Schintke/Schmidt (1998, S. 4).

83 Vgl. Rammer/Legler/Krawczyk (2007, S. 30). Die Exportquote ist hierbei definiert als Anteil der Exporte an der Produktion.

84 Vgl. ebenda, S. 33.

85 Vgl. Drecker (1998, S. 62).

86 Vgl. Verband der chemischen Industrie (2007, S. 82-85).

87 Der HHI ist ein Konzentrationsmaß, berechnet aus der Summe der mit sich selbst quadrierten Marktanteile aller Unternehmen des Marktes. Die Werte liegen im Intervall [0;1], vom Wert Null bis Eins (Monopolfall) mit steigender Konzentration. Der Wert 0,1 gilt als kritischer Wert hinsichtlich der Marktkonzentration und wird auch im Rahmen des KMD-Konzepts verwendet. Im Falle der KMD-Arbeiten wird allerdings die „Übermacht“ als Differenz aus Anbieter- und Nachfragermacht gemessen, wobei der Toleranzkorridor hier im Intervall [-0,1;0,1] liegt.

88 Vgl. hier und im Folgenden Monopolkommission (2007a).

Ende der Leseprobe aus 177 Seiten

Details

Titel
Die deutsche Chemieindustrie
Untertitel
Eine empirische Analyse der dynamischen Funktionsfähigkeit auf der Basis des Koordinationsmängel-Diagnosekonzepts
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Finanzwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
177
Katalognummer
V125831
ISBN (eBook)
9783640339211
ISBN (Buch)
9783640338252
Dateigröße
6586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chemieindustrie, Eine, Analyse, Funktionsfähigkeit, Basis, Koordinationsmängel-Diagnosekonzepts
Arbeit zitieren
Diplom-Volkswirt Benedikt Hüppe (Autor), 2008, Die deutsche Chemieindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125831

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