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Kindheit und Jugend im Wandel: Die Familie

Title: Kindheit und Jugend im Wandel: Die Familie

Term Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Gehres (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Der Mann ist der Ernährer und der Herr im Haus, die Frau kümmert sich hingebungsvoll um das leibliche Wohl von Gatte und Kindern. Die lieben Kleinen streben danach, den in sie gesetzten Erwartungen gerecht zu werden, und natürlich haben sich alle lieb. So stellen wir uns eine traditionelle, richtige Familie vor. Aber worauf basieren diese Vorstellungen? Denn dieses "traditionelle" Familienbild ist gar nicht so traditionell. Das was wir heute im westlichen Kulturkreis unter Familie verstehen, begann sich erst langsam im 18. Jahrhundert herauszubilden. Durch den raschen gesellschaftlichen Wandel im 19. Jahrhundert auf Grund der industriellen Revolution, hat sich die Kernfamilie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, herausgebildet. Hierbei darf die „Kernfamilie“ nicht mit der „Kleinfamilie“ verwechselt werden, die wenige Mitglieder umfasst (eine „Kernfamilie“ mit zwölf ehelichen Kindern ist keine „Kleinfamilie“). Bevor man diese Gemeinschaft Familie nannte, sprach man vom „ganzen Haus“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Vom „Herrschaftssystem Familie“ zur „bürgerlichen Kernfamilie“

2. Definition: Familie

Der rechtliche Familienbegriff

Der psychologische Familienbegriff

Der soziologische Familienbegriff

Römisch-katholische Kirche

Blutsverwandtschaft

3. Funktionen der Familie

Biologischer Aspekt der Familie

Soziale Funktionen der Familie

4. Heutige Familienformen

Eheähnliche Lebensgemeinschaft

Wohngemeinschaft

Eingetragene Lebensgemeinschaft (=homosexuelle Lebenspartnerschaft)

"Patchworkfamilien" – Meine, Deine, unsere Kinder

Polyamore Familien

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Wandel des Familienbegriffs sowie die vielfältigen Erscheinungsformen von Familie in der heutigen Zeit. Dabei wird analysiert, wie sich das Verständnis von der traditionellen Kernfamilie hin zu einer Pluralisierung der Lebensformen entwickelt hat und welche Funktionen die Familie in biologischer sowie sozialer Hinsicht erfüllt.

  • Historische Entwicklung des Familienbegriffs vom „ganzen Haus“ zur bürgerlichen Kernfamilie
  • Wissenschaftliche Definitionen von Familie aus psychologischer, soziologischer und rechtlicher Perspektive
  • Biologische und soziale Funktionsweisen familialer Zusammenlebensformen
  • Analyse zeitgenössischer Familienformen wie Patchwork- und polyamore Familien
  • Wandel der Lebensformen durch gesellschaftliche Individualisierung und Wertewandel

Auszug aus dem Buch

Vom „Herrschaftssystem Familie“ zur „bürgerlichen Kernfamilie“

Die ursprüngliche Bedeutung des lateinischen Wortes familia ist „die Hausgemeinschaft“. Familia ist abgeleitet vom lateinischen famulus (der Haussklave), bezeichnete den Besitz eines Mannes (des pater familias), den gesamten Hausstand: seine Ehefrau, Kinder, Sklaven und Freigelassene sowie das Vieh. Familia und Pater waren keine Verwandtschafts-, sondern Herrschaftsbezeichnungen. Der biologische Erzeuger (Vater) hieß genitor. Der Vater hatte absolute Gewalt über die Kinder und konnte sie nach Gutdünken bestrafen. Diese patria potestas endete normalerweise erst mit dem Tod des Vaters. Töchter konnten bei der Heirat zwar der väterlichen Gewalt entkommen, aber nur, wenn sie sich dafür in die Hand des Ehemanns begaben. Ehen waren auch nur bedingt für die Ewigkeit gemacht. Paare konnten sich ohne Umstände vermählen und genauso leicht wieder scheiden lassen. Dann nahmen beide Parteien die eingebrachten Güter wieder mit.

Dies änderte sich im Mittelalter, als die Kirche zunehmend versuchte, ihren Einfluss auf das anfänglich vom römischen System geprägte Eherecht auszudehnen. Die Kirche verkündete die Unauflöslichkeit der Ehe und gab auch neue Regelungen zur Eheschließung heraus. Ehen mussten von einem Priester und vor einem Kirchentor geschlossen werden. In den Zeiten der Reformation, um 1563, instrumentalisierten die Theologen die Ehe als Machtmittel. Sie wurde zum heiligen Sakrament verklärt, und nur noch eine Trauung im Inneren des Gotteshauses besaß Gültigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel des Familienbildes von der vorindustriellen Hausgemeinschaft hin zur bürgerlichen Kernfamilie.

2. Definition: Familie: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche und religiöse Definitionen des Familienbegriffs gegenübergestellt, um die Komplexität des Begriffs zu verdeutlichen.

3. Funktionen der Familie: Das Kapitel behandelt die biologischen Aspekte familiärer Verbände bei Tieren sowie die zentralen sozialen Funktionen wie Sozialisation, wirtschaftliche Absicherung und politische Platzierung.

4. Heutige Familienformen: Es wird die Pluralisierung der Lebensformen analysiert, wobei moderne Varianten wie Wohngemeinschaften, Patchwork- und polyamore Familien im Kontext des gesellschaftlichen Wertewandels beleuchtet werden.

Schlüsselwörter

Familie, Kernfamilie, Familienformen, Sozialisation, Lebenspartnerschaft, Patchworkfamilie, Pluralisierung, Lebensgemeinschaft, Hausgemeinschaft, Wertewandel, Individualisierung, Elternschaft, Soziologie, Psychologie, Haushaltsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des Familienbegriffs und der verschiedenen Lebensformen im Verlauf der Geschichte bis in die Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf historischen Familienkonzepten, wissenschaftlichen Definitionen, den Funktionen der Familie sowie der modernen Pluralisierung von Lebensformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Transformationsprozess der Familie von einer Herrschaftsstruktur hin zu modernen, individuellen Lebensentwürfen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse historischer und soziologischer Fachliteratur sowie statistischer Daten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die biologischen und sozialen Funktionen der Familie sowie eine detaillierte Darstellung zeitgenössischer Familienformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Kernfamilie, Pluralisierung, Sozialisationsfunktion, Patchworkfamilie und Familienwandel.

Welche Bedeutung hatte der Begriff "familia" historisch?

Ursprünglich war es ein Begriff für den gesamten Besitz eines Mannes, inklusive Sklaven und Vieh, und diente primär als Herrschaftsbezeichnung.

Wie unterscheidet sich die "Patchworkfamilie" von der traditionellen Kernfamilie?

Bei Patchworkfamilien bringen mindestens ein oder beide Elternteile Kinder aus früheren Beziehungen mit, was zu einer komplexeren Familiendynamik und neuen Herausforderungen führt.

Welche Rolle spielt die Kirche bei der Entwicklung der Ehe?

Die Kirche hat die Unauflöslichkeit der Ehe durchgesetzt und diese im Mittelalter zunehmend sakralisiert, um ihren gesellschaftlichen Einfluss auszubauen.

Gibt es negative Auswirkungen auf Kinder in polyamoren Familien?

Die Praxis zeigt laut Autor, dass Kinder in stabilen polyamoren Partnerschaften nicht unter negativen Folgen leiden, sondern oft von zusätzlichen Bezugspersonen profitieren.

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Details

Title
Kindheit und Jugend im Wandel: Die Familie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Erziehungswissenschaften)
Course
Mittelseminar
Grade
1,3
Author
Martin Gehres (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V125876
ISBN (eBook)
9783640313822
ISBN (Book)
9783640317561
Language
German
Tags
Kindheit Jugend Wandel Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Gehres (Author), 2008, Kindheit und Jugend im Wandel: Die Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125876
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