Die Vorstellung, dass ein Mensch sich in einen Werwolf verwandeln
kann, kann sicherlich als „Mythos“ bezeichnet werden, denn sie ist seit jeher in Märchen und Sagen präsent. Die Idealisierungstendenz dieses Mythos will Schwächen und Mängel kompensieren, wie sie in Anbetracht der Überlegenheit von Erwachsenen Kindern eigen sind; d.h. die Geschichte bedient den Wunsch vieler Kinder sich als „gefährlicher Werwolf“ gegen Eltern, ungerechte Lehrer und grausame Mitschüler zu wehren.
In dieser Arbeit liegen eine kurze didaktische Analyse und eine kurze Unterrichtsskizze zum „Kleinen Werwolfs“ von Cornelia Funke vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Psychische Faktoren
2. Humor
3. Mythen
4. Erzählperspektive
5. Raum
6. Figuren
7. Handlung
8. Gattungsmerkmale
9. Sprach- und Bildgestalt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Analyse verfolgt das Ziel, das Werk „Der kleine Werwolf“ von Cornelia Funke didaktisch zu bewerten und auf seine literarischen sowie pädagogischen Potenziale für junge Leser zu untersuchen.
- Literarische Gattungsbestimmung und Erzählstrukturen
- Die psychologische Wirkung des Werwolf-Mythos auf Kinder
- Analyse der Figurenkonstellation und Identifikationsangebote
- Atmosphärische Gestaltung und sprachliche Mittel
- Didaktische Aufbereitung für den Literaturunterricht
Auszug aus dem Buch
Mythen
Die Vorstellung, dass ein Mensch sich in einen Werwolf verwandeln kann, kann sicherlich als „Mythos“ bezeichnet werden, denn sie ist seit jeher in Märchen und Sagen präsent. Die Idealisierungstendenz dieses Mythos will Schwächen und Mängel kompensieren, wie sie in Anbetracht der Überlegenheit von Erwachsenen Kindern eigen sind; d.h. die Geschichte bedient den Wunsch vieler Kinder sich als „gefährlicher Werwolf“ gegen Eltern, ungerechte Lehrer und grausame Mitschüler zu wehren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Psychische Faktoren: Das Kapitel erläutert, wie das Buch sowohl kognitive Spannung als auch affektive Bindung durch die Ängste der Hauptfigur Motte erzeugt.
2. Humor: Hier wird die humoristische Ebene der Geschichte analysiert, die sich besonders in der Charakterisierung der Figuren und in sprechenden Namen zeigt.
3. Mythen: Der Abschnitt befasst sich mit der psychologischen Funktion des Werwolf-Mythos als Kompensationsmöglichkeit für Kinder gegenüber der Übermacht Erwachsener.
4. Erzählperspektive: Die Untersuchung zeigt auf, dass trotz einer Außenperspektive eine enge emotionale Anbindung an die Gedankenwelt der Hauptfigur besteht.
5. Raum: Hier wird die düstere, nächtliche Atmosphäre des Handlungsortes als wesentliches Element der Spannungssteigerung beschrieben.
6. Figuren: Das Kapitel konzentriert sich auf Motte als Identifikationsfigur, die durch ihre übernatürlichen Sinne den Leser fasziniert.
7. Handlung: Die zentrale Handlungsdynamik wird durch die zeitliche Begrenzung definiert, innerhalb derer Motte den Fluch brechen muss.
8. Gattungsmerkmale: Die Zuordnung des Werkes erfolgt primär zum Geschehnisroman mit Anteilen eines Figurenromans.
9. Sprach- und Bildgestalt: Dieser Teil bewertet die atmosphärische Sprachwahl, den übersichtlichen Aufbau sowie die Bedeutung des zufriedenstellenden Schlusses für den Gesamteindruck.
Schlüsselwörter
Cornelia Funke, Der kleine Werwolf, Kinderliteratur, Didaktik, Werwolf-Mythos, Identifikation, Erzählperspektive, Spannungsaufbau, literarische Analyse, Sinneswahrnehmung, Unterrichtsskizze, Leseförderung, Motivkompensation, Gattungsmerkmale, Atmosphäre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine didaktische und literaturwissenschaftliche Analyse des Kinderbuches „Der kleine Werwolf“ von Cornelia Funke.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die psychologische Wirkung des Werwolf-Mythos, die Analyse von Erzählstruktur und Atmosphäre sowie die didaktische Eignung des Buches für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte fachliche Wertung des Buches hinsichtlich seiner literarischen Qualitäten und seiner Funktion als Identifikationsangebot für junge Leser.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse kombiniert mit didaktischen Überlegungen zur Umsetzung im Schulunterricht angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Aspekte wie psychologische Faktoren, Humor, Erzählperspektive, Raumgestaltung, Charakterisierung und Gattungszugehörigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kinderliteratur, Mythos, Identifikationsangebot, didaktische Wertung und atmosphärische Gestaltung.
Warum spielt das Thema "Sinneswahrnehmung" im Unterricht eine Rolle?
Da Motte als Werwolf geschärfte Sinne besitzt, bietet dies einen Anknüpfungspunkt, um mit Schülern die Unterschiede zwischen menschlichen und tierischen Sinneserfahrungen zu diskutieren.
Welche Rolle spielt der "Mythos" für die kindliche Leserfahrung?
Der Mythos dient als Ventil, um kindliche Ohnmachtsgefühle gegenüber Erwachsenen zu kompensieren, indem Motte durch die Verwandlung eine stärkere, „gefährlichere“ Position einnimmt.
- Quote paper
- Eleonora Reis (Author), 2007, Didaktische Wertung des "Kleinen Werwolfs" von Cornelia Funke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125882