Die Komplexität und Menge der entscheidungsrelevanten Informationen, die vom Controlling zum Zwecke der Unternehmensführung an das Management geliefert werden, nimmt immer mehr zu. Dies gilt insbesondere für das operative Controlling, welches kurz- bis mittelfristige Unternehmensziele umschließt. In diesem Bereich wird es immer wichtiger, die notwendigen Informationen umfassend, schnell und situationsgerecht aufbereitet zur Verfügung zu stellen. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, ist der Einsatz eines EDV-gestützten Controllings praktisch unabdingbar. Die SAP AG bietet mit dem Modul „Controlling“ (CO) ein umfangreiches Instrument zur Unterstützung des Controllings eines Unternehmens an. Es kann bei Bedarf noch um das Modul „Unternehmenscontrolling“ (EC) ergänzt werden. Neben diesen beiden Modulen unterstützen die Informationssysteme anderer R/3-Module den Controller. Gegenstand dieser Arbeit soll das Modul „Controlling“ (CO) sein. Die Arbeit soll dabei controllingunerfahrenen Lesern einen Einblick in das Modul gewähren. Zu diesem Zweck werden die Grundlagen der Kostenrechnung eingehend behandelt, um das Verständnis der übrigen Teile zu erleichtern und begriffliche Unterschiede zwischen der in der betriebswirtschaftlichen Literatur verwendeten und der SAP-eigenen Begrifflichkeit aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Komponenten des Moduls „Controlling“ (CO)
2.1 Gemeinkosten-Controlling
2.2 Produktkosten-Controlling
2.3 Ergebnis- und Marktsegmentrechnung
3 Grundlagen der Kostenrechnung
3.1 Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen
3.1.1 Aufwendungen und Kosten
3.1.1.1 Einzel- und Gemeinkosten
3.1.1.2 Fixe und variable Kosten
3.1.1.3 Primäre und sekundäre Kosten
3.1.2 Erträge und Leistungen
3.2 Teilbereiche der Kosten- und Leistungsrechnung
3.2.1 Kostenartenrechnung
3.2.2 Kostenstellenrechnung
3.2.3 Kostenträgerrechnung
3.3 Kostenrechnungssysteme
3.3.1 Istkostenrechnung
3.3.2 Normalkostenrechnung
3.3.3 Starre Plankostenrechnung
3.3.4 Flexible Plankostenrechnung
3.3.5 Grenzplankostenrechnung
3.3.6 Prozeßkostenrechnung
4 Organisationsstrukturen
5 Die Integration des Moduls CO in das R/3-System
6 Das betriebliche Rechnungswesen in R/3
6.1 Die Konzeption des betrieblichen Rechnungswesens im R/3-System
6.2 Abgrenzungen
6.3 Das Abstimmledger
7 Die konkrete Anwendung des Moduls CO
7.1 Aufgaben der Kostenstellenplanung
7.2 Die Kostenstellenplanung in R/3
7.2.1 Planung statistischer Kennzahlen
7.2.2 Planung von Leistungsarten
7.2.3 Planung der Primärkosten
7.2.4 Planung der Sekundärkosten
7.2.5 Plantarifermittlung
8 Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Modul „Controlling“ (CO) innerhalb des SAP R/3-Systems mit dem Ziel, controllingunerfahrenen Lesern einen fundierten Einblick in die Funktionsweise, die Integration in das betriebliche Rechnungswesen und die praktische Anwendung der Kostenstellenplanung zu geben.
- Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung im SAP-Kontext
- Struktur und Komponenten des Moduls Controlling (CO)
- Technische Integration des Moduls CO in das R/3-System
- Praktische Umsetzung der Kostenstellenplanung
- Analyse der Vorteile und Herausforderungen einer SAP-Einführung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Erträge und Leistungen
Erträge sind der gesamte Wertzuwachs durch erstellte Güter und Dienstleistungen innerhalb einer Abrechnungsperiode. Sie lassen sich unterscheiden in:
• Betriebsbezogene Erträge; sie sind das Ergebnis der betrieblichen Leistungserstellung und -verwertung. Sie werden als Leistungen den Kosten in der Kosten- und Leistungsrechnung gegenübergestellt (z. B. Verkauf von Fertigerzeugnissen).
• Neutrale Erträge; sie resultieren grundsätzlich nicht aus der Erstellung und Verwertung der Güter und Dienstleistungen (z. B. Gewinne aus Wertpapieren).
Leistungen sind das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit, also die erstellten Güter und Dienstleistungen. Sie ergeben sich, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung für einen bestimmten Preis abgesetzt wird.
Hier ist jedoch auf eine SAP-R/3 Besonderheit bezüglich der Bergriffe hinzuweisen. Entgegen der gängigen Praxis benutzt die SAP AG nicht den Begriff Leistungen in der R/3-Kosten- und Leistungsrechnung. Sie stellt hier den Kosten Erlöse gegenüber, die aber der oben genannten Definition entsprechen.
Darüber hinaus bedient sich das R/3-System des Begriffs Leistungsart. Im R/3-Controlling wird damit die erbrachte Leistung einer Kostenstelle, in Mengen- oder Zeiteinheiten gemessen, dargestellt (z. B. Anzahl der Fertigungsstunden). Es handelt sich hierbei um den mengenmäßigen, nicht wertmäßigen Output einer Kostenstelle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die steigende Bedeutung EDV-gestützter Controlling-Systeme und skizziert den Aufbau der Arbeit hinsichtlich theoretischer Grundlagen, Systemintegration und praktischer Anwendung.
2 Komponenten des Moduls „Controlling“ (CO): Dieses Kapitel stellt die drei Kernkomponenten des CO-Moduls vor: das Gemeinkosten-Controlling, das Produktkosten-Controlling sowie die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung.
3 Grundlagen der Kostenrechnung: Hier werden zentrale Begriffe der Kostenrechnung definiert und die verschiedenen Kostenrechnungssysteme erläutert, die im R/3-System abgebildet werden können.
4 Organisationsstrukturen: Dieses Kapitel definiert die für das R/3-Controlling relevanten Organisationseinheiten wie Mandant, Buchungskreis, Werk, Geschäftsbereich und Kostenrechnungskreis.
5 Die Integration des Moduls CO in das R/3-System: Es wird die technische Vernetzung des CO-Moduls mit anderen R/3-Modulen wie Materialwirtschaft, Personaladministration und Vertrieb beschrieben.
6 Das betriebliche Rechnungswesen in R/3: Das Kapitel behandelt die Konzeption der Integration zwischen Finanzwesen (FI) und Controlling (CO) sowie die Bedeutung von Abgrenzungen und des Abstimmledgers.
7 Die konkrete Anwendung des Moduls CO: Anhand der Kostenstellenplanung wird der praktische Ablauf der Planung von statistischen Kennzahlen, Leistungen und Kosten innerhalb des SAP-Systems detailliert dargestellt.
8 Schlußbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Stärken und Schwächen des SAP-Controllings und diskutiert die Notwendigkeit einer unternehmensindividuellen Anpassung durch das Customizing.
Schlüsselwörter
Controlling, SAP R/3, Kostenrechnung, Kostenstellenplanung, Kostenartenrechnung, Integrationsfähigkeit, Gemeinkosten-Controlling, Produktkosten-Controlling, Leistungsarten, Abstimmledger, Customizing, Unternehmensführung, Kostenverrechnung, Plankostenrechnung, EDV-gestütztes Controlling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Funktionalität und Anwendung des Moduls „Controlling“ (CO) innerhalb des SAP R/3-Systems im Kontext betriebswirtschaftlicher Anforderungen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Kostenrechnung, die organisatorischen Strukturen in SAP, die Integration des CO-Moduls in das Gesamtsystem sowie die praktische Durchführung der Kostenstellenplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, controllingunerfahrenen Anwendern einen fundierten Einblick in das Modul CO zu gewähren und aufzuzeigen, wie komplexe betriebswirtschaftliche Prozesse mit SAP R/3 abgebildet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Kostenrechnungsgrundlagen im Abgleich mit der SAP-eigenen Systematik sowie auf eine anwendungsorientierte Darstellung von Planungsprozessen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, die Darstellung der systeminternen Organisationseinheiten und eine detaillierte Anleitung zur Kostenstellenplanung in SAP.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind SAP R/3, Controlling, Kostenstellenplanung, Integration, Kostenrechnungssysteme und Customizing.
Wie unterscheidet sich die Begriffsdefinition in SAP von der klassischen Literatur?
Eine Besonderheit ist beispielsweise, dass SAP in der Kosten- und Leistungsrechnung nicht den klassischen Leistungsbegriff, sondern Erlöse verwendet, und zudem spezifische Begriffe wie „Leistungsart“ zur mengenmäßigen Erfassung nutzt.
Welche Vorteile bietet die Integration des CO-Moduls in das R/3-System?
Der größte Vorteil liegt in der engen Verknüpfung der Module, wodurch Daten automatisch zwischen Finanzbuchhaltung und Controlling fließen können, was manuelle Buchungen minimiert und eine zeitnahe Unternehmenssteuerung ermöglicht.
Welche Nachteile sind bei der Einführung des Moduls CO zu beachten?
Die Arbeit identifiziert insbesondere den hohen Aufwand während der Customizing-Phase sowie die teilweise komplexere Bedienung und die gewöhnungsbedürftige Begrifflichkeit als Herausforderungen, insbesondere für mittelständische Unternehmen.
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- Mark-Oliver Würtz (Author), 1999, Controlling im R/3-System - Das Modul CO, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12588