Die Einführungswerkzeuge des SAP R/3 Systems


Hausarbeit, 2000

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Vorgehensmodell
2.1 Allgemeines
2.1.1 Aufgaben und Ziele
2.1.2 Aufbau
2.1.3 Arbeitspakete
2.1.4 Einbindung in das Projektmanagement
2.2 Phase 1: Organisation und Konzeption
2.3 Phase 2: Detaillierung und Realisierung
2.4 Phase 3: Produktionsvorbereitung
2.5 Phase 4: Produktivbetrieb
2.6 Projektplanung/Projektadministration/Projektcontrolling
2.7 Systemwartung und Releasewechsel

3 Das Referenzmodell
3.1 Allgemeines
3.1.1 Aufgaben/Ziele
3.1.2 Aufbau
3.2 Sichten
3.2.1 Prozeßsicht
3.2.2 Funktionssicht
3.2.3 Informationsflußsicht
3.2.4 Datensicht
3.2.5 Organisationssicht

4 Customizing (IMG)
4.1 Allgemeines
4.2 Auslieferungssystem
4.2.1 Mandant 000
4.2.2 Mandant 001
4.2.3 Andere Mandanten
4.3 Einführungsleitfaden (IMG)
4.4 IMG-Hierachien
4.4.1 Referenz-IMG
4.4.2 Unternehmens-IMG
4.4.3 Projekt-IMG
4.4.4 Sichten
4.5 IMG-Aktivitäten

5 Computer Aided Test Tool

6 SAPoffice
6.1 Allgemeine Beschreibung
6.2 Einbindung in die Projektorganisation

7 Einsatz und Verwendung der Einführungswerkzeuge während der R/3- Implementierung
7.1 Phase 1: Organisation und Konzeption
7.2 Phase 2: Detaillierung und Realisierung
7.3 Phase 3: Produktionsvorbereitung
7.4 Phase 4: Produktivnutzung

8 Neuere Entwicklungen im Engineering
8.1 Accelerated SAP (ASAP)
8.1.1 Allgemeines 20
8.1.2 Roadmap 20
8.1.3 ASAP-Projektphasen
8.2 Konfiguration

9 Fazit

10 Abbildungsverzeichnis

11 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Eine sich ständig verändernde Marktsituation mit zunehmendem Konkurrenzdruck macht es erforderlich, daß Unternehmen permanent ihre Aufbau- und Ablaufstrukturen prüfen und bei Bedarf den Markterfordernissen anpassen.

Wurden in der Vergangenheit primär funktionale Aspekte bei der Auswahl von Informationssystemen betont, so werden heute zunehmend ganzheitliche, ablauforganisatorische Optimierungen mit dem DV-Einsatz verfolgt. Geschäftsprozesse sollen schlanker und effektiver gestaltet werden und es dadurch einem Unternehmen ermöglichen, schnell und flexibel auf Wünsche und Anforderungen seiner Kunden zu reagieren.

Bei der Planung von Organisations- und DV-Projekten stellt sich daher die Anforderung, daß zum einen verschiedene Abteilungen im Unternehmen zur Realisierung des optimalen Konzeptes miteinander kommunizieren müssen. Zum anderen muß sichergestellt werden, daß die Mitarbeiter von Systemanbietern (Berater) und die Fachbereichsanwender bzw. die DV/Organisationsplaner eines Unternehmens „die gleiche Sprache sprechen“. Denn häufig führen gerade Mißverständnisse in der Planungsphase in der späteren Realisierungsphase zu Projektverzögerungen und damit zu höheren Projektkosten.

Vor diesem Hintergrund verwundert es somit nicht, daß Einführungsprojekte von Standardsoftware – in diesem Zusammenhang R/3 - die eine komplexe aufbau- und ablauforganisatorische Unternehmensstruktur abbilden sollen, in sich ebenfalls komplex sind. So können R/3-Einführungsprojekte bis zu fünf Jahren dauern und letztendlich auch sogar an methodischen Aspekten innerhalb der Projektarbeit scheitern.

Die SAP AG bietet daher eine Reihe von Einführungswerkzeugen an, mit deren Hilfe ein R/3-Einführungsprojekt strukturiert und auf qualitativen, nach ISO 9000 zertifizierten Standards durchgeführt werden kann.

Inhalt dieser Arbeit ist es, diese Einführungswerkzeuge im Detail vorzustellen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Vorgehensmodell, dem Referenzmodell und dem Customizing (IMG). Darüber hinaus werden unterstützende Tools wie z.B. SAPoffice kurz vorgestellt, sowie ein Ausblick auf aktuelle und zukünftige Methoden und Werkzeuge zur R/3-Einführung gegeben.

2 Das Vorgehensmodell

2.1 Allgemeines

Das Vorgehensmodell ist eine zentrale Komponente innerhalb der Einführungswerkzeuge des R/3-Systems und stellt die Organisations- und Verwaltungsstruktur für R/3- Einführungen zur Verfügung.

Das Vorgehensmodell kann somit als chronologischer Projektplan zur Steuerung und Koordination der Einführung der SAP R/3-Software innerhalb eines spezifischen Projektes angesehen werden. Es beschreibt in insgesamt 27 Arbeitspaketen, die in 4 Phasen gegliedert sind, die einzelnen Aktivitäten, die innerhalb eines Projektmanagements zur R/3-Einführung notwendig sind. Dabei unterstützt es die Projektverantwortlichen mit ausführlicher Dokumentation, Hinweisen und Durchführungsempfehlungen. 1

2.1.1 Aufgaben und Ziele

Primäre Aufgabe des Vorgehensmodells ist es, die Projektverantwortlichen in ihrer Arbeit insofern zu unterstützen, als es

- den methodischen und chronologischen Rahmen für den Projektverlauf vorgibt
- und Projektstandards zur Administration und Projektverfolgung zur Verfügung stellt.

So werden neben allgemeinen, administrativen Aufgaben, die im Rahmen des Projektmanagements anfallen (z.B. Planung und Kontrolle von Zeiten und Ressourcen) auch spezielle Aufgaben wie das Erstellen von Sollkonzepten auf Basis des Referenzprozeßmodells oder die jeweiligen Customizing-Aktivitäten detailliert beschrieben und koordiniert.2

Durch seine Navigationskomponente kann auf Basis des Vorgehensmodells vom jeweiligen Arbeitspaket hin zum notwendigen Tool wie Referenzprozeßmodell oder Customizing-Aktivität verzweigt werden. (Vgl. 2.1.3Arbeitspakete)

Da auch die allgemeine Projektadiministration durch das Vorgehensmodell funktional unterstützt wird, bietet es ebenfalls einen methodischen Rahmen für die gesamte Projektarbeit.

Darüber hinaus erfüllt das Vorgehensmodell auch die Anforderungen der Qualitätssicherung innerhalb des Projektes, die im Rahmen der ISO 9000 heutzutage an ein Projektmanagement gestellt werden.3

2.1.2 Aufbau

Das Vorgehensmodell gliedert sich in 4 Phasen. Jede Phase endet mit einer Qualitätsprüfung (Review) als Übergang in die nächste Phase. Die einzelnen Phasen sind:

1. Detaillierung und Realisierung
2. Organisation und Konzeption
3. Produktionsvorbereitung
4. Produktivbetrieb

Die einzelnen Phasen beinhalten zum Teil spezifische Arbeitspakete, die projektspezifische Anforderungen zur R/3-Einführung beinhalten, zum anderen werden sie von zwei phasenübergreifenden Arbeitspaketen begleitet, sie sowohl zur Ersteinführung als auch zu zusätzlichen Projekten wie Releasewechsel oder Erweiterungsprojekten Unterstützung bieten. (Vgl. Abbildung 1: Vorgehensmodell)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vorgehensmodell4

Neben dieser Darstellung ist es auch möglich, das Vorgehensmodell lediglich als Standardtext anzuzeigen, oder, um den Prozeßcharakter transparent zu machen, eine Darstellung in Form einer Ereignisgesteuerten Prozeßkette (EPK) zu wählen.5

2.1.3 Arbeitspakete

Jede Phase des Vorgehensmodells enthält unterschiedliche Arbeitspakete, die alle den gleichen strukturellen Aufbau haben. In den Arbeitspaketen sind eine allgemeine Beschreibung (Inhalt, Auslöser, Eingehende Informationen, erarbeitete Informationen und Ergebnis) sowie die Beschreibung ergänzende Empfehlungen und Hinweise (Durchführungsempfehlungen und Hilfestellung für die Nutzung der Werkzeuge) hinterlegt.6

Pro Arbeitspaket sind vier Bearbeitungspunkte vorgesehen. Über das Symbol Text kann die Online Dokumentation aufgerufen werden. Mit dem Symbol Status können Statusinformationen wie Beginn und Ende für Projekte gepflegt werden. Das Symbol Notiz verzweigt in einen vorher gewählten Texteditor, in dem formlos Anmerkungen zum jeweiligen Projekt gepflegt werden können. Hinter dem Symbol Aktivitäten stehen je Arbeitspaket unterschiedliche Aktivitäten zur Auswahl, d.h. daß Transaktionen im Referenzmodell oder Customizing direkt aus den Arbeitspaketen heraus aufgerufen und ausgeführt werden können. (Vgl. Abbildung 2: Arbeitspakete)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Arbeitspakete7

2.1.4 Einbindung in das Projektmanagement

Wie bereits in den Kapiteln 2.1.1 „Aufgaben und Ziele“ sowie 2.1.3 „Arbeitspakete“ beschrieben wurde, verfügt das Vorgehensmodell über eine weitreichende Funktionalität für das Projektmanagement.

Darüber hinaus ist es aber auch möglich das Vorgehensmodell per Download auch in anderen Projektmanagement-Programmen (z.B. MS-Project) verfügbar zu machen, um zusätzliche Funktionalitäten wie z.B. Kostenkontrolle für die Projektadministration nutzen zu können. 8

2.2 Phase 1: Organisation und Konzeption

In der ersten Phase werden die Organisation des Projektes und die Konzeption der R/3- Einführung mit dem Ziel bestimmt, ein Sollkonzept zu erstellen. Die Projektvorbereitung kann als erste Aktivität innerhalb des Einführungsprojektes, aber auch im Rahmen einer der R/3-Einführung vorausgehenden Projektphase (Einsatzuntersuchung) vorgenommen werden. Im einzelnen werden folgende Schritte in dieser Phase durchgeführt:

- Die Organisation der Projektarbeit wird festgelegt (Besetzung, Aufgabenverteilung, Einrichtung von Teilprojekten, …).
- Die zukünftige Gestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation in Abhängigkeit von den Projektzielen wird erarbeitet (Fachkonzept).
- Die im R/3-System zu implementierenden Funktionen und Prozesse werden aufgrund einer groben Bestandsaufnahme modelliert (z.B. mit ARIS-Toolset) und ein grober Abgleich der Organisationseinheiten des Unternehmens und den R/3-Struktureinheiten wird durchgeführt (Fachkonzept).
- Die Systemerweiterungen und/oder Schnittstellen für externe Systeme und Datenübernahmen werden eingeplant. (DV-Konzept).
- Die Einführungsstrategie (Big Bang, Modular, …), basierend auf den gewonnenen Informationen unter Berücksichtigung von Zeit- und Kostenzielen, wird entwickelt.

Nach dieser Phase steht in Form eines Sollkonzeptes (Fach- und DV-Konzept) fest, welche Komponenten und Prozesse des R/3-Systems implementiert werden und welche Projektteams für die Durchführung der Teilprojekte verantwortlich sind (Vgl. Abbildung 3: Phasen).9

2.3 Phase 2: Detaillierung und Realisierung

In der zweiten Phase wird das Sollkonzept der ersten Phase im R/3-System abgebildet und getestet. Dies beinhaltet das Erstellen der Schnittstellen bzw. der Datenkonvertierungs- und Übernahmeprogramme. Ergebnis dieser Phase ist das unternehmensspezifische Anwendungssystem (als Testmandant), das der softwaretechnischen Umsetzung des Sollkonzeptes entspricht. Dazu werden in dieser Phase folgende Schritte in Form des sog. Customizing (Vgl. Kapitel 4 Customizing (IMG)) durchgeführt:

- Globale Einstellungen (Auswahl von Währungen, Ländern und Fabrikkalendern, etc.) werden vorgenommen.
- Die Unternehmensstruktur wird abgebildet.
- Die Systemeinstellungen für Stammdaten, Prozesse, Berichtswesen Archivverwaltung und das Berechtigungskonzept werden festgelegt.
- Schnittstellen und Erweiterungen werden programmiert.
- Die Systemeinstellungen werden getestet!

Nach Abschluß dieser Phase ist die Detaillierung des Softwarekonzeptes und deren Realisierung durch Customizing-Einstellungen vollzogen (Vgl. Abbildung 3: Phasen.) 10

[...]


1 Vgl.: SAP-AG (Hrsg.), R/3-System Online Documentation, Rel. 3.1g, Walldorf 1997.

2 Vgl. Keller, G., Brenner, W., SAP R/3, 1998, S. 190 ff

3 Vgl. SAP-AG (Hrsg. ), Die Business Engineering Workbench, Walldorf 1997, S. 2-2.

4 Quelle: http://www.sap-ag.de/

5 Vgl.: SAP-AG (Hrsg.), R/3-System Online Documentation, Rel. 3.1g, Walldorf 1997.

6 Vgl. Keller, G., Brenner, W., SAP R/3, 1998, S. 190 ff

7 Quelle: Eigene Darstellung

8 Vgl. SAP-AG (Hrsg. ), Die Business Engineering Workbench, Walldorf 1997, S. 2-1.

9 Vgl.: SAP-AG (Hrsg.), R/3-System Online Documentation, Rel. 3.1g, Walldorf 1997.

10 Vgl.: SAP-AG (Hrsg.), R/3-System Online Documentation, Rel. 3.1g, Walldorf 1997.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Die Einführungswerkzeuge des SAP R/3 Systems
Hochschule
Hochschule Bremen  (FB Wirtschaft)
Veranstaltung
Wirtschaftsinformatik
Note
1,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
28
Katalognummer
V12589
ISBN (eBook)
9783638184410
ISBN (Buch)
9783638723190
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
Einführungswerkzeuge, Systems, Wirtschaftsinformatik
Arbeit zitieren
Mark-Oliver Würtz (Autor), 2000, Die Einführungswerkzeuge des SAP R/3 Systems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12589

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