Eine der Aufgaben des Controllings ist der Unternehmensführung komplexe und unübersichtliche Daten transparent und plausibel darzulegen, dieser als „Rationalitätssicherung“ zuzuarbeiten. Die gegenwärtige Wirtschaftslage stellt Unternehmen angesichts der
lahmenden Konjunktur vor schwerwiegende Entscheidungen, welche oft nicht transparent und unüberschaubar sind2. Angesichts dieser Problematik ist mit der Break-even-Analyse ein Instrument gegeben, das komplexe Zusammenhänge auf deren betriebswirtschaftliches Fundament reduziert. Sie ist somit ein anschauliches Hilfsmittel für die Steuerung und Überwachung des Unternehmens und seiner Produkte3. In der vorliegenden Arbeit sollen im Folgenden der theoretische Hintergrund zusammen mit
den praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Break-even-Analyse erörtert werden. Hierbei soll anhand eines Modellbeispiels aufgezeigt werden, wie dieses Instrument auf Grundlage
einfacher Mittel teilweise aufschlussreiche Ergebnisse liefern kann; hierbei sollen fünf praxisrelevante Varianten angesprochen werden. Ebenso wird der unternehmerische Kontext untersucht und hierbei Probleme und Defizite der Break-even-Analyse in der praktischen Anwendung erläutert. An einem einfachen Beispiel wird abschliessend die Kontrollfunktion beschrieben. Den Einstieg geben eine allgemeine Einführung und Begriffserklärung sowie eine Erläuterung des Grundmodells und dessen kritische Betrachtung. Weiter wird im dritten Abschnitt der Einfluss von Mengen,- Preis,- und Kostenänderungen in der Produktion erläutert. Aufbauend wird dann der Praxisbezug der Break-even-Analyse über die Anwendung in der Kostenplanung sowie dem Einsatz in der Kostenkontrolle hergestellt. Ein Fazit greift die wichtigsten Aspekte der Arbeit nochmals kritisch auf und schließt damit ab.
Das Prinzip der Break-even-Analyse findet sich schon in den Anfängen der Betriebswirtschaftslehre. In der englischsprachigen Literatur ist von einem Modell zur Ermittlung der Gewinnschwelle schon im 19. Jahrhundert die Rede, 1922 wurde der Begriff der ‚breakeven‘-Problematik geprägt. Im deutschsprachigen Raum wurde ein ähnliches Konzept von J.F. Schär unter dem Namen ‚toter Punkt‘ (1910) eingeführt4. Schär nutzte dies anfangs zur
Ermittlung von Nutzschwellen zwischen Fertigungsverfahren.
Geläufige Bezeichnungen sind auch „Deckungspunktanalyse5“ sowie „Gewinnschwellenanalyse6“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Modellansicht der Break-even-Analyse
2.1 Begriffsursprung und Entstehung
2.2 Die Grundstruktur der Break-even-Analyse
2.3 Bedingungen und Schwachpunkte
3 Anwendung der Break-even-Analyse
3.1 Mengenänderung
3.1.1 Kostendeckung
3.1.2 Ausgabendeckung
3.1.3 Zielvorgaben
3.1.4 Sicherheitskoeffizient
3.1.5 Kapazitätsgrad
3.2 Kostenänderung
3.3 Preisänderungen
3.4 Break-even-Analyse als Kontrollinstrument
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Break-even-Analyse als Instrument der Unternehmensführung, um komplexe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge transparent darzustellen und bei der Entscheidungsfindung im Controlling zu unterstützen.
- Theoretische Grundlagen und historische Einordnung des Break-even-Konzepts
- Modellansätze: Umsatz-Gesamtkosten-Modell versus Deckungsbeitragsmodell
- Analyse von Mengen-, Kosten- und Preisänderungen in der Produktion
- Anwendung der Break-even-Analyse als Kontrollinstrument im Unternehmensalltag
- Kritische Würdigung der methodischen Annahmen und Schwachpunkte
Auszug aus dem Buch
2.3 Bedingungen und Schwachpunkte
Das Instrument Break-even-Analyse überzeugt durch seine einfache Anwendung und übersichtliche Anschaulichkeit, jedoch ist seine Basis betriebswirtschaftlich gesehen nicht wirklichkeitsgetreu. Eine unveränderte Anwendung der Grundform führt nicht zu verwertbaren Ergebnissen. Im Folgenden soll auf die Grundproblematik näher eingegangen werden.
In ihrer Grundform geht die Break-even-Analyse von einer Limitierung auf lediglich ein Produktionsgut aus. Grundbedingung zur Ermittlung des Break-even-Punkts ist eine verlässliche Ermittlung der benötigten Rechengrößen. Insbesondere die Unterscheidung zwischen variablen und fixen Kosten erweist sich in der Praxis als schwierig, gängige Ansätze wie die buchtechnische, mathematische, statische und planmäßige Methode liefern keine aufschlussreichen Ergebnisse. Eine theoretische Unstimmigkeit gegenüber der Praxis liegt in der Unterstellung lediglich zweier Kostenverläufe, nämlich fixer und proportionaler.
Darüber hinaus werden die Preise als mengenunabhängig betrachtet, progressive Kostenverläufe bei den variablen Kosten durch Überstunden-oder Nachtzuschläge werden ebenso ignoriert wie intervallfixe Kosten, verursacht durch mehrere Arbeitsschichten. Neben einer vergangenheitsorientierten Sichtweise wird der Wirklichkeitsbezug relativiert durch die Annahme einer linearen Erlösfunktion welche keine Faktoren wie Mengenrabatte, Skonti oder Verkaufsprovisionen berücksichtigt. Das Modell unterschlägt ebenso Parameterveränderungen durch Verfahrensänderungen wie schwankende Rohstoffpreise.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Controlling-Aufgabe der Rationalitätssicherung ein und definiert die Break-even-Analyse als Hilfsmittel zur Komplexitätsreduktion bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen.
2 Modellansicht der Break-even-Analyse: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge, die mathematische Grundstruktur sowie die kritischen Annahmen und Schwachpunkte des Modells.
3 Anwendung der Break-even-Analyse: Dieser Abschnitt zeigt praktische Einsatzmöglichkeiten der Analyse bei Veränderungen von Mengen, Kosten und Preisen auf und beleuchtet die Kontrollfunktion.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Stärken in der Verständlichkeit gegen die Schwächen der realitätsfernen Annahmen ab und bestätigt die Rolle als wichtiges Basisinstrument des Controllings.
Schlüsselwörter
Break-even-Analyse, Controlling, Deckungsbeitragsmodell, Gewinnschwelle, Fixkosten, variable Kosten, Kostendeckung, Ausgabendeckung, Sicherheitskoeffizient, Kapazitätsgrad, Preiselastizität, Unternehmensführung, Rationalitätssicherung, Kostenplanung, Betriebsergebnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Break-even-Analyse als einem instrumentellen Werkzeug für das Controlling, um fundierte Unternehmensentscheidungen zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die theoretische Herleitung, die mathematische Modellierung und die praktische Anwendung der Gewinnschwellenanalyse in verschiedenen betriebswirtschaftlichen Szenarien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen der Break-even-Analyse aufzuzeigen, um Entscheidungsträgern ein anschauliches Instrument zur Steuerung und Überwachung des Unternehmenserfolgs bereitzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die mathematische Herleitung anhand von Modellbeispielen zur Veranschaulichung der Wirkungsweise von Kosten- und Preisänderungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Modellansätze, die detaillierte Analyse von Mengen-, Kosten- und Preisänderungen sowie die praktische Anwendung als Kontrollinstrument.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Deckungsbeitragsmodell, Break-even-Punkt, Fixkostenmanagement und betriebswirtschaftliche Entscheidungsfindung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das Umsatz-Gesamtkosten-Modell vom Deckungsbeitragsmodell?
Während beide Modelle den Break-even-Punkt ermitteln, bietet das Deckungsbeitragsmodell eine anschaulichere grafische Darstellung und ist flexibler bei der Untersuchung von Mengen-, Kosten- und Preisänderungen.
Was bedeutet der Sicherheitskoeffizient im Kontext der Arbeit?
Der Sicherheitskoeffizient gibt an, um wie viel Prozent die Absatzmenge sinken darf, bevor das Unternehmen in die Verlustzone gerät, und fungiert somit als Maßstab für die Risikosicherheit der Produktion.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Henke (Autor:in), 2008, Break-even-Analyse als führungsunterstützendes Instrument, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125902