Am 11.9.2001 um 8 Uhr 46 Ortszeit schlug der Flug AA 11 in den Nordturm des World Trade Center (WTC) ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch ein Unfall vermutet. Doch circa 20 Minuten später stürzte ein weiteres Flugzeug in den Südturm des WTC. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war den Bürgern New Yorks, der USA, den zuständigen Behörden und der gesamten Weltöffentlichkeit bewusst, dass es sich bei diesen Zwischenfällen um einen Terroranschlag auf amerikanischen Boden handelte. Im Anschluss dieses Tages und der tragischen Wochen, in denen immer wieder Überlebende und Leichen aus den Trümmern des WTC geborgen wurden, verschärfte die USA sowohl ihre Innen- als auch ihre Außenpolitik. Und auch die Vereinten Nationen reagierten schnell auf diese Terroranschläge. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete schon am 12.9.2001 eine Resolution als Reaktion auf die Anschläge.
Mit Hilfe zweier Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sollen die Fragen beantwortet werden, wieso der Sicherheitsrat so schnell auf die Anschläge reagierte, wie er reagierte und wie die Reaktion des Sicherheitsrates zu beurteilen ist. Hilfreich zur Klärung dieser Fragen könnte sein zu betrachten, welche Rolle der internationale Terrorismus vor den Ereignissen des 11.9.2001 in der Weltöffentlichkeit gespielt hat und wie sich das Sicherheitsgefühl der Vereinten Nationen in Bezug auf den 11.9.2001 verändert hat.
Das Thema Internationaler Terrorismus ist auch heute noch ein großer Faktor in Politik, Gesellschaft und auch Wirtschaft. Seit den Anschlägen auf das WTC hat sich das Sicherheitsgefühl der Nationen (vor allem der westlichen) stark verändert. Sicherheit und Sicherheitspolitik können Wahlen entscheiden und Terroranschläge, wie zum Beispiel in Paris oder Berlin, verunsichern und verängstigen die Menschen. Daher scheint es, als ob die oben gestellten Fragen relevanter denn je sind. Um die gestellten Fragen beantworten zu können, werden im Folgenden die Resolutionen 1368 und 1373 des UN-Sicherheitsrates kontextualisiert, analysiert und interpretiert. Dabei wird zuerst auf die Frage, wie der Sicherheitsrat auf die Anschläge vom 11.9.2001 reagierte eingegangen, um die Frage beantworten zu können, wie die Reaktion zu beurteilen sei.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der 11.09.2001 im Kontext des (internationalen) Terrorismus
2.1 Definition und Theorie zum internationalen Terrorismus
2.2 Der 11. September 2001 in einem internationalen Kontext
3. Analyse der Resolutionen
3.1 Die Resolution 1368
3.2 Die Resolution 1373
3.3. Beurteilung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Reaktion des UN-Sicherheitsrates auf die Terroranschläge vom 11. September 2001, indem sie die Resolutionen 1368 und 1373 analysiert und deren politische sowie rechtliche Implikationen für die internationale Sicherheit bewertet.
- Historischer Kontext und Entstehung des internationalen Terrorismus
- Analyse und Interpretation der Resolution 1368
- Detaillierte Untersuchung der Maßnahmen der Resolution 1373
- Kritische Beurteilung der Rolle und Befugnisse des UN-Sicherheitsrates
- Einfluss der Anschläge auf das globale Sicherheitsgefühl
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Resolution 1368
Schon der Tag, an dem die Resolution 1368 beschlossen wurde, ist besonders. Dafür, dass die Resolution eine direkte Reaktion auf die Anschläge des 11. Septembers ist und dass die Resolution nur einen Tag später (also am 12. September einstimmig beschlossen wurde) zeigt die große Bedeutung, die diesen Anschlägen beigemessen wurde. Es zeigt aber auch den Schock und auch die Entschlossenheit des UN-Sicherheitsrates. Dem Sicherheitsrat war trotz der vielen schockierenden Bilder dieses Tages bewusst, dass sie entschlossen und schnell Maßnahmen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus treffen mussten.
Der Schock und die Betroffenheit, aber auch die Entschlossenheit und der Kampfeswillen des UN-Sicherheitsrates zeigt sich schon in der sprachlichen Formulierung der Resolution 1368. In Bezug auf die Anschläge einen Tag zuvor wird die Formulierung „verurteilt unmissverständlich mit allem Nachdruck“ genutzt. Dass sich der UN-Sicherheitsrat innerhalb nur eines Tages auf solch eine Formulierung einigen konnte, zeigt, dass diese Situation für die ganze Welt eine komplett neue und beängstigende war. Auch andere Formulierungen unterstützen diesen Eindruck. So zum Beispiel, „bekundet…“, der UN-Sicherheitsrat in ihrer Resolution, „den Opfern und ihren Angehörigen […] tiefstes Mitgefühl und Beileid“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Ereignisse des 11. Septembers 2001 ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Reaktion des UN-Sicherheitsrates zu kontextualisieren und zu bewerten.
2. Der 11.09.2001 im Kontext des (internationalen) Terrorismus: Es erfolgt eine theoretische Begriffsbestimmung des internationalen Terrorismus sowie eine Darstellung der historischen Hintergründe und der Entwicklung al-Qaidas.
3. Analyse der Resolutionen: In diesem Hauptteil werden die Resolutionen 1368 und 1373 detailliert analysiert und deren Bedeutung sowie die darin festgelegten Maßnahmen zur Terrorbekämpfung kritisch hinterfragt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die schnelle Reaktion des Sicherheitsrates notwendig war, wobei insbesondere das Potenzial für einen Missbrauch der beschlossenen Maßnahmen kritisch gesehen wird.
Schlüsselwörter
UN-Sicherheitsrat, 11. September 2001, Internationaler Terrorismus, Resolution 1368, Resolution 1373, Al-Qaida, Terrorbekämpfung, Selbstverteidigungsrecht, Weltfrieden, Sicherheitspolitik, Krisenmanagement, Sicherheit, Anschläge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den politischen und rechtlichen Reaktionen des UN-Sicherheitsrates auf die Terroranschläge vom 11. September 2001.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des internationalen Terrorismus, die Analyse von UN-Resolutionen sowie die kritische Betrachtung der durch den UN-Sicherheitsrat eingeleiteten Sicherheitsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die schnelle Reaktion des UN-Sicherheitsrates zu ergründen und die daraus resultierenden Resolutionen auf ihre Sinnhaftigkeit und potenzielle Problematik hin zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden eine Kontextualisierung, Analyse und Interpretation der relevanten Resolutionen 1368 und 1373 durchgeführt sowie ein historischer Rahmen abgesteckt.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Ausarbeitung der Resolutionen 1368 und 1373 sowie deren Beurteilung im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die internationale Ordnung.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind UN-Sicherheitsrat, Resolution 1368, Resolution 1373, Terrorismus, Selbstverteidigungsrecht und Sicherheitspolitik.
Inwiefern veränderte sich die Rolle des UN-Sicherheitsrates durch die Ereignisse?
Die Arbeit verdeutlicht, dass der Sicherheitsrat durch seine schnelle Reaktion auf die Anschläge, insbesondere durch das Einleiten von Maßnahmen gegen nicht-staatliche Akteure, seine Entschlossenheit unterstrich.
Warum wird die Resolution 1373 als besonders kritisch eingestuft?
Sie wird kritisch gesehen, da ihre Bestimmungen militärische Maßnahmen ermöglichen könnten, die lediglich angezeigt werden müssen, ohne einer direkten Ermächtigung des Rates zu bedürfen.
- Quote paper
- Florian Baumann (Author), 2020, 9/11 und der UN-Sicherheitsrat. Die politischen und rechtlichen Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates in Folge des 11.09.2001 und gegen den internationalen Terrorismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1259113