In der Arbeit werde ich versuchen ein Antwort auf die folgende Frage zu geben: aus welcher sozialen
Herkunft die Träger dieser Bewegung stammen und wie sie regional oder örtlich verankert waren.
Mehrere
Millionen Menschen fanden den Tod, darunter weit über zwei Millionen Vietnamesen,
Hunderttausende von Kambodschanern, Laoten und Angehörige anderer in Indochina lebender
Ethnien, sowie 58.000 Amerikaner und rund 15.000 Franzosen. Hinzu kommen noch viele
Angehörige anderer Völker, die in Vietnam auf der einen oder anderen Seite gekämpft haben. Mehr
als zwei Millionen Tonnen amerikanische Bomben fielen auf Laos, etwa 7,5 Millionen Tonnen auf
Vietnam und Kambodscha - insgesamt ein Mehrfaches dessen, was an Sprengstoff im Zweiten
Weltkrieg verbraucht wurde.1
Der Vietnamkrieg (zwischen 1946 und 1975) verlief in mehreren Phasen. Es war ein Krieg um die
Unabhängigkeit, die Einheit und die Vorherrschaft im Lande. Die erste, die französische Phase des
Krieges begann 1946 und dauerte bis 1954; sie wird als Indochinakrieg bezeichnet und als
eigenständiger Krieg beschrieben. Der Krieg begann als Kampf Vietnams gegen die französische
Kolonialherrschaft. In der zweite Phase erfasste der Krieg die Länder Laos und Kambodscha und
entwickelte sich zu einer der wichtigsten Auseinandersetzungen im Rahmen des Ost-West-Konflikts
mit internationaler Beteiligung. Er wurde international heftig diskutiert und rief weltweit
antiimperialistische Protestbewegungen hervor.
In den Jahren von 1954 bis 1965 herrschte im Vietnam eine Zeit des radikalen Umbruchs. Sowohl
die Kommunisten im Norden als auch die Regierung im Süden versuchten ihre Positionen zu
stärken und Reformen durchzuführen. Jedoch bedeutete dies für die Bauern keine besseren
Lebensverhältnisse, sondern es wurde alles noch schlimmer, man lebte im Bürgerkrieg, bis die USA
schließlich in den direkten Krieg gegen Nordvietnam eintrat.
In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen (Teil I) die historischen Hintergründe der nächsten
Phase, des sogenannten amerikanischen Vietnamkrieges (von 1965-1973) darzustellen. Dabei werde
ich zuerst kurz auf einzelne Phasen des Indochinakrieges eingehen. Der zweite Teil der Arbeit stellt
einen Überblick über die Entwicklung der Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg in der
Bundesrepublik hin zu einer Solidaritätsbewegung dar. Die vietnamesische Bevölkerung erfuhr
sowohl politische als auch materielle Unterstützung über diese Bewegungen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A Historische Hintergründe
I. Die erste Indochina Krieg (1946-1954)
I.1. Wandel von eine Dekolonisierungskrieg zu einen Stellvertreterkrieg
I.2. Indochina Konferenz
II. Die zweite Phase des Krieges (1954- 1968)
III. Die amerikanische Phase des Krieges
III.1. Die Eskalation direkten Konflikts zwischen USA und Nord- Vietnam
III.2. Tat- Offensive und seine Auswirkungen
B Anfang der Protestbewegungen gegen den Vietnam Krieg in der BRD
I. Die allgemeine Kritik gegen der Krieg
II. Die Haltung der DDR und BRD gegenüber Vietnamkrieg
II.1. Die Regierung der deutsche demokratische Republik
II.2. Regierung der Bundesrepublik Deutschland
III. Überblick über die Vietnambewegungen bis 1968
III.1. Die Reaktion der Studenten auf den Vietnamkrieg
III.1.1. Vietnam-Kongress von 1968
III.2. Hilfsaktion Vietnam
III.2.1. Zum politischen Standort der Hilfsaktion
III.3. Die Entwicklung der Vietnambewegung und der Kampagne für Demokratie und Abrüstung
III.3.1. Die KfA und Vietnam- Solidaritätsbewegung
IV. Neuaktivierung der Vietnambewegung nach dem Zersplitterung der APO
IV.1. Aktivitäten verschiedener Art
IV.2. KfA Aktivitäten
IV.3. Die Aktivitäten der Hifsaktion Vietnam
V. Vietnam Solidarität von 1969 bis 1970
V.1. Die Gründung der Initiative Internationale Vietnamsolidarität
V.1.1. Die IIVS und Bundesregierung
V.1.2. Aktionswoche der Solidarität mit Vietnam im März 1970
V.1.3. Die Politische und Organisatorischer Prinzipien der IIVS
Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg in der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1965 bis 1970 und untersucht dabei die politischen Rahmenbedingungen, Trägergruppen und Aktionsformen der Solidaritätsbewegung.
- Historische Einordnung des Vietnamkrieges als Stellvertreterkonflikt.
- Analyse der Rolle der Studierendenbewegung (SDS) und der außerparlamentarischen Opposition (APO).
- Untersuchung der Aktivitäten der "Hilfsaktion Vietnam" und der "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" (KfA).
- Dokumentation der Transformation zu einer breiten Solidaritätsbewegung unter Einbeziehung der Initiative Internationale Vietnamsolidarität (IIVS).
- Reflexion über die politische Wirkung dieser Proteste auf das gesellschaftliche Klima in der BRD.
Auszug aus dem Buch
I. Die erste Indochina Krieg (1946-1954)
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und Kapitulation Japans 1945, wurde von Ho Chi Minh, der Führer der so genannten „Liga für die Unabhängigkeit Vietnams“, kurz Viet Minh, am 2. September 1945 die Demokratische Republik Vietnams Ausgerufen. Aber die Franzosen hatten nicht vor ihre Kolonien, die sie während der zweiten Weltkriege verloren hatten, frei zu lassen. Im September 1945 marschierten die französische und britische Truppen in Indochina ein und versuchten mit allen mitteln die französische Herrschaft zu rehabilitieren. Im September brach die Aufstände von Viet Minh gegen französische Vorherrschaft auf. Vergeblich versuchte der Selbst ernannte Präsident von DRV (Demokratische Republik Vietnam) Ho Chi Minh Hilfe von der USA oder Sowjetunion zu bekommen. Schließlich wandte er zu Frankreich und begann mit dem Franzosen zu verhandeln. Aber diese Verhandlungen scheiterten auch.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umriss des Vietnamkrieges als weltweites Trauma und Ankündigung der Analyse von Protesten in der BRD.
A Historische Hintergründe: Darstellung des ersten Indochinakrieges, der Dekolonisierung und der sich entwickelnden geopolitischen Interessenslagen.
B Anfang der Protestbewegungen gegen den Vietnam Krieg in der BRD: Überblick über die deutsche Kritik am US-Engagement, die offizielle Regierungsrolle und die studentischen Anfänge des Widerstands bis 1968.
IV. Neuaktivierung der Vietnambewegung nach dem Zersplitterung der APO: Analyse der veränderten Protestlandschaft nach 1968 unter dem Einfluss nationaler und internationaler politischer Ereignisse.
V. Vietnam Solidarität von 1969 bis 1970: Dokumentation der Gründung und Arbeitsweise der Initiative Internationale Vietnamsolidarität (IIVS) und deren Aktionsformen.
Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung der Protestbewegung hin zu einer stabilen, politisch wirksamen Solidaritätsbewegung in der Bundesrepublik.
Schlüsselwörter
Vietnamkrieg, BRD, Protestbewegung, Solidarität, Vietnam, Ho Chi Minh, USA, Studentenbewegung, SDS, APO, KfA, Hilfsaktion Vietnam, IIVS, Antiamerikanismus, Antiimperialismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Geschichte und Entwicklung der verschiedenen Protest- und Solidaritätsbewegungen gegen den Vietnamkrieg innerhalb der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1965 und 1970.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern zählen die Auswirkungen des Vietnamkrieges auf die deutsche Gesellschaft, die Rolle der politischen Institutionen sowie die Organisation und Strategien von Gruppen wie dem SDS, der KfA und der IIVS.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, aus welcher sozialen Herkunft die Träger dieser Bewegungen stammten, wie sie sich regional organisierten und welche politischen Forderungen sowie Aktionsformen sie verfolgten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von zeitgenössischen Dokumenten, Flugblättern, Organisationsmitteilungen und wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe des Konflikts, die Analyse der unterschiedlichen Protestphasen (studentische Kongresse, Hilfsaktionen, Kampagnen gegen Abrüstung) und die Formierung der Initiative Internationale Vietnamsolidarität.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Vietnamkrieg, Solidaritätsbewegung, außerparlamentarische Opposition, studentischer Protest und internationale Solidarität.
Welche Bedeutung hatte die "Hilfsaktion Vietnam" für die Bewegung?
Die Hilfsaktion fungierte als Brücke zwischen humanitärer Unterstützung und politischer Positionierung, indem sie durch ihre Mitteilungen die öffentliche Meinung in der BRD maßgeblich beeinflusste und den Vietnamkrieg kritisch thematisierte.
Warum wird die Rolle der IIVS als besonders hervorgehoben?
Die IIVS markierte einen organisatorischen Meilenstein, da sie es schaffte, verschiedene Organisationen und Gruppen in einer gemeinsamen Kampagne zu bündeln und somit eine breite Front gegen das US-amerikanische Engagement in Vietnam zu formen.
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- Anonym (Author), 2007, Der Vietnamkrieg und die Protestbewegungen in der BRD von 1965 bis 1970, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125941