Totalitarismustheorie und italienischer Faschismus - Entstehung, Entwicklung, Realität


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
30 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Die Betrachtung des Faschismus als Totalitarismus

2 Die Herauslösung des Totalitarismusbegriffs aus der zeitgenössischen italienischen Faschismusdiskussion

3 Entwicklung und Gültigkeit der Totalitarismustheorie
3.1 Die klassische Konzeption des Totalitarismus
3.2 Wandlungen und Diskussion um die Gültigkeit der Totalitarismus -Konzeption

4 Das totalitäre Experiment
4.1 Die totalitären Schritte des italienischen Faschismus
4.2 Das Verhältnis zur Kirche - Faschismus als Politische Religion

5 Der unvollendete Totalitarismus

Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Sekundärliteratur

1 Die Betrachtung des Faschismus als Totalitarismus

In den Jahren 1922-1943 unternahm das faschistische Regime unter Führung Benito Musso- linis den Versuch, einer kontinuierlichen totalitären Machtausweitung, die aber letztendlich, bedingt und abgebremst durch den inneren Zwang eines erhärteten Kompromisses mit den traditionellen Eliten, im Endergebnis als unvollendeter Totalitarismus 1 scheiterte. Die Be- trachtung des faschistischen Regimes in der anfänglichen Übergangsphase als Totalitarismus löste sich aus der liberalen, antifaschistischen Faschismusdiskussion heraus.2 Nicht das poli- tische Selbstverständnis der Faschisten prägte diesen Begriff, sondern der Versuch der politi- schen Gegenseite, die Methoden dieses neuen Herrschaftssystems in seinen spezifischen Charakteristika zu beschreiben.3 Aus dieser Betrachtung entwickelt sich später zu Beginn des Kalten Krieges eine allgemeine Totalitarismustheorie heraus4, mit der sich bis heute die mo- dernen totalitären Diktaturen in ihren spezifischen Merkmalen beschreiben lassen. Diese idealtypische Herrschaftsform des Totalitarismus , die sich als Gegensatz zur Demokratie wie zur Autokratie älterer Formen begreift, ist in der Folgezeit ergänzt worden.5 Auf den italieni- schen Faschismus angewandt6, können die einzelnen totalitären Schritte aufgedeckt werden, lässt sich mit dem Hinweis auf wirklich einzustufende totalitäre Regime ein Aussage machen über dessen tatsächliche herrschaftsstrukturelle Verfassung. Schließlich wird auch der italie- nische Faschismus neuerdings als Politische Religion ins Visier genommen7, was hier im Zu- sammenhang mit der Betrachtung des Verhältnisses Kirche und Faschismus8 geschehen soll. Es lässt sich nämlich feststellen, dass auch der italienische Faschismus unter dem Aspekt ei- ner Nationalisierung der Massen9 betrachtet werden kann, praktizierte er doch ebensolche Rituale und Kulte, wie der Nationalsozialismus in potenzierter Weise. Schließlich sollte sich dann klareres Bild ergeben, ob das, was man unter Totalitarismus versteht, im faschistischen Italien wirklich vorhanden war.

2 Die Herauslösung des Totalitarismusbegriffs aus der zeitgenössischen ita- lienischen Faschismusdiskussion

Kurz nach der Übernahme der Regierung durch Mussolini am 30. Oktober 192210 wurden in Italien unmittelbare Deutungsversuche des Faschismus vorgenommen, später dann auch in anderen Ländern – so auch die Deutung des Phänomens im Rahmen einer Theorie des Tota- litarismus. Vor allem bis zur Entführung Matteottis am 10. Juni 1924 wurde der Faschismus als rein italienisches politisches Phänomen betrachtet.11 Den Faschismus als spezifisch natio- nale Erscheinung zu deuten, hörte auf, als der Nationalsozialismus 1933 den Sieg davontrug, und er zunehmend als eine Gefahr für die Welt gedeutet wurde, einem dritten Weg, der so- wohl gegen den liberalen Parlamentarismus als auch gegen den Sozialismus gerichtet war.12 Danach begann eine – gleichsam von Journalisten und Publizisten – geführte lebhafte Debat- te, die einen zunehmend politischen Charakter im antifaschistischen Kampf annahm – von marxistischer wie von liberaler Seite aus. Renzo DE FELICE unterscheidet folgende, aus der ideologischen Warte heraustretende drei klassische Deutungen13 :

„Quella del fascismo come prodotto della crisi morale della società europea della prima metà del Novecento; quella del fascismo prodotto dei ritardati e atipici processi di sviluppo eco- nomico e di unificazione nazionale di alcuni paesi europei, Italia e Germania in testa; e quella marxista del fascismo come stadio senescente del capitalismo o, almeno, come prodotto es- tremo della lotta di classe.”14

Diese Interpretationen erwiesen sich in der zweiten Nachkriegszeit als ungeei]gnet und Histo- riker, Philosophen und Sozialwissenschaftler begannen, dieses Zwischenkriegsphänomen anders zu deuten – was aber dazu führte, dass der Faschismus immer mehr als polemischer Kampfbegriff verwendet wurde. Insbesondere von marxistisch-kommunistischer Seite, aber auch von liberaler Seite aus, wurde er seit dem Auftreten in Italien als europäisches, transna- tionales Phänomen interpretiert.15 Aufgrund der Tatsache, dass die aus der Krise nach dem Ersten Weltkrieg in mehreren europäischen Ländern entstandenen national-autoritären Be- wegungen und Regime mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten aufwiesen, gelangte man nach DE FELICE zu der Einsicht, dass unter Beibehaltung der vergleichenden Analyse von mehreren Spielarten des Faschismus die Rede sein müsse, anstatt sie alle unter einem Gat- tungsbegriff stark verallgemeinernd zusammenzuführen.16

Will man auf die Totalitarismus-Theorie näher eingehen, so muss auf die Ursprünge des Be- griffes zurückgegangen werden, die bis zu den ersten zeitgenössischen Deutungsmomenten während der Machtkonsolidierung des Mussolini-Regimes zurückreichen.17 Maßgeblich Giovanni Gentile, der führende Parteiideologe der Faschisten, baute den Begriff im Zuge des noch zu entwickelnden faschistischen Selbstverständnis weiter aus18, nachdem er zunächst von Mussolini in einer Rede vom 22. Juni 1925 aufgenommen wurde, indem er die „feroce volontà totaliaria“19 seiner Bewegung erklärte.

Der Begriff des Totalitären wurde jedoch nicht von Mussolini aus der faschistischen Selbst- interpretation heraus geschaffen, sondern nur von der liberalen antifaschistischen Opposition übernommen. Der Ursprung liegt also bei der politischen Gegenseite, d.h. „innerhalb der [Hervorh. i. Orig.] Teile der italienischen Gesellschaft, bei denen das Staats- und Verfassungsproblem auf besondere Aufmerksamkeit stieß und bei denen der Gegensatz von Rechtsstaat und Diktatur und der drohende Verlust des parteistaatlichen Pluralismus, der Grundrechtsgarantien und der Gewaltenteilung besonders intensiv empfunden wurde.“20

In der Machtkonsolidierungsphase des Regimes, von der Regierungsübernahme durch Mus- solini unmittelbar nach dem Marsch auf Rom am 29. Oktober 1922 bis zur zweiten Machter- greifung, die mit der Biwakrede am 3. Januar 1925 ihren Anfang fand, entstand der Begriff des Totalitären aus dem Versuch heraus, das parallele Geschehen der Diktaturerrichtung mit dem immer deutlicher hervortretenden Herrschaftsanspruchs der Faschisten zu deuten. Infol- ge der – nach Bewilligung des Acerbo-Gesetzes vom 13. November 192321 – stattgefundenen Wahlen am 24. April 1924, in der die Faschisten mit Einheitsliste die Wahl ganz nach ihren Erwartungen gewannen, forderte der Einheitsführer der Sozialisten, Giacomo Matteotti, in einer äußerst harten Rede am 31. Mai 1924, die Annullierung der Wahlen. Angesichts der anhaltenden Repressalien, wie z.B. die seit der Machtergreifung andauernden Aggressionen der Miliz und der Vorzensur auf die Oppositionsparteien, seien die Wahlen illegal und das Ergebnis nicht zu akzeptieren. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits bei den Oppositi- onsparteien die Befürchtung ab, dass diese Maßnahmen zur Diktaturerrichtung dienten. Aus der Entführung Matteottis am 10. Juni 1922 und dem späteren Fund seiner Leiche am 16. August 1922 entwickelte sich die Matteotti-Krise , in der die Opposition und ein großer Teil der Presse, die teils die Faschisten unterstützt hatte, Mussolini für das Verbrechen verant- wortlich machten. Am 18. Juni 1924 begann der Rückzug der Oppositionsparteien auf den Aventin22.

In diesem Klima der oppositionellen Unterdrückung seit der Machtübernahme im Oktober 1922, dem dann im Frühsommer 1924 unmittelbar mit der Matteotti-Krise eine für Mussolini und die Faschisten ernstzunehmende Schwächephase folgte, die das Ende der faschistischen Bewegung hätte bedeuten können, bildete sich die Interpretation der faschistischen Herr- schaft mit ihren repressiven Methoden heraus, die man mit einer neuen Begriffsbildung, die der totalitarietà , zu fassen suchte.23

Giovanni Amendola, seit Frühsommer 1924 der unbestrittene Führer der Parteien der „Aven- tinischen Sezession“24, der nach dem Ausscheiden von Francesco Nitti aus der aktiven Poli- tik die Führung der Liberaldemokraten übernommen hatte, sah anfangs noch Hoffnung auf die Rückkehr der faschistischen Partei in die Legalität und Verfassungsmäßigkeit. Seit dem Frühjahr 1923 erkannte er immer mehr die im Begriff des Regimes zum Ausdruck kommen- de Tendenz einer Vereinheitlichung von faschistischer Partei und italienischem Staat. In Il Mondo nahm er Kritik an dem Versuch der faschistischen Regierung, durch Unterdrückung der konstitutionellen Parteien die italienische Gesellschaft in eine untere und eine obere, pri- vilegierte, herrschende und befehlende Kaste einzuteilen.25 Wie Jens PETERSEN weiter aus- führt, sei Amendola vor allem hinsichtlich der sich im Jahre 1923 abzeichnenden faschisti- schen Gleichschaltung der Selbstverwaltungskörperschaften bewusst geworden, welches Herrschaftssystem die Faschisten beabsichtigten, aufzustellen. Die Politik der Intoleranz ge- genüber den konkurrierenden Parteien sah er konkret in der Lokal- und Regionalpolitik ver- wirklicht: Entweder wurden Rathäuser gewaltsam besetzt, indem man die Verantwortlichen zum Rücktritt zwang, oder es wurden über die Präfekten kommissarische Verwaltungen ein- gesetzt, die eine bessere Kontrolle zur amtierenden Regierung gewährleisten sollte.26 In bei- den Fällen ist man dann zu Neuwahlen übergegangen, in denen die Faschisten unter vorheri- ger Gewaltanwendung die Bildung einer oppositionellen Liste verhinderten und sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsliste aufstellten.27 Der Liberaldemokrat nannte in einem Ar- tikel in Il Mondo vom 12. Mai 1923 dieses Vorgehen im Gegensatz zum sistema maggiorita- rio und dem sistema minoritario ein sistema totalitario . Mit dem hier zum ersten Mal nach- weisbar auftauchenden Begriff „totalitär“ wird von Amendola die technische Bedeutung je- nes missbräuchlichen Wahlverfahrens unterstrichen, denn: „Im gleichen Moment aber erfaßt dieser Vorgang die Grundlage jeder Demokratie, die Res- pektierung der Mehrheitsentscheidung, die gleichzeitig die Anerkennung der Rechte der Minderheit in sich schließt. Die unterlegene Partei bleibt Minderheit in der Hoffnung, beim nächsten Wahltag die Mehrheit zu gewinnen. Im ,sistema totalitario’ wurde diese Spielregel in ihr Gegenteil verkehrt.“28

Von den Neuwahlen in den Kommunen und den Provinzen im Frühjahr 1923 über das im November des gleichen Jahres bewilligte Acerbo -Gesetz bis hin zur Kammerwahl im April 1924, wurde der Einfluss der Oppositionsparteien kontinuierlich eingeschränkt. Dementspre- chend verschärfte sich deren Kritik. In der zweiten Jahreshälfte 1923 wurde der Begriff des sistema totalitario , den Amendola das erste Mal gebrauchte, von anderen führenden Opposi- tionspolitikern aufgenommen, so beispielsweise von Luigi Sturzo29, dem Gründer und Führer der katholischen Popolari . Folgt man PETERSEN30, sei in den Monaten seit der Jahreswende 1923/24 der Begriff in den allgemeinen Sprachgebrauch der Oppositionsparteien eingetreten. Während der existenzbedrohenden Matteotti-Krise , d.h. nach der Ermordung des Sozialisten- führers Giacomo Matteotti bis zur Rede Mussolinis in der Camera dei deputati am 3. Januar 1925, sei zwar kurioserweise eine Pause eingetreten, in welcher der Begriff aus dem Sprach- schatz völlig verschwand, aber in der „tendenziell totalitären Umgestaltung der Regierung Mussolini“31 fortgesetzt worden. In der Rede Mussolinis vom 3. Januar 1925 machte der Du- ce die Opposition für die Krise verantwortlich und kündigte ihre sofortige gewaltsame Lö- sung an, womit die „zweite und diesmal endgültige Machtergreifung, die innerhalb von zwei Jahren die Reste des liberaldemokratischen Systems beseitigte“32 folgte.

In jener Phase der Verfestigung des „movimento“ zum faschistischen „sistema“33 kam es zur Überschneidung zwischen dem Ausdruck des unnachgiebigen Oppositionswillens der konsti- tutionellen Kräfte und der Usurpierung der Faschisten selbst, indem sie das Konzept des To- talitären zum Aushängeschild ihres ideologischen Programms machten34. Die angekündigte Repression, an der sich nicht nur Miliz und Polizei, sondern auch die staatliche Verwaltung unter Leitung der Präfekten beteiligte, setzte mit der Auflösung oppositioneller Gruppen, mit Verhaftungen und Zensuren der Presse bzw. Beschlagnahme von Zeitungen schlagartig ein.35 Nur in Reden konnte die Opposition den Aufbau der Einparteidiktatur offen kommentieren. In einer Rede vom 16. Mai 1925 charakterisiert der liberale Parteiführer den Faschismus durch seinen „besessenen totalitären Willen“36. Eine Woche später wurde in der Rede vom 22. Juni 1925 dieser Begriff von Benito Mussolini (vgl. oben, S. 2) fast wortwörtlich wiede- raufgenommenen, indem er das Ziel des Faschismus verkündete, nämlich ihre „feroce vo- lontà totalitaria“37 mit der Faschistisierung der Nation durchzusetzen.

Somit sei, PETERSEN38 zufolge, der Totalitarismusbegriff nicht aus dem politischen Selbst- verständnis Mussolinis, sondern aus der Kritik Amendolas entstanden:

„Die Lehre vom totalitären Staat als einer qualitativ neuen, das Individuum in allen Berei- chen seiner Existenz erfassenden, spezifisch jetztzeitigen Erfahrung, die weit über die älteren Formen tyrannischer, autokratischer oder absolutistischer Herrschaft hinausgriff, entstand un- ter jenen, die mit Einsatz ihres eigenen Lebens Demokratie und Rechtsstaat verteidigten oder zumindest die Erinnerung an dieses Ideal in die Zukunft hinüberretten wollten.“39

Der Begriff des Totalitären entsteht als eine durchblickende technische Bezeichnung für den vom Faschismus praktizierten Wahlrechtsmissbrauch im Frühjahr 1923, der sich dann bereits Ende 1923 als prägnantestes Charakteristikum der faschistischen Bewegung herausstellte. So war es Amendola wiederum, der dann, kurz vor seinem gewaltsamen Tod, die Übereinstim- mung von Kommunismus und Faschismus in ihrem totalitären Charakter erkannte, welche beide die Grundlagen des liberaldemokratischen Staates verneinten.40

3 Entwicklung und Gültigkeit der Totalitarismustheorie

Die Totalitarismustheorie bildete sich innerhalb der Ablehnung des italienischen Faschismus heraus41, mit der These, dass Faschismus und Bolschewismus Varianten ein- und desselben Herrschaftstyps seien – des Totalitarismus . Im Folgenden soll nun der Ausbau dieser Deu- tung zu einer Theorie nachgezeichnet werden.

3.1 Die klassische Konzeption des Totalitarismus

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und dem damit verbundenen Ausbruch des Kalten Krieges kann davon ausgegangen werden, dass der Totalitarismus eher den Charakter eines politischen Kampfbegriffes hatte42 : Zunächst als Kritik des konservativ-liberalen Lagers ge- gen Faschismus und Kommunismus und später als faschistisches Selbstbekenntnis. Nach Wolfgang SCHLANGEN43 lassen sich bis zum Ende der 70er Jahre vier Entwicklungsstufen unterscheiden: Von der ersten Stufe war im zweiten Kapitel die Rede, die zweite bezeichnet die der ersten theoretischen Analyse der charakteristischen Form jener modernen Diktaturen. Drittens die strukturtheoretische Erweiterung der Konzeption aufgrund der damit verbunde- nen Wandlungen des kommunistischen Systems in der poststalinistischen Ära und viertens die bis dato anhaltende Auseinandersetzung um deren Tauglichkeit.

[...]


1 Vgl. SCHLANGEN, Walter (1976), Die Totalitarismus-Theorie: Entwicklung und Probleme, Stuttgart.

2 Vgl. PETERSEN, Jens (1978), „Die Entstehung des Totalitarismusbegriffs in Italien“, in: Funke, Manfred (Ed.),

Totalitarismus: Ein Studien-Reader zur Herrschaftsanalyse moderner Diktaturen , Düsseldorf, S. 105-128.

3 Vgl. STURZO, Luigi (1926), Italien und der Faschismus (Italia e fascismo), Köln.

4 Vgl. FRIEDRICH, Carl Joachim/BRZEZINSKI, Zbigniew K. (1965), Totalitarian Dictatorship and Autocracy, Cambridge, Massachusetts; ARENDT, Hannah (2006), Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft – Antisemi- tismus, Imperialismus, totale Herrschaft, München.

5 Vgl. BRZEZINSKI, Zbigniew K. (1968), „Totalitarismus und Rationalität“, in: Seidel, Bruno/ Jenkner, Siegf- ried (Edd.), Wege der Totalitarismus-Forschung , Darmstadt; BRACHER, Karl Dietrich (1976b), Zeitgeschichtli- che Kontroversen: Um Faschismus, Totalitarismus und Demokratie, München; STAMMER, Otto (1957), „Politi- sche Soziologie. Kapitel II.: Die totalitären Herrschaftssysteme“, in: Gehlen, Arnold/Schelsky, Helmut (Edd.), Soziologie – Ein Lehr- und Handbuch zur modernen Gesellschaftskunde , Düsseldorf, S. 290-302.

6 Vgl. Gesamtdarstellungen MANTELLI, Brunello (2004), Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, Ber- lin; PAYNE, Stanley (2006), Geschichte des Faschismus: Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung. Wien. 7 Vgl. MAIER, Hans (1995), Politische Religionen. Die totalitären Regime und das Christentum, Freiburg; GEN- TILE, Emilio (1991), „Partei, Staat und Duce in der Mythologie und der Organisation des Faschismus“, in: Bra- cher, Karl Dietrich/Valiani, Leo (Edd.), Faschismus und Nationalsozialismus , Berlin, S. 195-216.

8 Vgl. LILL, Rudolf (2002), „Die katholische Kirche im faschistischen Italien“, in: Luks, Leonard, Das Christen- tum und die totalitären Herausforderungen des 20. Jahrhunderts: Rußland, Deutschland, Italien und Polen im Vergleich, Köln, S. 205-216.

9 Vgl. MOSSE, George L. (1976), The Nationalization of the Masses: Political Symbolism and Mass Move-ments in Germany from the Napoleonic Wars to the Third Reich, Ithaca.

10 Regierungsübernahme Mussolinis nach der „Marcia su Roma“ am 29. Oktober 1922, vgl. MANTELLI (2004),

Kurze Geschichte des italienischen Faschismus , S. 58.

11 Vgl. dazu im Einzelnen: DE FELICE (2005), Interpretazioni del fascismo , S. 8; SCHLANGEN (1976), Die To- talitarismus-Theorie. Entwicklung und Probleme , S. 11ff.; Rudolf LILL (1986a), Geschichte Italiens in der Neu- zeit , S. 309.

12 Vgl. im Folgenden: DE FELICE, Interpretazioni , S. 9f.

13 Vgl. dazu im Detail die Ausführungen im zweiten Kapitel ebd., S. 29-81.

14 DE FELICE, Interpretazioni , 12.

15 Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf Ernst NOLTE (2000), Der Faschismus in seiner Epoche , 1963 erstmals erschienen, das als die erste – nicht marxistische – Interpretation eines als transpolitisches europäisches Phänomen beschriebenen Faschismus auftrat, mit dem die deutsche Faschismusdiskussion angeregt wurde.

16 Vgl. DE FELICE, Interpretazioni , S. 18-25.

17 Vgl. PETERSEN (1978), Die Entstehung des Totalitarismusbegriffs in Italien, S. 108ff. Bis zu dieser Abhand- lung herrschte in der Forschung die Meinung, dass es Benito Mussolini gewesen sei, der den Begriff des „Totali- tären“ geprägt habe. Vgl. dazu: SCHAPIRO (1972), Totalitarismus, Sp. 466.

18 Vgl. dazu SCHLANGEN, Theorie, S. 13. Gentile, Philosoph, wandte sich nach der Machtübernahme dem Fa- schismus zu, ist Autor des ersten Teils der Programmschrift des Faschismus, der „Dottrina del fascismo“, die aber mit Mussolinis Namen 1932 in der „Enciclopedia Italiana“ unter dem Stichwort „Fascismo“ erschien.

19 Vgl. Benito MUSSOLINI, Opera Omnia Bd. XXI , S. 362; vgl. dazu SCHLANGEN, Theorie , S. 12.

20 PETERSEN (1978), Entstehung , S. 110.

21 Vgl. dazu im Folgenden MANTELLI, Kurze Geschichte , S. 65f.: Benannt nach Unterstaatssekretär Giacomo Acerbo: Bei 25% der Stimmen erhielt die relative Mehrheit in der Abgeordnetenkammer zwei Drittel der Sitze.

22 Vgl. ebd., S. 70-71.

23 Vgl. PETERSEN, Entstehung , S. 116ff.

24 MANTELLI, Kurze Geschichte , S. 70.

25 Vgl. PETERSEN, Entstehung , S. 116.

26 Vgl. MANTELLI, Kurze Geschichte , S. 63 geht hier näher auf die zeitgleich mit der als „Riforma Gentile“ be- kannten Bildungsreform erfolgten Neuordnung der öffentlichen Verwaltung ein.

27 Vgl. PETERSEN, Entstehung , S. 117.

28 Ebd.

29 Vgl. PETERSEN, Entstehung , S. 118. In der „Rivoluzione Liberale“ vom 15..01.1924 beklagte er, dass die Fa- schisten die „totalitäre Umwandlung jeglicher ethischer, kultureller, politischer und religiöser Kräfte“ anstrebten.

30 Vgl. ebd., S. 119.

31 LILL, Neuzeit , S. 309.

32 PETERSEN, Entstehung , S. 121.

33 DE FELICE (2004), Intervista sul fascismo , S. ??. Vgl. dazu auch LILL, Neuzeit , S. 303.

34 PETERSEN, Entstehung , S. 123.

35 LILL, Neuzeit , S. 311.

36 PETERSEN, Entstehung , S. 121.

37 Vgl. MUSSOLINI, Opera Omnia Bd. XXI , S. 362.

38 Vgl. PETERSEN, Entstehung , S. 123. Vgl. dagegen SHAPIRO, Totalitarismus , Sp. 466, der das erste Erschei- nen des Begriffes als Gegensatz zu „liberal“ in der Zeitung „Rivoluzione liberale“ auf den 6. Januar 1925 datiert.

39 ???

40 Vgl. PETERSEN, Entstehung , S. 122. Amendola konnte auf Luigi STURZO (1926), Italien und der Faschis- mus - Italia e il fascismo zurückgreifen, der einen Vergleich aufgrund der Systemverwandtschaft für gerechtfer- tigt sah; vgl. außerdem Francesco NITTI (1926), Bolschewismus, Fascismus und Demokratie .

41 Vgl. WIPPERMANN (1997), Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heu- te , S. 51. Der Autor hält an der von Ernst Nolte angestoßenen nicht-marxistischen Faschismustheorie fest.

42 Vgl. ebd., S. 55.

43 Vgl. SCHLANGEN (1978), Totalitarismus – Probleme einer Theoriebildung , S. 51.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Totalitarismustheorie und italienischer Faschismus - Entstehung, Entwicklung, Realität
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaft/Abteilung für Geschichte der Neuzeit)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V125961
ISBN (eBook)
9783640314188
ISBN (Buch)
9783656209188
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Begriff des "Totalitarismus", unter dem die totalitären Diktaturen des 20. Jahrhunderts subsummiert werden, ist aus der zeitgenössischen Antifaschismus-Diskussion im Italien der 1920er Jahre entstanden. In dieser Seminararbeit geht es darum, ob der italienische Faschismus Benito Mussolinis - dessen Regime als erstes von der antifaschistischen Opposition als totalitär eingestuft wurde - im Vergleich zu den eindeutig als Totalitarismus gekennzeichneten Nationalsozialismus oder Stalinismus auch wirklich als ein solcher unter diesen Herrschaftsbegriff eingeordnet werden kann/darf oder eben nicht.
Schlagworte
Totalitarismus, italienischer Faschismus, Benito Mussolini, Totalitarismustheorien, Faschismustheorien, Geschichtskontroversen, 1922-1945
Arbeit zitieren
Magister Artium Andreas Reimann (Autor), 2007, Totalitarismustheorie und italienischer Faschismus - Entstehung, Entwicklung, Realität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125961

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