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Pluralismus im traditionellen Heilwesen Afrikas

Die Wolof im Senegal

Titel: Pluralismus im traditionellen Heilwesen Afrikas

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 22 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Kristin Müller-Wenzel (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit handelt vom traditionellen Heilwesen der Wolof im Senegal und dessen Wandel im Laufe der Zeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION VON KRANKHEIT IN DER TRADITIONELLEN HEILKUNDE

3. DIE WOLOF IM SENEGAL

3.1. Soziale Strukturen

3.2. Wirtschaft

3.3. Religion

4. TRADITIONELLES HEILWESEN DER WOLOF

4.1. Krankheit im gesellschaftlichen Kontext

4.2. Ursachen von Erkrankungen

4.3. Die Rolle der Familie

4.4. Funktion des Heilers

4.5. Behandlungsmethoden

4.6. Riten

4.6.1. Die Riten im Kontext

4.6.2. Das Ausübenden des Rituals

4.6.3. Versionen des Rituals

5. TRADITIONELLES HEILWESEN IN ANDEREN AFRIKANISCHEN GESELLSCHAFTEN

5.1. Die Mende und Temne in Sierra Leone

5.2. Die Dendi in Benin

5.3. Die Amhara in Äthiopien

5.4. Weiter traditionelle Afrikanische Gesellschaften

6. TRADITIONELLE MEDIZIN IN DER GEGENWART

7. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den medizinischen Pluralismus im traditionellen Heilwesen Afrikas, wobei die Ethnie der Wolof im Senegal als zentrales Fallbeispiel dient. Das primäre Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Krankheitsverständnis, Heilung und soziale bzw. religiöse Ordnungen in diesen Gesellschaften untrennbar miteinander verwoben sind und wie sich dieses System im Kontakt mit westlicher Medizin und dem Islam gewandelt hat.

  • Soziale und religiöse Fundamente des traditionellen Heilwesens
  • Differenzierung von Krankheitsursachen (personalistisch vs. naturalistisch)
  • Die Rolle der Familie und des Heilers im Heilungsprozess
  • Ritualistische Praktiken und ihre Bedeutung für die Gemeinschaft
  • Vergleichende Analyse afrikanischer Gesellschaften
  • Herausforderungen und Entwicklungen der traditionellen Medizin in der Gegenwart

Auszug aus dem Buch

4.4. Funktion des Heilers

Nachdem die Familie sich für einen Heiler, den sie nun zu Rate zieht, entschieden hat, beginnt dieser mit der Heilung, die sich an dem Ist-Zustand der Patienten orientiert. Er versucht durch die äußeren Symptome die Ursache der Krankheit herauszufinden, dabei helfen ihn auch die Befragungen die Familien und des Patienten. Durch gezielte Fragen bekommt der Heiler einer Vorstellung von dem sozialem Umfeld der Person und den möglichen Konfliktpunkten, die vorherrschen. Seine Fragen richten sich auch die Entstehung der Krankheit, wann und wo sie auftritt und die Erscheinungsformen. Die Familie und der Patient werden auch animiert über die Gründe der Erkrankung nachzudenken (Artmeyer 1999: 42). Nachdem sich der Heiler eine genaue Vorstellung über die Lebensverhältnisse des Patienten und die Erscheinung der Krankheit gemacht hat, versucht er über Divinationstechniken die Ursache der Erkrankung zu finden.

Dazu stehen ihm verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, je nachdem welcher Heilertradition er angehört wählt er zwischen dem seet, dem listixar oder dem gisaane (Artmeyer 1999:42).

Seet heißt soviel wie 'Suche'. Bei dieser Praktik wird zu erst Gesang auf ein Geldstück, welches von der Familie des Opfers stammt, rezitiert. Dieses Geldstück legt sich der Heiler während des Schlafes unter sein Kopfkissen und er bekommt in der Nacht eine Nachricht von einen tuur oder rab, der ihm die Lösung in Form eines Rätsels zukommen lässt. Am nächsten Tag ist es die Aufgabe des Hellers das Rätsel zu lösen und die Ursache der Erkrankung zu finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der historischen Entwicklung der Erforschung afrikanischer Heilkunde und Abgrenzung des Forschungsgegenstands.

2. DEFINITION VON KRANKHEIT IN DER TRADITIONELLEN HEILKUNDE: Theoretische Einbettung des Krankheitsbegriffs in soziale und religiöse Kontexte sowie Differenzierung zwischen disease, illness und sickness.

3. DIE WOLOF IM SENEGAL: Beschreibung der sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Rahmenbedingungen der Ethnie der Wolof.

4. TRADITIONELLES HEILWESEN DER WOLOF: Detaillierte Analyse des Krankheitsverständnisses, der Heilerfunktionen, Behandlungsmethoden und ritueller Praktiken bei den Wolof.

5. TRADITIONELLES HEILWESEN IN ANDEREN AFRIKANISCHEN GESELLSCHAFTEN: Vergleichende Betrachtung ähnlicher Konzepte bei den Mende, Temne, Dendi, Amhara und weiteren Gesellschaften.

6. TRADITIONELLE MEDIZIN IN DER GEGENWART: Untersuchung der Auswirkungen des kolonialen medizinischen Systems und der modernen Integration traditioneller Heilmethoden.

7. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Erkenntnisse zur ganzheitlichen Betrachtung von Krankheit und Heilung als Wiederherstellung des kosmologischen Gleichgewichts.

Schlüsselwörter

Traditionelles Heilwesen, Wolof, Senegal, Medizinethnologie, Krankheitskonzept, Heiler, Ritual, Ahnengeister, Soziosomatisches Konzept, Medizinischer Pluralismus, Islam, Kolonialismus, Heilung, Gemeinschaft, Gesundheitswesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Struktur und Dynamik des traditionellen medizinischen Systems in afrikanischen Gesellschaften, mit besonderem Fokus auf die Wolof im Senegal.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das Verständnis von Krankheit als soziales und religiöses Phänomen, die Rolle von Heilern und Familien, sowie der Umgang mit Krankheitsursachen durch rituelle und medizinische Handlungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie traditionelle afrikanische Heilsysteme funktionieren und welche Bedeutung sie für die Wiederherstellung des sozialen und religiösen Gleichgewichts der Patienten haben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Analyse verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer ethnologischen Literaturanalyse, die medizinisch-anthropologische Konzepte auf das traditionelle Heilwesen verschiedener afrikanischer Gesellschaften anwendet.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziale Struktur und Kultur der Wolof, die spezifischen Heilsysteme dieser Ethnie sowie eine vergleichende Analyse mit anderen afrikanischen Gesellschaften.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Medizinischer Pluralismus, Traditionelle Heilkunde, Ritual, Krankheitskontext und Soziosomatik.

Was unterscheidet das "personalistische" vom "naturalistischen" Krankheitskonzept?

Das personalistische Konzept führt Krankheiten auf bewusste Akteure wie Geister oder Hexen zurück, während das naturalistische Konzept körperliche Beschwerden losgelöst von religiösen Kontexten durch natürliche Einflüsse erklärt.

Welche Bedeutung haben die "tuur" und "rab" Geister in der Kultur der Wolof?

Sie dienen als zentrale Bezugspunkte für das rituelle Heilwesen; der tuur steht für die Gemeinschaft, während der rab oft eine familiäre Verbindung aufweist und eine Schlüsselfigur in den Heilungsriten darstellt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pluralismus im traditionellen Heilwesen Afrikas
Untertitel
Die Wolof im Senegal
Hochschule
Universität Münster
Note
1,5
Autor
Kristin Müller-Wenzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
22
Katalognummer
V125972
ISBN (eBook)
9783640314249
ISBN (Buch)
9783640317820
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medizin Afrika Pluralismus Heilwesen Senegal Wolof
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristin Müller-Wenzel (Autor:in), 2004, Pluralismus im traditionellen Heilwesen Afrikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125972
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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