Die Beschaffung als Unternehmensaktivität hat in den letzten Jahren nicht nur eine zunehmende Bedeutung erhalten, auch ihre Aktivitäten haben sich grundlegend gewandelt. Die Beschaffung ist nicht mehr nur rein operative, unterstützende Tätigkeit, sondern stellt eine strategisch wichtige Aufgabe dar. Dieser Funktionswandel ist begleitet von verschiedenen Managemententscheidungen und neuen Kooperationsformen. War es früher ausreichend, den Bedarf zu ermitteln und kostengünstig die Güter für die verschiedenen Abteilungen zu erwerben, ist der Beschaffungsprozess heute eingebunden in umfangreiche Netzwerke.
Da sich die Arbeit mit den Chancen und Risiken der Einkaufskooperation befasst, soll im Folgenden nicht nur eine Begriffdefinition und Klassifikationen der bestehenden Arten dieser Kooperationsarten vorgenommen werden. Ziel ist es vielmehr, die Effizienz und die Störvariablen zu ermitteln, um darauf aufbauend die in der Praxis bewährte Form der Kooperation mit externen Dienstleistern sowie die Form der Einkaufsgesellschaft am Beispiel der Automobilbranche darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Die Einkaufskooperation: Ausgangslage und Klassifikation
2.1 Die Beschaffungsfunktion der Unternehmen
2.2 Formen der Einkaufskooperationen: Begriff und Tätigkeit
2.3 Die Notwendigkeit/ Chancen der Einkaufskooperationen
2.4 Die Risiken der Einkaufskooperationen
3. Theoretische Anknüpfspunkte der Effizienz der purchasing alliances
3.1 Organisationstheorie
3.2 Entscheidungstheorie
3.3 Netzwerktheorie
4. Chancen und Risiken der Einkaufskooperation: Fallbeispiel Automobilbranche
4.1 IT und Elektronik Einkauf: Purchasing alliance mit externen Dienstleistern in der Automobilbranche
4.1.1 Chancen der Kooperation: Kurzlebige Produktzyklen und hohe Beschaffungskosten als Motivation für die Einkaufskooperation
4.1.2 Risiken der Kooperation: Bremsung des Wettbewerbes für private PKW
4.1.3 Fazit: Chancen und Risiken der Einkaufskooperation
4.2 Entwicklungsleistungen im Einkauf: Purchasing alliances als Einkaufsgesellschaft in der Automobilbranche
4.2.1 Chancen der Kooperation: Aneignung von Kernkompetenzen für die einzelnen Unternehmen
4.2.2 Risiken der Kooperation: Redistributivität der Entwicklungsleistungen
4.2.3 Fazit: Chancen und Risiken der Einkaufsgesellschaft
5. Fazit: Chancen und Risiken der Einkaufskooperationen
5.1 Ergebnisse der Arbeit
5.2 Forschungsbedarf
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht systematisch die Chancen und Risiken verschiedener Formen der Einkaufskooperationen, insbesondere von Einkaufsgesellschaften und strategischen Allianzen, um deren Effizienz zu bewerten und ein besseres Verständnis für ihre Anwendung in der Industrie, speziell in der Automobilbranche, zu entwickeln.
- Grundlagen und Klassifikation von Einkaufskooperationen
- Theoretische Perspektiven auf Effizienz (Organisation-, Entscheidungs- und Netzwerktheorie)
- Analyse der Einkaufskooperation anhand des Fallbeispiels Automobilbranche
- Bedeutung der Beschaffung von Entwicklungsleistungen (IT/Elektronik)
- Bewertung von Erfolgsfaktoren und Risiken bei Kooperationsformen
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Chancen der Kooperation: Kurzlebige Produktzyklen und hohe Beschaffungskosten als Motivation für die Einkaufskooperation
Die Produktlebenszyklen für technische Entwicklungen werden immer kürzer, gleichzeitig erobern die sog. Low Price PKW zunehmend den Markt. Dabei handelt es sich keinesfalls um Billig Autos, sondern um Fahrzeuge, die relativ preisgünstige technische Lösungen anbieten. Zudem drängen neben den deutschen auch indische oder japanische Hersteller auf den Markt. Aufgrund der kurzlebigen Produktzyklen und den hohen Beschaffungskosten für Elektronic im PKW: „Keine andere Technologie hat das Auto in den vergangenen 30 Jahren so stark verändert wie die Elektronik. Elektrik und Elektronik machen heute rund 30 Prozent der Wertschöpfung eines Mittelklassefahrzeugs aus und sind die wesentlichen Treiber für etwa 90 Prozent aller Innovationen im Automobil“.
Hierdurch ergibt sich für die Automobilhersteller die Chance, durch die Einkaufskooperation diese Marktrisiken, nämlich hohe Beschaffungskosten für Elektronik im PKW, die jedoch nur einen kurzen Produktlebenszyklus aufweisen, zu minimieren. Ein bedeutender Sektor ist dabei vor allem die elektronische Innenausstattung im PKW wie Navigationsgeräte, die aus technischer Perspektive ständige Neuerungen in Form von Updates erfahren und so bereits nach kürzester Zeit als veraltet gelten. Die Einkaufskooperation in Form einer strategischen Allianz bietet den Automobilherstellern daher die Chance, diese Produkte preisgünstig zu erwerben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der wachsenden Bedeutung des Einkaufs und der Notwendigkeit, Chancen und Risiken von Einkaufskooperationen systematisch zu erfassen.
2. Die Einkaufskooperation: Ausgangslage und Klassifikation: Definition und Einordnung der Einkaufskooperation zwischen Markt und Hierarchie sowie Unterscheidung verschiedener Formen und ihrer Risiken.
3. Theoretische Anknüpfspunkte der Effizienz der purchasing alliances: Untersuchung der Kooperationsformen mittels Organisationstheorie, Entscheidungstheorie und Netzwerktheorie.
4. Chancen und Risiken der Einkaufskooperation: Fallbeispiel Automobilbranche: Empirische Überprüfung der Theorien anhand von IT/Elektronik-Einkauf und Entwicklungsleistungen bei Automobilkonzernen.
5. Fazit: Chancen und Risiken der Einkaufskooperationen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie Diskussion der Erfolgsfaktoren und des bestehenden Forschungsbedarfs.
Schlüsselwörter
Einkaufskooperation, Purchasing Alliances, Beschaffungsstrategie, Automobilbranche, Einkaufsgesellschaft, Strategische Allianz, Kosteneinsparung, Wettbewerbsvorteil, Entwicklungsleistungen, Elektronik, Marktrisiken, Organisationstheorie, Entscheidungstheorie, Netzwerktheorie, Innovationsdynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Chancen und Risiken, die mit verschiedenen Formen der Einkaufskooperation (z.B. Einkaufsgesellschaften) für Unternehmen verbunden sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Kooperationen, die Klassifikation von Beschaffungskooperationen und deren praktische Anwendung in der Automobilindustrie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Effizienz von Einkaufskooperationen zu analysieren und ein Verständnis für die Faktoren zu entwickeln, die den Erfolg oder das Scheitern in der Praxis beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine theoriegeleitete Analyse (Organisation-, Entscheidungs- und Netzwerktheorie), die durch ein Fallbeispiel aus der Automobilbranche verifiziert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse der Effizienz von Kooperationen sowie die detaillierte Untersuchung der Beschaffung von IT/Elektronik und Entwicklungsleistungen im Automobilsektor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Einkaufskooperation, Beschaffungsstrategie, Automobilbranche, Einkaufsgesellschaft, Strategische Allianz und Kosteneffizienz.
Warum ist die Wahl der Kooperationsform in der Automobilbranche so komplex?
Aufgrund des hohen technologischen Wandels und kurzer Produktlebenszyklen bei gleichzeitigem Kostendruck müssen Hersteller entscheiden, ob sie eine strategische Allianz oder eine Einkaufsgesellschaft wählen, um flexibel zu bleiben.
Welches spezifische Risiko wird für Einkaufsgesellschaften bei Entwicklungsleistungen identifiziert?
Ein zentrales Risiko ist die "Redistributivität" der Leistungen, da der Bedarf der beteiligten Unternehmen an spezifischen Entwicklungsleistungen oft inhomogen ist und somit nicht immer den Wünschen aller Partner entspricht.
Welche Rolle spielt die Netzwerkanalyse in dieser Untersuchung?
Die Netzwerktheorie dient als Rahmen, um zu untersuchen, wie Individuen und Unternehmen in Kooperationen strategisch interagieren und wie sich soziale Netzwerke innerhalb dieser Kooperationen bilden.
Warum kann eine hohe Innovationsrate zu Problemen beim Absatz führen?
Ein zu hohes Tempo bei technologischen Neuerungen kann beim Endkunden zu "Innovationsmüdigkeit" führen, wodurch Produkte trotz günstigerer Einkaufspreise durch Kooperationen keinen Absatz finden.
- Quote paper
- Birgit Schröer (Author), 2007, Kooperation im Einkauf - Strategische Allianz oder unternehmerisches Risiko?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126079